Italien

Heute startet unsere Reise in den Süden, nach Italien. Hört man die Corona – Nachrichten, kann einem Angst und bange werden. Hoffentlich geht es uns in Italien nicht wie den Reisenden in Portugal und wir müssen wegen der D-Variante des Coronaviruses wieder vorzeitig zurück nach Deutschland oder 14Tage in Quarantäne.
Wir kommen bis Golling an der Salzach. Unterwegs machen wir einen Spaziergang im Naturschutzgebiet Eggstätt-Hemhofer Seenplatte, kurz vor dem Chiemsee. Eine sehr schöne Ecke, da müssen wir nochmal länger hin. Stefan ist früher dort als Jugendlicher mit seinem Bruder Paddelboot gefahren, was heute natürlich nicht mehr möglich ist. Umweltschutz und Lebenslust passen leider nicht immer gut zusammen 🤷‍♀️.
An der Grenze werden auch wir nicht kontrolliert .In Golling laufen wir etwas durch den Ort, bis uns der Regen überrascht. Wir entscheiden uns, in eine Gaststätte zu gehen und das Europapokalspiel gegen England anzusehen, was die deutsche Mannschaft leider verdient verliert. Da dürfen sie nun mit ihren Fans schon wieder nach Hause fahren und hoffentlich nicht zuviele Coronaviren mit D-Variante mitbringen. Ich finde das ziemlich unverantwortlich, die Zuschauerränge so zu füllen und dann noch nicht mal mit Masken, obwohl da alle rumbrüllen und sich in die Arme nehmen. Abstand? – das war gestern😡.

30.6.21

Stefan hat letzte Nacht schlecht geschlafen, weil mal wieder ein Wasserrohrbruch in Bielefeld uns erreichte. Folge: er ist heute ziemlich müde und dementsprechend langsam kommen wir nach Italien, aber wir sind ja auch nicht auf der Flucht. Kurz nach der Grenze entscheiden wir uns, an einem kleinen Rastplatz an der Landstraße zu halten und im Imbiss Pommes Frites zu bestellen. Was wir bekommen, ist eine Art Bratkartoffel mit körnigem Salz. Es schmeckt gut, aber satt macht die kleine Portion nicht. Danach steuern wir die Schlucht Orrido Dello Slizza an, die ich zu Hause bereits bei Google gefunden hatte. Wir unternehmen eine wunderschöne, nur 4km lange Wanderung, die wie durch eine Klamm führt. Traumhaft!
Danach machen wir uns auf die Suche nach einem Nachtplatz und wählen einen Parkplatz ganz in der Nähe, weil es extrem beginnt zu stürmen und ein Gewitter aufzieht. Nach einer Weile war aber glücklicherweise alles wieder ruhig.

1.7.21

Den Tag verbringen wir heute in Udine. Ich hoffe, etwas vom Far East Film Festival mitzubekommen, was hier über mehrere Tage läuft, aber wir können nur an mehreren Stellen in der Stadt Leinwände und Stuhlreihen sehen. Man muss Tickets vorher buchen und ich befürchte, wir verstehen eh nichts. Es war auch ein passender Markt angekündigt, der war aber wohl nur an einem Tag im Juni und Workshops sind sicher in Italienisch und zu Coronazeiten vielleicht auch noch keine gute Idee. Es ist dennoch nett, die Innenstadt zu erkunden mit ihren vielen Cafés, alten Häusern und Plätzen mit italienischem Flair. Weiter südöstlich machen finden wir einen wunderschönen Übernachtungsplatz 😍. Hoch über Cormóns ist ein Wanderparkplatz mit 4 Plätzen für Wohnmobile, kostenlos inklusive Entsorgung und Frischwasser, nur der Strom funktioniert nicht, aber das ist egal. Wir duschen gleich unterm Wasserschlauch, um Schweiß und Sonnencreme loszuwerden. Natürlich über dem Grauwasserabfluss. Von hier kann man zum Castello hochlaufen und hat einen Blick bis zur Adria und den Alpen. Traumhaft! Ein rundum gelungener Tag!

2.7.21

Die letzte Nacht war, zumindest bis 24Uhr, nicht so ruhig, wie an dem idyllischen Ort erwartet. Gegen 22:30Uhr rückte die Feuerwehr an, parkte uns ein und begann einen Baum soweit zurechtzusägen, dass er nicht mehr auf der Stromleitung lag. Deshalb hatte der Stromkasten also keinen Strom für uns und die Laternen blieben dunkel! Danach konnte ich erst eine ganze Weile nicht einschlafen und heute Morgen bin ich kaputt, was auch die 30⁰ gegen 11Uhr nicht besser machen. Wir fahren weiter zum Riserva Naturale regionale Valle Cavanata. Es liegt an einer Lagune auf dem Weg nach Grado und es soll Flamingos dort geben. Wir entdecken zwar Kormorane und andere Vögel dort, aber Flamingos lassen sich leider nicht blicken. Weiter führt uns der Weg nach Grado, vor dessen Toren wir das Womi auf einem großen Parkplatz abstellen und mit den Rädern reinfahren. Die Lage in der Lagune mit mehreren Wasserarmen ist toll, und der Jachthafen mit den teuren weißen Jachten, die sich von dem Blau des Wassers abheben, und dahinter schöne alte Villen, wirkt sehr fotogen. Darüber hinaus ist uns der Ort zu mondän und auch touristisch. Wir haben viel mehr Natur erwartet, nicht teure Geschäfte und Restaurants und Bezahl-Strand. Wir fahren weiter und verlassen die Lagune wieder Richtung Aquileia, wo wir es gerade noch schaffen, in der Basilika das erste frühchristliche Mosaik aus dem 4.Jahrhudert zu besichtigen. Wir übernachten in Palazzolo Dello Stella auf einem kleinen kostenlosen Stellplatz, der zwar Strom hat, aber dafür braucht man Jetons. Weiss der Himmel, wo man die bekommt, es geht auch ohne Strom.

3.7.21
Nach einer schrecklich heißen und stickigen Nacht, in der ich kaum geschlafen habe, sind wir heute Morgen ins Landesinnere zur Quelle von Gorgazo gefahren. In wunderschönem türkisblauen Wasser bietet ein Tauchverein dort Höhlentauchen an. Das machen wir nicht, sondern wandern den Wanderweg nach Mezzomonte. Als wir im Ort ankommen, bin ich völlig fertig. Hitze und 420 Höhenmeter auf 2,5km Strecke waren grenzwertig für mich, besonders weil manche Schritte so hoch waren, dass ich sie nur mit Stefans Hilfe bewältigen konnte. Im Ort laben wir uns in einer Bar an erfrischend kaltem Mineralwasser. Der Rückweg ist dann nur noch bergab über 5km. Unsere Idee, uns danach in einem Badesee abkühlen zu können, ist leider nicht durchführbar. Der erste ist nur zum Angeln und der zweite privat in Besitz eines Kanuvereins. Dort übernachten wir dann zumindest. Zum Abend machen wir noch einen Abstecher nach Pordenone, einem lebhaften und ganz netten Städtchen. Es ist Samstagabend und von Corona spürt man nicht mehr allzuviel. Alle Bars und Restaurants sind auf den Außenterrassen voll belegt. Es ist allerdings eine recht hohe Polizeipräsenz in der Geschäfts- und Gastromeile und ein paar Leute, wie auch wir, tragen wenn es zu eng wird, Masken auch draußen..

4.7.21
Wir besuchen ein sehr schönes Naturreservat, das Canal Novo Valley Nature Reserve in der Laguna di Marano. Nett angelegt mit Wegen, Brücken und Beobachtungsturm können wir zahlreiche Vögel und Wasserschildkrötenchildkröten beobachten und fotografieren. Danach schlendern wir noch durch das kleine Örtchen mit Hafen, in dem zig Boote ankern, bevor wir uns auf den Weg zu unserem Nachtstellplatz begeben. Unterwegs bekommen wir so großen Hunger, dass wir uns eine Pizza zu Mitnehmen kaufen, weil wir nicht noch 1 1/2Stunden bis zur abendlichen Öffnung der richtigen Pizzerien warten wollen. Wir fahren nach Brussa, rund 90km vor Venedig an der Küste. Hier soll es laut Park4Night eine Übernachtungsmöglichkeit geben. Wir treffen auf ein Restaurant, wo uns, als wir kommen, laute Musik entgegenschallt und eine große Wiese mit vielen abgeteilten Parzellen, auf denen Camper, Boote etc. über Nacht kostenlos stehen können. Ich habe erst einen Fluchtreflex wegen der lauten Musik, aber dann beginnt es zu regnen und alle Restaurantgäste flüchten. Danach machen uns die immer größer werdenden Pfützen Sorgen. Hoffentlich schwimmen wir nicht über Nacht weg!

5.7.21
Gestern Abend haben wir noch unser Womi umgeparkt, weil wir befürchteten, wegzuschwimmen. Letzte Nacht hat es gegossen und heute Morgen ist überall Matsch um uns herum. Nach dem Frühstück machen wir uns erstmal wieder auf aufs Festland, um Abwasser, Toilette etc zu leeren und zu tanken, dann geht die Fahrt auf die nächste Landzunge nach Lido di Jesolo, einem bekannten Touristenort. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dort war ich in meinen zweiten Semesterferien mit meiner Freundin und ihren Eltern. Wir hatten getrennte Apartments, durften uns aber auch mal ihr Auto ausleihen und kamen mit ihnen kostenlos nach Italien, mussten nur unsere Unterkunft zahlen. Stefan und ich baden in diesem Urlaub hier das erste Mal in Italien. Der öffentliche Strand ist ziemlich eingeklemmt zwischen Hotelstränden und nirgends gibt es Schatten. Man darf noch nicht mal selber einen Sonnenschirm aufstellen. Die Einheimischen wollen halt ihre Liegen mit Schirm vermieten. Uns reicht aber eine kurze Abkühlung, wir brauchen keinen Tag am Strand. Abends fahren wir nach Punta Sabioni, von wo Boote und Wassertaxis nach Venedig fahren. Wir kaufen uns je einen Tagespass für 20€ für morgen und werden nicht nur Venedig, sondern auch Burano und vielleicht noch eine weitere Insel besuchen. Wir waren beide schon vor vielen Jahren in Venedig, allerdings bevor wir uns kennenlernten. Nachdem wir die Tickets in der Tasche haben, suchen wir unser Nachtquartier auf. Auf der gegenüberliegenden Seite der Landzunge sind an einer ruhigen Straße mehrere Stellplätze entlang der Straße ausgewiesen. Schön schattig und 250m vom richtig schönen Strand. Die Adria ist hier ganz lange flach, also richtig was für mich und das Wasser ist richtig warm. Wir erleben eine super schöne Abendstimmung und die Außentemperatur ist wirklich angenehm. Zum Abendessen zaubert Stefan ganz unitalienisch Käsespätzle im Womi😂

6.7.21
Wir starten frühmorgens unsere Tour und starten mit Burano, einer Insel, die berühmt ist für ihre vielen bunten Häuser. Es ist dort wirklich traumhaft schön. Alle Häuser leuchten in bunten Farben und man kann entspannt durch die Gassen schlendern oder in den zahlreichen Bars einen Cappuccino oder Espresso genießen. Wir sind gleich mit dem ersten Boot gefahren, daher war es auch noch recht ruhig dort. Ich kann mir vorstellen, dass es später am Tag und im August, wenn in Italien die absolute Hochsaison ist, brechend voll wird. Vielleicht ist es auch noch so ruhig, weil wegen Corona noch nicht soviele Menschen reisen. Von Burano nehmen wir ein Wassertaxi nach Murano, der Insel der Glasbläsereien. Auch hier gefällt es uns sehr und wir können in zahlreichen Lädchen die Glaskunst bewundern. Vieles ist nicht unser Geschmack, besonders die bunten Kronleuchter, aber ein paar Dinge täten uns aber schon gefallen. Leider kosten die Gläser, die wir schön faiden, 60€ das Stück, das sind sie uns dann doch nicht wert. Darüberhinaus dürfen wir unser Womi auch nicht überladen. Zuletzt geht die Fahrt dann nach Venedig. Die Stadt ist wirklich zum Verlieben. Wir lassen uns rund 6 Stunden durch die Gassen treiben bis unsere Füße platt sind. Zwischendurch ruhen wir uns bei Cappuccino und Panini aus und beobachten die vorbeiziehen Menschen und die Gondelieri. Im Licht der untergehenden Sonne fahren wir zurück zum Hafen Punta Sabioni. Ein wundervoller Tag geht dem Ende zu. Wenn jetzt nicht während unserer Abwesenheit das Womi ausgeräumt oder geklaut wurde und auch unsere Räder noch am Hafen stehen, könnte er nicht besser gewesen sein. Die Räder stehen noch da, wo wir sie abgeschlossen haben und auch unser Womi ist noch an Ort und Stelle und niemand ist eingebrochen. Wir fahren noch kurz mit den Rädern zum Strand, um zu duschen und den Tag erfrischt abzuschließen.

7.7.21
Heute Morgen verlassen wir das Meer wieder und fahren ins Inland nach Treviso. Es ist bereits am Wasser um die 30Grad, aber umso weiter wir ins Inland kommen, umso heißer weht der Fahrtwind uns um die Ohren. Als wir gegen Mittag auf unserem geplanten Übernachtungsplatz in Treviso ankommen, zeigt das Thermometer für draußen 32,2Grad und im Womi haben wir satte 36,8Grad. Noch dazu müssen wir eng zwischen zwei italienischen Wohnmobilen parken, sodass die geöffneten Fenster sich fast berühren. Wir flüchten für die kommende Stunde in einen Waschsalon um die Ecke, ein wesentlicher Grund, warum wir gerade diesen Stellplatz als genial angesehen haben. Im Waschsalon ist es schön kühl Dank Ventilatoren und Air condition. Für 8Euro bekommen wir 7,5kg Wäsche wieder sauber und trocken. Als wir uns danach etwas mit unseren Campingstühlen hinters Womi setzen, ist es drinnen 38Grad und wir stellen fest, dass die Grünfläche hinter den Fahrzeugen wohl als Urinal benutzt wird. Es müffelt wie ein öffentliches Klo. Wir bleiben dennoch für eine Weile in dem bisschen Schatten, den das Womi und der Baum spendet, sitzen. Die Sonne steht so hoch, dass sie trotz Baum voll auf die Fahrzeuge prallt. Am Spätnachmittag machen wir uns zur Stadterkundung auf. Durch ein schönes altes Tor betreten wir die Altstadt, die sich besonders durch ihre vielen Arkaden auszeichnet. Die sind natürlich sowohl bei Hitze, als auch bei Regen Gold wert, weil sie die Passanten vor Nässe schützen und Schatten spenden. Unter den Arkaden befaiden sich zahlreiche Boutiquen und Schuhläden italienischen Styles. Daneben natürlich Bars und Restaurants und selbstverständlich Kirchen. Auffallend sind die zahlreichen Wasserräder. Man kann sagen, es ist ein typisches, mit rund 80000Ew. mittelgroßes, italienisches Städtchen. Als wir zum Parkplatz zurückkommen und die Sonne noch immer erbarmungslos auf unser Zuhause herunterprallt, entscheiden wir uns, noch an diesem Abend zu unserem geplanten nächsten Ziel in die gebirgige Landschaft süd-westlich von Padua, in den Regionalpark Collu Euganei zu fahren. Nach endlosem Stadtverkehr kommen wir auf die steile Passstraße, die sich kurvig auf den Roccolopass hochwinded. So richtig gut bekommt das unserem Womi, dass ja bereits heiß durch die Hitze ist, nicht. Es macht zum Schluss ein komisches Geräusch. Hoffen wir, dass es sich morgen nach einer Abkühlung in der Nacht, wieder erholt hat. Hier oben sind es jetzt um 22Uhr immerhin noch 27Grad draußen und 28 innen. Na, das verspricht ja mal wieder eine anstrengende Nacht zu werden🙄

8.7.21
Die letzte Nacht hier oben in der Natur des Regionalparks war um vieles besser als sie hätte in Treviso sein können. Wir sind über 300m höher und stehen im Schatten unter Bäumen. Hier wagte ich es auch, meine Alkovenfenster die ganze Nacht geöffnet zu lassen, sodass immer eine ganz leichte Brise das Klima erheblich verbesserte. Außer meine zahlreichen Mückenstiche und unsinnigem Glockengeläut vom Tal nachts um 3:30Uhr und gegen 4:15Uhr, was mich trotz der Entfernung aus dem Schlaf riss, konnte ich mal richtig gut schlafen. Was das Gebimmel zu sollch merkwürdigen Zeiten sollte, ist mir völlig unklar. Es waren keine Schläge, die die Uhrzeit anzeigten. Den Morgen verbringen wir mit einer recht unspektakulären, 6km langen Wandertour mit einigen Höhenmetern, die aber erfreulicherweise komplett im Schatten von Bäumen verlief. Der Weg zurück zur Küste erweist sich als sehr aufregend. Bei einer Haarnadelkurve, bei der Stefan nicht in einem Zug rumkonnt und am Hang nochmal zurücksetzen muss, sehe ich uns schon den Abhang hinunterstürzen! Danach ist eine Straße so eng, dass kaum zwei Autos aneinander vorbeikommen. Heute wird so richtig sein fahrerisches Geschick verlangt. Wir sind jetzt in Chioggia, das wie Venedig auf einer Halbinsel liegt und Kanäle und viele Brücken hat, aber nicht annähernd so schön ist. Es ist ganz nett, aber man sollte die Autos und Motorräder aus dem Ort heraushalten. So ist es zu lebhaft und laut. Die Nacht werden wir auf dem ersten kostenpflichtigen Stellplatz mit Strom verbringen, d.h. der Ventilator läuft jetzt auf vollen Touren und ich hoffe, wir bekommen es noch etwas kühler hier im Womi.

9.7.21
Der heutige Tag verläuft sehr konfus. Nach den ersten paar Kilometern wird unser Motor plötzlich heiß und das zu Beginn der Siesta. Wir parken in unserer Not in der Einfahrt eines Autogeschäfts, und es kommt natürlich auch gleich jemand raus. Er ist so nett und füllt unser Kühlwasser auf und meint, damit wäre unser Problem gelöst, ist es aber nicht, denn das Wasser ist ja zuvor ausgelaufen. Da alle Werkstätten Siesta machen, parken wir vor einer und fragen im Restaurant nebenan, wann dort wohl aufgemacht wird. Der Wirt spricht Deutsch, denn seine Frau ist Deutsche und wir können die zwei Stunden auf seiner Terrasse warten. Wir müssten noch nicht mal etwas essen, bestellen aber Spagetti, die super lecker sind. Ich esse sie mit Muscheln, Stefan mit Pesto und mit Wasser zusammen kosten sie nur 14€. Der Wirt ruft bei seinem Nachbarn, dem Werkstattbesitzer, an und erklärt unser Problem. Wir können kommen, und der Mechaniker stellt fest, dass der Kühlwasserschlauch kaputt ist. Während er repariert, trinken wir noch Cappuccino und Espresso bei unserem netten Wirt und nach insgesamt 3 1/2Std und 30€ können wir wieder fahren. Der Weg führt uns ins Po Delta, aber da die Radwege alle in der prallen Sonne liegen, geben wir das auf und fahren weiter nach Ravenna, wo wir die lebendige Innenstadt bei Pommes Frites – dieses Mal solche, wie wir sie kennen, – genießen. Beim Rundgang durch die Stadt bekommen wir Lifemusik mit, und die Fußgängerzone füllt sich zum Abend hin ganz schön. Man merkt aber, dass es noch besondere Zeiten sind. Für ein Festival und Freitagabend ist es noch absolut entspannt. Unser Parkplatz ist in ca 25Min Fußweg zur Altstadt, riesig groß und es stehen gerade mal 4 Womis und 4 Autos darauf und das in einer Stadt wie Ravenna in der Hochsaison! Auch in Venedig hat man es gemerkt. Es war weder ein Problem Plätze im Wassertaxi zu bekommen, noch musste man sich auf der Rialtobrücke oder dem Markusplatz drängeln, alles sehr angenehm. Wir haben bisher zum Glück auch noch nie ein Problem gehabt, auf dem gewünschten Stellplatz ein Plätzchen für uns zu finden und hoffen, dass es so bleibt. Wir fühlen uns auch recht sicher, obwohl wir viele Einträge bei den Kommentaren bei Park4Night finden, die vor Einbrüchen und Diebstahl warnen. Hier in Ravenna hat ein nettes französisches Paar auf dem Parkplatz hat sich gleich bereiterklärt, auf unser Womi zu achten. Sie reisen bereits seit 1 1/2 Monaten durch Italien und bisher ohne Probleme.

10.7.21
Von der Stadt wechseln wir heute wieder in die Natur und besuchen unseren ersten italienischen Nationalpark, den Parco Nazionale delle Forreste Casentinesi. Den Namen werde ich mir wohl nie merken, aber das Forreste schon, denn Wald ist hier in dem gebirgigen Park zwischen Forli und Florenz ganz viel. Wir haben eine wunderschöne Wandertour von 10.8km und 290Höhenmetern zu den Wasserfällen von Acquacheta gemacht. Die sind ansich gar nicht so überragend, aber am ganzen Weg läuft der sich aus ihnen ergießende Fluss entlang mit zahlreichen kleinen Wassertreppen, sodass man immer wieder seine Füße ins Wasser stecken kann. Einige Familien plantschen auch munter ganz im Wasser. Der ganze Weg ist schattig und sehr schön angelegt. Unterwegs findet man immer wieder Sitzgelegenheiten und Picknicktische und an einer Stelle können wir kühles, frisches Bergwasser abfüllen. Heute Nacht übernachten wir auf dem Parkplatz, sowie auch noch andere Camper. Es steht kein Verbot, auch wenn es eigentlich in Parks nicht erlaubt ist. Der Campingplatz ist aber überlaufen und wir haben bis morgen früh die Parkuhr gefüttert. Jetzt müssen wir zusehen, dass wir noch kühle Luft ins Womi bekommen, denn das stand tagsüber in der Sonne und hatte bis vor 1Std noch 36⁰. Inzwischen haben wir es aber schon auf 29⁰ runtergekühlt und liegen damit nur noch 1⁰ über Außentemperatur. Hier in Italien haben wir meist nur die Wahl zwischen ersticken in der Nacht oder Mückenterror. Ich sehe schon fast wieder so aus wie in Neuseeland! Das war mir vorher auch nicht bekannt, dass Mücken hier auch ein großes Thema sind🙄. Zum Glück haben wir wenigstens Fliegengitter vor den Fenstern, aber beim Ein- und Aussteigen ist es unvermeidbar, dass sich so ein Biest zu uns verirrt.

11.7.21
Die letzte Nacht war soooo entspannend! Ich habe mir sogar den Schlafsack über mich gezogen, weil es mir nur mit Bettlaken als Zudecke zu frisch wurde! Heute Morgen haben wir draußen 16⁰ und im Wohnmobil 18⁰, ich bin kurz davor, die Heizung einzuschalten😂 Die Temperatur ändert sich leider schnell, als wir wieder Richtung Adria fahren und an Höhe verlieren. Als wir gegen Mittag in Forli ankommen, ist die Stadt nahezu ausgestorben. Keine Ahnung, ob es während der Siesta immer so dort ist, oder ob die Italiener vorschlafen, um heute Abend ihrer Mannschaft im EM Endspiel zuzujubeln (oder sich zu grämen)🤷‍♀️ Die Stadt ist auf jeden Fall sehr schön mit vielen herrschaftlichen Gebäuden und Plätzen, Mosaike an Tunnelwänden statt Graffitis und auch hier gibt es eine Dante– Ausstellung. Es jährt sich der 700. Todestag des Dichters und Philosophen, dem die Italiener ihre Sprache zu verdanken haben. Es ist jedoch knallheiß und als wir zum Womi zurückkommen, sind es 38⁰ drinnen. Wir fahren weiter nach Cesena. Dort gibt es die Bibliothek Malatestiana von 1452, die damit als älteste bürgerlich-städtische Bibliothek Europas gilt. Leider hat sie heute nicht geöffnet. Von außen macht sie nicht viel her, aber die Plakate, die wir von ihrem Inneren gesehen haben, waren sehr beeindruckend. Auch Cesena gefällt uns gut. Der italienische Baustil der Häuser, die meist in Ockertönen gehalten sind mit andersfarbigen Fensterläden, sowie die Bogengänge wirken immer würdig und noch dazu helfen die Gassen und Gänge gegen die Hitze. Unser letztes Ziel für heute ist Verucchio. Hoch über der Landschaft tront das kleine Örtchen mit gerade Mal gut 10000 Einwohnern und ist Mitglied in der Vereinigung der schönsten Orte Italiens. Schon unser Stellplatz hat einen fantastischen Ausblick über die Gegend von Rimini bis zur Adria. Der Ort selber ist nochmal etwas höher mit Eingangstor, Kopfsteinpflaster, das sich den Berg hinauf windet bis zur Aussichtsterrasse. Wenn man wie wir gerade kurz vor Sonnenuntergang hier ankommt, ist man sprachlos ob solcher Schönheit. Morgen wollen wir ins 11km entfernte San Marino. Wir waren beide noch nie in diesem Zwergstaat und sind sehr gespannt darauf, denn die Cita de San Marino liegt ebenfalls auf einem Berg

12.7.21
🇸🇲 ein neues Land auf unserer Liste! Wir fahren heute Morgen die 11 km nach San Marino, sozusagen von einem Hügel auf den anderen. Es ist jedoch so heiß und stickig, obwohl wir auf dem Stellplatz auf ca 500m sind, dass wir bis zum Nachmittag vor unserem Wohnmobil Siesta machen. Wir stehen wunderbar unter Bäumen. Gegen 17Uhr fahren wir dann mit der Gondel hoch in die Cita de San Marino. Sie liegt wunderbar auf über 700m auf bzw im Felsen über der Landschaft. Die Lage, die Gassen und Türmchen und historischen Gebäude sind sehr beeindruckend. Leider übertreiben sie es mit Souvenirgeschäften, in denen zum Teil absoluter Kitsch verkauft wird. Wir scheinen das absolute Glück zu haben, dass es noch recht leer ist. Sonst schieben sich die Touristen wohl durch die Gassen und wir hätten sicher keinen Stellplatz gefunden. Wir durchlaufen immer wieder die Gassen bergauf, bergab, genießen die Ausblicke und den Flair der Stadt und beschließen den Tag mit einer Pizza in einem Restaurant mit Ausblick.

