Kostenlos Übernachten in der Welt

Dumm, dass der Mensch sein Haupt für einige Stunden des Tages niederlegen muss und eine Pause vom Reisen machen muss. Die Komfortzonen des Menschen sind dabei sehr unterschiedlich. Mal sucht man die Einsamkeit, mal den Austausch mit fremden Kulturen. Alles hat seine Berechtigung. Begrenzt wird die Reiselust vom Geldbeutel, der vielfach nicht so prall gefüllt ist. Deswegen ein paar Tipps, wie man hier seinen Geldbeutel schonen kann, ohne dass man unter einer Brücke schlafen muss. Hier werden Ideen aufgezeigt, wie man den größten Kostenfaktor „Übernachtungskosten“ senken kann und gleichzeitig auch noch einen Mehrwert bekommt.

Wanderhütten Schutzhütten

Ein paar Minuten laufen bis zur ersten Schutzhütte. Dort findet man vielfach einfachst ausgestattete Bettstätten. Die Sauberkeit und Ausstattung sind sehr unterschiedlich. Mitzubringen sind in der Regel Isomatte und Schlafsack. Wo es Schutzhütten gibt und ob man da übernachten darf ist natürlich unterschiedlich geregelt. Möglich ist das in Norwegen, Schweden, Finnland, Neuseeland, Russland, Japan und Deutschland. Die Liste ist natürlich nicht ansatzweise vollständig.

Vorteil: Einsame Naturerlebnisse, Häuser die meist ehrenamtlich liebevoll gepflegt werden.

Nachteil: Unsicherheit, ob das eigene Handeln legal ist, bzw. ob man sich zuvor irgendwo anmelden muss. Türen können nicht verschlossen werden. Einsamkeit. Teilweise katastrophale hygienische Verhältnisse. Schädlinge wie Flöhe, Wanzen oder ähnliches können einem den Aufenthalt vermiesen.

Kostenloses Zelten

Es gibt eine sehr große Zahl von kostenlosen Zeltplätzen weltweit. Wer also gerne draußen ist und ein Zelt mitnimmt, kann viel Geld sparen. Manchmal darf man auch überall zelten im gesamten Land wie in Norwegen, Schweden, Estland, Lettland, und Island. In vielen Ländern ist es auch einfach nicht geregelt, ob man wild zelten darf oder nicht. Einfach versuchen, aber bestehende Verbote beachten.

Woof

Woof – Willing workers on organic farms, bietet in vielen Ländern die Möglichkeit gegen ein paar Stunden Arbeit am Tag kostenlos Kost und Logie zu erhalten. Aber was dabei viel wichtiger ist, ist Einblick in die Kultur und Lebenswirklichkeit des Landes zu erhalten und ggf neue Kenntnisse in der Landwirtschaft zu erwerben. Woof offeriert auch Möglichkeiten, sich im Umweltschutz zu engagieren.
Vorteil: Anschluss an Familie und Arbeitsleben. Einblick in die Kultur und Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort. Erwerb von Kenntnissen in ökologischer Landwirtschaft.
Nachteil: Tägliches Arbeitspensum. Sprachliche Probleme. Anforderungen der Arbeit zu hoch, zu schwer, zu ungewohnt.

