Ostfriesland – der Duft von Mee(h)r

Unsere Ferienwohnung ist in Rhauderfehn. Es gibt laut Statistik nur einen einzigen Coronafall im ganzen Landkreis Leer. Hier fühlen wir uns sicher, und nicht nur das, wir fühlen uns pudelwohl in unserer riesigen, gemütlichen Wohnung mit eigenem Eingang, vollausgestatteter Küche und netter Vermieterin. Während zumindest mir die immer gleiche Berglandschaft zuhause im Harz allmählich begann auf die Nerven zu gehen und die Wanderungen langweilig zu werden, bietet sich hier unserem Auge eine ungeheure Weite, grüne Weiden mit Schafen und eine steife Brise.

So ist unser erster Tag auch gleich ein echt schöner Tag. Wie wandern im Gebiet Polder Holter Hammrich . Man läuft über einen Deich zwischen Vogelschutzgebiet und Fehn. Es handelt sich um einen sogenannten Entkastungspolder.
Danach fahren wir nach Leer, wo wir erst durch den Julianenpark wandern und uns im Anschluss die Altstadt ansehen. Bei einer Eisdiele wagen wir es sogar, ein Eis zu schlecken, da die Bedienung auch eine Maske trägt und nicht nur die Kunden. Danach geht es entlang des Museumsufers, wo alte Schiffe ausgestellt sind, zurück zum Auto. Umso später es wird, umso besser wird das Wetter. Am Polder hatten wir noch eine recht steife Brise, gegen Abend wird es dann richtig schön sonnig. Vielleicht können wir ja morgen auf dem Balkon frühstücken?

Am zweiten Tag besuchen wir Emden, die Heimat von Otto, dementsprechend gibt es hier auch das Otto Huus, ein Museum und Fanshop des wohl bekanntesten Komikers Deutschlands, aus dem der Ottifant seinen Kopf herausstreckt. Leider hat es geschlossen. Emdens Flair ist das einer historischen Hafenstadt. Brücken, die sich automatisch für Schiffe öffnen, schmucke Boote und olle Pötte, Geschäfte mit allem, was man bei Sturm und Wasser benötigt. Es gibt ein paar historische Häuser und ein riesiges, beeindruckendes Graffiti.

Auch am kommenden Tag ist herrliches Wetter und wir fahren nach Aurich. Das ist wirklich ein nettes Städtchen mit Schloss, netten Gassen und einem Urzeit-Grab von vor 5000Jahren. Die Häuser und Gärten sind hier sehr gepflegt und alles wirklich schmucke. Im Museum ist heute zum Museumstag kostenloser Eintritt und ein auf die 70iger verkleideter Mitarbeiter lädt uns zur Eröffnung einer Ausstellung über die 70iger Jahre ein. Ich habe Lust auf einen Rückblick in unsere Jugend und außerdem tut der Mann mir echt leid. Er spricht jeden Passanten in der Fußgängerzone an, aber so gut wie Niemand will ins Museum. Gut für uns, außer uns ist nur noch eine Frau in der Ausstellung und natürlich werden beim Eintritt die Hände desinfiziert und man trägt Maske. Am Nachmittag besuchen wir das „Ewige Meer„, eine Moorlandschaft mit Stegen, auf denen wir durch die verwunschene Landschaft wandern und im Anschluss in einem Café-Garten Kaffee trinken. Man muss ja die heimische Tourismusbranche unterstützen und außerdem gibt es nirgendwo eine öffentliche Toilette 🤷. (ohne diese Ausrede wären wir sicher auch hierher gegangen 😊). Wir haben es genossen!

Am vierten Tag ist unser erster Deutschlandausflug zu Zeiten von Corona leider schon wieder beendet. Die Zeit war kurz, hat sich aber gelohnt. Der Ausflug hat die Gedanken mal wieder von dem nur noch einen bestimmenden Thema abgelenkt und Körper und Seele erfrischt. Wir werden das Reisen nicht aufgeben, auch nicht in Zeiten von Corona, aber wir werden uns entsprechend verhalten: Maske auf, Abstand halten und Hygiene ernst nehmen!

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