13.7.21

Der heutige Tag beginnt durchwachsen. Als wir gerade vom Stellplatz in San Marino aufbrechen Richtung Rimini, fängt unser Womi wieder an zu stinken. Wir fahren zur Tankstelle und finden heraus, dass es wieder dasselbe Problem mit dem Kühlwasserschlauch ist. Die Tankwartin sagt uns, dass nach der nächsten Kurve eine Werkstatt käme und wir fahren ganz vorsichtig dorthin. Sie haben nicht das richtige Ersatzteil, können aber den Schlauch kürzen und über dem Loch mit Bogenschelle wieder anbringen. Wir befürchten, dass der letzte Mechaniker es auch so gemacht hat und dass es wahrscheinlich nicht das letzte Mal sein wird, dass wir Probleme damit bekommen. Schätzungsweise ist der Schlauch schon ziemlich alt und porös und geht nun Stück für Stück kaputt. Hoffen wir das Beste. Gegebenenfalls fragen wir mal bei einer Fordwerkstatt, wenn wir eine sehen.
Wir fahren weiter nach Rimini, was mich sehr positiv überrascht. Ich habe eine typische Touristenmeile dort erwartet, weil Rimini ja schon als ich Kind war zu den Traumzielen der Deutschen zählte, aber es hat eine schöne Altstadt, mit Eingangstor, Burg, einer schönen Brücke und besonders hübsch finden wir den Teil „Il Burgo“, wo die Häuser mit netten Bildern versehen sind und auch viel Blumenschmuck die Straße ziert. Wir genießen noch zwei leckere Teilchen und trinken gemütlich Kaffee, bevor wir weiter an der Küste nach Fano fahren. Heute ist es fast den ganzen Tag bedeckt und in Rimini fallen innerhalb kürzester Zeit die Temperaturen von 36⁰ auf 28⁰, was sehr angenehm ist. Bei unserem kleinen Abendspaziergang durch Fano, überrascht uns sogar ein Gewitter. Wir werden zwar nass, haben aber noch richtiges Glück, denn als wir gerade wieder im Womi sind, fängt es richtig an zu hageln. Nach 10Minuten ist das Ganze dann aber vorbei. Nachher ist das Klima etwas angenehmer.

14.7.21
Wir wollen vom Meer wieder in die Berge, aber zuerst muss noch Wäsche gewaschen werden. Das erledigen wir zügig in Fano, dann fahren wir Richtung Parco Naturale Regionale Gola della Rossa e di Frasassi. Leider stimmen die Bilder bei Google nicht mit dem Ziel überein. Wir kommen statt zu Höhlen und einer Kapelle im Berg zum Ort Serra San Quirico, der jedoch allein schon den Weg wert gewesen ist. Wir fragen uns durch und man weist uns den richtigen Weg. Bei den Grotten von Frasassi gibt es praktischer Weise auch gleich noch einen kostenlosen Stellplatz für unser Womi. Der Besuch der Höhlen ist mit 18€ und 15€(Behinderte) nicht gerade billig, aber die Ausgabe hat sich definitiv gelohnt. Die Höhlen sind absolut faszinierend, selbst wenn man schon einige Höhlen zuvor gesehen hat. Nach 1,5Std Führung fahren wir noch ein kleines Stückchen weiter zum Fußweg zur Kapelle Tempietto di Valadier, die malerisch über einer Schlucht oben im Berg tront. Die Nacht verbringen wir auf dem Stellplatz bei den Grotten.

15.7.21
Über den heutigen Tag ist nicht viel zu schreiben. Wir bleiben bis nachmittags auf dem Stellplatz bei den Höhlen, weil es hier gutes freies WLAN gibt. Nicht, dass wir dermaßen abhängig wären, aber heute hat unser englischer Freund seine Trauerfeier in Bury St. Edmonds. Das Beerdigungsinstitut schafft die Möglichkeit, online daran teilzunehmen, da aufgrund von Corona nur eine begrenzte Anzahl Personen teilnehmen kann. Ein weiterer Grund ist aber auch, dass er Freunde rund um den Globus hatte, zum Teil gemeinsame mit uns wie unsere Freunde in Kalifornien, die alleine aufgrund der Entfernung nicht anreisen können. Wir benötigen also eine stabile Wlan- Verbindung und finden diese vor dem Ticketschalter der Höhlen. Es ist eine sehr bewegende Rede, die die Dame vom Beerdigungsinstitut hält, die alle Facetten unseres Freundes beleuchtet und noch einmal deutlich macht, wie einzigartig er war. Begleitet wird sie von Bildern und zwei Musikstücken. Er liebte Musik und wird von Pink Floyd verabschiedet. Unser Sohn ist so lieb und hat die Feier aufgenommen, sodass wir sie zuhause auch noch mal in passenderem Ambiente als auf einem belebten Platz vor einem Ticketschalter ansehen können. Wir geben sicher ein merkwürdiges Bild ab, beide mit Kopfhörern auf den Ohren, in unser Handy vertieft und bei mir tropft es gelegentlich aufs Display.
Danach haben wir einige Mühe, zurück Richtung Adria zu fahren, weil wir wegen einer Baustelle total chaotisch umgeleitet werden. Am späten Nachmittag erreichen wir unseren Stellplatz in Jesi auf einem Parkplatz für Camper und PKWs. Wir unternehmen noch einen kleinen Rundgang durch die Altstadt, deren größte Besonderheit wohl ist, dass sie hoch über der Stadt liegt und entweder über Treppen oder einen Aufzug erreichbar ist.

16.7.21
Ein wundervoller Tag! Nachdem wir uns durch Ancona gequält haben, kamen wir zu unserem Ziel, dem Parco Naturale Regionale del Conero. Unser erster Wanderweg führt uns steil bergab über den Sentiero di Mezzavalle (nord) an einen wunderschönen einsamen Strand. Wir haben kein Badezeug dabei, aber ein Mann und etwas weiter ein paar andere Badende sind nackt im Wasser, da hält uns auch nichts mehr zurück und ruckzuck sind die Klamotten aus und der Körper verdeckt von den Wellen. Es isthimmlisch dort und ich kann nur die Kommentare anderer Reisender auf Google unterstreichen: der Weg ist verflixt steil und anstrengend, aber er ist es Wert! Ein paar Kilometer weiter macheen wir wieder Halt und wandern den Sentiero Gigli zur Ruine eines historischen Farmhauses und zur Grotte Romane. Wieder geht es ziemlich auf und ab, aber heute haben wir ein himmlisches Klima mit nur rund 26⁰, da macht das Wandern richtig Spaß. Am Abend suchen wir einen Platz zum Übernachten in Sirolo, aber dort dürfen wir auf keinen Parkplatz, nicht mal zum parken. Wir fahren zurück zu einem kleinen Wanderparkplatz vor dem Ort, wo wir auch übernachten werden und schlendern dann noch zu Fuß durch das kleine, aber sehr touristische Sirolo.

17.7.21

Letzte Nacht gab es auch bei uns Mal ein Gewitter und heute regnete es bis nachmittags. Wir nutzen die Zeit für Shopping. Stefan kauft sich in einem riesigen Laden heruntergesetzte Laufschuhe (was auch sonst😂, er könnte schon eine internationale Ausstellung mit seinen Laufschuhen aus aller Welt machen.) und Wanderschuhe. Seine Wandersandalen, die er mit hat, haben nicht den richtigen Gripp. Teils sind die Wege hier sehr steil, und wenn dann noch Kiesel und Blätter darauf sind, kommt er ins Rutschen. Hoffentlich taugen die Schuhe etwas. Danach lässt er sich bei einem Elektronikladen noch einen sauteuren Displayschutz auf sein Handy machen, weil seiner einen Riss hat. Nun kann man laut Werbung mit dem Hammer draufschlagen, dafür kostet die Folie auch 25€🙄
Nach dem Shoppen haben wir vom Verkehrsgewühl und Einkaufszentren genug und fahren wieder ins Inland. Unser Ziel ist dieses Mal das historische Städtchen Macerata, das mal wieder über allem auf einem Hügel tront. Kurz nach der Einfahrt in die Stadt kommt man zu einem großen Parkhaus und daneben einem Wohnmobilstellplatz. Von dort geht es entweder zu Fuß oder per Aufzug in die Altstadt. Die Stadt hat eine besondere Ausstrahlung. Sie ist alt und jung zugleich. Historische Gebäude wie die Universität, das Theater und Rathaus, sowie Kirchen wechseln sich mit studentischen Cafés und Bars mit jungen Leuten ab, und neben auffallend vielen kleinen Buchläden, kommen hier die Nostalgiefans auf ihre Kosten. Gleich mehrere Schallplattenläden sind zu finden, daneben Vintage- und Kaffeegeschäfte. Es macht wirklich Spaß, hier auf Schaufenstertour zu gehen. Morgen wollen wir wieder ins Gebirge zum Lago di Fiastra und mir graut es schon etwas. Ich hoffe, unser Womi macht nicht wieder Probleme.

18.7.21
Mit großen Befürchtungen fahren wir heute Morgen los, denn wir wissen, es geht in die Berge, wissen aber nicht, wie die Steigungen dorthin seien werden. Unsere Sorgen erweisen sich zum Glück umsonst, unser Womi bringt uns problemlos zum Lago di Fiastra auf 641 Metern. Wir bekommen auch einen wunderbaren Platz auf dem offiziellen Stellplatz, auf dem wir ganz alleine stehen. Wir genießen bei einer Kaffeepause den Ausblick, danach wandern wir zum Örtchen San Lorenzo, das im Winter anscheinend zum Skifahren einlädt und wandern den Naturwanderweg entlang des Fiastra Sees. Eigentlich wollen wir den See umrunden, aber das ist nicht möglich, da auf der einen Seite nur eine Straße ohne Fußweg verläuft, also kehren wir auf demselben Weg zurück. Da wir einen Wasserhahn direkt an unserem Stellplatz haben, und niemand außer uns da ist, nutzen wir die Chance, uns von Kopf bis Fuß darunter zu waschen. Danach ist es mir zum ersten Mal im Urlaub kurz mal etwas frisch. Wir haben draußen 20⁰. Im Womi sind jetzt zur Schlafenszeit angenehme 25⁰, echt entspannend.

https://www.youtube.com/watch?v=qt5IStojktU

19.7.21
Von den Bergen zurück ans Meer. Ein erster Stopp in Sarnano, wieder einem Ort, der oben auf einem Hügel tront und die Altstadt fast ausnahmslos aus engen Gassen und Treppen besteht. Es ist also nicht, wie noch vor ein paar Tagen gedacht, die Ausnahme, dass Orte oben auf Hügeln sind und Aufzüge den Menschen vom Parkplatz unterhalb den Weg zur Altstadt vereinfachen, sondern eher das Typische im bergigen Inland Italiens. Sarnano macht den Eindruck, als hätte es gerade keine Zeit für Touristen, sondern macht sich schön für die kommende Saison. Überall stehen Gerüste an Kirchen und Häusern, und es ist sogar eine Gasse komplett wegen Baustelle gesperrt. Ob es hier vor nicht allzu langer Zeit ein Unwetter gab, oder ob es sich um eine Sanierungswelle handelt, weil sich das in der Pandemiezeit anbietet, kann ich nicht sagen. Es macht den Ort zumindest derzeit nicht sehr einladend. Unser nächstes Ziel ist die Stadt Ascoli Piceno, die ebenfalls landschaftlich grün eingebettet liegt. Sie hat einige herrschaftliche Gebäude, besonders um den Piazza del Popolo zu bieten. Sie wirkt auf mich irgendwie trutziger als die Orte zuvor. Die Steine der Häuser sind größer, grauer und rauher. Reste einer mittelalterlichen Festung mit Museum, das aber heute am Montag geschlossen hat, schließen an die Ponte di Cecco, eine um 25 v. Chr. unter Kaiser Augustus erbaute Bogenbrücke an. Auf dem Piazza del Popolo läd das Jugendstilcafé Meletti zum Verweilen ein. Daran kommen wir natürlich nicht vorbei☕😂. Es ist zu schön, in diesem Ambiente seinen Kaffee zu genießen und die Menschen zu beobachten. Danach erscheint die Fahrt, trotz der Pausen, irgendwie zu lang. Wir kommen in einem Stau auf der Schnellstraße, wobei die Italiener mal locker in voller Geschwindigkeit über eine gestrichelte Spur bis zu nächsten Ausfahrt heizen. Man muss dazu wissen, dass die italienischen Schnellstraßen, sie sind mit blauen Schildern gekennzeichnet und kosten keine Maut, keinen Seitenstreifen haben. Zumindest haben wir es bisher nicht anders erlebt. Zum Teil sind die Spuren ganz schön eng. Die Verkehrsführung ist hier und heute chaotisch und Google führt uns irgendwo ins Nichts, als wir zum nächsten Lidl wollen. Als der Parkplatz, den wir als Nachtplatz geplant haben dann auch noch wegen eines Festes gesperrt ist, ist ziemlich die Luft raus bei uns. Entlang der Küste Richtung Pescara ist es sehr touristisch, eine Hotelanlage nach der nächsten und teure Campingplätze mit Vergnügungspark, für uns aber kaum ein Parkplatz, auf den wir mit Wohnmobil stehen dürfen. Wir müssen noch ein paar Kilometer weiterfahren und finden letztendlich einen öffentlichen Parkplatz in Alba Adriatica zwischen Appartmentanlagen und Supermarkt, der laut Park4night OK ist. Er ist nicht schön, aber besser als nichts und nebenan ist ein Supermarkt für frische Brötchen morgen zum Frühstück.

20.7.21
Obwohl unser Übernachtungsplatz ja nicht gerade einladend aussieht, haben wir bis gegen 7Uhr eine ruhige Nacht. Nach dem Frühstück quälen wir uns weiter entlang der Adria durch einen Ferienort nach dem anderen, und obwohl wir meist nur 100-200m von Strand entfernt sind, sehen wir fast nie etwas davon. Zwischen der Straße und dem Meer verläuft die Eisenbahntrasse, die nicht nur die Sicht versperrt, sondern es uns auch unmöglich macht, näher ranzufahren, denn die Unterführungen haben immer nur eine Höhe von 1,90-2,60m und unser Womi hat nun mal 3,10m. Irgendwann finden wir dann doch mal einen Parkplatz und freuen uns auf eine kurze Runde im Wasser. Es gibt einen kleinen schattigen Park am Strand. Der Strand selber ist überall übersät ist mit Liegen von Hotels, denen das Strandstück gehört. Schön ist was anderes. Da hat man in Deutschland mit seinem Strandkorb weit mehr Platz und Intimsphäre. Ich kümmere mich nicht drum, dass es ein Hotelstrand ist, denn ich will ja nur ins Wasser und habe keine Ahnung, wo irgendwo ein öffentlicher Strand in der Nähe ist, aber beim Abduschen am Strand bereute ich es dann. Selbst die kalte Dusche funktioniert nur mit Duschmarken. Stefan verzichtet daraufhin auf seine Schwimmrunde. Das Natural Reserve Borsacchio können wir aufgrund der niedrigen Unterführungen auch nicht erreichen. Wir fahren weiter Stop&Go bis Pescara und können hier zumindest das Natural Reserve Pineta Dannunziana besuchen. Der Park ist nicht groß, aber verschafft uns wenigstens die Möglichkeit, ein wenig im Schatten spazieren gehen zu können. Es ist heute wieder richtig heiß, die angenehmen Tage mit kleinen Schauern, dafür aber niedrigeren Temperaturen scheinen wieder vorbei zu sein. Besonders blöd ist, dass ich heute unseren kleinen, wassergekühlten Ventilator runtergerissen und damit kaputtgemacht habe. Ich habe diesem kleinen chinesischen Kasten vorher nie etwas abgewinnen können, aber hier in Italien hat er uns bis heute gute Dienste geleistet, und das bei so wenig Stromverbrauch, dass wir ihn dauerhaft laufen lassen können, auch nachts, was mit dem Wohnmobilventilator nicht wagen, zumindest nicht, wenn wir nicht an Strom angeschlossen sind. Hoffentlich finden wir hier nochmal so etwas mit USB – Anschluss. Vorgestern bin ich mit meiner Sportuhr im Salzwasser gewesen, was sie mir auch nicht verziehen hat. Allmählich reicht es mit meiner Kaputtmacherei 😥.
Nachdem wir in Pessaro noch unsere Wäsche gewaschen haben, fahren wir wieder ins Gebirge. Hier ist es kühler und außer, dass wir immer Angst haben, dass das Womi die Steigungen nicht schafft, ist die Fahrerei auch angenehmer und die Landschaft viel netter. Immer wieder sieht man kleine Orte auf den und imposante Berge im Hintergrund. Da ich eine Wanderung bei Komoot im Parco Nazionale della Majella herausgefunden habe, machen wir uns auf den Weg nach Caramanico Therme in den Abruzzen, bzw darüber hinaus, auf steilen, kurvigen Straßen bis zu einem kleinen Agroturismo Campingplatz. Die Fahrt ist etwas abenteuerlich, aber sie lohnt sich. Es ist ein kleiner, netter Platz in der Natur, der zu einem Restaurant mit B&B gehört, sonst ist hier nichts als Landschaft. Der Platz ist ganz einfach, hat aber alles was man braucht. Wir haben ein eigenes Spülbecken, Strom und es gibt eine warme Dusche! Ich fühle mich gerade frisch wie ein Tautropfen😂, denn es ist die erste warme Dusche seit unserer Abfahrt vor 3Wochen! Bisher haben wir immer nur mit kalten Duschen am Strand, untern Wasserschlauch oder Wasserhahn geduscht. Bei der Hitze ist das ansich schon ok, aber die Haare werden doch besser sauber bei warmem Wasser und Shampoo. Morgen werden wir also wandern, hoffentlich wird es nicht zu heiß.

21.7.21
Nach einer super schönen kühlen Nacht, haben wir heute Morgen gegen 9:00 schon 36⁰ draußen und 29⁰ im Womi. Da wir nach Caramanico Terme im Parco Nazionale della Marjella wegen einer Wanderung in der Orfento Schlucht gefahren sind, graut es mir heute Morgen angesichts dieser Temperaturen gewaltig. Der Weg erweist sich jedoch als wunderbar schattig und immer vom Fluss begleitet, sodass man auch immer mal wieder etwas von dem kühlen Nass über Arme und ins Gesicht spritzen kann. Drin baden ist aus Umweltgründen nicht erlaubt. Im Anschluss genieße ich den kleinsten Latte Macchiato in einem Café im Ort, bevor wir zur ca 1stündigen Fahrt nach Sulmona starten. Durch Straßensperrungen und Umleitung fahren wir mindestens 30Min länger. Wir haben eine der seltenen Fordwerkstätte in dieser Region im Internet gefunden und wollen uns endlich den richtigen Kühlwasserschlauch besorgen. Leider haben wir Pech. Sie können ihn erst in 2-3Tagen besorgen. Zum Glück erweist sich die Stadt aber auch so als Prachtstück. Sie liegt eingebettet zwischen hohen Bergen inmitten des Apennin, des Gebirgszuges, der Italiens Wetterscheide bildet und in dem sich in den Abruzzen, der Region, in der wir derzeit reisen, mehrere Nationalparks befinden. Die Stadt Sulmona hatte mehrere prächtige Paläste und Kirchen und besonders beeindruckend ist der Aquädukt mitten in der Altstadt aus dem 13Jahrhundert. Das Bild dieses Gebäudes vor der Bergkulisse genießen wir bei einer leckeren Kugel Eis. Heute Nacht stehen wir auf einem nichtssagenden Parkplatz außerhalb.

Zum Autofahren in Italien muss man sagen, dass es unendlich viele Einfahrtsbeschränkungen in Städten gibt, auf die jeweils mit einer ganzen Litanei Vorschriften auf Schildern hingewiesen wird. Ich glaube, selbst wenn wir Italienisch sprächen, hätten wir Probleme, die Regeln immer gleich zu verstehen. Ich hoffe, uns erwarten Zuhause nachher nicht eine Reihe Strafzettel, weil wir etwas falsch gemacht haben. Kontrolliert werden die Regeln durch zahlreiche Kameras. Auch gibt es unendlich viele Blitzer, auf die zuvor allerdings bei Ortseinfahrten bereits hingewiesen wird. Da sind wir aber glaube ich ganz gut drin.

22.7.21
Wenn man vom Gebirge wieder ans Meer will, bieten sich häufig immer nur dieselben Wege, auf denen man auch angereist ist. Da die schnellste Route wieder über Pescara führt, planen wir, diesmal die Mautstrecke über die Autobahn zu nehmen und in Pescara den Ford-Händler aufzusuchen, den man uns gestern in Sulmona genannt hat. Letztendlich fahren wir dann aber doch nicht Autobahn, da der Händler ewig lange Siesta hat und wir nicht vor der Tür stehen wollen. So machen wir sinnvoller Weise erst noch einen Stopp bei einem Expert Laden und ich bekomme eine neue Uhr, bzw einen Fitnesstracker. Gerade hier unterwegs und bei Hitze ist es mir schon wichtig, meinen Puls immer im Blick zu haben. Dieses neuere Modell kann auch den Sauerstoffgehalt des Blutes messen, was mir sehr gut gefällt, denn mein Pulsoximeter habe ich nicht auch noch mitgeschleppt und ich muss schon zugeben, dass mich das Zählen meiner täglichen Schritte schon auch anspornt. Wir fahren dann weiter nach Popoli, ebenfalls einer kleinen Stadt im gebirgigen Inland. In einem kleinen Euroshop finden wir einen ähnlichen Ventilator mit Wasserkühlung, der über USB Anschluss läuft, wie den, den ich vor ein paar Tagen kaputtgemacht habe. Jetzt haben wir wenigstens nachts wieder einen kleinen Luftzug, auch wenn wir keine Fenster auflassen können. Da wir nach einem Rundgang durch die Altstadtgassen immer noch Zeit haben, kehren wir in einer Gelateria ein, bevor wir weiterfahren nach Pescara. Endlich dort in der Werkstatt angekommen, die wirklich groß und gut ausgestattet erscheint, haben auch sie unser Ersatzteil nicht vorrätig. Sie rufen noch bei anderen Stellen an und informieren sich auch, ob ggf ein anderes Modell infrage käme, aber alles wird verneint. Wir brauchen das Original und auch in den nächsten Werkstätten in Vasto oder Brindisi müssten sie es bestellen. Wir wundern uns etwas, warum es so schwer sein soll, einen dummen Kühlwasserschlauch zu bekommen, aber wir haben halt ein altes Schätzchen, dessen Teile nirgends auf Lager sind. Es gibt nur ein Hauptlager in Bologna, wo wir aber definitiv nicht mehr hinfahren. Leider ist diese Werkstatt nicht bereit, für uns in Brindisi das Teil vorzubestellen, damit wir es in 3-4 Tagen dort abholen können, oder die Werkstatt in Brindisi will das Risiko nicht eingehen, dass wir vielleicht nicht auftauchen. Frust! Dafür sind wir extra nochmal über Pescara gefahren und haben ein paar Stunden Zeit aufgewendet🙄. Die Hitze macht uns auch schon ganz kirre, aber die Strecke von Pescara südlich zum Riserva naturale guidata Punta Aderci erweist sich als viel schöner als die nördliche Strecke durch die Apartmentorte. Wir haben Ausblicke auf das Meer und die Orte sind viel stilvoller, auch wenn hier natürlich ebenfalls touristische Unterkünfte zu sehen sind. Unser Ziel ist das Naturreservat beim Punta Aderci zu dem auch zwei wunderschöne Naturstrände gehören. Wir halten erst auf einem Parkplatz im Norden des Reservates und gehen etwas spazieren und setzen uns an den Strand. Da auf dem Parkplatz ein Schild Campingverbot steht, trauen wir uns nicht, dort über Nacht zu bleiben, auch wenn das Schild nur Zelt und Wohnwagen zeigt. Ein paar hundert Meter weiter ist noch ein Parkplatz mit kleinem Imbiswagen und einer Treppe zum Stand. Dort werden wir diese Nacht verbringen. Komischerweise fahren alle anderen wieder als es dunkel wwird, aber es stehen hier keinerlei Verbote und wir werden auch nur brav parken und keine Stühle o.ä. auspacken. Der Strand ist traumhaft. Ich bin während des Sonnenuntergangs im Wasser und lasse mich einfach nur treiben und gucke in den wolkenlosen Himmel, der einen rötlichen Schimmer von der untergehenden Sonne bekommt. Das ist soooo schön😍 Unser heutiger Übernachtungsplatz macht alles Ungemach des heutigen Tages wett😍.