Servas

Ist auch eine weltweite Organisation, die sich als Friedensorganisation versteht. Die Übernachtung ist kostenlos. Es wird aber in der Regel Mithilfe im Haushalt erwartet. Man darf für zwei Nächte bei seinem Gastgeber bleiben. Es werden einzigartige Einblicke in die Kultur von Menschen ermöglicht. Servas dient dem Austausch von Kulturen und Völkern und zählt zu den Non Government Organisationen. Es versteht sich nicht als kostenlose Unterkunft, im Mittelpunkt steht der Austausch und das Bestreben, durch Völkerverständigung Frieden zu schaffen. Nur nach dem Frühstück aus dem Haus zu gehen und sich Sehenswürdigkeiten anzuschauen und abends zurück zu kommen, wird auf keinen Fall Servas gerecht.
Mitglied zu werden verlangt etwas bürokratischen Aufwand. Es muss ein Interview gemeistert werden. Hier werden die Beweggründe überprüft, ob man als Servas Reisender geeignet ist, und es werden die Hintergründe über die Organisation vermittelt. Einfacher ist es, das Interview im Heimatland durchzuführen. Man fährt dazu zu einem Interviewer. Wird man als Reisender anerkannt, kann man Mitglied werden und zahlt eine kleine Servicegebühr . Vor einer Reise schreibt man einen Letter of Introduction, worin man sich und seine Beweggründe für das Reisen kurz beschreibt, sowie die Länder, in die man reisen möchte. Diesen schickt man an den Regionalkoordinator und bekommt ihn mit einem Stempel zurück. Dieser LOI mit Jahresstempel ist zuzusagen die Eintrittskarte zu den Häusern der Gastgeber. Man gibt sie bei der Ankunft ab und erhält sie zu Schluss zurück, außer man hat sich etwas zu Schulden kommen lassen. So kann vermieden werden, dass schwarze Schafe weiterhin Schaden anrichten. Die Listen für die Reiseländer bekommt man als PDF und muss versichern, dass man sie im Anschluss an die Reise wieder löscht. Die Listen informieren über Wohnort, Interessen, Beruf, Sprachkenntnisse etc. des Gastgebers und natürlich die Angabe zur Kontaktaufnahme. Sie ermöglicht dann, dass man Gastgeber kontaktieren und ggf. Besuchstermine absprechen kann.


Vorteil: Wer etwas vom Land erfahren möchte und in die Kultur eintauchen möchte und offen ist für Neues, der ist hier richtig. Es ist nicht zu empfehlen ausschließlich mit Servas zu reisen, sondern das nur als Highlights zu nutzen. Bietet auch längerfristige Austauschmöglichkeiten für Jugendliche.
Nachteil: Anfangs großer bürokratischer Aufwand.
Wer nicht an den Menschen interessiert ist und lediglich eine kostenlose Unterkunft sucht, ist hier an der falschen Stelle.

The Affordable Traveler Club – ATC

Es handelt sich um eine kleinere Organisation als Servas. Zugelassen sind nur Personen ab 40 Jahren. Die Organisation kommt aus den USA. Pro Nacht muss eine Aufwandsentschädigung von 10 Dollar bezahlt werden. Also genau gesehen, ist der Aufenthalt nicht komplett kostenlos. Dafür wird keine Anmeldegebühr auf der Internetplattform verlangt,

Vorteil: Ähnlich guter Austausch wie bei Servas möglich aber nicht Hauptintention. Weniger bürokratisch, aber auch nicht so sicher.

Nachteil: Dadurch, das Geld bezahlt wird, entsteht leichter eine Anspruchshaltung und das Verhältnis zwischen Gastgeber und Gast ist ein anderes. Es wird eher erwartet, dass man morgens das Haus verlässt und erst abends wiederkommt. Schwerpunkt liegt auf kostengünstiger Übernachtung. Die Anzahl der Länder, in denen der ATC derzeit zu finden ist, ist recht begrenzt.

Friendship Force

Friendship Force ist eine gemeinnützige und ehrenamtliche Kulturorganisation, die Reisen für ihre Mitgliedsgruppen kostenlos organisiert. Die Kosten für Reise und Programm werden von den teilnehmenden Reisenden getragen, Unterkunft ist kostenlos bei Mitgliedern des besuchten Clubs. Es wird erwartet, dass man im eigenen Land auch Gäste aufnimmt und sich engagiert im Verein. Die Reisen dauern in der Regel 2 Wochen und umfassen in dieser Zeit den Besuch bei zwei Clubs. Es wird erwartet, dass man am Gruppenprogramm teilnimmt. Im Vordergrund steht das gemeinsame Miteinander von Gästen und Gastgebern, nicht das touristische Erlebnis.

