Dienstag, 28.1.26 Bad Harzburg – Köln – Teneriffa
Großen Befürchtungen zum Trotz konnten wir ohne Schneeprobleme zum Flughafen Köln/Bonn fahren, fanden einen Parkplatz in einer ruhigen Wohngegend in Köln-Porz und konnten von dort gemütlich zum Flughafen laufen. Der Flug brachte uns pünktlich gegen 20:50Uhr Ortszeit (21:50 Zuhause) zum Flughafen Teneriffa/Nord, wo wir von unserem Airbnb Vermieter gegen Bezahlung nach Los Christianos abgeholt wurden. Wir verbrachten die Nacht in einem Zimmer einer Privatwohnung und teilten uns das Bad mit einem anderen Gast, den wir aber nicht kennenlernten. Am Abend aßen wir noch eine leckere vegane Bowl mit Reis und Gemüse bei einem chinesischen Imbiss um die Ecke und holten uns im Supermarkt süß gefüllte Cremerollen zum Nachtisch, dann ging’s ins Bett.
Mittwoch, 28.1.25 Los Christianos/ Teneriffa – La Frontera/ El Hierro
Wir hatten zum Frühstück Teilchen und Kaffee in einer Panederia. Leider hatte das Café, das richtiges Frühstück im Angebot außen beworben hatte, gerade heute, am Mittwoch, geschlossen. Danach hatte ich eine Wanderung bei Komoot ausgesucht, die sowohl die Strandpromenade, Geschäftsstraßen in Los Christianos als auch eine Besteigung eines Vulkanhügels inmitten der Stadt beinhaltete. Letzteres war eigentlich das einzig interessante, denn man hatte vom Kraterrand einen guten Ausblick auf Küste, Stadt und Berge. Von weitem konnte man ein Stückchen weiter sogar die Spitze des Teide, des höchsten Vulkankegels der Insel und der gesamten Kanaren sehen. Die Promenade und Geschäftsstraßen waren voller weißer Touristen aus aller Welt, wo hingegen Schwarzafrikaner, deren Kontinent am nächsten liegt, gar nicht oder nur als Verkäufer am Strand oder zum Haare flechten und Henna bemalen zu sehen waren. Es war sehr touristisch und vom Aussichtspunkt des Vulkans konnte man sehen, wie allmählich die Apartmentanlagen die Vulkanberge hinaufwachsen. Man kann nur hoffen, dass dem Einhalt geboten wird. Was wir hier zum ersten Mal gesehen haben, ist, dass Elektromobile – im Volksmund gerne AOK Shopper genannt – hier in der Einer- und Zweierversion an Touristen vermietet werden wie E-Roller. Man scheint sich auf die älteren Jahrgänge eingestellt zu haben, wobei wir auch viele Behinderte gesehen haben, aber auch junge Leute waren teilweise damit unterwegs.
Gegen 15 Uhr begaben wir uns zum Fährterminal, um unsere Abfahrt zu checken und herauszufinden, ob wir bei der Ankunft auf El Hierro noch einen Bus nach La Frontera bekämen. Die Mitarbeiterin sagte ja, aber unsere Vermieterin auf der Insel teilte uns mit, dass zu der Zeit kein Bus mehr führe, was uns im Anbetracht der Abgeschiedenheit auch wahrscheinlich erschien. Sie bot an, uns gegen Geld abzuholen. Für ein Taxi hätten wir sicher mindestens auch 35€ bezahlt und so konnten wir direkt zur Unterkunft fahren und bei ihr einchecken.
Unsere Fähre fuhr um 17:00 und ich war von der Sonne und dem plötzlichen Klimawechsel auf 22⁰ statt Minusgraden zuhause nach der Wanderung so kaputt, dass ich gleich im Terminal blieb und Stefan sich bereiterklärte, unser beider Gepäck aus der Unterkunft zu holen, was wir dort tagsüber deponieren konnten. Er kaufte auch noch Lebensmittel fürs Abendessen ein und dann ging die fast 2,5stündige Überfahrt los. Sie war ganz schön schaukelig, sodass ich auf dem Weg zur Toilette wie besoffen durch die Gänge taumelte. Gegen 20:00 waren wir dann endlich bei unserer kleinen Ferienwohnung. Sie war klein und etwas klamm, aber wir stellten die Heizung an und bald war es ganz kuschelig. Nachts kühlte es in den Bergen runter auf ca. 14⁰ und wir hatten recht hohe Luftfeuchtigkeit. Um zu sehen, wo wir gelandet waren, mussten wir bis zum nächsten Morgen warten. Es war bei der Ankunft schon zu dunkel.
Donnerstag, 29.1.26 La Frontera
Wir begannen uns in unserer Wohnung einzuleben. Bei der Ankunft fühlte man die hohe Luftfeuchtigkeit, die sich auch in klammer Bettwäsche äußerte, sodass ich froh war, meinen Schlafsack und meine dünne Reisedecke, die ich vor Jahren von Stefan geschenkt bekommen hatte, nutzen zu können. Letztere eignete sich hervorragend als Bettlaken. Wir machten gleich die Elektroheizung an und ließen sie durchgehend laufen, womit wir inzwischen ein angenehmes Klima geschaffen hatten. Stefan konnte so auch seine Laken trocknen. Den Tag begannen wir mit einem abgespeckten Frühstück, weil wir nur Haferflocken von daheim und ein paar Mandarinen, sowie den Rest einer Packung Schokocremegefüllter Blätterteigstückchen hatten. Natürlich fehlte es auch nicht an Kaffee, denn wir hatten noch einen Rest Nescafé von unserer letzten Reise mitgenommen, sodass wir uns damit helfen konnten. Gesättigt machten wir uns auf zur Erkundung von Tigaday, einem Ortsteil von La Frontera und dem Hauptort selbst. Wir wohnten etwas außerhalb des Ortes und die ganze Gemeinde befand sich im Valle de El Golfo, einem sehr fruchtbaren Tal im Nordwesten der Insel. Der Blick von unserem Haus ging sowohl auf Berge als auch auf die Atlantikküste und zahlreiche Wanderwege, teils recht anspruchsvoll, verliefen in unserer Umgebung. Heute war aber für uns der Ort selbst das Ziel, denn wir mussten herausfinden, wie und wann wir am nächsten Tag zum Flughafen kamen, um unseren Mietwagen abzuholen. Wir benötigten zwei Busse und mussten noch ein ganzes Stück durch den Ort bis zur Busstation laufen, sodass uns die Tour mehr als 2,5Std Zeit kosten würde, obwohl der Flughafen nur 28km entfernt war. Ganz schön nervig, sodass wir uns freuten, danach motorisiert zu sein. Viel lieber hätten wir gleich ab Fähre ein Auto gehabt, aber die waren viel teurer und außerdem machten alle Mietstationen um 18:00 dicht für die Abholung von Fahrzeugen und die Fähre war erst um 19:30 da.
Wir stürmten darüber hinaus den Supermarkt vor Ort und deckten uns für Abendessen und Frühstück ein. El Hierro erschien uns sehr verschlafen. Die wenige Gastronomie hatte nur wenige Stunden geöffnet und das auch nicht an jedem Tag, da war schon Selbstverpflegung angesagt, was wir bei der Buchung unserer Unterkunft auch gleich berücksichtigt hatten. Ohne Küche lief hier wenig.