23.7.2020
Von mir aus könnte der Tag um 18:00 anfangen und um 8:00 aufhören, dazwischen ist es zu heiß zum Denken🥵

Heute Morgen erkunden wir in glühender Hitze Vasto und werden Zeuge einer Hochzeit, danach geht es auf eine längere Strecke Richtung Süden bis zum Nationalpark Gargano in Apulien. Wir sind also nun in der Region, die den Absatz des Stiefels bildet, aber lange noch nicht im Absatz selber. Apulien zieht sich ziemlich in die Länge. Während wir bisher ehr Weinberge unterwegs gesehen haben beherrschen hier Korn, Gemüse aller Art und ganz besonders Olivenbäume das Landschaftsbild. Riesige Plantagen begleiten unsere Fahrt, die heute in großen Teilen auch BSicht auf die Küste bietet. So hatte ich es mir die letzten Tage gewünscht, als die Adria immer durch Häuser bzw Bahndamm verdeckt war. Nach Vico del Gargano windet sich eine steile Straße auf über 300m hoch. Wir parken vor dem Ort beim Friedhof und gehen das letzte Stück zu Fuß zur Altstadt mit ihren engen Gassen. Der Ort wird auch der Ort der Liebenden genannt, weil Pärchen hier anreisen, um sich In der engsten Gasse, der Vicolo del Bacio, die so eng ist, dass man sich berühren muss, die Liebe erklären♥️. Im Ort fällt uns gleich auf, dass wir in den Süden kommen. Hunde streunen in den Gassen umher, die Bewohner sitzen oder stehen vor ihren Häusern oder in den Straßen, immer zu einem Pläuschchen bereit, auch mal von Fenster zu Fenster. Das Italienisch klingt anders, Gehsteige werden spärlicher und leider vermehrt sich der Abfall in den Gassen. Nach unserem Rundgang essen wir noch Pizza auf die Hand und entscheiden, dass wir die paar Kilometer bis Peschici heute noch weiterfahren können. Der Parkplatz dort verspricht einen tollen Ausblick. Schnell wird klar, dass der Weg um einiges länger werden wird als geplant, da wir die ersten zwei Straßen, in die wir abbiegen sollen, mit dem Wohnmobil nicht nehmen dürfen. Wir werden auf der „großen“ SS89 nach Peschici geführt, worüber wir nach den unendlich vielen engen Kurven auch sehr froh sind. Keine Ahnung, was uns bei den anderen Sträßchen bevorgestanden hätte! Gerade als wir ankommen, geht die Sonne als knallroter Feuerball über dem Meer unter.24.7.21
Die letzte Nacht wurde begleitet von ständigem An- und Abfahren von Autos und Motorrädern bis mindestens 3Uhr, begleitet vom Gebell aller Straßenhunde und vielleicht auch Schoßhündchen. Immer wieder fing einer an und die anderen antworteten. Trotz Hitze verrammelte ich alle Fenster, aber das half nicht, auch keine Ohrenstöpsel. Heute Morgen fühle ich mich wie gerädert und das bei 30⁰ am frühen Morgen. Wir laufen nach Peschici rein, frühstücken Hörnchen und Kaffee in einer Bar und erkunden die Altstadt. Ich dachte immer, Lissabon hat viele Hügel und Treppen, aber hier in Italien scheint fast jede Altstadt so gebaut zu sein. In den engen Gassen ist es angenehm kühl gegenüber den anderen Straßen, deshalb ist es verwunderlich, dass nicht auch heute noch so gebaut wird. Für den Verkehr stellt das natürlich ein Problem dar, besonders für die Belieferung der Restaurants. Nicht nur, dass sie versuchen müssen, mit kleinen Lieferwagen die engen und steilen Gassen zu bewältigen, auch die zeitlichen Durchfahrtsbeschränkungen grenzen ihre Anlieferung ein. Peschici ist eigentlich den weißen Städten in Andalusien ähnlicher als den meist ehr bunt oder sandfarbenen Orten, die wir zuvor gesehen haben. Die Burg und die weißgetünchten Häuser schmiegen sich an die Hügel oberhalb der Adria.
Auch Vieste ist eine weiße Stadt mit engen Gassen über wunderschönen Stränden und einer weißen Steilküste mit Höhlen und bizarren Felsen, die aus dem Wasser ragen. Die Landschaft ist wunderschön, aber es ist sehr quirlich und voll von Touristen. In Vieste werden wir gleich von der Polizei unseres Parkplatzes verwiesen, obwohl nirgends ein Verbotschild steht. Sie meinen, Camper wären nur auf Campingplätzen erlaubt, auch am Tag. Wir verziehen uns, der Franzose neben uns bekommt ein Ticket. Einsichtig ist uns das Ganze nicht, denn es sind noch einige Plätze frei, es gibt kein Verbotschild und die Parklücke ist lang genug. Wir sind nur froh, dass wir noch kein Tagesticket für 10€ gezogen hab Wir warnen noch einen Italiener, der sich auch auf den Platz stellen will. Nun haben wir aber ein Problem, wir müssen um 18:00Uhr bei einem Gashandel unsere Gasflasche wieder abholen, wollen aber definitiv nicht auf einen teuren, engen Campingplatz mit Touristengewühl, sondern abends weiterfahren. Eine von mir geplante Wanderung zerschlägt sich ebenfalls, da bereits bei Google eine Straßensperrung auf dem Anreiseweg angezeigt wird. Wir fahren in Viste herum und finden an einer Ausfallstraße noch ein Plätzchen für das Womi und verbringen den Tag dann mit Stadterkundung, Kaffeepause und Imbissbesuch, sowie mit einem Bad im lauwarmen Meer. Direkt neben dem markanten Felsen, der aus dem Wasser ragt, lassen wir uns nieder und ich genieße es, mich wieder auf dem Rücken treiben und sanft von den Wellen schaukeln zu lassen. Am Abend holen wir Stefans Fahrrad vom Womi und gehen zu unserem Gashändler. Wir haben ein etwas unsicheres Gefühl. Stefan hat morgens unsere leere Flasche dort gelassen und keinerlei Beleg bekommen. Wir wissen ja auch, dass das Befüllen von Flaschen eigentlich nicht erlaubt ist in Italien, auf der anderen Seite, muss das Gas ja auch irgendwie in die italienischen Flaschen gelangen, außerdem ist es unsere einzige Chance, wenn wir nicht in 1-2Wochen ohne Gas dastehen wollen. Nicht mehr kochen zu können wäre schon sehr schlecht, keinen Kühlschrank mehr nutzen zu können bei der Hitze, der Supergau. Wir können beim Gashändler nicht parken, deshalb müssen wir die volle Flasche zu zweit auf dem Rad schieben, denn 100m tragen gäbe verdammt lange Arme. Alles geht gut und um 5 vor 6Uhr haben wir unser Fläschchen mit 11kg Gas für satte 50€ gefüllt. Das ist mehr als doppelt so teuer als bei uns zuhause, aber wir sind froh, dieses Problem gelöst zu haben. Danach fahren wir die kurvige, aber sehr schöne Strecke entlang der Küste beim Gargano Gebirge bis zu einem Stellplatz bei einem Restaurant mit Schwimmbad und Tennisplätzen inmitten eines Olivenhains. Statt der in der App angegebenen 15€ müssen wir nur 7€ zahlen und dürfen duschen, Strom nutzen und morgens Wasser tanken und entsorgen. Würden wir im Restaurant essen, müssten wir gar nicht bezahlen, aber das Restaurant scheint nicht so unsere Preisklasse zu sein, außerdem haben sie gerade eine Feier. Wir sind hier im Kreis Foggia, was laut Internet sehr unter dem Druck der Mafia steht. 80% der Geschäftswelt wird hier demnach abgezockt. Besonders unter Druck steht wohl ein Altenheimbetreiber. Es hat bereits zwei Bombenanschläge gegen ihn gegeben. Den Ort werden wir morgen nicht besuchen.

25.7.21
Heute bringen wir eine richtig lange Strecke hinter uns. Nachdem wir auf unserem tollen Nachtplatz im Olivenhain geduscht, Wasser aufgefüllt und entsorgt haben, geht es weiter in den Süden. Zuvor plauschen wir aber noch mit dem Besitzer dieses netten Platzes. Er hat bis zum 15.Lebensjahr in Hessen gewohnt und spricht noch akzentfrei Deutsch. Dass Camper dort übernachten können, ist eigentlich nur seiner eigenen Campingbegeisterung geschuldet. Ansich leitet er mit seinem Bruder ein Restaurant und bietet die Möglichkeit, einen Pool und einen Tennisplatz zu nutzen, was zumeist von den Einheimischen genutzt wird. Wir brechen in glühender Mittagshitze auf nach Bari. Man kann es eh nur im Fahrtwind aushalten, obwohl der auch schon recht heiß ist. Die Landschaft ändert sich, wir kommen an endlosen Stoppelfeldern mit vereinzelten Olivenbäumen oder Büschen vorbei. Streckenweise sind diese auch schwarz verbrannt, ob mit Absicht, oder auf Grund eines ungewollten Feuers, wissen wir nicht. Die Hafenstadt Bari hat uns positiv überrascht. Die Altstadt besteht aus einem Gassengewirr, wie in den meisten italienischen Städten, die hier aber etwas breiter und oft mit hübschen Bögen überspannt sind. Auch hier bieten die Gassen Schutz vor der brennen Sonne. Am Hafen weht ein angenehmer Wind vom Meer her, der unser Womi wieder etwas abkühlen lässt. Als wir ankommen zeigt unser Thermometer 45,9⁰ außen, 35,4⁰ innen. Nach einem Stadtrundgang mit Kaffeepause entscheiden wir, heute noch weiter nach Lecce zu fahren, einer Stadt im Süden den Stiefelabsatzes, die überall in Reiseführern und im Internet gelobt wird. Sie hat es auch wirklich verdient. Zahlreiche unglaublich reich verzierte Barockkirchen und Paläste, ein teilweise freigelegtes, römisches Amphitheater mischt sich mit der Lebendigkeit einer Studentenstadt. Überall junge Leute, Cafés und viel Atmosphäre prägt die Stadt. Hier im Süden trifft man vermehrt auch auf Schwarzafrikaner, die versuchen, sich mit dem Verkauf von Schmuck oder ähnlichem über Wasser zu halten. Leider klappt es hier unten nicht so mit dem Müllsystem, das eigentlich im Norden hervorragend funktionierte. Überall fanden wir dort Container für Mülltrennung und es lag auch selten etwas herum. Heute haben wir an zahlreichen Stellen unterwegs weggeworfenen Müll am Straßenrand gesehen.

26.7.21
Letzte Nacht haben wir auf einem nach Lost Place anmutenden ehemaligen Campingplatz übernachtet. Der Platz liegt im Regionalpark Bosco e Paludi. Hier hat es definitiv vor nicht allzu langer Zeit gebrannt. Viel schwarze Erde, abgebrannte Bäume und Sträucher überall. Es gibt Picknicktische, überdachte Sitzgelegenheiten und Informationstafeln, die aber so mitgenommen aussehen, dass man sie kaum noch entziffern kann und denen ich entnehme, dass hier die Natur beobachtet wird. Außer uns hat noch ein junges Pärchen mit Zelt den Weg hierher gefunden, was bei der abenteuerlichen Schlaglochpiste gar nicht so zu erwarten war. Heute sind wir dann von Apulien über Basilikata nach Kalabrien gefahren, ca 280km, d.h. ca 4 1/2Std Fahrzeit. Wir wollen morgen in den Sila Nationalpark und übernachten heute in Rossano, wohin es schon wieder ganz schön hoch geht. Unterwegs machen wir Stopp für ein Stündchen baden am Golf von Tarent, d.h. auf dem Stück zwischen Absatz und Stiefelspitze. Die Gegend ist ziemlich öde. Es gibt nur Landwirtschaft, eine Öl Raffinerie und Industriegebiete. Kurz bevor die Straße hier nach Rossano abgeht, kommen wir an einer Fordwerkstatt vorbei. Dort verbringen wir dann 2 Std., weil sie eine Möglichkeit sehen, unser Kühlwasserproblem zu lösen. Danach sind wir um 120€ ärmer und hoffentlich war diese Operation nun endgültig erfolgreich. Morgen geht es wieder ins Gebirge und ich habe trotz Reparatur kein gutes Gefühl. Womi hat immerhin schon 251000km auf dem Buckel und ist ein Viertel Jahrhundert alt.

27.7.21
Die Musik hörte letzte Nacht gegen Mitternacht auf, aber es war so grässlich heiß im Womi und wir standen nicht richtig gerade, sodass ich mir einen Großteil der Nacht um die Ohren gehauen habe. Ansich ist es ja sehr lobenswert von der Gemeinde Rossano, Plätze für Camper stadtnah und dann auch noch kostenlos zur Verfügung zu stellen. Leider veranstaltete eine Pizzeria an diesem Abend aber Lifemusik auf demselben Platz. Außerdem war der Platz so doll beleuchtet, dass man im Womi hätte Zeitung lesen können. Wir konnten aber wegen der Temperaturen auch nicht die Fenster und Rollos schließen. Was super dort ist, ist der Trinkwasserbrunnen mit 4 Zapfstellen. Das Wasser schmeckt absolut super, daher kamen allerdings auch bis spät nachts Einheimische mit Kanistern und Flaschenträgern, um sich Wasser zu zapfen. Wir bedienen uns natürlich auch gut davon. Wir schlürfen derzeit so um die 6Liter täglich weg.
Nach dem Frühstück geht es dann wieder bergab bergauf in den Sila Nationalpark. Da eine Straße wieder für uns nicht möglich ist aufgrund Höhe und Breite, führt uns Google mitten durch den engen und bergigen Ort Longobucco, wo die Einheimischen gerade eine Art Weihnachtsbeleuchtung über den Straßen installieren. Ich schätze, das hat was mit einem kommenden Fest zu tun. Wir haben schon in mehreren Städten gesehen, dass dort ähnliche Beleuchtungen in den Straßen hingen und uns gewundert, warum mitten im Sommer noch weihnachtlich geschmückt ist. Nach einem kleinen Rundgang fahren wir weiter und die Strecke steigt richtig an. Stefan muss kilometerweit im ersten Gang fahren, aber dann kommen wir zum ersten Picknickplatz im Nationalpark. Schön schattig unter Bäumen, vorwiegend Pinien, stehen Picknicktische und Feuerstellen bereit und es gehen Wanderwege ab. Wir laufen ein Stück durch den wunderbar üppig grünen Wald, genießen die kühleren Temperaturen auf 1300 m Höhe und nutzen den Picknickplatz zum Mittagessen. Danach will Stefan nochmals dort wandern, ich bin aber von der letzten Nacht so kaputt, dass ich beim Womi relaxe. Weiter geht es im Park zum Lago Cecita. Auch hier ist ein toller Picknickbereich vorhanden. Ich vermute, dass ein Wanderweg am oder oberhalb des Sees entlang geht, aber das erweist sich als Trugschluss. Es ist wieder „nur“ ein Waldweg ohne Seeblick, sodass wir uns zu unserem Nachtplatz aufmachen. Wir stehen auf einem schon etwas in die Tage gekommenen Campingplatz bei einem Hotel, haben Ver- und Entsorgung, sowie Strom, aber die Sanitäranlagen sind nicht (mehr) nutzbar. Wir sind auf 1111m Höhe und freuen uns auf eine ruhige und kühle Nacht🛌💤

28.7.21
Die letzte Nacht war so angenehm wie erhofft. Heute Morgen gegen 8 Uhr ist es noch 19⁰, aber es deutet sich selbst in der Höhenlage schon an, dass es wieder ein heißer Tag wird. Zwei Stunden später fahren wir der Hitze entgegen. Als wir gegen 11Uhr in Cosenza vor dem Waschsalon stehen, haben wir 39⁰, obwohl wir immer noch auf 238m Höhe sind. Während unsere Wäsche in der Maschine kreist, flüchten wir uns ins Café der Tankstelle gegenüber, das Aircondition hat. Für eine Stadtbesichtigung ist es uns definitiv zu heiß, also setzen wir unseren Weg fort Richtung Tropea. Unterwegs wollen wir eigentlich noch zu einem Rastplatz mit Strand, der bei Park4night nett klingt, dabei maneuvrieren wir uns aber ziemlich in ein Nadelöhr. Alles istso zugeparkt, dass wir ganz vorsichtig rückwärts die ganze Straße wieder zurück müssen. Das sind Situationen, die kann man nur zu zweit lösen. Ich gucke hinten und weise Stefan den Weg, da wir ja keine Rückfahrkamera haben. Wir erreichen das Tyrrhenische Meer und Tropea. In Tropea finden wir den angegebenen Parkplatz vor dem Bahnhof, der überraschend angenehm erscheint. Wir parken sogar halbwegs im Schatten. Hoffen wir, dass er so sicher ist, wie er erscheint. Bei unserem abendlichern Rundgang in Tropea gewinnt auch die Stadt unser Herz. Auf Sandsteinfelsen liegt die Altstadt idyllisch über dem Hafen und dem Strand. Sie versprüht Mittelmeer-Flair. Überall gibt es Restaurants mit typischen Gerichten und hier scheinen, zumindest zur Zeit, Zwiebeln an erster Stelle zu stehen. Sie werden überall an Straßenständen angeboten und stehen auf jeder Speisekarte. Etwas eigentümlich klingt für mich dabei Gelato, also Eis, mit Zwiebeln oder Thunfisch 🤔

29.7.21
Die letzte Nacht war heftig, aber nachdem wir ein paar feuchte Tücher aufgehängt hatten, es wagten, unseren Womiventilator auf kleiner Stufe die ganze Nacht laufen zu lassen und außerdem noch das Wassergebläse und zusätzlich zwei kleine Akku Ventilatoren, wovon jeder einen ins Bett mitnahm, schliefen wir irgendwann dann doch ein. Heute Morgen gönnen wir uns deshalb ein italienisches Frühstück, sprich ein Schokocroissant mit Espresso bzw Cappuccino in einer Bar. Um 11:45Uhr müssen wir am Hafen sein zu einer Schiffstour zu den Inseln Panarea und Stromboli. Wir hoffen, dass aufgrund von Corona die Schiffe noch nicht voll ausgebucht werden, aber das erweist sich sehr schnell als Wunschtraum, der nicht erfüllt wird. Es herrscht zwar Maskenpflicht, aber auf sie wird zwar hingewiesen, dabei blieb es aber auch. Während der Fahrtwind übers Deck weht, setze auch ich zwischendurch die Maske ab, denn die erste Fahrtstrecke bis Panarea dauert bereits über 2Stunden und es ist heiß. Den Höhepunkt der Temperaturen haben wir dann auf der wunderschönen Insel Panarea. Ein Traum von weißen Villen mit hellblauen Türen und Fenstern schmiegt sich in engen Gassen den Hügel empor. Die Gärten der reichen Inselbewohner – viele Promis sollen laut Internet die Insel bevölkern – heben sich mit ihren bunten Blumen und blühenden Büschen von dem Weiß ab und bilden vor dem blauen Meer eine Kulisse, die man sich schöner kaum vorstellen kann. Auf den schmalen Wegen fahren kleine Elektrobuggys, wie man sie vom Golf kennt, und bringen die Besucher als Taxis zum Strand. Für Fußgänger wie uns ist das eher nervig, denn die schirßen mit ganz schön hoher Geschwindigkeit durch die Gassen und passen kaum an uns vorbei. Dazwischen gibt es dann immer auch mal Roller, die man auch mieten kann. So richtig genießen können wir die Insel nicht, weil es einfach viel zu heiß ist. Wir sind froh, als wir nach ca 45 Minuten den Strand erreichen. Das Wasser ist unglaublich klar und wunderschön. Umso schwerer fällt es, wieder durch den glühendheißen Sand zu laufen, der danach überall am Körper, vermischt mit Sonnencreme, Salzwasser und sofort auch wieder Schweiß klebt. Nach 2,5Std müssen wir wieder am Schiff sein, um auf die Insel Stromboli mit dem gleichnamigen Vulkan zu fahren. Bereits bei der Fahrt dorthin kann man am helllichten Tage am Rauch, der immer mal wieder aufsteigt, feststellen, dass der Stromboli ein aktiver Vulkan ist. Er ist das letzte Mal 2019 ausgebrochen, Glücklicherweise ist niemand dabei umgekommen, aber die Feuerwehr hatte gut zu tun, um Brände durch umherfliegendes Lavagestein zu löschen. Eine Einheimische erzählt uns, dass ihr Haus ganz unter Lavasand begraben war. Wir erkunden auch hier die Gassen, gehen aber nicht nochmal schwimmen, obwohl auch hier der Strand, dieses Mal mit schwarzem Lavasand, dazu einläd. Stromboli hat einen anderen Charakter als Panarea. Es ist ursprünglicher und hat sich auf Trekkingtouristen eingestellt. Touranbieter, Läden für Wanderbedarf, aber auch Klamottenläden, die mit ihrem Angebot eher an Hippykultur und Himalaya erinnern, darüber hinaus Health Food Gastronomie säumen die Gassen. Als wir zwei Stunden später wieder zum Hafen kommen, trauen wir unseren Augen kaum. Tausende von Touristen drängeln sich auf dem Steg zu ihrem jeweiligen Schiff. Sie kommen in ganzen Busladungen. Es ist unglaublich und macht den Charakter der Insel und die Insel ansich kaputt. Die Dame, die uns vom Vulkanausbruch erzählte, meint, dass es im July und August immer so aussähe bei ihnen und diese Art des Tourismus auch die Preise für die Einheimischen kaputt mache. Außerdem würden diese Touristen – heute gehören wir ja auch dazu, was uns etwas beschämt – den Wert und die Einzigartigkeit der Natur auf der Insel gar nicht erkennen. Sie rät uns, unbedingt im Herbst oder auch Winter wieder zukommen, wo es viel schöner wäre. Tja, gäbe es nicht Corona, hätten wir auch sicher nicht die heißeste und touristischte Zeit gewählt. Als es um 20:30Uhr dunkel wird, beginnt der letzte Teil unserer Reise. Wir fahren mit dem Schiff um die Insel zu der Seite, von der man sieht, dass der Stromboli regelmäßig kleine Eruptionen hat. Auch wir können zweimal beobachten, wie er Feuer speit und auch, wenn es nicht so grandios ist, wie unser Erlebnis damals auf Hawaii, wo die heiße Lava sich mit gewaltigem Getöse in den Pazifik ergoss, ist es dennoch beeindruckend, diese Feuersbrunst zu beobachten. Gegen 23:00Uhr laufen wir wieder in unserem Hafen ein und nach über 180 Stufen zur Altstadt hoch und etwa 30Minuten zu Fuß zum Womi, ist die Abkühlung durch die Fahrt wieder dahin. Der Tag war aber ein dennoch ein sehr schönes Erlebnis.