Vorteil: Durch diese spannenden persönlichen Begegnungen, werden Fremde Freunde. Intensiver Austausch.

Nachteil: Individuelle touristische Ausflüge sind nicht möglich.

Housesitting

Ein Haus bewachen, auf Hund oder Katze aufpassen, das sind die Aufgaben, die ein Housesitter übernehmen muss. Im Gegenzug bekommen der/die Housesitter die Möglichkeiten, kostenlos in dem Haus oder der Wohnung zu wohnen. Im Vorfeld sollten die gegenseitigen Erwartungen genau abgeklärt werden. Im Internet findet man einige Organisationen per Suchmaschine. Es gibt auch länderspezifische Seiten wie z.B. Kiwi housesitter in Neuseeland. In den angelsächsischen Ländern findet man die meisten Angebote.

Vorteile
Ganze Wohnung steht kostenlos zur Verfügung. (unbedingt klären, wie die Nebenkosten geregelt werden!) Man bekommt etwas Einblick in das Leben in dem Land/Ort. Es handelt sich häufig um sehr gut ausgestattete Häuser, sonst würden die Besitzer keinen Housesitter suchen. Für tierliebe Reisende eine tolle Möglichkeit für eine zeitlang Verantwortung für Tiere übernehmen zu dürfen.

Nachteile
Um Anfragen stellen zu können, muss man erstmal kostenpflichtig Mitglied werden. Ein Überblick über die Angebote kann aber im voraus angesehen werden. Ob aber die Bewerbung erfolgreich ist, ist damit nicht garantiert.
Bietet wenig Austausch mit lokaler Bevölkerung. Große Verantwortung.
Manche Tiere sind unter Umständen nur schwer zu handhaben. Manchmal auch ausbeuterische Angebote: Freies wohnen und dafür den Bauernhof oder Pension weiterführen.

Wohnungstausch

Wer den Begriff bei Google eingibt, bekommt eine Menge Organisationen aufgezeigt. Das System ist einfach. Man meldet sich bei der Plattform an und sucht einen passenden Tauschpartner.

Vorteile: Geeignet, wenn man lange Zeit am gleichen Ort bleiben möchte.

Nachteile: Letztendlich benötigt man großes Vertrauen. Man lässt ja jemanden alleine in die eigene Wohnung. Für die Nutzung der Internetplattform ist eine Gebühr notwendig.

Workaway

Workaway ist eine Plattform die gegen eine Jahresgebühr die Möglichkeit bietet Anbieter von ehrenamtlicher Arbeit zu finden.

Es wird erwartet, dass im Gegenzug für Verpflegung und Unterkunft ca. 5 Stunden pro Tag gearbeitet wird. Einige Gastgeber gewähren eine Vergütung, um sicherzustellen, dass sie mindestens den Mindestlohn in ihrem Land anbieten. Die Bedingungen und Vereinbarungen können je nach angebotenen Fähigkeiten und den Anforderungen jedes Gastgebers variieren. Es sollte vorher genau die Erwartungen abgesprochen werden

Eigene Netzwerke aktivieren

Freunde und Freundesfreunde: Netzwerk nutzen

Bevor ihr euch auf irgendwelchen Portalen anmeldet, lohnt auch der Gedanke, ob man unter Verwandten oder Bekannten, nicht auch noch Personen kennt, die in das Land Verbindungen haben, und bereit sind Euch zu helfen.

Couchserving

Bekannte Internetplattform.
Vorteil : Wenig Bürokratie. Komplett per Internet organisiert. Meistgenutzt und weit verbreitet. Sehr viele Gastgeber.


Nachteil: Weniger Sicherheit als Servas. Es werden sexuelle Übergriffe gemeldet, die aber von Couchserving versucht werden zu verhindern, in dem man die Mitglieder ausschließt.,
Es werden immer mehr kostenpflichtige Elemente in die Plattform eingebaut. Unterbringung kann sehr spartanisch sein.

1 Kommentar zu „Kostenlos Übernachten in der Welt“

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