Tigaday und La Frontera, die ineinander übergingen, waren hübsche Örtchen mit den notwendigsten Geschäften von Friseur, Lebensmittel-, Elektro-, Textilgeschäften und ähnlichem, wenigen Restaurants bzw. Bars und der Besonderheit eines kostenlosen, vom Ort finanzierten Fitnesscenters für Jedermann! Es gab auch eine Station für medizinische Notfallversorgung und einen Busbahnhof mit ich glaube zwei Linien. Natürlich durfte auch die Kirche nicht fehlen, hier mit der Besonderheit, dass der weiße Glockenturm getrennt, oben auf einem grünen Hügel über dem Ort weithin sichtbar war. Dort hinauf sind wir über grausig hohe Vulkansteinstufen geklettert und hatten einen guten Blick über Ort und Küste. Leider war das Wetter bewölkt, sodass es nicht ganz so toll aussah. Erst zum Abend hin rissen die Wolken kurz auf und wir hatten von unserer Terrasse eine schöne Aussicht, die wir bei superleckeren Orangen genossen und uns um die Buchung unserer weiteren Unterkünfte kümmerten. Es war schon gar nicht mehr so einfach, für einen längeren Aufenthalt eine einigermaßen bezahlbare Wohnung zu finden. Man musste leider alles schon ziemlich frühzeitig buchen, Autos wie auch Unterkünfte, was die Flexibilität stark einschränkte, besonders weil die Fähren nur so selten fuhren und wir für La Gomera erst wieder nach Teneriffa zurück und von dort dann die Fähre nach La Gomera erwischen mussten. Wir wollten eine weitere Zwischenübernachtung vermeiden. Jetzt waren wir aber erstmal auf El Hierro und wenn wir ab kommenden Tag unser Auto hatten, konnte die Erkundung losgehen.
Freitag, 30.1.26 La Frontera- Villa de Valverde
Wir verbrachten fast den ganzen Tag damit, unser Auto abzuholen und unser Ticket für die Fähren – Teneriffa – La Gomera zu besorgen. Die Busfahrt nach Villa de Valverde, der Inselhauptstadt, dauerte ca. 30Minuten. Dort verbrachten wir unsere Wartezeit mit einem Rundgang durch die sehr hügelige Stadt und besuchten die von außen sehr hübsche Kirche auf dem Plaza Virrey de Manila. Der Platz wurde zu Ehren des im 17.Jahrhundert auf El Hierro geborenen Pedro Quintero de Núnez benannt, der auf die Philippinen auswanderte und es dort zum Vizekönig und reichsten Bürger des Landes brachte. Unser nächster Bus fuhr ca. 1,5Std später zum Flughafen, wo wir unseren Mietwagen abholen wollten. Im sehr überschaubaren Flughafengebäude gab es aber keinen Avis Schalter, sondern nur einheimische Verleiher. Man schickte uns zum Parkplatz, aber nirgends war ein Schild oder ein Mitarbeiter. Bei einem Anruf bei der auf den Papieren vermerkten Nummer, erklärte uns die Dame, wir hätten vorher anrufen sollen! Wir waren ziemlich sauer, denn wir hatten am Vorabend noch dort angerufen, weil die Abholadresse sowohl auf „im Terminal“ als auch auf eine Straße, die aber in der Stadt selbst war, lautete. Letztere wäre uns viel lieber gewesen, dann hätten wir einen Bus gespart, aber wir sollten unbedingt zum Flughafen kommen. Auch sie sagte uns, wir sollten auf dem Parkplatz warten, der Mitarbeiter käme dann. In der hintersten Ecke fanden wir ein paar Autos mit Avis- Schildchen und warteten dort. Gerade als wir uns bei CHECK24 beschwerten (und einen 20€-Gutschein aus Kulanz bekamen), tauchte ein Avis Mitarbeiter auf und wir konnten endlich mit ca. einstündiger Verspätung unser Auto entgegennehmen. Wir fuhren gleich zum Fährhafen und konnten für den 9.2. unsere Fährverbindung über Teneriffa nach La Gomera buchen. Warum es keine Direktfähren gab, war mir ein Rätsel. Die Insel war eigentlich auf dem Weg. Das gleiche galt bei Flügen. Alles ging über Teneriffa zur Nachbarinsel. Musste man nicht verstehen…
Inzwischen hatte ich riesigen Hunger, aber der war gar nicht so einfach zu stillen. Viele Restaurants machten auf El Hierro erst abends auf und in den wenigen Cafeterien/Bars gab es nicht unbedingt etwas vegetarisches. Wir fanden eine, in der wir für 10€ zwei Portionen Pommes bekamen, die gerne noch eine Weile in der Fritteuse hätten verweilen dürfen. Knusprig konnte man sie beim besten Willen nicht nennen. Wir begannen danach noch eine Wanderung, aber es stellte sich heraus, dass es dafür eigentlich schon zu spät war, besonders weil es ziemlich bergauf- bergab und teilweise auf kaum erkennbarem Weg durchs Gestrüpp ging. Noch dazu war inzwischen die Nachmittagssonne wieder Wolken gewichen, die auch Regen hätten verheißen können. Das Wetter wechselte sehr schnell und oft und zeitweise blies ein kräftiger Wind. Wir kürzten die Tour ab und nahmen uns vor, sie ggf. an einem anderen Tag, bei schönem Wetter und zu früherer Zeit erneut zu versuchen. Die üppig grüne und bergige Landschaft war schon reizvoll und versprach nette Naturerlebnisse. Wir fuhren zurück nach La Frontera und kehrten nach einem Einkauf in unsere Unterkunft zurück, wo Stefan uns ein leckeres Abendessen mit Reis und Linsencurry zauberte. Seine Gewürzmischung musste nämlich immer von zuhause mitgenommen werden.
Samstag, 31.1.26: La Frontera – Wanderung Naturfreibad Charcos Azul – Los Llanos – Fahrt zum Mirador de los Roques de Salmor – Spaziergang zum Muelle Punta Grande und Monumento a los desaparecidos en el «Fausto» – Einkehr bei der Quesadillas La Herreña
Es war ein perfekter Tag. Nach dem Frühstück wanderten wir direkt von unserer Haustür aus zum Naturschwimmbecken Charcos Azul. An diesem Tag wäre sicher niemand auf die Idee gekommen, dort auch nur in die Nähe des Beckens zu gehen, nicht nur, weil gerade auf Teneriffa eine Frau mit Hund von einer Welle am Pier ins Wasser gezogen und verschollen war. Die Wellen waren auch hier und auch an unserem nächsten Punkt beim Mirador de los Roques de Salmor die höchsten und beeindruckendsten, die wir je irgendwo gesehen haben. Sie schlugen mit unglaublicher Kraft gegen die vulkanischen Felsen der Küste. Es war ein faszinierendes Erlebnis, besonders, als beim Muelle Punta Grande die Gischt auch noch Regenbögen über dem Wasser zauberte. Zu nahe rangehen war aber definitiv nicht ratsam. Beim letzten Mirador befand sich ein Denkmal, das an das 1968 verschollene Fischereischiff „Fausto“ das erst nach 17 Tagen treibend und verlassen aufgefunden wurde, erinnerte. Nach der nur knapp 5km kurzen, aber mit 220 Höhenmetern auf dieser kurzen Distanz für mich ganz schön anspruchsvollen Einstiegswanderung unserer Reise, machten wir kurz Mittagsstopp in unserer Unterkunft und genossen eine kühle „Gazpacho“, die typische, erfrischende, spanische Tomaten-Gemüsesuppe, bevor wir unser zweites Ziel mit dem Auto anfuhren. Zum Abschluss besuchten wir das Bäckerei-Cafe „Quesadillas La Herreña“ und genossen leckeren Kuchen, Eis und Kaffee, was ausnahmsweise mit ~8€ zusammen recht günstig war. Zum Abendessen kochte uns Stefan eine leckere Linsensuppe nach indischer Art. Da kam unsere mitgebrachte, selbst zusammengestellte Gewürzmischung wieder zum Einsatz.