30.7.21
Seit heute Mittag sind wir auf Sizilien. Von der Strecke bis zur Fähre in Villa San Giovanni und auch von Messina bis hier haben wir nicht allzuviel von der Landschaft gesehen. Gefühlte 80% fuhren wir von Tunnel zu Tunnel. Was schade klingen mag, hatte aber auch eine positive Seite. Wir mussten uns bzw das Womi nicht über alle Berge quälen und im Tunnel brannte die unbarmherzige Sonne nicht auf uns runter. Am Fährhafen und als wir kurz mal gehalten haben, haute uns die Hitze schlichtweg um. Mit dem Wasser aus unserem Tank konnten wir fast direkt Kaffee aufgießen, so heiß war es. Messina, was noch dazu einen ziemlich chaotischen Verkehr aufwies, haben wir gleich verlassen. Zum Stadtbummel waren die Temperaturen unerträglich. Jetzt sitzen wir unter Olivenbäumen am Hang des Vulkans Ätna und genießen die erträglicheren Temperaturen auf rund 600m Höhe. Der Besitzer stellt im Rahmen vom Agrartourismus hier eine Fläche zur Verfügung mit Wasser, Strom und Bad und wir haben einen unglaublichen Ausblick bis nach Taormina, Catania und aufs Meer. Apropos Verkehr: hier gibt es sie noch, die Roller, und die Fahrer überholen nahezu genauso bescheuert wie in Vietnam. Auch die Autofahrer scheinen ihren Führerschein beim Scooterfahren auf der Kirmes gewonnen zu haben. Verkehrsregeln? Wozu gibt’s die denn?
Unsere weiteren Pläne sind noch etwas ungewiss. Eigentlich wollen wir ab Sonntag drei Tage Urlaub vom Reisen machen und haben eine Ferienwohnung in Ravanusa im Westen Siziliens gebucht. Beim näheren Blick auf die Karte sind wir uns jetzt aber gar nicht mehr so sicher, dass wir überhaupt zu der Wohnung mit dem Wohnmobil fahren können. Wir haben jetzt eine Anfrage an den Vermieter gestellt, ob es überhaupt auf den Parkplatz passt und auch dorthin fahren darf. Bei all den Durchfahrtsbeschränkungen ist das gar nicht so sicher.
Auch die Unternehmungen auf Sizilien und ob wir danach auf demselben Weg zurück nach Italien und damit ein ganzes Stück doppelt fahren, oder ob wir versuchen von Palermo nach Neapel rüberzusetzen, hängt noch vom Preis und den Möglichkeiten ab. Kommt Zeit, kommt Rat😅

31.7.2010

Heute besuchen wir den Ätna. Wie wir es schon häufiger gemacht haben, fahre ich mit der Gondelbahn und Stefan wandert hoch. Mit der Gondel kann man die Station La Montagnola auf 2500m Höhe erreichen. Von dort fahren 4x4Busse bis auf 2800m und mit einem Führer kann man dann bis auf 3100m wandern. Der Krater liegt auf 3357m. Soweit die Theorie. Als wir uns oben bei der Station treffen, bietet sich aber nur die Möglichkeit, mit dem Bus bis 2800m zu fahren, dann ist Schluss. Aus Sicherheitsgründen lässt man derzeit niemanden mehr höher auf den Vulkan, weil er wohl momentan sehr aktiv ist. Man muss aber dennoch einen Führer bezahlen, weil die Regierung vorgeschrieben hat, dass in jedem Bus ein Führer mitfahren muss. Zu Fuß darf man alleine nicht weiter hoch. Für uns heisst das, wir müssten zu den 30€, die das Gondelticket bereits für mich gekostet hat, noch einmal 50€ pro Person für Bus und Führer zahlen und kämen dennoch nicht bis zur maximal begehbaren Höhe von 3100m. Hinzu kommt, dass es mir bereits jetzt schon nicht so richtig gut ist. Keine Ahnung, ob die Hitze der letzten Tage zzgl. der recht schnellen Höhenveränderung und der staubigen Luft hier oben mir nicht gut bekommt, ich tendiere dazu, den Ausflug lieber hier zu beenden. Stefan denkt noch eine Weile nach, entscheidet sich dann aber auch gegen die teure Fahrt und läuft lieber eine etwas längere Strecke den Vulkan wieder hinunter und hat dabei auch ein paar interessante Aussichten. Wir treffen uns am Wohnmobil wieder. Ich bin nicht besonders gut drauf, weil ich etwas frustriert bin, dass mein Körper mir einen Strich durch das Erlebnis gemacht hat. Viel sehen außer Vulkanerde und furchtbar viel Staub, wenn die Busse mit Karacho an- und abfuhren, konnte ich nicht. Wir lassen den Tag gemütlich auf dem netten Stellplatz ausklingen, duschen, lesen und unterhalten uns etwas mit einer holländischen Studentin und ihrem Vater. Wir denken, das war es nun mit dem Vulkanerlebnis Ätna, aber denktste! Als Stefan abends noch einmal hoch zur Toilette geht, kommt er ganz aufgeregt wieder: der Ätna hat eine Eruption! Wir laufen zusammen zu einer freien Stelle, wo wir einen unverstellten Ausblick auf den Vulkan haben und bekommen unseren Mund vor Staunen kaum noch zu! Wie ein Springbrunnen spuckt der Ätna sein glühendes Lava hunderte von Metern (später erfuhren wir, dass es sogar Kilometer waren) in den dunklen Himmel. Es ist ein unglaubliches, ein zugleich schönes wie auch etwas beängstigendes Erlebnis, das mit anzusehen. Wir sind ja nur ca. 15km vom Krater entfernt, am unteren östlichen Rand des Vulkans. Fasziniert begucken wir uns mindestens eine Stunde lang das Feuerspiel an und machen Fotos, was das Zeug hält. Auch später gehen wir immer noch einmal wieder aus dem Wohnmobil, um zu gucken, ob die Eruption immer noch weitergeht. Wir liegen schon lange im Bett, Stefan schläft bereits, höre ich es auf unser Wohnmobildach tröpfeln. Ich wundere mich, freue mich schon etwas darüber, dass es nun eventuell etwas abkühlt und gehe noch einmal raus. Es regnet auf mich, aber ich werde nicht nass. Es ist getrocknete Lava, die in der Größe von Hagelkörnern bis feinem Sand vom Himmel auf mich fällt, ein unangenehmes Gefühl, es tut leicht prickelnd weh. Ich wecke Stefan und wir laufen mit Schirm noch einmal vor zum Haus, um sehen zu können, wie der Ätna nun aussieht. Der Feuerstrahl ist nicht mehr da, aber soweit man im Dunkeln sehen kann, schleudert er nun Ascheregen in die Luft. Wir gehen zurück ins Wohnmobil und haben ein nicht mehr ganz so gutes Gefühl. Selbst wenn wir nicht von Asche zugedeckt werden, ist sie auf den Straßen äußerst unangenehm, denn sie macht sie äußerst rutschig. Deshalb stehen in der Gegend überall Schilder, dass Zweiräder bei Asche gar nicht fahren dürfen. Wir hoffen, dass wir am kommenden Tag sicher zu unserer gebuchten Wohnung in Ravenusa gelangen können.

31.8.21
Wir kommen heile vom Ätna weg. Heute Morgen liegt er wieder friedlich im Dunst, auf den Straßen ist aber deutlich zu sehen, bis wo er seine Asche letzte Nacht verteilt hat. Heute ist der heißeste Tag unserer ganzen bisherigen Reise und wir fahren auch noch in die heißeste Ecke der Insel! Ravenusa ist ein wohl eher unbedeutender Ort im Südwesten Siziliens und wir fahren nur deshalb hierhin, weil wir bei Booking eine bezahlbare Wohnung mit Air Condition gefunden haben. Letzteres war das einzige Kriterium, das wir für unseren Urlaub vom Reisen hatten. Nun können wir 3 Tage und Nächte der glühenden Hitze entfliehen und nur in der erträglichen Zeit die Umgebung erforschen. Auf der Strecke nachdem wir unsere kurvige Bergwelt mit den engen, steilen Gassen verlassen haben und auf der Autobahn sind sehen wir Weinanbau,, eine Plantage mit Pfirsichen oder Nektarinen, abgemähte Kornfelder und noch andere Felder, von denen wir nicht wissen, was da darauf wuchs. Sonst nur trockene Hügel- Steppenlandschaft mit manchmal bizarren Felsen.
Von den Bränden in Catania, vor denen wir von zuhause aus immer gewarnt werden, haben wir seit wir in Messina auf der Insel gelandet sind, nichts mitbekommen. Als wir vor 2Tagen von der Fähre zu unserem Übernachtungsplatz bei der Farm am Vulkan gefahren sind, sahen wir an zwei Stellen von der Autobahn aus kleinere Brände und heute auf dem Weg in den Süd-Westen ein paar vereinzelte abgebrannte Felder. Es ist aber auch dermaßen trocken und heiß in dieser Gegend hier, das es ein Wunder ist, dass die hier überhaupt etwas anbauen können.
Am Nachmittag erreichen wir Ravenusa. Unsere Ferienwohnung, eigentlich ist es ein ganzes Haus, ist mitten in den engen Gassen der Innenstadt und dort, wo unser Navi uns hinschickt, finden wir es nicht. Wir entscheiden uns, das Womi erstmal an einer etwas breiteren Stelle der Straße abzustellen und zu Fuß weiterzusuchen. Nach einer Weile finden wir unser Ziel. Das Navi wollte uns durch eine ca. 1 1/2m breite Schneise zwischen zwei Häusern durchnavigieren! Die Vermieter sind nett, sprechen aber nur italienisch, davon aber auch gleich sehr viel. Wir haben nur Bahnhof verstanden 😅. Die Air Condition funktioniert, die Fenster und Türen kann man gegen Hitze verrammeln, wir können duschen, kochen und schlafen – was wollen wir mehr? Mit Hilfe des Vermieters, der vorfährt schaffen wir es, unser Womi auf dem Parkplatz des Hauses zu parken. Ob wir diesen Weg jemals alleine finden, steht in den Sternen. Unsere Wohnung bzw Haus hat mehrere kleine Zimmer, die ineinander übergehen, wir haben also richtig Platz und jeder ein Zimmer zum Schlafen. Abends klopft ein Nachbar, der Jahre lang in Deutschland gelebt hat und bietet uns an, bei eventuellen Problemen zu übersetzen. Ein sehr nettes Angebot!

2.8.21
Draußen 41⁰ bei uns drinnen mit Air Condition auf 17⁰ haben wir ca 23⁰ und bewegen uns bis 17:00Uhr nicht vom Haus weg. Wir nutzen die Waschmaschine in unserem Ferienhaus für große Wäsche, lesen, schlafen und naschen Tiramisu. Erst am späten Nachmittag wagen wir es, noch einen Ausflug in das ca 25 km entfernte Licata zu machen. Google hat uns natürlich mitten ins Zentrum geführt und wir müssen erst mal suchen, wo der Strand ist, dessen Bild bei Google bei der Stadt erscheint. Er liegt direkt hinterm Hafen und hat zwar einen schönen Sandstrand mit felsiger Kulisse, aber das Wasser ist längst nicht so klar wie an den Stränden zuvor. Es ist aufgewühlt und hat auch einige Algen. Meinen Kopf habe ich versucht, über Wasser zu halten. Irgendwie habe ich immer im Hinterkopf, wie viele unschuldige Menschen hier im Mittelmeer vor Sizilien bereits ihr Leben lassen mussten. Unser Heimweg wird spannend. Hoffentlich finden wir unser Domizil wieder, denn trotz Google maps ist das nicht einfach, wenn man nicht alle Straßen fahren kann. Sie sind nicht nur schmal, sie haben auch meistens überhängende Balkone, die für unser Womi gefährlich werden können. Wir finden wieder nicht direkt zum Haus und parken dort, wo wir am Vortag erst standen und gehen noch in die Fußgängerzone, um etwas zu essen. Spätabends klopft es wieder. Der Nachbar teilt uns mit, dass wir das Womi da wegfahren müssten, weil jemand nicht durchkäme. Oh, oh! Wir machen uns auf den Weg. Wir erinnern uns an ein auffälliges Haus an der Straße, die direkt zu unserem führt und an dem wir uns zu Fuß orientiert hatten. Im möglichst weiten Bogen und nur über etwas breitere Sträßchen finden wir mit dem Wohnmobil den Weg zum markanten Haus und demit auch zu uns. Es ist wieder Millimetersache, zwischen den Balkons hindurch rückwärts einzuparken.

https://www.youtube.com/watch?v=a3rmSKFWOwo

3.8.21
Heute wagen wir uns gegen 15:30Uhr in die Hitze und fahren zu den Archäologischen Stätten von Agrigent. Da es dort auch einen nett angelegten Garten gibt mit Zitrusbäumen, Olivenbäumen, Granatapfelbäumen und vielem mehr, sind die über 30⁰ erträglich. Wir dürfen sogar aufgrund meines Behindertenausweises beide kostenlos hinein. Das hat mich doch etwas dafür entschädigt, dass ich auf dem Ätna zu kaputt zum rumlaufen war und nur für die Gondelfahrt 30€ berappt habe.
Wir fahren wieder an zahlreichen Weinfeldern, die meist mit einem Netz oder Planen abgedeckt sind, vorbei. Auch Obstplantagen, ich glaube, es handelt sich um Granatäpfel, kann es vom Auto aber nicht gut erkennen, und abgemähte Felder bestimmen das Bild. An einigen Stellen sehen wir verbrannte Felder und Grasnaben entlang der Straße und es liegt noch ein Hauch von Rauchgeruch in der Luft. Ich frage mich hier ständig, wie bei dieser Hitze und Trockenheit überhaupt etwas gedeihen kann, aber offensichtlich funktioniert es, denn Sizilien erscheint mir nur aus Agrarland zu bestehen, was ich im Internet mit 75% Anteil nahezu bestätigt finde. Wirklich scheußlich sind die Müllberge überall am Straßenrand und auf Park- oder Rastplätzen, so als würden die Leute ihre Mülltüten einfach aus dem Fenster schmeißen.
Morgen fahren wir weiter nach Salemi, ganz im Westen Siziliens. Wir haben auch dort für zwei Nächte wieder eine FeWo gebucht. Es macht keinen Sinn, wenn man sich den ganzen Tag nur irgendwo in Cafés und im Supermarkt herumdrückt, weil es draußen nicht auszuhalten ist und dann nachts nicht schlafen kann. Wir haben uns entschieden, die Fähre von Palermo nach Napoli/Neapel zu nehmen und auch bereits für Samstag gebucht. Die letzte Nacht vor der Fährfahrt am 7.8. wird hart genug werden im Womi und in Napoli sind wir uns auch nicht sicher, wie wir es am besten machen, da wir nachts ja auch einen sicheren Platz fürs Womi brauchen. Es scheint so, dass nicht so leicht eingebrochen wird, wenn man drinnen ist. Napoli ist ein heißes Pflaster, wir gehen sicher auf einen offiziellen Stellplatz.

4.8.21
„Es wird gesagt, dass Filippo Bentivegna seine bekannten Gesichter als seine Untertanen darstellte“, tatsächlich liebte er es, von den Leuten Seine Exzellenz genannt zu werden.“
Der aus einer armen Familie aus Sciacca stammende Künstler konnte aus Geldmangel nicht zur Schule gehen. Er verbrachte ab seinem 20. Lebensjahr 4Jahre bei der Navi von 1908-1912, fand aber bei seiner Rückkehr keine Arbeit und wanderte aus nach Amerika. Seine eigenwillige Kunst kam auch dort nicht gut an und seine große Liebe verlor er an einen Anderen. Krank und stark verändert kam er nach Sciacca zurück, kaufte sich einen Bauernhof und malte und schnitzte hunderte von Köpfen unterschiedlicher Charaktere. Diese waren für ihn Untertanen. Er verstarb krank in Sciacca.
Diese „Outsider Art“, wie die Kunstwerke hier im Castello Incantato in Sciacca genannt wird, besuchen wir. Es ist wirklich sehr beeindruckend, in einer Art Garten zwischen all diesen Köpfen herzugehen. Es gibt auch eine Höhle mit mehreren kleinen Eingängen, in deren Wände er Gesichter hineingemeißelt hat. Nach diesem Kunstbesuch statten wir der Stadt Sciacca noch einen Besuch ab, weil wir zu früh dran sind für unsere Ferienwohnung in Salemi. Mir wird aber gleich etwas dösig im Kopf durch die Hitze, sodass wir zum nächsten Café flüchten und nur den ganz netten Blick über den Hafen von der Stadt aus in Erinnerung behalten werden. Danach fahren wir nach Salemi, im Westen Siziliens. Unterwegs kommen wir an mehreren Stellen vorbei, wo es in der letzten Zeit augenscheinlich auf Feldern und an Straßenrändern gebrannt hat und von weitem sehen wir auch noch einen Hügel mit Qualm und an einer Stelle loderten sogar noch die Flammen. Bei Google gibt es eine Karte mit allen aktuellen Bränden in Italien und im Rest Europas. Ein Roadtrip durch Italien mutet inzwischen etwas wie eine Fahrt durch ein Labyrith an. Es wird allmählich Zeit, dass wir von Sizilien mit seinem feuersbrünstigen Ätna und all den Feuern überall wegkommen. An die Coronagefahr haben wir bei unserer Reise gedacht, aber mit Vulkanausbruch, Bränden überall im Land und Überflutungen bei den großen Seen im Norden haben wir nicht gerechnet. Wären wir in Deutschland geblieben, hätten wir aber ebenfalls mit ständigen Unwettermeldungen gelebt und würden all die schönen Orte hier nicht sehen.
Wir hatten mit unserem Vermieter ausgemacht, zwischen 15-16Uhr zu kommen. Wir sind etwas zu früh und Handwerker und Reinigungskräfte vertrösten uns für eine weitere halbe Stunde. Als wir nach 45Minuten wiederkommen, sind die Handwerker immer noch dabei, Küchenschränke aufzubauen. Es sieht definitiv nicht danach aus, als könnten wir die Wohnung gleich beziehen! Allmählich etwas entnervt warten wir mindestens noch einmal eine halbe Stunde auf dem Balkon, bis der eine Handwerker uns zu verstehen gibt, dass die Küche leider noch nicht zu benutzen sei. Er bietet uns an, eine Küche in der 5.Etage – schätzungsweise die Personalküche – zu nutzen, aber ansonsten könnten wir ja in unsere Wohnung einziehen. Das macht mich ziemlich sauer. Wir haben schließlich für eine FeWo mit Küche bezahlt und wolltn nun nicht zwischen EG und 5.Etage hin- und her rennen! Wir wollen endlich den Vermieter sprechen. Einen Schlüssel haben wir ja auch noch nicht. Unter diesen Bedingungen soll er auf jeden Fall einen Teil des Geldes zurückzahlen. Als der Vermieter nach weiteren 15Min kommt, klärtesich alles zur Zufriedenheit auf. Die Wohnung ist komplett neu, aber er hat Probleme an diesem Tag, Anschlussteile für Gas und Spüle zu bekommen und die Wohnung nicht früh genug gesperrt bei Booking Er schlägt uns vor, uns heute Abend ein Abendessen im Restaurant zu bezahlen und morgen früh könnten wir in seinem Café in der Stadt frühstücken. Die Handwerker würden dann morgen früh die Anschlüsse erledigen und danach könnten wir dann die Küche benutzen. Das Angebot klingt natürlich sehr annehmbar. Er führt uns am Abend zu einer Pizzeria, da das einzige Restaurant im Stadtkern geschlossen hat und wir nicht mehr fahren wollen. Die Pizzen sind super und ganz anders als bei uns. Meine Lachspizza z.B. ist mit heller Soße, Rucola und Balsamico und Stefan hatte eine mit Gemüse gefüllte Pizza mit noch einen runden gefüllten Teil dazu. Den Namen haben wir dummerweise vergessen. Beide sind super lecker. Danach schlendern wir durch die beleuchtete Altstadt, die wirklich etwas Besonderes ist. Inmitten steht über allem eine Burg. Die Gassen ziehen sich darum herum wie in einer Spirale und man hat wiederum Ausblicke auf die tieferliegende Umgebung. Es gibt zahlreiche Kirchen,und an mehreren Stellen tronen Heiligenfiguren auf Sockeln und sind stark beleuchtet. Im Gegensatz zu anderen Städten, in denen abends der Bär los ist, sprich alle Einwohner bevölkern die Bars und Restaurants, sitzen plaudernd auf den Bänken oder kurven mit Auto oder Roller durch die Gegend, ist es heute Abend in Salemi total ruhig. Nur wenige Menschen halten sich draußen auf und viele Bars haben bereits geschlossen. Das lässt die Stadt aber deshalb nicht langweilig erscheinen, sondern eher geheimnisvoll.

https://www.youtube.com/watch?v=a3rmSKFWOwo

5.8.21
Mit einem guten Frühstück beginnt der Tag. Wie versprochen dürfen wir bei unserem Vermieter in seinem Café Tazze Pazze kostenlos frühstücken, während in unserer Fewo Wasser und Gas in der Küche angeschlossen wird. Das genießen wir sehr bei angenehmen 28⁰. Währenddessen beobachten wir und viele Einheimische, wie ein kleiner, vollbeladener LKW, der eindeutig größer ist als unser Womi, mit viel Mühe und mehreren Ansätzen durch die enge Gasse, rückwärts zwischen zwei Häuser einzuparken versucht. Es geht um Millimeter!
Unser erstes Ziel ist heute der Tempel und das Theater von Segesta. Man geht davon aus, dass der 500Jahre vor Christus gebaute Tempel noch gar nicht ganz fertiggestellt war, denn um die Säulen zu schützen, ist bis heute noch eine Schutzschicht vorhanden. Und da beschweren wir uns, wenn ein Flughafenbau bei uns mal etwas länger dauert?😂
Das Theater gilt als eines der schönsten griechischen Amphitheater und ist nicht einmal auf griechischem Boden.

Nach Segesta besuchen wir die Hafenstadt Trapani, dessen Innenstadt einen luftigen und noblen Eindruck machte. Nicht nur die Post im Stil des Arte Nouveau, auch die Gebäude der Regionalregierung und andere Verwaltungsgebäude sind in beeindruckenden Palazzos untergebracht. Eigentlich war noch ein Strandbesuch eingeplant, aber das wird uns zu spät. Wir vermeiden möglichst, bei Dunkelheit zu fahren wegen der engen und kurvigen Straßen und weil abends alle Italiener aus ihren Löchern kommen und die Fahrerei auf den Straßen dann noch wilder ist. In unserer Abwesenheit wurde unsere Küche fertig installiert und wir können uns unser Abendessen in einer komplett neuen Küche kochen. Morgen müssen wir die schöne Wohnung leider schon wieder verlassen und uns steht eine sicherlich heißere und unruhigere, kurze Nacht im Womi im Hafen von Palermo bevor. Wir fahren am Samstag um 8:45Uhr mit der Fähre nach Neapel und müssen spätestens 2Stunden zuvor einchecken. Dann ca 9Std Überfahrt und abends dann Übernachtungsplatzsuche in Neapel.

6.8.21
Um 12 Uhr ist Schluss mit unserem schönen Appartement, jetzt heißt es wieder Womileben, zumindest bis wir was bezahlbares und gescheites in Kampanien finden. Die ganze Ecke um Neapel, Vesuv und Amalfiküste scheint richtig teuer und gleichzeitig dennoch gefährlich, was Autoeinbrüche angeht. Naja, wir werden sehen. Heute haben wir auf dem Weg nach Palermo noch Halt an der Küste beim Naturreservat Capo Rama gemacht. Man kann dort sehr schön oberhalb der Steilküste spazierengehen, unter sich die brausenden Wellen des kobaldblauen Meeres. Das Gebiet ist seit 1968 vom WWF aufgrund seiner besonderen Vegetation geschützt. Außerdem gibt es zwei alte Wehrtürme. Weil es immer noch zu früh für Palermo uar halten wir noch für einen Kaffeestopp an der Küste, bevor wir uns in das Moloch Palermo stürzten. Der Parkplatz an der Straße ist eigenlich nur für PKWs, aber sollen wir deshalb auf unseren Kaffee verzichten? Wir wagen es und behalten das Womi im Blick. Plötzlich fährt Polizei vor und Stefan schleicht sich möglichst unmerklich aus der Bar. Ich gehe ruhig, als hätte ich alle Zeit der Welt, zum Tresen, um zu zahlen. Ich muss warten, denn die Polizisten sind gerade mit der Wirtin im Gespräch. Inzwischen fährt Stefan vor die Tür, um mich einzusammeln. Ich zahle und niemand kümmert sich um uns. Die Polizisten wollten anscheinend selbst nur etwas zu essen kaufen.

Wir erreichen Palermo und ich weiß nicht, was Menschen an dieser Stadt begeistert. Uns erscheint sie laut, verdreckt, voller chaotischem Verkehr und wohl auch mit hoher Kriminalität. Alles was einen Motor unterm Hintern oder der Motorhaube hat, fährt hier als gäbe es keine Regeln. Wenn’s nicht klappt, wird gehubt. Überall liegen stapelweise Mülltüten auf den Bürgersteigen, oder der Müll verteilt sich so überall. Es ist staubig und voller Abgase und die Altstadt besteht eigentlich nur aus Kneipen und Restaurants. Ich habe noch nirgends ein so großes Alkoholangebot gesehen wie hier. Bierkneipen, Cocktailbars, Vinotheken und Alkoholgeschäfte reihen sich aneinander. Nett ist eigentlich das Streetfoodangebot, aber für uns als Vegetarier meist nicht essbar. Also wird es wieder eine Pizza, noch dazu eine schlechte. Auf den großen Parkplatz beim Hafen lassen sie uns als Womi nicht drauf. Keine Ahnung, ob die Wärterin denkt, wir wollten eigentlich zum Hafen, auf jeden Fall winkt sie gleich drei Womis weg. Was nun? Ich pickte irgendeinen Parkplatz aus der Google Karte, der möglichst nahe erscheint. Unsere Nerven liegen von den gefährlichen Fahrmanövern schon ziemlich blank. Wir müssen morgen früh schon spätestens um 6:40 zum Fähranleger kommen, deshalb können wir nicht weit außerhalb parken. Wir finden einen Parkplatz entlang einer nicht so befahrenen Straße, der aber grottenschief ist. Keine Ahnung, wie wir da schlafen sollen. Wir holen uns Parkscheine beim nächsten Tabacci und zahlen bis 20:00Uhr pro Stunde 1€, was OK ist, danach ist frei. Ein Typ, der anscheinend zur Versicherung gehört, vor der wir stehen, versucht uns zu vermitteln, dass wir aufpassen sollen, weil es vorkommt, dass Jugendliche Autos aufbrechen. Wir gehen trotzdem eine Runde, um die Lage abzuchecken. Nach 1 1/2Std gehen wir nochmal beim Womi vorbei und alles ist ok. Der Typ steht allerdings auch noch vor der Tür der Versicherung. Da kann er gerne ein Auge auf unser Womi werfen. Wenn wir unsere Pizza fertiggegessen haben, werden wir uns dann langsam in unser Nachtdomizil wagen. Es reizt uns gar nicht, bei 31⁰ drinnen. Ich bin froh, wenn wir morgen Abend gut in Napoli ankommen und irgendwo außerhalb ein ruhiges Plätzchen finden.
Die Sizilianer scheinen wirklich verrückt zu sein. Nicht nur, das offensichtlich Bauern trotz der Dürre und all der Brände ihre Felder abfackeln, als es dunkel wir gibt es in Palermo auch noch ein Feuerwerk! Letzte Woche, als wir von überall geschrieben bekamen, dass in Catania große Brände wären, haben wir auch dort von unserem Nachtplatz am Ätna aus über der Stadt ein Feuerwerk gesehen. Das ist echt krank bei der Trockenheit!

7.8.21
Die letzte Nacht war mit Ventilatoren und einmal umparken gar nicht so furchtbar. Klar war es heiß, aber zumindest standen wir gerade und ich bin nur gelegentlich aufgewacht, aber immer wieder eingeschlafen. Umso härter ist es, als um 1/4 vor 6Uhr der Wecker schellt. Es ist aber gut, dass wir so früh losfahren, denn Google führt uns erstmal in die Irre und dann blockieren LKWs die Hafeneinfahrt und wir wissen nicht recht, ob wir überholen dürfen. Als mehrere PKWs vorbeifahren, folgen wir ihnen und sind bei den ersten auf der Fähre. Dummerweise bedeute das heute Abend, als allerletzte wieder runterfahren zu können. Das sogenannte“Sonnendeck“ ist dann sehr ernüchternd. Es gibt dort keinerlei Sitzmöglichkeiten. Alternative sind die Restaurants, aber wir haben unser Fresspaket mit, sind die Sitzecken in Nullkommanichts belagert und außerdem wollen wir uns nicht stundenlang in geschlossenen Räumen mit vielen Menschen aufhalten, die dort ja keine Maske tragen müssen, weil es Restaurant ist. Wie gut, dass wir unsere Campingstühle im Womi haben und Stefan sie auch noch rechtzeitig rausholen kann, bevor das Parkdeck verschlossen wird. Wir verbringen somit unsere Fahrt recht angenehm trotz mangelhafter Fähre. Natürlich hätten wir auch Sessel vorher für viel Geld buchen können, aber wer will schon in einer kinoartigen Bestuhlung, mit vielen anderen Leuten, stundenlang mit Maske in einem Raum sitzen? Gegen 18:30Uhr laufen wir in Napoli/ Neapel ein und finden dann auch einen bewachten Stellplatz durch unsere Park4night APP. Eine Woche nach unserem Vulkanausbruch beim Ätna stehen wir wieder unterhalb eines Vulkans. Der Vesuv

ist glücklicherweise etwas verschlafener und wird uns sicher nicht wieder mit Lavaregen überraschen.

8.8.21
Pompei kennt jeder, aber es hat damals auch andere Städte getroffen, zum Beispiel Ercolano. Die, laut einem Führer reichere Stadt, konnte nach seinen Informationen bedeutend besser aus der Lavahülle befreit werden. Tatsächlich sind viele unterschiedliche Gebäude sogar auf mehreren Stockwerken noch erhalten. Man erkennt Bodegas, ein römisches Bad für Frauen und Männer, unterschiedliche Handwerksbetriebe bis hin zu Wandgemälden in den Wohnräumen der Bewohner. Die Bilder wurden in vier Schichten auf die Wände gebracht und zum Teil besser vorgefunden, als manche Kunstwerke des Mittelalters. Römer wie auch Griechen konnten zu ihrer Zeit bereits Perspektiven in ihren Bildern darstellen und sie gaben den Kunstwerken auch Rahmen, die einfach drumherum gemalt wurden. Ich frage mich, was von unserem heutigen Leben nach solch einem vernichtenden Vulkanausbruch wohl tausende Jahre später noch erkennbar wäre. Bilder sicher nicht.
Nach dem beeindruckenden Eintauchen in die Zeit vor 2000Jahren fahren wir mit dem Vorortzug nach Napoli hinein. Nach der Erfahrung gestern Abend mit dem chaotischen Verkehr, Müll überall, Menschen, die auf den Bürgersteigen leben in Resten von Sperrmüll und Prostitution an der Straße, sind wir erstmal geschockt. Wir wollen auf keinen Fall mit Wohnmobil noch einmal in die Innenstadt, auch weil die Parksituation für uns entweder viel zu teuer (20€ /Tag) oder unmöglich ist. Wir kaufen also ein Ticket und der erste angegebene Zug fällt einfach aus. Wir warten mit Masken bei ca 36⁰ im Bahnhof. Der nächste kommt ca 1Std später. Wir kommen am Bahnhof Porta Nolan an und geraten gleich ins Viertel Mercato. Wie der Name sagt, das Marktviertel, allerdings könnte es so evtl auch in Indien sein. Die Gegend ist total runtergekommen. Der Müll und Gestank erinnerte mich an Rio. Migranten aus aller Welt verkaufen außer Fisch und Obst auch alle möglichen Ramschsachen. Ein paar Straßen weiter dann prächtige alte Bauten unterschiedlicher Epochen und Mülltonnen für Mülltrennung. Wir kommen zu der Ansicht, dass man Napoli nicht an einem Tag und nicht so,wie wir derzeit reisen, also mit Womi ansehen kann. Die Stadt ist groß und vielschichtig und hat sicher einiges zu bieten, so dass es sich lohnen könnte, eine Zugreise mit einen mehrtägigen Aufenthalt in einer Unterkunft und Metroticket zu einem anderen Zeitpunkt, also bestimmt nicht Hochsommer, zu machen. Bei der Zugfahrt zurück nach Ercolano, wo unser Womi steht, habe ich diesen Plan aber schon fast wieder verworfen, zumindest die Idee per Zug zu reisen. Als wir kommen, erhalten wir unterschiedliche Auskünfte, wo unser Zug abfahren soll und als wir dann endlich das Gleis finden, fährt uns der Zug direkt vor der Nase weg. Der nächste soll eine Stunde später kommen, wir können aber nicht mehr aus dem Bahnhof raus, weil unser Ticket an der Sperre bereits entwertet wurde, also wieder langes Warten in der Hitze. Plötzlich sehe ich, dass ein ein weiterer Zug eingesetzt wird, der nach ca 10 Min Wartezeit fahren soll und einige Leute einstieigem. Denkste, der Zugführer macht den Zug immer wieder an und der geht genauso oft wieder aus, als wäre er kaputt, bis er dann pünktlich zu der Uhrzeit, an der der nächste fahren sollte, plötzlich abfährt.🙄 Später entnehmen wir dem Internet, dass auch in Italien die Bahn streikt, leider gab es aber vor Ort keinerlei Info darüber. Nun haben wir eine weitere heiße Nacht auf einem vermüllten Parkplatz, aber umsonst vor uns. Da wir die letzte Nacht auf einem Stellplatz waren, der eigentlich auch nur ein Abstellplatz war, aber Dusche und Strom hatte und vorne jemand saß, dafür aber 20€ bezahlt haben, denken wir , dass es auch billiger geht. Unsere Batterie ist bei dieser Reise wirklich prima. Etwas unruhig schlafe ich dennoch, denn auch nachts fahren immer mal wieder Autos ab oder kommen an. Wir versuchen möglichst unbemerkt im Womi zu übernachten, weil es ja nur ein kostenfreier Parkplatz ist und kein Stellplatz. Mitten in der Nacht fährt ein Rettungswagen mit Blaulich vor und scheint auch jemanden ein paar Meter entfernt von uns einzuladen. Was da los ist, kann ich aber von meinem Alkoven nicht erkennen und Stefan schlummert wie immer und bekommt von allem nichts mit.

9.8.21
Nach Ercolano nun Pompei. Es ist schier unglaublich, wie die Menschen hier 79 nach Christi bereits gelebt haben! Beide Städte müssen einmal wunderschön gewesen sein. Die Häuser innen mit viel Stuck und Gemälden verziert, Innenhöfe mit Gärten, und sie müssen zu leben gewusst haben, denn die Anzahl der Theater, Sport- und Badeeinrichtungen, Bodegas und Restaurants ( man sieht häufig Häuser mit runden, gemauerten Öfen oder Töpfen, ein Führer nennt sie die „MC Donalds der Antike“) gibt es zahlreich und von jetzt auf gleich war alles unter Asche und Lava begraben. Besonders berühren mich die versteinerten Tiere und Menschen, denen man ihre Panik oder Hoffnungslosigkeit noch heute ansieht. So furchtbar der Ausbruch war, er gibt uns heute die Möglichkeit, einen tiefen Einblick in das Leben der Menschen von damals zu bekommen. Eine bessere Konservierungsmethode scheint es kaum zu geben. Was wird von uns einmal in 2000 Jahren erhalten bleiben und was werden die Menschen einmal zu unserer Kultur sagen?
Wir sind diese Nacht auf einem Campingplatz direkt gegenüber der historischen Stätten. Es ist hier verdammt schwer, etwas vernünftiges und bezahlbares zu finden. Wir haben auch beschlossen, den Vesuv nicht zu besteigen. Man muss vorher ein Zeitfenster buchen und wir wissen nicht, ob Womi die 1000Höhenmeter gut wegsteckt und auch mit der Bucherei eines Busses ist das schwer zu koordinieren. Außerdem wollen wir aus dieser touristischen Ecke weg, wo alles doppelt so teuer ist und wir auf einfachen Parkplätzen nachts eingehen, die teuren Stellplätze aber auch kaum mehr zu bieten haben, als Womi neben Womi wie in einer Konservendose. Wir genießen den Blick auf den Vesuv und damit ist es gut. Ebenso haben wir die Amalfiküste gerade gestrichen. Nicht nur, dass Camping unter 40€ kaum möglich ist, habe ich gerade gelesen, dass Wohnmobile nur zwischen 22Uhr und frühmorgens die Küstenstraße befahren dürfen. Was haben wir denn davon? Der Blick von dieser Straße auf die Küste ist doch der Grund, dorthin zu fahren. Ne, morgen geht es ins Landesinnere und im großen Bogen um Rom herum. Zum Einen waren wir dort schon, zum Anderen tun wir uns die Stadtfahrerei dort sicher nicht an.

10.8.21
Heute ist mehr oder weniger nur Fahrtag. Von Pompei brechen wir auf ins Landesinnere nach Caserta, das durch seinen Königspalast berühmt ist. Der barocke Palast ist eines der größten Schlösser Europas und er wirkt wirklich gigantisch, wenn man davor steht. Leider bleibt uns ein Besuch verwehrt, da heute Ruhetag ist. Wir würden wenigstens gerne den Garten ansehen, aber alles ist dicht. Da wir zur Mittagszeit ankommen, ist auch die Fußgängerzone wie ausgestorben. Bei der Hitze keine Siesta zu machen wäre ja auch ziemlich dumm von den Italienern, aber für uns gibt es ja leider nur wenig Rückzugsmöglichkeiten. Eigentlich haben wir wieder eine Stadt mit engen und somit kühleren Gassen erwartet, aber hier sind die Straßen der Fußgängerzone eher breit und mit feinen Boutiquen. Außer in der Fußgängerzone ist die Stadt sehr auf Autos eingestellt, und Fußgänger haben das Nachsehen, ebenso wie Womis. Wir entschließen uns, nicht wie geplant in der Nähe auf einen Stellplatz zu gehen, sondern noch ein paar Kilometer hinter uns zu bringen. Auf einer Karte im Internet können wir die derzeitigen Brände verfolgen, die hauptsächlich im Süden des Landes sind, bzw waren. Wir möchten nicht riskieren, irgendwo in ein brennendes Gebiet reinzugeraten bzw durch Umleitungen und Staus durch die Brände lange Umwege machen zu müssen. Wir fahren die meiste Zeit entlang der Küste und können einige nette Ausblicke genießen. Leider sind die Parkplätze bzw Haltebuchten immer auf der anderen Straßenseite und es istzu gefährlich, es mit dem Womi zu wagen, dort hinüber zu fahren. Wir würden große Probleme bekommen, wieder in unsere Spur zurück zu kommen. Die Fahrweise hier in Italien und besonders im Süden verlangt Stefan so schon die höchste Konzentration und Reaktionsgeschwindigkeit ab. Wir kommen heute bis 89 km südlich von Rom, wo wir morgen den Nationalpark Circeo an der Küste besuchen möchten. Ach ja, unterwegs lassen wir uns bei einer Fordwerkstatt noch zwei neue Abblendlichter einbauen. Sie sind vor Tagen beide auf einmal kaputtgegangen, sodass wir auf die Sicherung getippt haben, aber beide Leuchtkörper sind kaputt. Ich schätze mal, eine Folge des Gerumpels auf teilweise recht schlechten Straßen.

11.8.21
Von Nationalpark zu Nationalpark könnte man den heutigen Tag beschreiben. Am Morgen wandern wir im Nationalpark Circeo erst im Wald zu einem Fluss und danach fahren wir zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Steilküste. Die Fahrt ist wahrhaft abenteuerlich. Die Straße ist sehr eng und kurvig, was aber für uns noch schlimmer ist, sind die Bäume und Büsche, die in die Straße hineinwuchern, sowie Mauern, die nach oben hin schief sind und die Straße noch schmaler machen. Unser armes Womi wird oben drauf und an den Seiten ganz schön gekratzt und teilweise müsseb entgegenkommende Fahrzeuge auch ein Stück zurücksetzen. Weder sie, noch die Autos und Motorräder hinter uns finden das toll, und sobald sich nur die kleinste Lücke auftut, schießen sie von hinten an uns vorbei.😱. Dass ein kleiner Smart und der darauffolgende Kastenwagen nicht aus der Spur fliegen, ist sicher nur einem ganzen Team von Schutzengeln zu verdanken.
Heute ist es wieder entsetzlich heiß. 38⁰ im Schatten und der Fahrtwind immer noch so heiß, dass er auf der Haut brennt, wenn man den Arm aus dem Fenster hält. Irgendwann wuird es Stefan zu bunt und er entscheidet, dass wir zu einem Campingplatz hoch in den Bergen in den Abruzzen fahren, um eine angenehme Nacht zu haben. Er liegt im Skigebiet auf 1149m und soll 25€ kosten. Ich freute mich schon auf Duschen und Pool, besonders, weil wir durch den staubigen Sand auf unserer Wanderung dreckige Beine bis zu den Hosenbeinen haben. Wir erhoffen uns erfrischende Kühle dort oben. Als wir gegen 18Uhr ankommen, stehen bereits 6 Camper auf einer freien Fläche vor dem Campingplatz. Der Platz ist überfüllt und laut einer italienischen Familie ist es daher OK, kostenlos auf dem Platz ohne alles, auch ohne Bäume, zu stehen. Na toll! Nix Pool oder Dusche, kein Stromanschluss, der sorgenfreien Gebrauch des Ventilators ermöglicht, und selbst in dieser Höhe zeigt das Thermometer noch 34⁰ an😥🥵. Außerdem haben wir hier oben nur sehr sporadisch mal Internetempfang, was die Planung der Weiterfahrt nicht vereinfacht. Ich bin erst ziemlich entnervt, aber nach einer Weile kühlt es sich ab. Gegen 20Uhr sind es noch 27⁰ draußen, das verspricht, dass es irgendwann nachts mal so bis 23⁰ runtergeht, eine Wohltat. Bei der exponierten Lage hier, wird die Nacht aber nicht sehr lang, weil früh um 7Uhr die Sonne schon wieder alles brät. Ach ja, zwischendurch regnet es zweimal! Letzte Nacht vielleicht 10Tropfen, gerade soviel, dass ich sie gehört und die Dachluke geschlossen habe, und heute auf der Fahrt noch ein „Guss“ von ähnlicher Stärke. Es ist hier dermaßen trocken, dass man schon Angst hat, bei einem Gedanken an Feuer eines zu entfachen.

12.8.21
Wir fahren wieder runter von unseren luftigen Höhen in den Abruzzen zum Lago del Salto auf ca 700m. Morgens unternehmen wir noch eine kleine Wanderung von fast 7km in der Bergwelt und Stefan ist ganz scharf auf die Sichtung eines Bären, die es hier gibt. Ich bin eigentlich recht froh, dass es nicht zur Life -Begegnung kommt. In Alaska, mit Rangern an unserer Seite, war das eigentlich schon spannend genug😅
Danach geht die Fahrt weiter mit obligatorischem Zwischenstopp bei Lidl, um ein Zitronen-Sorbet zu kaufen und zu genießen, zum Lago del Salto. Da es mal wieder schrecklich heiß ist, machen wir erst mal eine lange Pause auf dem Campingplatz im Schatten des Womis und schlemmern gekühlte Weintrauben. Erst nach 18Uhr gehen wir die 150m zum See runter. Mehr als einen Strand, eine Kirche und eine Pizzeria gibt es dort allerdings nicht und es ist immer noch zu heiß, um sich ans Wasser zu setzen. Der See sieht von oben schön aus, kommt uns aber nicht so richtig sauber vor. Er riecht leicht unangenehm und fordert unsere Badelust nicht heraust, also drehen wir gleich wieder um zum Campingplatz, duschen, essen zu Abend und warten, bis es kühl genug zum Schlafen ist.

13.8.21
Unser Weg führt uns heute mal wieder in ein „Borghi più belli d’Italia“, also einen zu den schönsten Orten Italiens zählenden Städtchen, nach Civita di Bagnoregio, dem ältesten Teil von Bagnoregio, in dem man noch römische und etruskische Reste findet. Er liegt wahnsinnig imposant auf einem Felsen und ist nur mit einem Fußweg verbunden. Für den Besuch zahlt man zuvor. Dorthin zu kommen bei 38⁰ ohne Schatten ist schon ziemlich anstrengend, aber wenn man schon mal dort ist, lässt man sich das sicher nicht entgehen. Es ist schon sehr schön dort in den alten Mauern, aber auch recht touristisch. In den Restaurants werden zumeist Speisen aus den landwirtschaftlichen Betrieben der Region angeboten und es gibt vor den Toren der Civita Verkaufsstände mit getrockneten Pilzen, Früchten und einem Handel heimischer Waren.
Nach dem Besuch sind wir ganz schön ausgelaucht und froh, dass unser heutiger Stellplatz am Bolsenasee liegt und sogar einen eigenen Strand hat😍. Wir parken, schließen Strom an und ab geht`s auf die Liegewiese am See und ins feuchte, (nicht kalte) Nass. Es ist ein schönes Gefühl, mal nicht im Salzwasser zu baden, was sich im Anschluss immer so klebrig auf der Haut anfühlt. Der See ist zwar nicht so klar wie die meisten Strände, an denen wir waren, aber sonst echt ok. Er ist mit seinen 114km² ziemlich groß und wird von Google mit zu Italiens schönsten Seen gerechnet. Wir finden besonders unseren Strand mit gepflegter Rasenfläche, wo man seine eigenen Campingstühle aufstellen kann und nachher nicht alles sandig ist, besonders gut. Für ein paar Stunden halten wir da auch mal Sonnenanbetertourismus aus 😂.
Wie unterschiedlich doch die kostenpflichtigen Stellplätze sind! Beim letzten, wofür wir 20€ gezahlt haben, gab es einen Container mit zwei Damen- und einer Herrentoilette, sowie zwei Duschen. Die Toiletten hatten keinen Brill und die Duschen waren sehr special. Vor der Duschwanne war ein Duschvorhang und in höchstens 20cm Abstand eine Faltschiebetür, die nicht abschließbar war. Zur Erinnerung: der Container war für beide Geschlechter! Um sich umzuziehen, musste man sich in die Duschwanne stellen und hatte hoffentlich eine Tasche für seine Sachen dabei, um diese auf den einzigen Haken zwischen Schiebetür und Vorhang aufzuhängen, sonst hatte man ein Problem, wohin mit der trockenen Kleidung. Es gab im Container zwar einige Anweisungen in Italienisch, wie man duscht, ohne den Container unter Wasser zu setzen, aber bzgl Corona nicht ein Hinweis. Weder auf Maskenpflicht an der Rezeption oder auf den Toiletten, keine Desinfektionsmittel, nix.
Der Platz heute dagegen hat die Toiletten und Duschräume gesperrt und bietet nur eine kalte Außendusche an, was bei dem Wetter völlig ausreicht. An allen Wasserstellen stehen Desinfektionsmittel für die Hände und überall hängen Hinweise auf Abstandsregeln. Tja, so unterschiedlich sind hier die Ausführungen. In Italien gilt inzwischen bei öffentlichen Gebäuden und Innenräumen von Restaurants der Green Pass, also die 3G-Regel. Bei staatlichen Einrichtungen wird immer Fieber gemessen und der Green Pass überprüft, bei Restaurants steht höchstens ein Schild, dass für Innenverzehr ein Green Pass vorliegen muss, fragen tut niemand. Leider braucht man für öffentliche Verkehrsmittel den Nachweis nicht. Ich hoffe auf jeden Fall, dass wir unbeschadet wieder nach Deutschland kommen, wo die Inzidenzen ja ebenfalls wieder ansteigen.

14.8.21
Flucht in die Berge! Heute ist definitiv der heißeste Tag unserer Reise. Bei unserem ersten Stopp im Borgo di Buonconvento geht es gerade noch so, wenn wir uns im Schatten der Häuser entlangschleichen. Als wir allerdings aus einem klimatisierten Eiscafe kommen, haut es uns fast um. Nachmittags beim Lebensmitteleinkauf in der Nähe von Florenz schaffen wir es nur noch mit der Hilfe von einer 1000gr Packung Eis, einen klaren Kopf zu behalten. Laut WetterAPP haben wir 40⁰ im Schatten. Als ich beim Lidl im Eingang durch die Fiebermessung gehe, zeigt das Fieberthermometer 43⁰, nunja, dafür fühle ich mich dann doch noch ziemlich fit😅. Das Thermometer misst wohl eher die Hitze, die durch die Tür hereinkommt. Wir fahren heute richtig lange, rund 230km, was mit Stopps den ganzen Tag dauert, obwohl wir lange Zeit Schnellstraßen mit 90 km/h fahren können und uns nicht nur von Dorf zu Dorf quälen müssen. Eigentlich ist Letzteres ja interessanter, wenn wir nicht immer bangen müssten, irgendwo nicht durch zu kommen oder durch zu dürfen. Wir kommen zum Dorf Montepiano auf ca 700m Höhe, das auf einem Appeninnenpass liegt. Wir haben es wirklich nur auf Grund der Höhe und weil es hier von der Gemeinde einen KOSTENLOSEN Womistellplatz gibt, der außer Strom und Ver- und Entsorgung sogar eine Toilette und Dusche bietet, ausgewählt! Hier wird es tagsüber zwar auch ganz schön heiß, aber nachts kühlt es richtig gut ab. Die Highlights der Toskana wie Sienna und Florenz lassen wir links liegen, denn wer will schon in einem Hitzekessel der Kultur fröhnen? Außerdem waren wir zu Beginn unserer Beziehung schon einmal mit Freunden in der Toskana und haben beide Städte im Dezember bei strömenden Regen „genossen“. In Montepiano machen wir vor dem Abendessen noch einen kleinen Spaziergang, denn um 19Uhr ist das Klima erträglich. Morgen wollen wir Richtung Küste, um möglichst am Montag die Dörfer des Nationalparks Cinque Terre zu besuchen. Es ist gar nicht so einfach, das zu planen. Man kommt dort nur per Zug oder Boot hin und erwandert sich die bunten Örtchen. Problem ist, einen Parkplatz in der Nähe des Bahnhofs und einen Stellplatz fürs Womi in Livorno oder La Spezia zu bekommen. Zum einen dürfen wir nicht jeden nehmen und nicht überall durchfahren, zum Anderen sind die Dörfer ein Touristenhighlight und jeder will natürlich parken. Nunja, wir werden sehen. Erstmal sind es wieder fast 200 km zu fahren.

15.8.21
Wir fahren heute mal ein langes Stück mautpflichtige Autobahn, dennoch wird uns die Strecke bis La Spezia ziemlich lang. Unterwegs ist es wieder richtig heiß, aber hier in der Stadt ist es recht angenehm. Es kommt immer eine leichte Brise vom Meer und wenn die Temperaturen“nur“ noch bei 32⁰ liegen, fühlt sich das inzwischen fast erträglich an. Wir kaufen uns die Eintrittskarten inkl Zugtickets für die 5 Dörfer des Cinque Terre Nationalparks für morgen und parken auf dem wohl einzigen kostenfreien und für Womis zugelassenen Parkstreifen an der Kreuzung einer Durchfahrtstraße, nicht allzu weit vom Bahnhof. Wie wir heute Nacht hier schlafen, weiß ich noch nicht, aber eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

16.8.21
Nachdem unsere Übernachtung an der Kreuzung gut geklappt hat, begeben wir uns heute Morgen bei angenehmen 27⁰ auf unseren Tagesausflug zu den 5 Dörfern, die den Cinque Terre Nationalpark bilden. Das Womi kann an Ort und Stelle kostenfrei den ganzen Tag stehen. Das ist sowas wie ein 6er im Lotto, dass wir dort gestern einen Platz ergattert haben, denn von dort ist es nur ca 1km zum Bahnhof. Mit unserer Tageskarte für den Nationalpark brauchen wir nun nicht mehr für Tickets anstehen und können gleich in den ersten Zug nach Riomagiore steigen. Uns wird schnell klar, dass dieser Tag wieder ein Corona- Risikotag werden wird, denn halb Deutschland und halb Frankreich scheinen genau dasselbe Ziel wie wir zur haben🙄 Tja, so ist es halt, wenn man in den Ferien reisen muss, weil man nicht weiß, ob danach noch die Grenzen offen sind. Wir tragen also im Zug und in den engen Gassen der Orte brav Masken, was zwar heiß und anstrengend ist, uns aber trotzdem nicht die Begeisterung für die bunten Örtchen, die sich malerisch an die Steilküste über dem Ligurischen Meer anschmiegen, nimmt. Im ersten Ort, in Riomagiore, gibt es noch einen Aufzug den Berg hoch, in den anderen Orten sind Treppen zu laufen. In den schmalen Gassen dürfen nur noch Sonderfahrzeuge wie Taxis, Müllabfuhr o.ä. fahren, weil sie extrem eng sind und voller Touristen. In den Häusern sind Cafés und Restaurants und winzige Lädchen untergebracht, und viele Einheimische vermieten Zimmer an Urlauber. Jedes Örtchen hat auch eine Badestelle, mal mit kleinem Sandstrand, mal kleine Buchten zwischen den Felsen. Nachdem wir den ersten Ort angesehen haben, entscheiden wir uns, bis zum letzten, Monterosso, mit den Zug zu fahren und auf dem Wanderweg oberhalb der Steilküste von dort nach Vernazza und Coniglia zu wandern. Danach ist der Wanderweg gesperrt, deshalb geht es weiter nach Manarola und zurück nach La Spezia dann wieder mit dem Zug. Den Eintritt zum Wanderweg haben wir mit unserem Tagespass bereits entrichtet. Der Weg erweist sich als anstrengender als erwartet, denn statt auf einer Höhe zu bleiben, führt er ständig steil bergauf und bergab. Meistens sind Stufen aus Bruchsteinen dafür gebaut. Der Weg ist besonders für meine Knie beschwerlich, die sich sicher noch morgen mit Schmerzen rächen, aber die Ausblicke sind es allemal wert. So habe ich heute 34279 Schritte, bzw 22,8 km zu Fuß hinter mich gebracht mit ca 480Höhenmetern und endlich die Cinque Terre besucht, die schon lange auf meiner Bucket List standen.
AmAbend fliehen wir dann von unserem Stadtparkplatz in die Natur. Wir fahren nach Equi Terme auf einen kostenlosen Stellplatz mit Wasser und Abwasser oberhalb des Thermalhotels. Auf dem großen Parkplatz sind wir fast alleine und Schatten gibt es auch. Morgen müssen wir mal gucken, ob wir die Badestelle im Fluss finden, wo eine heiße Quelle hineinläuft. Je nachdem, wie das Wetter wird, nutzen wir das dann für ein Bad. Heute waren die Temperaturen zum Glück viel erträglicher und nachts kühlt das Womi inzwischen auch runter bis 25⁰. Equi Therme liegt genau am Rand der Apuanischen Alpen, deren beeindruckende felsige Bergspitzen uns heute Abend schon auf dem Weg hierhin entgegenstrahlten. Was für ein toller Tag!