Sonntag. 1.2.26: Frontera – Wanderung Mirador La Llanía und Küstenwanderung von Arenas Blancas bis Punta de La Sal
An diesem Morgen entschieden wir uns in die Berge zu fahren, weil es sonnig und klar war und gute Sicht versprach. Wir fuhren bis auf ca. 800m Höhe, parkten und wanderten durch sehr schönen Lorbeerwald, der uns an Gran Canaria erinnerte. Wir liefen bis zum Mirador La Llania, von wo wir einen guten Ausblick auf die Küste bekamen. Während unserer Wanderung zog bereits wieder Nebel auf und wir entschieden uns, zum Auto zurückzukehren, da die Sicht bald wieder verschwunden sein würde. So war es auch und wir fuhren im Nebel wieder zurück nach La Frontera, wo noch die Sonne schien. Wir kauften ein, weil der Supermarkt sonntags nur bis nachmittags geöffnet hatte und auch erst wieder am Dienstag seine Tore öffnete. Wir aßen eine Kleinigkeit in unserer Ferienwohnung und machten uns danach auf die Fahrt entlang der Küste Richtung Westen. Unser erster Halt galt der Zona recreativa La Laja, wo an sich ein Naturschwimmbecken locken sollte, aber an Schwimmen war derzeit nicht zu denken. Die meterhohen Wellen veranlassten die Ordnungskräfte sogar dazu, schon oben beim Zugang Sperren aufzustellen. Die Gegend wurde Richtung Westen immer vulkanischer und nach dem Pozo de la salud, einem Kurhotel, endete die Zivilisation und man konnte endlos über einen gutangelegten Weg über Vulkanfelder wandern, bizarrste Gesteinsformen im und außerhalb des Wassers bewundern, gegen die die Wellen schlugen und mit meterhoher Gischt eine ganz besondere Atmosphäre zauberten, besonders in der tiefstehenden Nachmittagssonne zu dieser Jahreszeit. Wir wanderten vom Parkplatz Arenas Blancas bis zum Punta de la Sal. Das Salz schmeckte man auch deutlich auf den Lippen. Wir haben sicher unseren Bronchien etwas richtig Gutes getan, bei all dem Salzwasser, das wir eingeatmet haben. Da kam keine Saline im Kurpark in Deutschland mit. Gegen 18:30 waren wir wieder zurück in unserer Unterkunft und nach einem wunderschönen Farbspiel am Himmel wurde es um 19:30 schlagartig dunkel. Das ging hier wirklich sekundenschnell, unglaublich!
Montag, 2.2.2026: La Frontera –
Ecomuseo de Guinea – Playa del Verodal – Mirador de Lomo Negro
Das regnerische Wetter am Morgen ließ uns den Tag mit dem Ecomuseo de Guinea beginnen. Das Museum war nur mit Führungen zu besuchen und die waren leider nur auf Spanisch. Allerdings bekamen wir ein Infoblatt auf Deutsch mit den folgenden Informationen:
Guinea ist eines der ältesten Dörfer auf El Hierro (bewohnt seit ca. 17 Jahrhunderten).
Die Bewohner lebten teils in Lavahöhlen („Jameos“) und Gängen, später auch in Häusern.
Das Dorf war saisonal bewohnt (Winter/ Sommer je nach Klima und Landwirtschaft).
Wirtschaftlich basierte alles auf Subsistenzlandwirtschaft, Viehzucht und Handwerk; später Verarmung und Abwanderung.
Im 20. Jh. wurde Guinea aufgegeben, später aber als Freilichtmuseum wiederbelebt.
Der Name „Guinea“ hat unklare Herkunft (Afrika-Handel oder englische Münze).
Die Architektur ist schlicht, funktional und nutzt lokale Materialien (Stein, Holz), typisch für El Hierro.
Das Leben muss sehr entbehrungsreich gewesen sein. Wasser musste entweder mitgebracht werden oder es war höchstens möglich, Regenwasser aufzufangen. Zum Wäschewaschen und -trocknen musste man zu einem lokalen Waschplatz in weiter Entfernung gehen.
Im Museum befand sich darüber hinaus noch eine Aufzuchts- und Auswilderungsstation für die endemische Rieseneidechse, die es nur auf El Hierro gibt und deshalb für die Insulaner von besonderer Bedeutung ist. Die 1985 schon als ausgestorben erklärte Spezies alarmierte die Naturschützer und mit Hilfe von Hirten fanden sich noch zwei Weibchen, ein Männchen und ein Jungtier, die daraufhin in einen geschützten Raum gebracht und mit Liebe und Geduld zur Zucht gebracht wurden.
Das heutige Auffangzentrum für die Rieseneidechse von El Hierro, das „Lagartario“, wurde 1995 gebaut. Es ist ein künstliches Habitat, in dem die Vermehrung der Tiere unter idealen Bedingungen gefördert werden soll. „Einige der Echsen werden zur Fortpflanzung eingesetzt, bei anderen wird das Verhalten untersucht, andere werden der Öffentlichkeit gezeigt und manche werden darauf vorbereitet, in die freie Natur entlassen zu werden“, erklärt Rodríguez.
Als dritte Führung sollten wir eigentlich noch in einen Lavatunnel geführt werden, aber dieser war an diesem Tag aus irgendeinem Grund nicht möglich zu besichtigen, was ich recht schade fand.
Wir ließen es uns nach dem Museum noch einmal in der Quesadillas La Herreña bei Kaffee, Kuchen und Eis gutgehen und verbrachten danach eine längere Zeit in unserer Wohnung, da es draußen regnete. Gegen 16:30 hellte das Wetter etwas auf und wir fuhren zu dem Küstenabschnitt, bei dem wir am Vortag aufgehört hatten. Entlang der Küste kamen wir als nächstes zum schwarz sandigen Strand Playa del Verodal, dessen Lage einfach traumhaft war. Es ging ein paar Vulkansteinstufen hinab zu einem strohgedeckten Unterstand mit Sitzgelegenheiten und von dort nochmals ein paar Stufen tiefer war der von Vulkanfelsen eingerahmte schwarze Sandstrand. Auch hier war aber derzeit das Baden zu gefährlich, der Ausblick jedoch einfach wunderbar!
Im Anschluss ging es auf einer kurvenreichen Bergstraße ohne jegliche Leitplanke steil hinauf zum Mirador de Lomo Negro mit wiederum umwerfendem Blick über das mit unterschiedlichen grünen Gewächsen bewachsene, schwarze Vulkangestein die Steilküste hinunter zum brausenden Meer. Man hatte hier das Gefühl, auf einem anderen Planeten zu sein mit fast keiner anderen Seele meilenweit. Hier war nur noch Natur. Einzig eine mehrere hunderte Meter lange Natursteinmauer, deren Sinn wir uns nur als Begrenzung von Weideland für Ziegen oder Schafe, die wir allerdings nicht gesehen haben, vorstellen konnten. Hier oben gab es neben niedrigen Gewächsen die knochigsten, windzerzaustesten Bäume, die man sich vorstellen konnte.
Wir beendeten diesen schönen Reisetag mit zwei leckeren Pizzen und alkoholfreiem Bier in der örtlichen Pizzeria von La Frontera.
Am kommenden Tag wollten wir diese Inselseite verlassen und in eine Unterkunft in Timjiraque auf der Ostseite der Insel, in der Nähe des Fährhafens, wechseln. Zum einen konnten wir keine Unterkunft für den gesamten Zeitraum finden und außerdem ersparten wir uns damit etwas Fahrerei zu den anderen Zielen auf der Insel und zur Fähre.
Unsere derzeitige Unterkunft hatte eine ortsnahe Lage mit traumhaftem Ausblick und guter Ausstattung, sie hatte aber auch ein paar Mängel. Zum einen war die hohe Luftfeuchtigkeit weder durch Heizung noch durch Lüften und Ventilator aus dem Haus zu bekommen. Nur wenn wir alle Fenster weit öffneten und den Ventilator anmachten, war der Geruch kaum noch zu bemerken. Kamen wir aber nach einem Tag unterwegs zurück in die verschlossene Wohnung roch es deutlich muffig. Ein weiterer Negativpunkt war, dass zwischen Schlafzimmer und Wohnküche keine Tür, sondern nur ein Durchgang war, d.h. Stefan musste im Dunkeln sitzen, wenn er vor mir aufstand oder später ins Bett ging, um noch im Handy etwas anzusehen, da das Licht nervig ins Schlafzimmer leuchtete. Wir hofften, dass die nächste Wohnung in beider Hinsicht besser sein würde, wobei wir auch bei anderen Unterkünften in den Rezensionen das Problem der Feuchtigkeit erwähnt gefunden hatten.
Dienstag, 3.2.26 La Frontera – Timjiraque
Wir zogen an die Ostküste um und hätten es besser nicht erwischen können! Wir wohnten nun in einer 100qm Wohnung mit zwei Schlafzimmern, super Bad, gigantischem Wohnzimmer mit offener Küche und einer 1a Terrasse mit Blick auf Meer und Berge, auf der ich morgens auch Sport machen konnte.
Da ausgerechnet an diesem Tag der Tunnel zwischen La Frontera und Villa de Valverde wegen Bauarbeiten gesperrt war, mussten wir einen großen Umweg über die Berge fahren.
Der Tunnel wurde 2003 gebaut und verkürzte mit seiner Eröffnung die Entfernung zwischen Valverde und La Frontera von 32,8 km auf 17,2 km. Dadurch konnte die Fahrzeit zwischen den beiden Städten halbiert werden, die bis dahin 45 Minuten betrug, da die Verbindung über eine Nebenstraße und eine kurvenreiche Straße führte, die aufgrund des Geländes, durch das sie verlief, als „Cumbre-Straße“ bekannt war. Für uns war das aber kein wirkliches Problem, denn wir konnten sowieso erst um 16:00Uhr einchecken und so trafen wir unterwegs auf den Sendero La Llania. Es handelte sich dabei um einen der beliebtesten Rundwanderwege der Insel. Er führte durch mystische Lorbeerwälder mit Baumheide und Farmen und bot spektakuläre Ausblicke auf das El-Golfo-Tal. Dadurch, dass es wie häufig hier oben auf bis zu 1300m sehr neblig war und die Bäume über und über mit Moosen bewachsen waren, fühlte man sich wie in einem Geisterwald. Die Wanderung war toll, auch wenn man wegen Nebel vom Mirador absolut keine Aussicht auf die Küste hatte.
Als nächstes machten wir einen Stopp im kleinen Dörfchen San Andrés und genossen im Restaurant La Igualdad einen sehr leckeren Zitronenkuchen. Auf der Weiterfahrt wurde es zusehends sonniger und klarer, sodass wir beim Mirador Tiñor einen super Blick auf den oberen Stausee der Insel und bis hinunter zu den Windrädern bei Villa de Valverde und zum Meer hatten. Dann ging es durch die bereits bekannte Inselhauptstadt bis nach Timjiraque zu unserer super Wohnung. Der Ort selbst hatte nicht viel mehr als ein kleines Lebensmittelgeschäft, einen Sportplatz, eine Bushaltestelle, einen Strand und ein paar Häuser, z.T. mit Ferienwohnungen. Wir machten nach der Ankunft gleich noch einen Spaziergang zum Charco Agua Azul, einer natürlichen, kleinen, vulkanischen Badebucht, wo das Wasser zwar ruhiger war als auf der anderen Seite der Insel, aber dennoch nicht wirklich zum Schwimmen einlud. Der Anblick war jedoch wiederum sehr schön. Wir liefen noch eine kleine Runde über den Vulkansteinweg oberhalb der Küste und kehrten dann zurück zum Ortskern und nahmen den Laden unter die Lupe. Es war nun definitiv kein Supermarkt wie der Superdino in La Frontera, aber er hatte immerhin sogar Hummus und Linsennudeln. Unser Abendessen war gerettet.
Mittwoch, 4.2.26: Timijiraque: Ausflug Miradores de Isora und Las Playas, La Restinga
Wir erkundeten die Ostseite von El Hierro. Sie war viel lieblicher und bewachsener. Nicht, dass es nicht auch hier schroffe Steilküsten mit Vulkangestein gegeben hätte, aber die Berge waren bewachsen mit zahlreichen Pflanzen, blühenden Mandelbäumen, kanadischer Kiefer, Kakteen, Hierro Ginster und vielem anderen Gesträuch. Wir fuhren über eine schwindelerregende, steile und kurvige Bergstraße fast nur im ersten Gang auf ca. 1000m hoch zum Aussichtspunkt von Isora, von dem wir einen atemberaubenden Ausblick hinunter zum Meer genießen konnten. Von hier wanderten wir zum nächsten Mirador „Las Playas“ und bekamen einen Blick von der anderen Seite auf die Bucht. Wir hatten diese Tour oberhalb der Steilküste extra an diesem Tag gemacht, weil es der bisher sonnigste und klarste Tag war mit Ausblick bis nach Teneriffa, La Gomera und La Palma. Nach der Wanderung fuhren wir weiter Richtung Süden bis zum Örtchen Las Casas, wo wir in einer Bar zu Kaffee und Flan einkehrten, bis wir zum südlichsten Ort Spaniens, La Restinga fuhren. Hier lebten die Menschen vom Fischfang und Tourismus. Er erschien mir mit mehreren Apartmentanlagen der touristischste Ort dieser ansonsten noch sehr natürlichen Insel. Hatten wir bisher meist vergeblich nach Cafés, in denen man draußen seinen Kaffee genießen und dabei aufs Wasser gucken konnte, gesucht, gab es hier gleich mehrere davon. La Restinga ist auch für sein Tauchrevier bekannt, wo jährlich ein Wettbewerb für Unterwasserfotografie veranstaltet wird. Auf dem winzigen Strand und den Vulkansteinen konnten wir heute sogar einmal Menschen in Badezeug und einen Schnorchler im Wasser sehen. Nach einem Rundgang machten wir uns wieder auf den Heimweg.