17.8.21
Heute ist ein reiner Fahrtag. Vor unserer Abfahrt erkunden wir noch etwas den netten Ort Equi Therme, wo wir kostenlos unter Bäumen und oberhalb eines Flusses mit warmer Schwefelquelle hervorragend übernachten konnten. Das war ein echter Zufallstreffer und der Ort inmitten der Berge ein richtiger Geheimtipp. Er ist wie viele Orte in dieser Region auch als europäischer Geopark anerkannt. Es gibt eine Grotte, die wir aber nicht besuchen können, weil ich gefragt habe, ob es ermäßigten Eintritt für Behinderte gibt. Daraufhin macht man mir deutlich, dass Behinderte nicht reingelassen werden. Wäre ja spannend zu wissen, welch außergewöhnliche Strapazen da auf mich zugkommen wären🤔
Kurz vor Mittag machen wir uns dann auf den ca 2 1/2stündigen Weg durch die steile und kurvenreiche Bergwelt nach Parma. Wir überberqueren den Appeninn Pass Ceretto, quer durch den Parco Nazionale Appennino Tosco- Emiliano. Wie der Name schon sagt, liegt der Nationalpark in den Regionen Toskana und Emilia Romana und ist eine Hochgebirgsregion. Unterwegs macht Stefan alleine noch eine 2-stündige Wanderung, während ich eine Runde schlafe. Wir müssen einkaufen und finden keinen Lidl und gehen deshalb in ein großes Einkaufscenter, was uns aber nur nervt. Die Auswahl ist zu groß und zu teuer, andere Dinge finden wir dagegen gar nicht. Wir sind durch die Hitze, die zwar nur noch um die 33⁰ laiegt und die lange Fahrt schon etwas genervt, was sich dann bei der nächsten Tankstelle, deren Automat unsere Kreditkarten nicht akzeptiert, nochmal steigert. Eigentlich haben wir schon die Nase voll, müssen aber noch Wäsche waschen. Zum Glück finden wir den Waschsalon in Parma sofort und der kostenlose Parkplatz, den ich zuvor herausgefunden hatte, ist auch direkt davor. Schnell füllen wir eine 14kg Maschine, unter anderem mit Bettlaken, mit denen wir uns nachts zudecken. Nach 45Min ist die Wäsche gewaschen, aber wir haben gerade noch 25Min bis der Waschsalon schließt. Damit haben wir nicht gerechnet. Eine Trocknung dauert zwar nur 15Mun, aber alle Baumwollsachen sind danach noch klamm und dass betrifft gerade unsere Laken und mein Schlafshirt und unsere Handtücher. Nun sieht unser Womi aus, als hätten wir vor, es zu verlassen und hätten die Möbel abgehängt und wir müssen sehen, womit wir uns heute Nacht zudecken. Wir fahren dann auch nicht mehr auf den 20€ Stellplatz , sondern übernachten auf dem Parkplatz vorm Waschsalon. Er liegt recht ruhig neben Sport- und Spielplatz in einer kleinen Straße, da sollte es sicher und nicht zu laut des nachts werden. Morgen laufen wir dann nach Parma hinein oder fahren mit den Rädern. Letztes mache ich aber nur, wenn überall Radwege sind, sonst fahren mir die Italiener zu halsbrecherisch.

18.8.21
Wir haben hervorragend auf unserem Parkplatz geschlafen und heute Morgen sind es gerade so um die 20⁰. Es wird dann im Laufe des Tages zwar wärmer, aber alles noch sehr angenehm. Parma begeistert mich sehr. Trotz normalem Wochentag ist es unheimlich ruhig und entspannt. Es sind kaum Autos auf den Straßen, ein paar Radfahrer auf den guten, von der Straße getrennten Radwegen und wenig Müll. Es gibt ausreichend freie Parkplätze. Man merkt eindeutig, dass wir nicht mehr in Süditalien sind. Die Autos fahren nicht mehr ganz so hektisch und es ist angenehm durch die Stadt zu schlendern. Parma hat viel Grün in der Stadt und es gibt zahlreiche wunderschöne alte Palazzios. Selbst die Post ist ein beeindruckendes Gebäude. Das ist die erste Stadt Italiens, in der ich mir vorstellen könnte zu leben.
Nach Parma fahren wir nur ein paar Kilometer weiter nach Sabbionetta. Der Ort ist Weltkulturerbe und auf kleinstem Raum befinden sich innerhalb der Stadtmauern zahlreiche sehenswerte Gebäude. Das für mich faszinierendste ist das Antike Theater Olimpico, das von 1588-90 nach Plänen des Architekten Scamozzi gebaut wurde, nachdem er das bekannte olympische Theater in Vicenza beendet hatte. Herzog Gonzaga hatte ihn hierfür in die Stadt geholt und beschäftigte nach Fertigstellung auch eine theatralische Komikertruppe. Nach seinem Tode verfiel das Theater, wurde als Stall, Kino und Kaserne verwendet, bis es 1969 restauriert und mit einer Show von Monteverdi wieder eingeweiht wurde. Das Theater genießt Weltruf. Es ist laut Wikipedia „das älteste noch vorhandene freistehende und nur für den Zweck des Theaters gebaute Gebäude Europas“. Ein paar Schritte weiter können wir den Palazzo Ducale besichtigen, in dem der Herzog und Personen seiner Zeit in ihrer historischen Kleidung zu bewundern sind.
In der Chiesa die San Rocco hat man eine Kirche in eine Pinakothek verwandelt mit unserer Meinung nach zum Teil sehr gewöhnungsbedürftigen sakralen Gemälden.
Rundherum ist es also ein gelungener Tag, der mit gemütlichem Kaffee und abends Wasser vor einer Bar abgerundet wird. Er hat wieder alle schlechte Laune von gestern vertrieben.

19.8.21
In Sabbionetta fehlt uns noch der Palast des Herzog Giardino, der gestern bereits geschlossen hatte. Gleich um 10Uhr stehen wir vor der Türe, um dieses schon von außen beeindruckend lange Gebäude von innen zu besichtigen. Es ist absolut erschlagend! Alle Räume sind rundherum und an der Decke mit Gemälden versehen, mit teils mythischen, teils sakralen oder auch aus der Natur und dem Alltag entsprungenen Motiven. Darüber hinaus gibt es noch Stuckverziehrungen, die häufig Köpfe von Herrschern oder Tieren darstellen. Ich weiß nicht, wie jemand in so einer überwältigenden Kunstfülle leben und arbeiten konnte.
Nach diesem „Kulturgenuss“😅 machen wir uns auf den Weg nach Verona. Unterwegs bereue ich es schon, weil wieder zig Durchfahrtsbeschränkungen angezeigt werden, die man unmöglich im Vorbeifahren lesen kann. Ich habe bei der Wahl des Parkplatzes schon darauf geachtet, dass er nicht allzu nah an der Altstadt liegt und darüber hinaus in keinem Kommentar etwas von Rad Diebstahl vom Womi oder sonstige Einbrüche erwähnt werden. Nahezu bei allen ausgewiesenen Camperstellplätzen gibt es Berichte zu geklauten Rädern, teils sogar, wenn die Besitzer im Wohnmobil saßen am helllichten Tage! Meine Wahl fällt auf kostenfreie Parkplätze in einem Wohngebiet neben einem Spielplatz/Park. Sie erweisen sich als gut, denn uns wird nix geklaut, während wir in der Stadt sind. Wir müssen zwar ca 2km laufen, aber was ist das schon in einer Großstadt, wenn man dafür einen guten Parkplatz findet? Über Verona gehen Stefan und meine Meinung etwas auseinander. Die Stadt hat unbestritten ein paar sehr beeindruckende Bauwerke, ganz voran die Arena, in der die Opernfestspiele stattfinden. Es erscheint fast unmöglich, dass ein solches Bauwerk vor 2000 Jahren erbaut wurde und heute noch für derartige Veranstaltungen im Gebrauch ist. Darüber hinaus gibt es zahlreiche andere Gebäude und Brücken, die sehenswert sind. Mir ist aber die Altstadt zu touristisch und die Geschäfte zu extravagant. Eine Nobel-Boutique reiht sich an die andere, alle großen Marken von Armani bis Zara sind vertreten. Keine kleinen Gassen mit niedlichen, ausgefallenen Geschäftchen und wenn man um die Mittagszeit nur einen Kaffee irgendwo trinken möchte, hat man Pech. Die Restaurants, Osterias, Enotheken und was es sonst noch so gibt, bieten nur komplette Menüs oder Cocktails und Weine an, natürlich zu gehobenen Preisen. Erst etwas außerhalb werden wir fündig. Verona scheint bei unseren Landsleuten hoch im Kurs zu stehen. Wir hören mehr deutsche Stimmen als italienische. Nach ein paar Stunden Sightseeing machen wir uns wieder auf den Weg aus der Stadt und fahren etwas südwestlich auf einen Stellplatz bei Mantua. Das Städtchen ist zusammen mit Sabbionetta Weltkulturerbe und auch hier ließ der Herzog Giardino anscheinend sehr sehenswerte Gebäude entstehen, die wir uns morgen angucken wollen. Wir sind heute zwar etwas Zickzack gefahren, aber wir wollten nicht auf einen Stellplatz in Verona aus den beschriebenen Gründen und planen eh noch weiter westlich Richtung Riviera zu fahren.

20.8.21
Da wir gestern erst am Abend in Mantova oder Mantua, wie es auf deutsch heißt angekommen sind, erobern wir die Stadt erst heute Morgen. Sie liegt in der Region Lombardei und hat eine herrliche Lage im Dreieck dreier Seen. Auch hier hat das Adelsgeschlecht der Gonzaga geherrscht, was man dem riesigen Palast Ducale, der wie in Sabbionetta voller Gemälde und Stuck ist, bereits ansehen kann. Hier kommen zu den Gemälden und Stuck noch Räume mit Wandteppichen hinzu. Eins ist mal klar, der Herzog dürfte seinem Volk viel Geld gekostet haben! Wenn ich durch solche Paläste oder Schlösser gehe frag ich mich immer, wie man sich darin eigentlich wohlfühlen kann. Hier ist das natürlich besonders so, da bis auf ein paar Sitzmöbel und einem Tisch keinerlei Möbel vorhanden sind. Auch Mantova ist voller historischer Gebäude, wie fast alle alten Städte hier. Es gibt aber auch nette kleine Gassen mit Geschäften und Cafés und gäbe es keine Siesta, wären wir nach dem Stadtbummel wahrscheinlich um einige Euros ärmer und müssten uns Gedanken machen, wie wir zwei Tiffany Lämpchen und/ oder eine neue antike Wohnzimmerlampe heile nach Hause transportieren können. Aber Italien bleibt seiner Siesta treu und ein paar Stunden warten, bis der Laden wieder öffnet, wollen wir dann doch nicht.
Wir machen unser Womi abfahrtbereit, stehen dann aber vor der verschlossenen Schranke der Stellplatzes. Der Parkautomat reagiert nicht auf unsere Kreditkarten und dass er kein Bargeld will, steht bereits dran. Es kann sogar sein, dass wir einen Bedienungsfehler gemacht haben, aber der Automat steht so blöde in der Sonne, dass wir das Display des Kreditkartengerätes überhaupt nicht lesen können. Wir rufen die Notnummer an wo erst niemand erreichbar ist. Nach wiederholtem Versuch verspricht man uns, in 5Minuten jemanden zu schicken. Stefan ist schon da ziemlich entnervt. Als dann aber nach mehr als 5Min immer noch keiner kommt und der am Telefon vertröstet wird, in 15 Minuten wäre jemand vor Ort, macht er sich am Telefon ziemlich Luft, sodass ich ihn etwas bremsen muss. Wir warten dann sicher noch 30Minuten, bis endlich jemand auftauchteund uns die 15€ für die letzte Nacht in bar abnimmt. Endlich können wir unser nächstes Ziel ansteuern. Wir fahren nordwestlich nach Brescia. Ein ehemaliges Kloster und eine große Burganlage über der Stadt beherrschen das Bild hier. Um die Burg gibt es einen schönen und weitläufigen Park, den sowohl Einheimische als auch Touristen für Spaziergänge, Selfies und/ oder Einkehr in die Lokalität nutzen und den Blick über die Stadt bis zu den Ausläufern der Alpen genießen. So laufen wir an diesem Abend noch einmal 7km nachdem wir am Morgen ebensoviel bereits in Mantova herummaschiert sind. Die kommende Nacht verbringen wir auf einem normalen, kostenfreien Parkplatz ca 2km von der Altstadt entfernt liegt, was auch die gelaufenen Kilometer erklärt.

21.8.21
Wieder liegen gut zwei Stunden Fahrt vor uns zu unserem neuen Ziel. Wir fahren südwestlich bis Bobbio, das wiederum nordöstlich von Genua liegt, aber noch nicht in Ligurien, sondern wieder mal in Emilia Romana. Auch dieser Ort gehört zu der Vereinigung „borghi più belli d’Italia“. 614 wurde eine Abtei hier gegründet, die einen großen spirituellen Einfluss hatte und 1014 bekam der Ort von Heinrich II das Stadtrecht zugesprochen. Anders als die meisten Orte zuvor, findet man hier vorwiegend Bruchsteinbauten. Gleich mehrere Kirchen sind in dieser Bauweise erstellt, aber auch Privathäuser und besonders herausragend die Ponte Gobbo, eine alte Steinbogenbrücke über den Trebbia. Die Tallage macht den Ort besonders idyllisch und der glaskare Fluss zieht jährlich Tausende zum Baden in die Region. Auch wir genießen das hier wirklich kühle Wasser. Wir verbringen die kommende Nacht auf dem kostenpflichtigen Stellplatz der Gemeinde und hoffen, dass hier der Parkscheinautomat besser funktioniert als in Mantova und wir morgen nicht wieder vor verschlossener Schranke stehen.

22.8.21
Unser heutige Fahrt führt uns durch das wunderschöne Tal des Flusses Trebbia. Die Strecke ist über die ganzen 60km von Bobbio aus eine Schlangenlinie durch das Gebirgstal und ermöglicht immer wieder Blicke auf den häufig türkis schillernden Fluss. Überall baden Leute und nehmen dafür gefährliche Parksituationen und halsbrecherische Fußwege in Kauf. Da die Temperaturen heute nur bei rund 22⁰ liegen, lassen wir uns nicht verführen, hätten aber auch wohl kaum einen Platz für unser Womi an der engen Straße gefunden. Die Ausblicke lohnen sich aber auf jeden Fall und Stefan genießt das Kurvenfahren. Einziger Wunder Punkt dabei sind die vielen Motorradfahrer, die diese Strecken hier ebenso wie bei uns im Harz lieben. Man muss höllisch aufpassen, dass keiner von ihnen auf der Kühlerhaube landet. Genügend Erinnerungskreuze und Blumen gibt es bereits am Wegesrand. Wir beenden unsere heutige Fahrt in Torriglia, das ganz nett, aber nichts besonderes ist. Ich muss ja bei der Planung auch berücksichtigen, dass Stefan nicht täglich so weit fahren kann und außerdem stellt der Ort hier einen kostenlosen Parkplatz für Wohnmobile zur Verfügung. Wir könnten sogar ins Freibad direkt am Parkplatz gehen, aber weder die Temperaturen noch der Preis von 8€ pro Person für einen Pool, der nichts außer Liegen rundherum bietet, sind attraktiv genug, um uns dorthin zu locken. Lieber suchen wir uns gleich eine Pizzeria für heute Abend.

23.8.21
Uns hat die italienische Riviera gelockt und sie spuckt uns sozusagen gleich wieder aust🙄. Wir machen uns aus unseren luftigen Höhen auf den Weg Richtung Genua zu einem Waschsalon. Wir wollen auf jeden Fall vermeiden, direkt durch die City zu fahren, deshalb fällt meine Wahl auf einen der möglichst im Norden, noch in der Vorstadt liegt. Auf den Bildern bei Google kann man auch einige Parkplätze erkennen, also hoffe ich auf eine unkomplizierte Anreise und Waschaktion. Weit gefehlt! Man kommt aus den kurvigen Gebirgsstraßen sozusagen gleich ins Innenstadtgetümmel. Enge, vollgeparkte Straßen, undurchsichtige Wegführung, und als wir endlich da sind, gibt es ausschließlich Parkplätze für Autos. Wir entscheiden uns, erstmal den nächsten Lidl Richtung stadtauswärts anzufahren, denn der Kühlschrank gähnt auch schon wieder. Bei Lidl glauben wir uns sicher sein zu können, einen vernünftig großen Parkplatz zu finden, aber denkste. Er ist winzig, die Zufahrt teuflisch eng und ich glaube, wir hätten als Womi da auch nicht drauffahren dürfen. Beim Runterfahren müssen wir nämlich unerlaubt abbiegen, weil wir sonst in eine 1,90m breite Straße geraten würden😲. Ich suche einen weiteren Waschsalon raus, denn ich habe mein Bettlaken bereits abgezogen und mit Stefans verschwitzten Sportklamotten zusammen in den Sack gesteckt. Wir müssen also waschen! Wieder gibt es für uns keine Chance, da auch nur irgendwie heranzufahren, also verlassen wir Genua und denken, in einem kleineren Ort an der Riviera sähe es sicher anders aus. Denkste! Nirgendwo dürfen wir mit Womi auch nur halten! Unser Eis, das wir bei Lidl gekauft haben, schmilzt in unserem Kühlschrank allmählich vor sich hin. Wir fahren auf die mautpflichtige Autobahn und dort nach einigen Kilometern auf einen Rastplatz. Der ist zwar auch nur für PKWs und LKWs ausgeschildert, aber darüber setzen wir uns hinweg und essen erst mal Eis. Inzwischen beginnt es zu regnen, das erste Mal mehr als 10Tropfen, und es wird furchtbar schwül, weil das Wasser gleich auf der heißen Straße verdampfe. Hier unten an der Küste haben wir wieder über 30⁰. Wir geben den Gedanken an Waschsalon vorerst auf und ich finde einen kostenlosen Stellplatz bei Park4night in der Nähe des kostenfreien, öffentlichen Strandes Bouffou von dem man gut zum Strand gelangen soll. Der Platz befindet sich jedoch steil hoch auf einer Anhöhe über dem Ort und ist scheußlich. Die Parkbuchten sind so eng, dass man die Womifenster nicht öffnen kann, wenn der Nachbar seines geöffnet hat. Wir entscheiden uns, unseren Besuch an der Riviera abzukürzen. Wir lassen das Womi stehen, gehen den Berg runter und bis zum öffentlichen Strand und beide kurz ins Wasser. Mir sind die Wellen zu heftig. Sie ziehen mir die Beine unterm Körper weg, also bin ich schnell wieder draußen. Stefan findet das stürmischere Wasser zwar ganz nett, aber da ich in glühender Hitze auf ihn warten muss, kann er auch nicht lange drin bleiben. Nachdem wir den Berg wieder hochgelaufen sind zum Womi, sind wir genauso verschwitzt, wie vor dem Bad. Wir entscheiden, dass uns das genug Riviera war und wir wieder in den Norden ins Inland und in die ruhigeren Regionen flüchten wollen. Ich finde einen Waschsalon in der Nähe von Neive, einem hübschen Örtchen in der Region Piemont, was wir eh besuchen wollen. Hier schaffen wir es endlich, unsere Wäsche zu waschen, währenddessen im Womi zu Abend zu essen und danach auf den Stellplatz in Neive zu fahren. Der Ort liegt inmitten von Weinhängen, dementsprechend ist jedes zweite Haus ein Weinlokal. Da haben wir zwar nicht soviel von, weil wir ja keinen Alkohol trinken, aber der Ort ist dennoch schön und liegt wundervoll. Lustig sind die Schornsteine bei einigen Häusern. Sie sehen aus wie kleine Türmchen.

24.8.21
Nach einem kurzen Spaziergang in einem Naturschutzgebiet, bei dem uns nicht ganz klar ist, warum es als solches ausgewiesen ist, fahren wir nach Turin. Ja, das ist auch eine große Stadt mit um die 800000 Einwohnern, aber wir möchten dennoch dort hin und parken recht weit draußen beim Olympiazentrum. Der Parkplatz liegt direkt am Park, durch den wir mit dem Rad entlang des Pos in die Innenstadt fahren können. Unterwegs bietet sich uns ein netter Blick auf eine Brücke und wir kommen zu einem winzigen mittelalterlichen Dorf mitten im Park. Leider kam man in die Gebäude nur mit italienischer Führung, die uns nix brächte mangels Italienischkenntnissen. Wir können aber das Café besuchen und den Außenbereich ansehen und somit etwas von der Atmosphäre genießen. In der Stadt finden wir dann endlich auch mal ein Sozialkaufhaus von Humana und Stefan findet natürlich auch zwei Hosen. Danach schlendern wir durch beeindruckende Alleen und Marmorsäulengänge durch die schöne Stadt. Klar gibt es hier auch alle bekannten Markenstores, aber mit gefällt Turin dennoch besser als Verona. Vielleicht habe ich auch einen besseren Tag heute🤔? Wir werden heute Nacht auf dem Parkplatz übernachten, falls unser Womi nicht geklaut wird während wir in der Stadt rumlaufen, und morgen noch das Filmmuseum und evtl den Palast ansehen. Das Wetter ist sehr angenehm mit 25⁰.

25.8.21
Das Nationale Kinomuseum erweist sich als spitze! Es ist sehr informativ, was die Entwicklung vom Scherenschnitttheater bis zum heutigen Film angeht, aber besonders von der Ausstattung, dem Gebäude selbst und den Animationen her total klasse. Immer wieder wird man durch Räume in andere Zeiten versetzt, z.B. alte Kinos oder Wohnzimmer aus den 60igern, wo Nachrichten aus dem alten Fernseher kommen. Sehr interessant ist z.B. auch ein Vergleich einer Berichterstattung über Gandhis Beerdigung, einmal, wie sie filmisch in die Welt ausgestrahlt wurde und daneben, wie es wirklich aussah, wenn man das ganze durch ein Fenster beobachtet hätte. Das Gleiche auch mit der Ermordung von JF Kennedy. Schon interessant, wie filmische Effekte die Wirklichkeit verändern können. Das Highlight ist aber ein Kinosaal mit Liegesesseln inmitten dieses Turmes, den man auf einem Wandelgang durch die Ausstellung ersteigt. Auf großen Bildschirmen werden Szenen von Filmpreisverleihungen gezeigt. Wirklich hervorragend gemacht. Das gibt dem ganzen Museum einen unverwechselbaren Charakter. Danach genießen wir jeder einen Marocchino , einen Kaffee mit Nutella (eigentlich wohl heißer Schokolade) 😍 und ein Panini, also ein typisch italinisches belegtes Brötchen oder Fladenbrot. Als wir nach dem interessanten Besuch im Kinomuseum und dem Snack im Café wieder zu unseren an einen Straßenmast angeschlossenen Rädern kommen, stehen die Räder zwar noch da, aber das Zahlenschloss ist durchgeschnitten. Ich denke mal, wären wir etwas später gekommen, wären sie auf irgendeinem Transporter abtransportiert gewesen. Wir hatten eigentlich vor, noch ein laut Google interessantes Viertel zu besuchen, wollten aber nur soweit mit Rädern fahren, wo Radwege sind, um Stadtverkehr und Straßenbahn zu meiden. Das können wir nun vergessen. Wir brauchten aber dringend ein neues Schloss, nicht nur, um sie stehenlassen zu können, wenn wir irgendwas besichtigen, sondern auch, um sie auf dem Fahrradträger anzuschließen. Nun find mal mitten in der Innenstadt mit feinen Markenboutiquen einen Laden für Fahrradschlösser! Wir fahren in Richtung unseres Besichtigungsziels und finden einen Laden mit China-Artikeln. Dort haben wir Glück. Viel taugen wird das neue Schloss wohl nicht, wenn Diebe unser altes von meiner Schwiegermutter, das sicher teuer war, anscheinend problemlos durchgekniffen haben, aber besser als nix ist es allemal. Das Stadtviertel, das laut Google interessant aussehen soll, finden wir bis auf eine Kirche mit interessantem Turm nur nichtssagend. Wir fahren zurück zum Parkplatz und hoffen, dass unserem Womi nichts passiert ist, aber das steht noch unberührt an Ort und Stelle. Da fahren wir sei 8Wochen kreuz und quer durch Italien und auch in heikle Städte wie Palermo, Neapel und vor die Tore Venedigs und lassen stundenlang das Womi mit zwei Rädern drauf unbewacht stehen und nichts passiert, aber fahren wir einmal Rad, schon passierts. Nunja, wir haben ja Glück im Unglück, denn die Räder sind noch da und zum Glück hat sich niemand ans Womi rangemacht, wovor wir immer etwas Schiss haben. Bei meiner Suche nach Stellplätzen habe ich noch nie so viele Kommentare, bei denen von Einbrüchen und Womi- und Raddiebstählen berichtet wird, wie hier in Italien. Ehemaligen Kollegen wurde vor Jahren auch in Italien ein Van gestohlen.