Donnerstag, 5.2.26 Timijiraque- Inselrundfahrt
Das Wetter schlug an diesem Tag noch das klare Wetter vom Vortag, was sich nachmittags zugezogen hatte. Klarer, wunderbar blauer Himmel und Sonne. Wir entschieden uns, einmal die Insel mit dem Auto zu umrunden und die Aussichtspunkte am Meer zu besuchen, die uns noch fehlten. Leider mussten wir wieder die südliche Strecke über San Andrés, die wir die letzten Tage bereits gefahren waren, nehmen, da es auf der Strecke über La Frontera am Morgen eine Straßensperrung gab. Na, wenigstens wusste Google davon und wir fuhren nicht umsonst andersrum und wären nicht weitergekommen, als wir von unserer alten Unterkunft aus bereits vorgedrungen waren. Die Straße ging also wieder mit nicht enden wollenden Kurven in die Berge. Nach Las Casas, wo wir vortags Kaffee getrunken hatten, mussten wir aber nicht mehr runter Richtung La Restinga, sondern fuhren durch die Mitte der Insel zum Park Cultural Julan. Lange fuhren wir durch Kiefernwälder und der würzige Duft sonnengewärmter Kiefernnadeln stieg uns in die Nase, der mich immer etwas an Reisen in den Nationalparks der USA erinnert. Das ethnologische Infocenter besuchten wir dann aber nicht, da es uns nicht interessant genug erschien. Das Wetter war auch zu schade, um sich im Gebäude aufzuhalten. Wir setzten unseren Weg fort zum Mirador de El Julan und von dort zum Faro de Orchilla. Den Leuchtturm konnte man nur von außen sehen und er war nicht besonders malerisch. Nebenan war jedoch eine Lavahöhle, in die man hineinsteigen konnte, jedoch ohne Kopflampe nicht weit kam. Für Höhlenwanderungen sind Handylichter nicht optimal. Wir liefen über ein Vulkansteingebiet zum westlichsten Punkt Spaniens. Nun konnten wir den Rückweg entlang der Nordküste einschlagen, weil die Straßensperrung vom Morgen weg war. Unterwegs kauften wir in Villa de Valverde, beim Superdino, der einzigen Supermarktkette, die man eigentlich als Supermarkt bezeichnen konnte und von der es nur 4 Läden auf der Insel gab, ein. In unserem winzigen Ort gab es nur einen Tante-Emma-Laden, aber immerhin bekam man dort das Nötigste und das bis spät abends. Nach einer kleinen Pause auf unserer Terrasse machten wir noch einen kleinen Spaziergang zum Strand von Timijiraque, 5 Minuten Fußweg von uns entfernt. Es war ein super ausgestatteter kleiner Strand mit schwarzem Vulkansand, Sonnenschirmen aus Stroh, Fitnessgeräten und super gepflastertem Zugang, auch für Behinderte. Das war uns schon häufiger hier aufgefallen, dass an Rollifahrer im öffentlichen Raum gedacht wurde. Eine Ermäßigung für Behinderte in Museen gab es dagegen nur für Einheimische. Insulaner bezahlten auch bei der Fähre einen viel geringeren Preis. Klingt ungerecht, aber wahrscheinlich wollte man damit der Abwanderung entgegentreten und sie finanzierten ja auch bereits durch ihre Steuern die Infrastruktur mit.
Freitag, 6.2.26 Timijiraque
Über diesen Tag kann ich nicht viel berichten. Mir war am Morgen nicht so gut, deshalb habe ich einen faulen Tag auf Terrasse und Sofa eingelegt – die tolle Wohnung musste sich ja auch lohnen – und Stefan ist allein auf Tour gegangen. Er fuhr hoch in die Bergwelt in der Inselmitte, die wir die letzten Tage häufiger durchquert hatten und hat dort eine 14km Wanderung gemacht. Während bei mir unten schönste Sonne, aber etwas Wind war, traf er oben zum ersten Mal auf El Hierro auf richtigen Regen, der aber im Laufe der Wanderung auch wieder aufhörte. Seine Wanderung sollte zu einer Sternwarte geführt haben, die er aber im Nebel verpasste.
Da ich über diesen Tag nicht viel zu berichten habe, gebe ich mal einen kurzen Einblick in die Vegetation der Insel, den ich in einem örtlichen Führer nachgelesen habe:
„Die Kanarischen Inseln, besonders El Hierro, haben viele einzigartige Pflanzenarten. In höheren Lagen gibt es alte Lorbeerwälder, während Heide, Myrte und eingeführte Eukalyptusbäume ebenfalls verbreitet sind. Besonders beeindruckend sind die kanarischen Kiefernwälder. Ein weiteres Highlight ist der Sabina-Wald, dessen Bäume durch starke Winde bizarr geformt wurden.“
Samstag, 7.2.26: Timijiraque- Geopark Informationszentrum für Vulkanologie – südlichster Punkt der Kanaren – Mirador de Jinama -La Frontera
Dies war wieder ein perfekter Tag! Am Morgen fuhren wir wieder in die Berge nach El Pinar zum Geopark Informationszentrum für Vulkanologie und sahen uns dort die Ausstellung an. Besonders interessant war der Film über den Unterwasservulkanausbruch vor La Restinga 2011/2012 mit mehrsprachiger Erklärung auf mehreren Bildschirmen. Es war spannend zu sehen, wie sich erst durch leichte Seebeben und dann einen sich vergrößernden grünen Fleck auf dem Wasser der Ausbruch ankündigte und später aufspritzendes Lava aus dem Wasser schoss und sich durch das kalte Wasser abkühlte und als Lavabrocken von den Wissenschaftlern, die in Expeditionsschiffen vor Ort waren, zu Untersuchungszwecken eingesammelt wurden. Die Multimediashow zeigte gut die vorherige Aufregung bezüglich der Evakuierung von La Restinga, wie auch die große Spannung und Hoffnung der Wissenschaftler auf eine faszinierende neue Quelle für Untersuchungen. Man vermutete, dass es schon zuvor kleinere Eruptionen in größerer Tiefe gegeben hatte, die gar nicht bis an die Oberfläche vordrangen und bis zu dieser Zeit wissenschaftlich nicht untersuchbar waren.
Interessant fand ich auch, dass die unterseeische Basis des gesamten Vulkans El Hierro auf einem Meeresboden „sitzt“, der etwa 4000 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Vom Grund dieses Ozeans bis zur höchsten Spitze des Inselberges (Pico de Malpaso, ca. 1501 m über dem Meeresspiegel) misst das vulkanische Gebilde insgesamt etwa rund 5500 Meter Höhe vom Seeboden bis zur Spitze, das bedeutet, dass große Teile des Vulkans unter Wasser sind, der heute sichtbare Teil ist nur ein kleiner „Zipfel“ eines viel größeren Gebildes auf dem Meeresboden. Na gut, dass dem so ist, sonst litten wir hier wohl die ganze Zeit an Höhenkrankheit:)
Nach dem Geozentrum fuhren wir nochmals nach La Restinga, weil uns nach Kaffee auf einer netten Terrasse mit Seeblick war und das auf der Insel nicht so häufig zu finden war. Bei dem Ausflug hierhin liefen wir zuvor noch ein Stück in die westliche Richtung, denn wir hatten am 4.2. nur den Jachthafen und ein bisschen ringsum angesehen. Nun ging es über einen Rolli geeigneten Fußweg über Vulkangestein zu einem netten kleinen Strand und von dort direkt auf einer holprigen Lavafläche zum nun wirklich südlichsten Punkt der Kanaren. Die Lavalandschaft dort und die unglaublichen Wellen haben unsere Faszination wieder voll geweckt. Was für unglaubliche Wellen-, Falten- Röhren- etc. Formationen das Lava hinterlassen kann, begeisterte uns immer wieder. Nach dem anschließenden Kaffee, der besser nicht hätte sein können – Cappuccino mit echter Sahne und Schokosoße😍 – fuhren wir wieder in die bergige Inselmitte zum Mirador de Jinama mit traumhaftem Ausblick. Wir stellten fest, dass es einen Wanderweg gab, der eigentlich ein uralter Weg war, den früher laut Infotafel die Einwohner zweimal im Jahr nutzten und mit ganzem Haushalt und Vieh runter in die wärmere Region von El Golfo zogen, wo anscheinend ihr Vieh besser werfen konnte und sie ihre Obstbäume und Reben beschnitten und um die Erde ihrer Äcker zu lockern. Wir entschieden uns, den Weg ein Stück bergab zu wandern. Unterwegs trafen wir dann die Entscheidung, dass wir zusammen ganz bis La Frontera laufen und Stefan dann wieder allein hochwandern sollte, weil die Höhendifferenz (es waren letztlich 830m), für mich zu viel gewesen wäre, und er mich dann mit Auto in La Frontera abholen sollte. Letztlich trennten wir uns nach ca. 3/4 des Weges, sonst wäre es für ihn zu spät geworden und ich hätte noch länger in La Frontera warten müssen. Unser Plan ging auf und ich lief die letzten 230Höhenmeter, bis in den Ort. Dort machte ich mich auf den Weg zu unserer geliebten Konditorei Quesadillas La Herreña, wo wir uns verabredet hatten. Stefan kam dann erstaunlich schnell nach ca. 1,5Std auch dort an und wir fuhren nach Hause. Es war ein etwas schwieriger Bruchsteinweg, zum Teil steil bergab, aber mit Stöcken schaffte ich es ganz gut und die Aussichten, wie auch der Weg selbst, waren wunderschön. Zum Schluss hatte ich dann noch im Ort das Glück, Kanarienvögel auf Bäumen in ihrer Heimat fotografieren zu können.
8.2.26 Timijiraque, Markt in La Frontera, Wanderung bei Tamaduste
Am Morgen haben wir ein letztes Mal unseren ersten Aufenthaltsort auf der Insel, La Frontera, besucht. Es war Markttag. Dieser war sehr deutsch geprägt. Wie wir es bereits vor Jahren auf La Palma erlebt hatten, schienen die Expats den Markt zu nutzen, um ihre Produkte hier zu verkaufen und in der Community Kontakte zu pflegen. Sie verkauften deutsches Brot, Marmeladen, Aufstriche z.B. von der Firma Zwergenwiese, was ich nicht verstehen konnte, denn die waren weder in Spanien ansässig, noch produzierten sie hier, Second Hand Waren wie z.B. Bücher u.ä., sowie Beschriftungen waren häufig auf Deutsch. Es gab aber auch Einheimische, die Obst, Schmuck etc. verkauften und man hörte ein Deutsch-Spanisches Stimmengewirr. Die Produkte waren zumeist in Bioqualität. Stefan besorgte sich hier noch Kreuzkümmel, der in seiner Reisegewürzmischung noch fehlte.
Anschließend sind wir noch einmal nach Las Puntas gefahren, um zu gucken, ob wir dieses Mal zu den Salinen hinuntergehen konnten, aber die Brandung war zu stark wie schon beim letzten Mal. Diesmal hatten wir aber viel schöneres Wetter, und da war das gewaltige Schauspiel der sich überschlagenden Wellen, meterhoch aufspritzenden Gischt und alles vor stahlblauem Himmel noch beeindruckender. Immer wieder versuchten wir, die perfekte Welle aufs Foto zu bekommen und haben um die Wette sicher eine halbe Stunde lang wie gebannt an derselben Stelle gestaunt, fotografiert und gefilmt. Es war wunderschön und gewaltig!
Danach fuhren wir zurück Richtung Villa de Valverde, weil noch eine Küstenwanderung bei dem kleinen Örtchen Tamaduste ausstand. Der Ort überraschte uns damit, ein ziemlich perfekter Touristenspot zu sein. Apartments in hübschen weißen oder bunten Häusern um eine traumhafte Badebucht aus Vulkangestein, alles gut durchdacht und zugänglich, attraktiv, aber nicht aufdringlich. Von dieser netten Bucht ging ein sehr guter und sicher mit großem Aufwand angelegter Wanderweg oberhalb der Küste, mitten durch ein mehrere Kilometer langes Lavafeld, was sich bis in die Bergwelt hoch ausdehnte. Wir liefen den Weg ca. 2,5km bis zum Ende und hatten immer wieder Ausblicke auf Lavahöhlen, -bögen und einen imposanten Felsen, der wohl im Laufe der Geschichte durch das Wasser so lange ausgehöhlt wurde, dass er sich von der Insel abtrennte und nun als Koloss alleine im Wasser stand. Er wurde nun von Möwen bewohnt, denen er auch den Namen Roque de las Gaviotas zu verdanken hatte. Mit so einer tollen Wanderstrecke kurz hinter dem Flughafen der Hauptstadt hatten wir gar nicht gerechnet. Noch dazu hatten wir den Weg größtenteils ganz für uns und das am Sonntag und in der Nähe einer der wenigen touristischen Ecken der Insel.