Wir fahren weiter nach Avigliana, nicht weit von der französischen Grenze entfert und mit hohen Bergen in Sichtweite, um hier morgen eine Wanderung zu machen.

26.8.21
Heute Morgen wandern wir bei traumhaftem Wetter um den Lago Grande und den Lago Piccolo im Parco Naturale Laghi di Avigliana im Westen von Turin. Ich habe die 9km Tour zuvor auf Komoot gefunden. Vorbei an schattigen Badestellen mit Picknicktischen, auf Holzbrücken übers Wasser (eine super Idee, um die Wanderer nicht immer entlang der Straße schicken zu müssen, wenn Grundstücksbesitzer den Zugang zum See für sich abgeriegelt haben) bis zu einem See Restaurant geht es erst entlang des Lago Grandes, dann etwas entlang der Straße bis ein Waldweg am naturgeschützten Lago Piccolo vorbeiführt. Dort sind Vogelbeobachtungsstellen eingerichtet. Die Gemeinde hat wirklich Glück mit ihren zwei Seen, so kann sie den einen zum Angeln, Baden und Wassersport für Touristen anbieten und den anderen als Schutzraum für Tiere und Pflanzen nutzen und damit auch noch Naturliebhaber anziehen. Im Hintergrund sieht man von weitem bereits den Nationalpark Grand Paraiso mit Bergen bis 4000m Höhe. Das ist unser nächstes Ziel, das wir nachmittags ansteuern. Im Bogen führt uns die Route um die Berge herum erst mal wieder fast bis Turin, wo wir uns mit Lebensmitteln eindecken und beim Lidl 4 junge Holländer, die sich wohl sehr cool fühlen, aber einfach nur idiotisch benehmen, beobachten. Einer fliegt gleich aus dem Laden, weil er sich weigert, eine Maske zu tragen. Die anderen drei scheinen schon gut getankt zu haben und fragen die Kassiererin auf Englisch – sie hatten Glück, anscheinend auf eine englischsprachige Schwarze zu treffen, denn die meisten hier können oder wollen kein Englisch sprechen – ob die Fruit Condome gut wären, machen eindeutige Bewegungen und fordern sie auf, irgendeinen Blödsinn auf Holländisch nachzusprechen. Sie bleibt erstaunlich ruhig. Alles geschieht in einer Lautstärke, dass alle umstehenden Kunden mithören müssen. Mit ihrer frisch erworbenen Ladung Alkohol steigen sie dann in ihren Van und fahren weiter. Man kann nur hoffen, dass der Fahrer nicht soviel gesoffen hatte zuvor wie die Anderen.🙄
Unsere Fahrt windet sich auf vielen Kurven, durch enge Örtchen und einen langen Tunnel mit 15%Steigung bis hoch auf 1600m nach Ceresole Reale im Parco Nazionale Paraiso. Wir finden die Zufahrt zum offiziellen Stellplatz erst nicht und als wir dann zu Fuß dort ankommen, sieht er voll aus und ein Schild teilt mit, dass Anreise bis 18Uhr ist. Wir haben bereits nach 19Uhr. Jetzt stehen wir auf einem Parkplatz vorm Friedhof und hoffen, dass die Polizei uns nicht verjagt. Es stehen keine Verbotsschilder hier und es ist nicht voll. Da die Dusche auf dem Stellplatz, über die ich mich sehr gefreut hätte, wegen Corona eh gesperrt ist, finde ich es auch überhaupt nicht schlimm, wenn wir uns die 11€ für den Platz sparen können. Nur parken können wir auch hier und Entsorgung brauchen wir auch nicht. Der Blick auf die hohen Berge, wiederum über einen See, ist wunderschön! Ich freue mich auf die Wanderung um den See morgen früh.

27.8.21
Die letzte Nacht wurde es zum ersten Mal kühl während unserer Reise. Heute Morgen zeigt das Thermometer draußen 11⁰ und im Womi 14⁰, sodass ich für Stefan Wasser zum Haarewaschen nach seiner Joggingtour heiß mache. Dummerweise braucht er aber solange zum Joggent, dass es schon wieder kalt ist als er zurückkommt. Er ist einen Berg hochgelaufen und hat über 600Höhenmeter in alpinem Gelände gemacht🤷‍♀️
Nach dem Frühstück wandern wir dann gemeinsam um den See und brechen danach nach Aosta auf. Wir fahren ausnahmsweise mal Mautstraße und zahlen für ca 60km mal locker 12€! Würden wir das immer machen, wären wir schnell pleite. Als wir in Aosta auf dem gewählten Parkplatz ankommen, bin ich erst total enttäuscht von Aosta. Eine große, hässliche Stadt, aber als wir die Altstadt gefunden haben, es da außer netten kleinen Lädchen sogar noch archäologische Ausgrabungsstätten gibt, ändert sich mein Bild zusehends. Besonders die Ruine des römischen Theaters ist sehenswert. Bei einem Kaffee entscheiden wir uns, morgen mit dem Skyway auf 3466m Höhe zum Punta Hellbronner auf dem Mont Blank Massiv zu fahren. Wir kaufen die Ticket online und haben Glück, gleich für die zweite Bahn am Morgen noch Tickets zu bekommen. Wir wollen den Sonnenaufgang miterleben! Um zur Gondelbahn Skyway zu kommen, müssen wir noch ca 40km weiterfahren bis Courmayeur. Für die Fahrt dorthin zahlen wir nochmals 12€Maut und es ist eine recht aufregende Fahrt, fast ausschließlich durch Tunnel. Stefan befürchtet, dass wir falsch sind und wir uns nach dem Tunnel in Frankreich befinden. Ich bin mir sicher, dass dem nicht so ist, dann aber gibt mein Handy den Geist auf. Als wir richtig auf dem Parkplatz des Skytrains, einer Gondelbahn, ankommen, versuchte ich es zu resetten, und es geht eine Ewigkeit nicht mehr an! Ich raste schier aus, bis es dann zum Glück wieder funktioniert. Alle meine Bilder und Aufzeichnungen und vieles mehr wären futsch gewesen 😲. Nun müssen wir früh ins Bett, denn wir fahren mit der Bahn um 6:40Uhr🥱

28.8.21
Um 6:00Uhr früh klingelt der Wecker nach einer kurzen Nacht auf dem riesigen Parkplatz der Skyway Gondelbahn zum Mont Blanc. Zügig ziehen wir uns an. An diesem Morgen sind zum ersten Mal auf der Reise die warmen Klamotten gefragt: lange Hose, Fleecepulli, Fleecejacke mit Kapuze. Später merken wir, dass Handschuhe auch nicht schlecht gewesen wären. Schon der Blick vom Parkplatz aus im Dunkeln auf den an der oberen Spitze bereits sonnigen Mont Blanc entschädigt uns für eine unruhige Nacht. Wir versuchen ein Parkticket für unser Womi zu ziehen, denn ab 8:00Uhr muss man zahlen, aber der Automat will unsere Münzen nicht und wir keine italienische Parkbezahl-APP auf unserem Handy, also riskieren wir ein Parkknöllchen und machen uns auf den Weg zur Gondelbahn „Skyway“, um in den Himmel zu schweben. Etwas aufgeregt bin ich schon, denn auf 3466 Höhenmetern wird die Luft schon dünner und wir werden in wenigen Minuten gut doppelt so hoch sein wie in der Nacht. Andererseits sind wir auch in Vietnam mit der Gondelbahn zum Fansipan hinaufgefahren und das letzte Stück sogar noch die vielen Treppen zwischen den Buddhas auf 3140m hochgelaufen. Wir haben das Glück, gleich bei der allerersten Bahn mitfahren zu dürfen. Außer uns sind fast ausschließlich Bergsteiger in der Gondel, die über den Gletscher wollen. Schon auf der Fahrt sehen wir die Sonne hinter den gigantischen Bergen hochkommen. Ein berauschendes Erlebnis! Ich habe keine Luftprobleme als wir oben ankommen, ich steige nur nicht mit Stefan noch die Treppen runter zum Gletscher, um nur einmal auf darauf gestanden zu haben. Eigentlich ist es auch nur der Zugang für Bergsteiger. Das Wetter und der Sonnenaufgang spielen hervorragend mit und was wir in den kommenden zwei Stunden für Eindrücke in uns aufnehmen können, werden wir unser Leben lang nicht vergessen. Dieser Ausblick auf die Bergriesen um uns, das Farbspiel von gelb-rosa- Morgenlicht zum blauen strahlenden Himmel und über allem der Mont Blanc ist schier überwältigend!😍 Wir genießsen die Zeit in vollen Zügen und fotografieren und filmten so viel, dass die Auswahl später schwer fällt. Nach ca 2Stunden sind wir wieder beim Wohnmobil und haben kein Knöllchen. Wir versuchen noch einmal, mit Münzen ein Ticket zu kaufen, vielleicht war es zuvor ja zu früh, aber auch dieses Mal ohne Erfolg. Wir werden übermütig und frühstücken dennoch erstmal, bevor wir uns auf die Rückfahrt durch die kilometerlangen Tunnel der Autobahn zurück Richtung Aosta machen. Noch einmal zahlen wir die teure Maut von 11,80€, aber wir wissen ja nicht, was uns, bzw unserem Wohnmobil und dessen Bremsen bei der anderen Strecke blühen würde. Immerhin müssen wir rund 1200Höhenmeter wieder ins Tal und danach Richtung Cogne wieder hoch auf 1600m. Wir sind fast alleine auf der Autobahn und die Fahrt gestaltet sich recht entspannt. In Cogne, das im gleichnamigen Tal liegt und ein Nebental des Aostatals ist, finden wir auch gleich den Wohnmobilstellplatz. Er ist riesig und liegt unterhalb des Dorfes, aber wirkt dennoch sehr ruhig und entspannt. Ich habe zuvor die Wanderung zu den Wasserfällen von Lillaz bei Komoot ausgeguckt und die unternehmen wir auch. Unterwegs werden wir Zeuge einer Bergnotrettung. Ich schätze, jemand hatte sich böse den Fuß verletzt oder einen Schwächeanfall? Wir halten den Hubschrauber erst für ein touristisches Unternehmen und sind stinksauer über den Staub und Lärm, den er verursacht, bis wir sehen, dass es sich um eine Bergnotrettung handelt. Zwei Personen werden mit dem Seil in den Hubschrauber hochgezogen. Wenn mir das passieren würde, könnten sie mich später im Krankenhaus noch zusätzlich auf Herzinfarkt behandeln😱. Ich würde sterben, wenn ich da an dem Seil über der Welt baumeln würde! Unsere Wanderung geht zum Glück ohne Probleme vonstatten und erweist sich als sehr schön. Nach all den Wochen Ausblick auf vertrocknete Felder und Wälder, ist der Anblick der grünenden und blühenden Natur hier zum Verlieben. Wir können uns gar nicht sattsehen an türkis-blauen Seen und Flüssen, felsigen Bergen mit Schneespitze und grünen Wiesen und Wäldern. Überrascht hat uns hier allerdings, dass in der Gegend anscheinend auch normale Bergwiesen mit großen Wassersprengern gewässert werden. Nach der Wanderung machen wir uns einen geruhsamen Nachmittag und Abend und setzen uns auch mal raus auf unsere Campingstühle.

29.8.21
Letzte Nacht habe ich so gefroren, dass ich davon wach geworden bin, wollte dann aber Stefan nicht wecken, um mir warme Sachen aus dem Schrank zu holen. Wir sind in Cogne auf 1600m und heute Morgen gegen 7:00 ist es nur 5⁰ draußen und 7⁰ im Womi. Bibber! Stefan schreibt mir von seiner Joggingtour, dass es länger dauern wird, weil er auf einen Berg läuft. Ich erkunde erstmal den Wohnmobilstellplatz und finde heraus, dass im Behindertenklo ein Waschbecken mit warmem Wasser ist. Super! Endlich Haarewaschen! Da selbst auf den Stellplätzen, die eigentlich eine Dusche anbieten, diese zur Zeit fast immer wegen Corona gesperrt ist, ist das allmählich ein Problem. Das letzte Mal duschen am Strand ist schon eine Weile her und dort ging es ja auch nur kalt und ohne Shampoo. Heute ist also mein Glückstag. Danach genieße ich im Café einen Cappuccino und für besorge für unser gemeinsames Frühstück zwei Gebäckstangen. Irgendwann nach 11Uhr trudelt Stefan dann auch ein (ach nein, er war ja joggen, also läuft er natürlich ein 😉) und wir frühstücken, machen das Womi abfahrtbereit und verlassen unser schönes Bergdomizil. Über lange Zeit fahren wir immer entlang des Dora Baltea Flusses. Ich lerne gerade erst dass der Fluss im Aostatals gar nicht wie vermutet Aosta heißt, sondern Dora Baltea. Wieder etwas klüger geworden 😅. Auf jeden Fall fahren wir lange an diesem türkisfarbenen Fluss vorbei und es ist eine sehr schöne Strecke, bis wir das Aostatal endgültig verlassen und wieder in der Region Piemont ankommen. Unser Ziel für heute heißt Candelo im Kreis Biella. Wir sind wieder in etwa auf Höhe von Bad Harzburg und können die kurzen Hosen und das T-Shirts wieder anziehen, was uns gestern noch unmöglich erschien. Schnell steigt das Thermometer wieder auf 28⁰. In Candelo gibt es eine komplett erhaltene mittelalterliche architektonische Struktur, die Ricetto genannt wird. Laut Wikipedia wurde dort die Ernte für den Großgrundbesitzer gelagert und gelegentlich diente sie auch zum Schutz der Bevölkerung. Jetzt sind in diesen Gemäuern vereinzelt kleine Geschäfte und zu Museumszwecken ein Raum mit historischen Küchenutensilien und einer mit Utensilien zur Weinverarbeitung. Es ist schade, dass nicht mehr Künstler, Kunsthandwerker oder ähnliches diese Gemäuer mit Leben erfüllen. So wirkt es etwas ausgestorben. Es ist auf jeden Fall erhaltenswert und auch sehenswert.

30.8.21
Nach Candelo steuern wir das „Sondernaturschutzgebiet des Parks Burcina“ an. Warum Sonderschutzgebiet weiß ich nicht, es ist auf jeden Fall ein wirklich netter Park mit vielen unterschiedlichen Bäumen, also eine Art Arboretum. Es gibt aber auch Rhododendren und andere Pflanzen und einen Teich mit vielen Schildkröten. Die sind wirklich süß, denn es sind auch noch ganz kleine dabei. Nach diesem Naturgenuss geht es, wie sollte es auch ander sein, ins Gebirge. Ich habe bei Google den Lago Mucrone gesehen und ausfindig gemacht, dass man sich dorthin ein großes Stück Wanderung sparen kann, wenn man mit der Gondelbahn von der Wallfahrtsstätte Oropa den Berg hochfährt. Nebenbei erscheint die Wallfahrtsstätte, die riesengroß und Weltkulturerbe ist, ebenfalls einen Besuch wert. Ein bisschen unwohl ist mir nur bei dem Gedanken an die Fahrt dahin, denn es ist schon auf Maps erkennbar, dass es eine sehr kurvige und steile Straße werden wird. Wir wagen es und es ist tatsächlich ein knackiger Anstieg mit Haarnadelkurven, aber es geht zum Glück alles gut. Wir fahren als Einzige mit der Gondel in den Nebel. Oben treffen wir dann aber schon noch auf ein paar Menschen. Der Weg zum See ist nicht weit und auch nicht schwierig, von der Natur ringsum sehen wir aber leider nicht sehr viel. Der See liegt geheimnisvoll vor uns und die Nebelschwaden werden mal mehr mal weniger. Der Weg um den See ist etwas schwierig zu begehen, weil man auf Steinen herumbalancieren muss. Wieder zurück an der Seilbahnstation stellen wir fest, dass es noch einen Lift gibt, der aber nur aus runden, an Seilen hängenden Metallkörben für 1-2Personen besteht. Sie sehen aus wir nach oben offene Käfige. Er fährt auf den Monte Camino in 2388m Höhe. Rundherum das Gebäude, eigentlich alles dort oben, sieht ziemlich abgerissen und fertig aus. Sollen wir es dennoch wagen, in so ein Gefährt zu steigen? Die Fahrt ist in unserer Fahrkarte inbegriffen. Mit wackeligen Knien – zumindest bei mir – wagen wir es und stellen uns in so einen kleinen Käfig. Der Mitarbeiter verschließt das Gitter und schon schwebten wir stehend im Metallkäfig über allem den Berg hoch. Etwas mulmig ist mir schon, besonders weil Stefan immer wieder scherzt und an diverse Seilbahnunglücke in Italien, das letzte gerade zu Pfingsten am Lago Maggiore, erinnert. Es ist aber eigentlich ein ganz besonderes Gefühl, viel näher an der Natur als bei einer Gondelbahn, ehr wie im Sessellift. Die Fahrt dauerte ca 15Minuten, bis wir oben im Nebel ankommen. Viel sehen konnen wir nicht und es ist ganz schön kalt. Wir bleiben ein paar Minuten, aber die Wolken tun uns nicht den Gefallen, aufzuziehen. Auf der Rückfahrt wird es dann richtig feuchtkalt und als wir unten ankommen beginnt es zu regnen. Wir wärmen uns kurz im Womi auf und besichtigen dann noch die Wallfahrtskirche und die ganze Anlage rundherum. Sie hat schon eine beeindruckende Lage und Ausstrahlung. Diesen spannenden Tag beenden wir mit so etwas profanem wie einem Waschsalon, aber das muss halt auch zwischendurch sein. Wir erledigen unsere Wäsche und nun stehen eine weitere Nacht auf dem netten Wohnmobilstellplatz in Candelo.

31.8.21
Was für ein Tag! Nach dem Frühstück brechen wir auf in Richtung Varese, in der Lombardei, im Dreieck Lago Maggiore, Lago Varese und der Schweizer Grenze. Da wir recht früh da sind und laut Stellplatz APP das Schwimmen im Lago Varese eh nicht möglich ist, zumindest dort, wo der Stellplatz sein soll, fahren wir weiter zum Regionalpark Campo dei Fiori. Dort wollen wir zum Sacro Monte, dem Heiligen Berg, auf dem 17Kapellen auf einem steilen Pilgerweg zur Kirche, Museum und Krypta hinaufführen.
Ich lese, dass es einen Funicular, also eine Art Aufzug dorthin geben soll. Wir folgen also Google Richtung Sacro Monte und müssen in Velate, einem Ortsteil von Varese feststellen, dass unser Womi wohl zu breit für die Sträßchen ist und stelltn es beim Friedhof ab. Wir hoffen auf den Bus, aber der Busfahrer macht uns klar, dass es keinen Bus zum Sacro Monte gäbe und der Fußweg 2Std dauerte. Wir wollen ja aber nur zum Aufzug, also versuchen wir per Komoot den Weg dorthin zu finden. Erst ist es ja noch ein netter Waldweg, aber dann führt er steil bergauf über einen steinigen Hang. Ich bekomme beim Aufstieg schon Panik, wie ich da später wieder hinunterkommen soll. Als wir endlich bei dem Schrägaufzug ankommen, ist dort alles dicht. Wir entnehmen dem Fahrplan einer Bushaltestelle, dass Busse nur bis zum 28.8. dort fuhren. Wir schließen daraus, dass wir wohl drei Tage zu spät sind. Ich will auf jeden Fall über die Straße zurücklaufen und nicht den Hang wieder hinabsteigen, dabei kommen wir auf den Anfang des Pilgerweges zum Sacro Monte. Eigentlich wollen wir nur zur ersten Kapelle, denn der Weg erscheint uns ganz schön lang und steil, letztendlich „pilgern“ wir aber doch bis ganz oben und genießen traumhafte Ausblicke auf die Seen, Orte und Alpen ringsum. Auch die Kapellen und besonders die Kirche und Gebäude ganz oben sind sehr sehenswert und wir können den Ausblick sogar noch bei Kuchen und Eis auf einer Café-Terrasse genießen. Zurück zum Auto finden wir dann einen viel schnelleren Weg. Dann kommen allerdings zwei Schläge auf einmal. Zuerst teilt unser Sohn uns per WhatsApp mit, dass er eine Warnmeldung auf seiner Corona APP hat, dass er längeren Kontakt mit jemanden, der positiv getestet wurde hatte. Er hat gleich einen Schnelltest gemacht, der zum Glück negativ war. Das Gesundheitsamt in Goslar hat ihm gesagt, er soll sich auf Symptome beobachten, aber muss nicht in Quarantäne weil er geimpft ist. Er ist zur Zeit bei uns in Bad Harzburg und glaubt, dass er im Zug wohl in der Nähe von jemandem positiven saß. Dann wollen wir losfahren und das Womi springt nicht an. Wir vermuten gleich, dass es mehr als die Batterie ist, was der Straßendienst uns dann auch bestätigt. Die Lichtmaschine ist kaputt und nun warten wir auf den Abschleppdienst. Zum Glück sind wir im ADAC und die haben den ACI schon eingeschaltet, der uns gerade bestätigt hat, dass das Abschleppen übernommen wird und wir wohl heute Nacht vor der Werkstatt im Womi schlafen können. Jetzt heißt es warten auf den Abschleppdienst. Es ist schon dunkel, als der Abschleppwagen kommt. Ich befürchte schlimmes. Als wir vor Jahren einmal abgeschleppt wurden, wäre dabei fast unsere hintere Stoßstange mitsamt der ganzen Beleuchtung abgerissen worden, hätte ich nicht laut Stopp gebrüllt. Durch die Schräglage setzen wir schnell hinten auf. Ich versuche meine Befürchtungen dem Mitarbeiter des hiesigen Abschleppdienstes klarzumachen, wobei ich ihn anscheinend an seiner Berufsehre gekratzt habe. Er brabbelt die ganze Zeit vor sich hin „Don`t touch the ground“. Wir sitzen beide im Womi, als wir hochgezogen werden., aber obwohl es furchtbar knartscht, scheint er beim Draufziehen des Womis auf den Abschleppwagen hinten nichts abzureißen. Puh, dann geht es Huckepack ca 20Min durch die Stadt und ins Gewerbegebiet. Niedrig hängende Bäume und Sträucher kratzen an unserer Womihaut und wir befürchten immer, dass es an einem größeren Ast hängenbleibt und etwas abreißt. Beim Abladen hört es sich dann wieder furchtbar an, aber nach ca 10Minuten stehen wir allein im Nirgendwo und warten auf die Werkstattöffnung morgens um 8:00. Wir haben nur noch Kopflampe und Handylicht, da sich unsere hintere Batterie auch total entladen hat. Hoffentlich überlebt sie das. Zumindest können wir hier pennen, wenn wir dazu nicht zu aufgeregt sind. Morgen müssen wir dann sehen, wie wir an Essen kommen, denn hier ist nur Gewerbegebiet. Stefan kann ggf einkaufen fahren, mir hat man anscheinend einen Platten in meine Reifen gemacht. Ziemlich mistig das alles🙄

1.9.21
Wir haben die Nacht vor der Werkstatt hinter uns gebracht🔊😭! Wer meint, im Gewerbegebiet herrscht nachts Ruhe, der hat keine Ahnung! Es war grauenhaft!
Nachdem ich in der letzten Nacht kaum Schlaf bekommen habe, weil ständig Fahrzeuge vorbeifuhren, eine ganze Zeit eine Alarmanlage piepte und tausend andere Geräusche, ebenso wie meine Sorgen um unseren Sohn und um das Womi mich nicht schlafen ließen, bin ich am Morgen wie gerädert. Wir kochen uns frühzeitig Kaffee und essen Müsli, weil unser letztes Brot schon gestern Abend kaum reichte. Gegen 8:00 kommt der erste Mitarbeiter der Werkstatt und wir können wenigstens unsere Handys etc an Strom hängen. Gegen 8:30Uhr checken die Mechaniker unser Womi und kommen ebenfalls zum Schluss, dass die Lichtmaschine hin ist. Erfreulicherweise stellen sie uns in Aussicht, das Ersatzteil noch am Nachmittag zu bekommen und auch heute einbauen zu können. Auch der voraussichtliche Preis um 300€ erscheint uns besser als erwartet. Wir lassen einen Schlüssel in der Werkstatt, nehmen alle wichtigen Papiere mit und machen uns auf den ca 3km langen und ätzenden Weg in die Innenstadt von Varese. Man kann sich vorstellen, dass die Strecke vom Industrie- und Gewerbegebiet in die Altstadt nicht gerade auf einem Wanderweg verläuft. Wir müssen über Kreisel ohne Fußgängerweg und lange auf einem schmalen Seitenstreifen einer Einfallstraße, wo PKWs und LKWs mit 70km/h an uns vorbeibrettern, entlanglaufen. Es gibt aber keine Alternative, als sonst einen ganzen Tag im Womi in der Hitze zu sitzen und zu warten. Wir kommen heile im Zentrum an, essen zusammen noch ein Focaccia, weil das Frühstück doch zu dürftig war und erkunden die Innenstadt. Weil sie nichts besonderes zu bieten hat, laufen wir noch weiter, bis wir bei der Villa Menafoglio Litta Panza ankommen. Es ist eine historische Villa in einem schön angelegten Garten, die von amerikanischen, zeitgenössischen Künstlern mit Bildern und Installationen versehen wurde. Die Bilder sind eigentlich immer einfarbige Platten, die die Farben des jeweiligen Raumes der Villa aufgreifen. Darüber hinaus wurde viel mit Spiegeln gearbeitet, die die Flure doppelt so lang erscheinen ließen. Die Räume sind darüber hinaus mit Plüschsofas und – Sesseln, Klavier und anderen alten Möbeln ausgestattet und die Besitzerin hat eine Sammlung afrikanischer und kolumbianischer Figuren in ihnen aufgestellt. Im anderen Stockwerk haben die Räume nur Leuchtstoffröhren in grellen Farben und unterschiedlichen Formen und Anordnungen. Das hat schon eine Wirkung, auch wenn diese Installationen mich nicht besonders begeistern. Als wir am frühen Nachmittag zurück zur Werkstatt kommen, ist die neue Lichtmaschine noch eingetroffen. Weil wir bei Barzahlung einen besseren Preis angeboten bekommen, als bei Kartenzahlung, machen wir uns nochmals auf den Weg zum nahegelegenen Einkaufscenter mit Bankomat. Wieder geht der Weg an der Leitplanke entlang, immer in der Angst, dass ein Auto uns erwischt. Wir kaufen noch ein paar Lebensmittel ein und als wir zurück kommen, ist unser Womi fast fertig. Der Preis wird sogar noch etwas niedriger als erwartet. Gegen 17Uhr können wir uns wieder auf die Fahrt begeben. Wir wählen Como als Ziel, weil es dort einen Parkplatz mit ein paar Stellplätzen für Wohnmobile mit Strom geben soll, was hier in der Ecke nicht so häufig ist. Wir wollen unsere Batterien mal wieder eine ganze Nacht aufladen lassen. Wir haben zwar Glück, den letzten der fünf offiziellen Stellplätze noch zu ergattern, aber leider haben zwei von den fünfen keinen Stromanschluss und wir gehören zu den zweien! Zu unserem Unglück stellten wir auch noch fest, dass die totale Entladung unsere Wohnmobilbatterie, mit der wir so zufrieden waren, anscheinend kaputtgemacht😭. Nun sitzen wir also die zweite Nacht im Dunklen, können die Toilette nicht abspülen und kein Wasser laufen lassen, weil die Pumpe ja Strom zieht. Für Wasser haben wir kurz das Womi gestartet, damit wir Strom durch die Lichtmaschine bekommen, aber wir können es natürlich nicht nachts anmachen. Ab jetzt können wir also nur noch auf Plätze mit Stromanschluss. Gut, dass uns das erst kurz vor Ende unserer Reise passiert ist!
Als wir in Como ankommen essen wir schnell etwas zu Abend und laufen dann noch durch die Stadt, die ziemlich gut besucht und leider auch recht verkehrsreich ist. An der Seepromenade sind noch viele Baustellen, die wohl Folge der schlimmen Unwetter im letzten Monat sind. Zum Sonnenuntergang fahren wir mit dem Funicular, einer Zahnradbahn, auf den Berg, um die Stadt und den See von oben zu sehen. Leider bieten sich die besten Blicke während der Fahrt und nicht von der Bergstation bzw der darüberliegenden Kirche aus. Auf dem Rückweg zum Wohnmobil machen meine Knie fast schlapp. Über 35000Schritte sind doch reichlich viel an einem Tag!