Weniger erfolgreich waren wir bei unserer Vorplanung für unsere anstehende Abreise. Wir hatten ja wieder das Problem, dass wir das Auto am Flughafen abgeben, aber danach zur Fähre gelangen mussten, die 10km entfernt abfuhr. Die Busse fuhren so dämlich, dass man erst vom Flughafen in die Stadt hineinfahren musste und dann mit einem nächsten Bus zum Fährhafen. Das Vergnügen kostete je nach Uhrzeit 1,5- mehr als 2 Stunden für diese 10km. Stefan wollte mich mit dem Auto und Gepäck beim Hafen absetzen und dann das Auto zum Flughafen bringen. Dann muss er aber auch wieder zu Hafen. Er hatte eigentlich gedacht zu laufen, wie er halt so ist: auf seine Füße kann er sich wenigstens verlassen. Die Strecke war aber mehr als blöd entlang zweier größerer Straßen. Am Flughafen war aber wiederum auch nicht sicher mit Taxis zu rechnen. Als wir an diesem Tag die Lage peilten, stand da keines, es war aber auch viel los. Er plante nun, bereits ca. 3,5Std vor Abfahrt unserer Fähre schon das Auto dort abzugeben und dann hoffentlich ein zu Taxi finden. Der Herr am Infoschalter versicherte mir, dass er sonst eines riefe, was aber auch ca. 30Minuten brauchen würde, um zu kommen und dann 15Min zum Hafen. Laufen würde aber auch ca. 2Std dauern, denn er konnte ja nicht über die Hautstraße joggen und dann nass geschwitzt auf die Fähre. Ich solte währenddessen die Zeit mit dem Gepäck in der Wartehalle des Fährhafens totschlagen und hoffen, dass er sicher und pünktlich ankäme. Was für eine blöde Logistik!
Nachdem wir das Auto für morgens noch vollgetankt hatten, kauften wir uns in einer dafür spezialisierten Bäckerei die typischen Quesadillas, worunter man hier im Gegensatz zu Mexiko runde, süße Käseküchlein verstand und keine herzhaften Tortillas mit Käse. Diese genossen wir dann gemütlich zuhause in unserer Noch- Ferienwohnung. Die würden wir sicher ab dem kommenden Tag vermissen, aber die Reise ging weiter zur nächsten Insel. Adios El Hierro, hola La Gomera!
Montag. 9.2.26: Timijiraque/ El Hierro – San Sebastian/ La Gomera
Morgens hieß es Abschied nehmen von einer der besten Ferienwohnungen, die wir wohl je hatten. Stefan brachte mich wie geplant zum Fährhafen und brachte dann das Auto zurück zum Flughafen. Er hatte das große Glück, dass Dänen zur selben Zeit ihren Mietwagen entgegennahmen und so nett waren, ihn zum Hafen zu fahren, sodass ich gar nicht lange warten musste, bis er dort auftauchte. Dann hatten wir 3 Std bis zur Fährabfahrt nach Teneriffa, die wir uns mit Kaffee und Kuchen versüßten. Auf der Fähre fanden wir einen super Platz ganz vorne, und wären die Fenster nicht voll Salzwasser gewesen, hätten wir einen optimalen Ausblick gehabt. Es war aber auch so schon prima und wir hatten eine Steckdose fürs Handy direkt neben uns und WLAN, sodass es eine angenehme Überfahrt von 2,5Std wurde. In Los Christianos auf Teneriffa hatten wir dann wiederum rund 3 Stunden Zeit, sodass wir das Gepäck am Hafen einschlossen und die Fußgängerzone entlang des Strandes hochliefen auf der Suche nach einem Restaurant für unser Abendessen. Es war wieder sehr voll und touristisch, was uns nach der ruhigen und naturnahen Insel El Hierro besonders auffiel. Wir fanden eine Pizzeria und teilten uns eine schlecht belegte und somit überteuerte Pizza und danach ging es auf die letzte Fahrt ans Ziel San Sebastian auf La Gomera. Nach etwas stürmischerer Fahrt von 50 Minuten kamen wir gegen 21:00 auf der Insel an und brauchten dann noch ca. 15 Minuten zu unserem Hotel. Hier bezahlten wir für ein winziges Zimmer mit verspiegeltem Fenster in den Innenschacht, was man zwar öffnen konnte, dann aber von rundherum im Bett gesehen wurde und die Geräusche der Klimaanlagen hereinschallte, 79€ für die Nacht, was 18€ mehr war als für die 100qm Wohnung auf El Hierro! Das Zimmer hatte zwar eine Klimaanlage, aber die war nicht nur so angebracht, dass sie einen im Bett wegpustete, sondern sprühte auch das Kondenswasser ins Zimmer, wovon der Boden und die Türzarge des Bades bereits aufgequollen waren. Die Möglichkeit, sich Kaffee/Tee zu kochen wie bei Booking beschrieben, gab es nicht. Ein winziger Kühlschrank war vorhanden und anstatt Schrank eine Kleiderstange an der Wand. Vor einer Ablage/ Tisch stand ein einsamer Hocker im Zweibettzimmer. Frühstück war inklusive, evtl. aber auch nur, weil wir Genius Level bei Booking waren. Am Buffet war nichts auszusetzen, außer, dass es an Gemütlichkeit des Raumes fehlte und die Damentoilette kein Wasser hatte, also nicht nutzbar war. Dass meine Bewertung hier nicht so erstklassig ausfiel wie für unsere letzte Unterkunft, muss nicht wundern.
Dienstag, 10.2.26 San Sebastian/La Gomera – Hermigua – Wanderung Monte El Cepo – Agulo
Nach dem Frühstück verließen wir unser Hotel in San Sebastian und machten uns auf den Weg, den uns Google wies zur Autovermietung. Wir kamen in einem Wohngebiet an, wo weit und breit keine Autovermietung zu sehen war. Als bei der angegebenen Telefonnummer nur Spanisch gesprochen wurde und wir abgehängt wurden, riefen wir ziemlich entnervt mal wieder bei Check 24 in Deutschland an, über die wir immer unsere Autos mieten. Es stellte sich heraus, dass sie wohl falsche GPS-Angaben gemacht hatten, die nicht mit denen auf dem Voucher übereinstimmten. Wir waren dummerweise hierhin gelaufen und hatten es nicht mit dem Voucher verglichen. Wer kam auch auf sowas? Da CHECK24 den Fehler bei sich sah und wir zum einen gute Kunden waren, zum anderen etwas gestöhnt haben, weil wir umsonst mit unserem Gepäck auf den Hügel gelaufen waren und nun schnell zur Mietstation im Hafen mussten, bekamen wir wieder einen Voucher für 25€ gutgeschrieben. Kulant waren sie wirklich. Wir wollten also den Hügel wieder runter zum Hafen und schafften es gerade noch vor der Mittagspause, unser Auto abzuholen. Nachdem wir noch einen Supermarkt gestürmt hatten, konnten wir endlich zu unserer Apartmentanlage in Hermigua fahren. Hier hatten wir es wieder sehr gut getroffen. Ein Apartment mit einem Schlafzimmer, einem Wohnzimmer mit Küche, Bad und Balkon mit super Ausblick, einem Pool und zu unserer Freude einer gemeinschaftlichen, kostenlosen Waschmaschine in der Nähe unserer Wohnung. Damit hatten wir gar nicht gerechnet und uns schon 12 Tage mit der Hand waschen sehen oder einen Waschsalon suchen. Nach unserem Einzug machten wir uns auf den Weg zu unserer ersten Wanderung, die als leicht angegeben war. Das erste Stück ging entlang der Straße, dann wurde es aber ein steiniger, teils steiler Bergwanderweg, der allerdings in einer Mars ähnlichen Landschaft mit Felsen und Sand in Rot, Ocker und Grautönen mit vereinzelten, völlig verwitterten und bizarren Baumresten endete. Von hoch oben sahen wir auf den Atlantik, in der Ferne, etwas vernebelt, Teneriffa und zur anderen Seite eine Bergwelt, die von Serpentinen einer Straße durchzogen wurde. Die Hänge waren hier zumeist terrassenförmig angelegt und alles schien noch bizarrer als auf El Hierro. Ich machte mir allerdings Gedanken, ob es hier überhaupt für 12 Tage ausreichend Wege gab, die ich mir auch nur annähernd zutrauen durfte zu wandern und das nicht erst, seit Stefan gleich bei dieser ersten Wanderung ein paar Meter einen Abhang heruntergerollt war. Ich war zuvor bereits auf einem feuchten Stein weggerutscht, konnte mich mit meinen Stöcken aber halten. Gerade als ich ihn warnte, rutsche er ab und rollte ca. 3 Meter ins nächste Gebüsch. Die Aktion brachte ihm Schürfwunden am Arm und Rücken, ein paar Kakteenstacheln im Gesicht und ein kaputtes T-SHIRT ein. Alles in Allem hatte er aber noch großes Glück im Unglück, auch wenn ihm die Wunden danach weh taten, besonders beim Desinfizieren. Wir hatten natürlich wegen unserer Gepäckbeschränkungen von Ryanair nur sehr begrenzt Pflaster und Salbe mit und hatten uns daher noch bei der Apotheke mit Wundauflagen und Wunddesinfektionsmittel eingedeckt. Hierfür fuhren wir in die kleinste Gemeinde der Insel, nach Agulo, einem sehr hübschen und gepflegten Dorf bei uns um die Ecke, wo wir auch in einem Restaurant einkehrten und gemischten Salat für Stefan und einen spanischen Kartoffelsalat mit Thunfisch für mich genossen, bevor wir wieder zurück in unser Apartment fuhren.