2.9.21
Der Platz in Como erweist sich in der Nacht und besonders am Morgen als noch mieser, als er zu Beginn schon erschien. Er befindet sich genau an der Kreuzung einer vielbefahrenen Durchfahrtstraße, neben einer Tankstelle, und hinter der nächsten Häuserreihe verläuft die Bahnlinie, von der wir aber nicht viel mitbekommen. Die Straßen sind aber furchtbar, besonders weil die Autos an der Ampel immer wieder anfahren müssen. Das macht nicht nur noch mehr Lärm als beim Durchfahren, sondern auch erhöhte Emissionen. Ich wache regelrecht vom Abgasgestank am Morgen auft. Überhaupt scheint Como mit Verkehr und Abgasen ein echtes Problem zu haben. Schon gestern Abend fiel uns auf, dass die Luft mies war und heute Morgen bildeten sich ab 7 schon lange Autoschlangen auf den Straßen. Mich kann die Stadt, trotz Lage am See und von Bergen umgeben, nicht besonders begeistern.
Wir fahren von Como nach San Pellegrino Terme. bzw ein kleines Stückchen weiter auf einen Stellplatz inmitten der Natur. Er wird uns zwar so um die 16€ kosten, aber das ist er auch wert. Es sind große Parzellen pro Wohnmobil abgeteilt mit Kunstrasen, es gibt Strom, Biertischgarnituren, sogar überdacht, man kann grillen und das Beste: er hat Toiletten und eine warme Dusche, die auch noch geöffnet ist! Unterhalb des Platzes verläuft ein sehr gut ausgebauter Radweg durch das ganze Tal entlang des Flusses Brembo. Es gibt extra Tunnel durch die Berge nur für Radfahrer und Fußgänger! Vor unserem Stellplatz ist ein Rastplatz mit Spielplatz und ein Unterstand mit Kaffee- und Süßwarenautomaten, sowie ein Radverleih. Stefan macht sich gleich auf, zu einer mehrstündigen Radtour. Ich habe mir heute nach der vielen Lauferei in den letzten Tagen, einen Pausentag verordnet, um meine Knie etwas zu entlasten. Als Stefan am Spätnachmittag wiederkommt willich eigentlich mit ihm mit dem Rad nach San Pellegrino Terme reinfahren und lasse ganz mutig den Motor im Womi, aber als es auf der Strecke dann doch für meine Verhältnisse ziemlich hoch und runter ging, entscheiden wir uns, den Rest der Strecke zu Fuß weiterzulaufen. San Pellegrino ist auch bei uns bekannt durch das Mineralwasser, das von hier kommt. Der Ort bietet auch heute noch ein laut Prospekt sehr schönes Thermalbad, was mal locker 45-50€ Eintritt kostet und wir daher nicht von innen sehen werden. Selbst strahlt der Ort jedoch den Charme einer einst wohlhabenden Kurstadt für Sommerfrischler und Badegäste aus, der aber ein paar Jahrzehnte zurückliegt. Ein großes und beeindruckendes Grand Hotel vom Beginn des letzten Jahrhunderts, das verweist und dem Verfall ausgeliefert noch eine glorreiche Vergangenheit erahnen lässt, überblickt den Fluss. Über dem kleinen Ort tront ein Casino, das anscheinend noch betrieben wird. Nach einem kleinen Spaziergang kehren wir zurück zum Stellplatz und genießen Dusche und Abendessen.

3.9.21

Wir kommen allmählich wieder in Gefilde, in denen wir schon waren. Heute fahren wir in der Umgebung von Cislano, westlich des Iseo Sees zum Riserva naturale Piramidi di Zone. Hier stehen Gebilde herum, die sich durch Erosion, Umwelt- und menschliche Einflüsse aus einer Endmoräne entwickelt haben. Einfach gesagt, hat sich die Erdschicht der Moräne aufgelöst, aber dort, wo dicke Felsblöcke lagen, haben diese die Erde direkt unter sich geschützt. Das sieht nun heute so aus, als stünden Mensch ärgere Dich nicht Kegel in der Landschaft herum. Sie nennen sie hier Pyramiden, aber ich sehe da keine Ähnlichkeit. Der Weg von unserem Stellplatz dorthin ist ziemlich steil und sandig und daher schwer zu gehen. Besonders auf dem Hinweg zweifeln wir an dem Sachverstand Derjenigen, die ihn gestaltet haben und vermarkten, denn überall dort, wo man ggf einen Blick von oben auf die „Pyramiden“ haben könnte, sind Zäune und Büsche davor und die Bänke geben Ausblick auf Buschwerk. Erst als wir schon auf dem Rückweg, also wieder bergauf gehen, können wir die Formationen und Erklärungen genießen. Ebenso haben wir einen Blick auf den Iseosee, wobei es dafür schon schönere Stellen auf der Fahrt hierhin gab. Nun sitzen wir auf der Café-Terrasse und genießen unseren Kaffee und den Ausblick auf die Berge ringsum.

4.9.21
Eigentlich wollen wir die heutige Nacht am Gardasee verbringen, aber bei unserem ersten Stopp zum Einkaufen ist die Straße in einen der Orte am See bereits verstopft mit Autos diverser Länder, deshalb nehmen wir davon gleich Abstand. Da Stefan stimmt zu, heute ein längeres Stück fahren zu wollen, also suche ich auf der Strecke nach Trient nach einem Stellplatz mit Strom. Ich finde einen, wo man sogar nur für Strom zahlen muss und erkläre ihn unbesehen zum Ziel. Es steht etwas von nettem Ort mit Park und Einkehrmöglichkeiten in den Kommentaren, also scheint er weder in der Einöde noch an einer Hauptverkehrsstraße zu liegen, das hörte sich OK an. Wir fahren lange auf einer Schnellstraße südlich um den Gardasee herum – leider nie mit Blick auf ihn – bis wir zu den letzten ca 20km der Strecke kommen. Damit habe ich nicht gerechnet: mit 13% Steigung geht es ins Gebirge! Womi hat gut etwas zu tun, um den Berg hochzukriechen und ich bereute meine Ortswahl im Anbetracht auf sein Alter. Wir landen aber gut am Ziel, das Brentonico heißt und nordöstlich des Gardasees liegt. Es handelt sich um ein Ski- und Mountainbikegebiet. Wir machen gemeinsam einen kleinen Ortsrundgang und Stefan wandert noch ein Stündchen alleine, während ich meiner Faulheit fröhne. Morgen wollen wir nach Trient.

5.9.21
Früher fanden wir Sonntage immer doof auf Reisen, inzwischen wissen wir sie zu schätzen. Zum einen haben heute im Ausland viele Geschäfte auch sonntags geöffnet, sodass die Einkaufszonen nicht ausgestorben wirken, was uns aber wichtiger ist, ist dass es viel einfacher ist, einen erlaubten Parkplatz zu finden und der häufig, wie auch in Deutschland, kostenlos ist. Nachteil ist allerdings, dass touristische Highlights eher überlaufen sind. Wir wagen uns heute in die Südtiroler Stadt Trient, die in der Tat gut besucht ist. Dennoch finden wir problemlos einen Parkplatz direkt in der Innenstadt. Wir besuchen zuerst MART, die Galeria Civica, die eher klein ausfällt im Vergleich zu der Werbung, die dafür gemacht wird. Später finde ich heraus, dass es sich in Trient wohl nur um einen Teil des MART Kunstmuseums handelt und die Hauptausstellung wohl im Ort Rovereto ist. Nunja, wir werden es überleben, dass wir sie verpasst haben. Nach der Kunst kommt die Wissenschaft und zwar im MUSE, dem Wissenschaftsmuseum und das hält wirklich was es verspricht. Es ist groß, informativ und beeindruckend. Auf mehreren Ebenen wird man durch ausgestopfte Tiere, Dinosaurierskelette, Computeranimationen, Videos und andere multimediale Angebote vom Beginn der ersten Lebewesen bis zu heutigen Umweltkatastrophen durch die Jahrmillionen geführt. Leider ist es recht voll, trotz Einlassbeschränkungen und nach einer Weile wird es auch wirklich belastend, die FFP 2 Maske die ganze Zeit zu tragen. Es ist dennoch sehr interessant und wir bereuen es nicht, hineingegangen zu sein. Übernachten wollen wir aber nicht in der Stadt, deshalb fahren wir ein Stück nördlich zur Burg Thun, die ehr ein Schloss ist. Sie liegt auf einem Hügel, der rundherum von Apfelplantagen umgeben ist. Von weitem könnte man es für Weinberge halten, weil es gar keine richtigen Bäume, sondern eher Sträucher in Reihe und Glied, voll behangen mit Äpfeln unterschiedlicher Sorten sind. Es gibt welche, die sind schon fast schwarz rot., Die habe ich zuvor noch nie gesehen.
Die Burg können wir nicht mehr von innen besichtigen, weil es kurz vor Ende der Öffnungszeiten ist, aber durch den Garten ringsum können wir noch schlendern und danach machen wir noch einen kleinen Spaziergang macht zu einer kleinen Kirche. Ich denke mal, das wird eine ruhige Nacht, denn morgen ist hier Ruhetag. Es kann natürlich passieren, dass auf der Plantage gearbeitet wird.

6.9.21

Es war eine recht ruhige Nacht, aber heute Morgen um Punkt 7Uhr habe ich wieder das Glück, dass städtische Mitarbeiter mit Freischneidern, Motorsägen etc direkt unter meinem Alkoven beginnen, das Gras aus den Rasensteinen und die Hecke zu schneiden. Nicht nur, dass sie mir meinen Schlaf rauben, ich habe auch wieder wie in Turin die Befürchtung, dass sie sagen, ich müsste hier wegfahren. Stefan ist aber wie immer joggen. Die Sorgen erweisen sich als umsonst und wir machen uns nach dem Frühstück auf nach Bozen, um Ötzi im Museum einen Besuch abzustatten. Das wird aber leider nichts mangels Parkplatz. Wir sind froh, wieder aus der Stadt herauszukommen, weil anscheinend zu bestimmten Zeiten Fahrzeuge der Euronormen 0-3 hier nicht fahren dürfen. Ich meine aber, das bezieht sich nur auf LKWs über 3,5t, zumindest sind wir nicht während der angegebenen Uhrzeiten dort unterwegs. Puh, man muss da so aufpassen🙄. Wir fahren aus der Stadt Richtung Sterzing und bevor wir uns versehen, sind wir auf der Straße zum Penser Joch, einem Pass mit 2211Höhenmetern. Womi hat ganz schön was zu tun, meistert die Strecke aber im Faultiertempo ganz prima. Die Straße muss das Highlight aller Motorradfahrer sein. Wir sehen mindestens 50 unterwegs und oben, fast ausschließlich aus Deutschland. In Sterzing angekommen gucken wir uns ein wenig in der Fußgängerzone um und sind erstaunt, dass soviele Häuser in Südtirol nette kleine Erker haben. Das war uns zuvor nie aufgefallen. Wir gehen zum Schluss unserer Reise nocheinmal gemütlich Pizzaessen und entscheiden uns, nicht noch eine Nacht in Italien zu bleiben. Es gibt in der Ecke nur einen richtigen Stellplatz und das ist sozusagen der Autohof der Brennerautobahn. Wir wollen nicht bei Verkehrslärm schlafen und dafür Geld zahlen. Wir entscheiden, nicht die Autobahn, sondern die alte Brennerstraße zu nehmen und bis Mittenwald zu fahren. Der Brennerpass erscheint lächerlich und wir hätten uns sicher geärgert, dafür auf der Autobahn viel Maut zu zahlen. Erst später, bei Seefeld in Österreich finden wir heraus, wo die ernsten Steigungen sind. Langsam aber sicher kommen wir auch hier hoch und ohne Kontrollen nach Deutschland. Wir übernachten auf dem Parkplatz der Schanze in Garmisch Partenkirchen. Morgen geht es dann, nach genau 10 Wochen unterwegs, wieder nach Zorneding. Eine wunderschöne, spannende und manchmal auch nervenaufreibende Reise geht damit zuende. Ob wir es nun leid sind im Womi zu schlafen? Nein, das könnte noch länger so weitergehen. Außerdem hat sich erfreulicherweise unsere Batterie für den Wohnbetrieb auf dem schönen Stellplatz in San Pellegrino Terme am Stromnetz wieder so erholt, dass wir sie ohne Probleme wieder nutzen können. Es gibt aber auch ein paar Dinge, die Zuhause mal wieder erledigt werden müssen und da die Coronazahlen wieder überall steigen, wollen wir unser Glück auch nicht überstrapazieren. Die letzte Reise in diesem Jahr wird es aber höchstwahrscheinlich dennoch nicht gewesen sein🤔

Was uns in Italien aufgefallen ist:

  • es gibt Automaten, an denen man Wasser zapfen kann, sowohl mit als auch ohne Kohlensäure, kostenlos oder für 5-10ct der Liter.
  • Man kann Marihuana in kleinen Mengen am Automaten kaufen wie Zigaretten.
  • es ist häufig einfacher, kostenfreie Stellplätze oder erlaubte Parkplätze z.T. auch mit Abwasserentsorgung und Strom zu finden, als Stellplätze mit Ver- und Entsorgung gegen Geld, bzw sind sie wenn, dann zu teuer, haben miese Bewertungen, liegen doof z.B. an der Autobahn, oder man muss erst jemanden kontaktieren laut unserer Stellplatz APP .
  • es gibt unwahrscheinlich viele Kreisel. Man scheint einen Großteil der Ampeln durch sie ersetzt zu haben.
  • nirgendwo haben wir bisher soviele Blitzer gesehen wie hier, immer vorher angekündigt. Es gibt sie in jeder Stadt alle paar Kilometer. Es sind orange oder blauen Kästen am Straßenrand. Nach ein paar Tagen bin ich so fixiert darauf, dass ich sogar schon eine blaue Mülltonne dafür gehalten habe😂
  • Mülltrennung gibt es auch hier. Im Norden stehen überall Container für Plastik, Bio, Papier, Glas und Restmüll, wo die Leute ihren Müll hinbringen, oder sie haben kleine Eimerchen, die an die Straße gestellt werden zur Abholung. Was es nicht gibt, ist Flaschenpfand, zumindest nicht auf Plastikflaschen. Unsere Wasserflaschen stapeln sich im Womi und werden an den meist kostenlosen Wasserhähnen auf Stellplätzen oder in Städten wieder aufgefüllt. Im Süden hapert es überhaupt an Müllentsorgung. Da wäre man schon froh, wenn der Müll überhaupt von Straßenrändern und aus der Natur verschwände.
  • Vielleicht liegt es daran, dass viele Italiener Mal in Deutschland gelebt haben, auf jeden Fall findet man überall Würstel auf der Speisekarte. Es gibt sie auf der Pizza, auf Fladen, im Salat…
  • entgegen meiner Erfahrungen von früheren Italienreisen (in den 80gern) fahren heute kaum noch Vespas durch die Gegend, dafür findet man überall Radfahrer und häufig auch richtig gute Radwege, auch in den Städten. Im Süden und besonders auf Sizilien sieht das allerdings anders aus. Da kurven wie eh und je die abgasreichen Roller durch die Gegend.
  • Dass man in Italien in den Städten nicht mit kurzer Hose rumläuft, sondern immer addrett und modisch gekleidet, scheint sich auch nur noch in Reiseführern gehalten zu haben. Auch Italiener*innen tragen häufig legere Klamotten und kurze Hosen in der Fußgängerzone. Natürlich gibt es auch Modepüppchen oder ausgefallene Modelle, aber alles scheint möglich, solange man nicht mit richtig kurzen Hosen und Spagettiträger in die Kirche will.
  • eine Italienreise muss nicht teuer sein. Wie bereits beschrieben, gibt es zahlreiche Stellplätze und Parkplätze, die kostenlos sind und häufig sogar besser als teuere. Campingplätze hingegen sind teuer, aber wer will schon zwischen lauter Dauercampern stehen und häufig auch noch eine Art Vergnügungspark dazu bekommen? Wir jedenfalls nicht. Schwierig wird es in den super touristischen Gebieten wie rund um Neapel, Pompei, an der Amalfiküste oder italienischen Riviera. Dort ist deutlich zu merken, dass man die Wohnmobilisten möglichst auf die Campingplätze verbannen will. Wenn man meinen Bericht aber aufmerksam verfolgt, kann man erkennen, dass wir lange suchen mussten, um einen Stellplatz zu finden und das trotz Hochsaison. Italien ist für eine Wohnmobilreise auf jeden Fall hervorragend geeignet. Wir waren zuvor in keinem Land, wo es so einfach war, Ent- und Versorgungsstationen zu finden und Stellplätze und wo findet man sonst wohl gemeindliche Stellplätze, die zum Teil sogar Strom kostenlos anbieten? Fahrtechnisch muss man sich auf enge Straßen in Städten und häufige Steigungen einstellen. Bei vielen Orten sind daher aber Stellplätze unterhalb oder außerhalb der Altstädte im Angebot, von wo man gut zu Fuß die Attraktionen erreichen kann. Sehr verwirrend sind allerdings die Ein- bzw. Durchfahrtsregelungen, die inklusive Gesetzesangabe unter „Einfahrt verboten“ Schildern stehen, sogenannte ZTLZona a traffico limitato. Es ist schier unmöglich im laufenden Verkehr und ohne oder mit beschränkten Italienischkenntnissen diese Einschränkungen augenblicklich zu erfasen und sich daran zu halten. Überwacht wird die Einhaltung mit Kameras. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob wir noch ein Strafmandat zugeschickt bekommen, weil wir ggf. irgendwo zur falschen Zeit mit der falschen Euronorm oder dem falschen Fahrzeug (Wohnmobilverbot) irgendwo reingefahren sind.
  • In den Bars kostet Espresso in der Regel 1€, Cappuccino 1,20-1,50€, womit man gut leben kann. Pizza ist ähnlich teuer wie bei uns. Außerdem gibt es noch gefüllte Fladen, Paninis oder ähnliches, die auch nicht sehr teuer sind. Pommes kosten ca 2,50€ -3€. Wenn man natürlich ein mehrgängiges Menü haben will, kostet es halt seinen Preis. Es kommt natürklich auch darauf an, wann und wo man ist(s)t. In der Hochsaison auf dem Markusplatz oder ähnlichen hochtouristischen Ecken kann es natürlich teuer werden, wie überall auf der Welt, wo es Tourismus gibt. Wir haben Restaurants meist vermieden, weil wir selten ein ganzes Menü essen wollen und außerdem dort auch meist noch der Serviceaufschlag hinzukommt. Wir kochen auch unterwegs häufig selbst, wenn wir nicht gerade vermeiden wollen, dass es dadurch noch heißer im Womi wird. Wie Zuhause kaufen wir bei Lidl, wo das Angebot ähnlich wie in Deutschland ist, aber natürlich auch regionale Lebensmittel angeboten werden, so gibt es haufenweise unterschiedliche frische Pasta und immer eine eigene Gefriertruhe mit Meeresfrüchten.
  • Als letzte Anmerkung zu den Italienern muss ich noch etwas anmerken: ich kenne kein Volk, das soviel und in jeder Situation telefoniert, wie sie. Da wird lautstark ein Pläuschchen per Skype mit Mutter oder Freundin gehalten, während man den Hund ausführt, beim Joggen werden ernsthafte Diskussionen geführt, zumindest lässt das Gesicht und die Art zu reden darauf schließen, man telefoniert beim Auto- und Radfahren, meist auch per Skype und natürlich beim Essen im Restaurant oder beim Einkauf. Dabei scheint es wichtig zu sein, dass auch die Umgebung etwas davon hat, denn die Lautstärke der Stimme würde sich mancher Stadtführer oder Lehrer bei uns sicher manchmal wünschen.

10 Wochen Wohnmobiltour durch Italien – ein Fazit

Es war eine wunderschöne, erlebnisreiche und gelegentlich auch mal nervige Tour, auf jeden Fall aber unvergesslich!. Das waren für uns die Highlights:

  • Besuch der Inseln Burano und Murano, danach Venedig
  • Wunderschöne kleine Orte, die oben auf Hügeln bzw teilweise Bergen liegen mit mittelalterlichen Strukturen und einem wunderschönen Ausblick auf die Umgebung, z.B. Veruccio
  • Besuch in San Marino
  • Die Grotten von Frassati
  • Die Bucht und der Strand von Conero
  • Der Lago Fiastra im Nationalpark Monti Sibillini
  • Tropea, das wunderschön auf einem Sandsteinfelsen liegt und auf Hafen und Strand blickt
  • die Schifffahrt mit dem Besuch der wunderschönen Inseln Panarea und Stromboli
  • Das Miterleben von stundenlangen Eruptionen des Vesuvs Ätna aus nur 15km Entfernung und die Erfahrung, dass es Lavasand und Bröckchen regnet. Sehr beeindruckend, aber auch etwas gruselig
  • Die faszinierende Innenstadt von Salemi auf Sizilien
  • Die beeindruckendsten Bauwerke der Römer in Ercolano und Pompei und was das Lava davon konserviert hat
  • Die wunderschöne Wanderung von Ort zu Ort in den Cinque Terre
  • Die Fahrt mit Skyways aufs Mont Blanc Massiv und die unbeschreibliche Aussicht von dort
  • Das Kinomuseum in Turin
  • Die Erfahrung in einem metallenen Korblift über der Bergwelt zum Monte Camino zu schweben
  • Die ungeplante Wanderung auf dem Pilgerweg zum Sacro Monte di Varese
  • Die Landschaft auf der Fahrt zum Penser Joch
  • Das leckere Essen, zu dem wir von unserem Vermieter auf Sizilien eingeladen wurden, weil unsere Küche in der Ferienwohnung noch nicht fertig war
  • Italienischer Kaffee und Tiramisu 😍
  • Viele sogar kostenlose Stellplätze von Gemeinden mit Ver- und Entsorgung
  • das unser 25Jahre altes Wohnmobil uns trotz seiner über 250000km bis auf wenige Kleinigkeiten gut überall hingebracht hat
    ++++vieles mehr

Nicht so glücklich machte uns:

  • dass wir wegen Covid 19 in der heißesten und touristischten Hochsaison fahren mussten, weil nicht absehbar war, ob es im Herbst noch möglich ist
  • die zum Teil unerträgliche Hitze bis 40⁰Celsius, besonders auf Sizilien
  • die kleinen Probleme mit dem Wohnmobil, die uns mehrmals zum Besuch von Werkstätten zwang
  • die unverständlichen Verkehrsschilder der diversen Einfahrts- und Durchfahrtsverbote
  • die halsbrecherische Fahrweise vieler Italiener
  • das Fahren mit Wohnmobil auf überfüllten Küstenstraßen und in größeren Städten mit engen Gassen und z.T. niedrigen Unterführungen

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