Mittwoch, 11.2.2026: Hermigua: Besuch Museo PEG Los Telares, El Parque Etnográfico de La Gomera und Playa de San Marcos bei Agulo
Am Morgen schwächelte das Wetter etwas. Es regnete zwar nicht mehr, als wir uns nach dem Frühstück auf den Weg machten, aber es gab keine klare Sicht. Wir entschieden uns deshalb, das Museo PEG Los Telares, El Parque Etnográfico de La Gomera zu besuchen, was sich im Nachhinein aber ehr als Mischung aus Botanischem Garten und Etnografieausstellung, zumeist draußen, herausstellte. Per Audioguide konnten wir uns die Pflanzen, Stauden, Gemüse, Obst und Tiere, die den Bewohnern der Insel seit hunderten von Jahren mit Nahrung und Textilien das Überleben sicherten, erklären lassen. Ein kleiner Park mit den landwirtschaftlichen Anbauprodukten von Bananen, Zitrusfrüchten, Papaya, Mango, der Dattelpalme, aus deren Saft der in Gomera einzigartige Miel de Palma (Palmenhonig) hergestellt wird, Wein uvm. wurde ergänzt durch einen Hühner- und Ziegenstall und zwei Gebäuden mit typischem Handwerkszeug für die Landwirtschaft und zur Herstellung und Färbung von Textilien und Beispielen der Töpferkunst. Tongefäße wurden in dieser Region nicht verziert, wie man es von anderen Ländern kannte und sie hatten einen rötlichen Ton, weil Vulkansand beigemischt wurde.
Der Besuch war sehr abwechslungsreich und interessant und wir schlossen ihn mit einem Kaffee auf der gemütlichen Café Terrasse ab. Danach wollten wir zum Pescante de Agulo, dem historisch ersten Verladehafen für Produkte von La Gomera, wandern, wo wohl noch Reliquien vorhanden sein sollten. Leider war der Weg, den Google uns wies, aber nicht mehr begehbar, weil er auf Privatgelände endete. Der Beginn des Weges durch die Anbauterrassen war aber trotzdem ganz nett. Überall sah man die Jahrhunderte alten Terrassen an den Berghängen. Unglaublich, wenn man bedachte, dass sie einst nur mit Menschenkraft und Eseln erschaffen wurden, um die Anbaufläche auf der Insel zu vergrößern. Ein Wanderschild zur Playa de San Marcos verlockte uns natürlich, den Weg auszuprobieren, hatten wir doch liebe Freunde in Kalifornien, die ebenfalls in einem Ort San Marcos wohnten. Der Weg schlängelte sich 220 Höhenmeter eine schmale Bergstraße vom Ort hinunter zum Meer. Stefan war ganz glücklich, denn diese Straße war komplett unbefahren und es begegnete uns auf dem Hinweg nicht ein Mensch, also hervorragend, um sie fortan als Joggingstrecke auszuwählen. Bergauf wurde es zwar anstrengend, aber es schien die ungefährlichste Möglichkeit, auf dieser extrem bergigen Insel, überhaupt joggen zu können. Die Wanderwege waren zumeist wirklich nur zum Wandern geeignet, besonders weil seine Joggingschuhe offensichtlich nicht mehr den besten Gripp hatten, um über Geröll und besonders feuchten Untergrund hinweg zu rennen. Die Straßen hatten außerorts keine Seitenstreifen.
Der Strand, an den wir kamen, war als dieser eigentlich nicht zu nutzen. Meterhohe Wellen brachen mit Getöse auf einen Untergrund aus Steinen und Felsbrocken. Es galt auch absolutes Badeverbot wegen Steinschlag, Felsen unter Wasser, Strudeln, hohen Wellen und Rutschgefahr. Reste von Geländern lagen verbogen und durchgerostet herum. Etwas oberhalb gab es allerdings eine nette Picknickanlage mit überdachten Tischen, Bänken und Grill und Blick auf das tosende Meer, sowie bei gutem Wetter rüber bis zum Teide auf Teneriffa. Von unten erkannten wir, dass es auch einen noch steileren Wanderweg als die Straße gab, der laut Karte auch in Agulo enden musste. Da wir keinen Internetempfang hatten, konnten wir die Route allerdings nicht checken. Wir wagten es, weil offline erkennbar war, dass der Weg auf der Straße enden musste und so war es dann auch. Er war etwas steiler, aber im Großen und Ganzen recht gut erhalten, sogar mit Geländer, zumindest bis zu zwei einsamen Häuschen am Hang. Wir erreichten sicher die Straße, kauften etwas zum Abendessen ein und fuhren zurück zu unserem Apartment.
Donnerstag, 12.2.2026: Hermigua: Wanderungen im Nationalpark Garajonay
Wandertag! Das Wetter war super, wir konnten den Teíde am Morgen mal ganz von unserem Balkon aus sehen, das versprach also ein guter Wandertag zu werden. Wir fuhren den östlichen Weg über den Ort Hermigua – wir wohnten zwischen den Orten Hermigua und Agulo – ca 30Minuten über eine Serpentinenstraße in den Nationalpark Garajonay und hielten vor dem geplanten Start-Punkt unserer Wanderung noch an zwei Aussichtspunkten mit jeweils ca. 1 km Rundwegen mit Steigung, um die Aussicht zu genießen. Dann erreichten wir den Parkplatz Cruce de Pajarito und starteten zu einer sehr schönen und abwechslungsreichen Wanderung. Nicht nur Lorbeerwald, wie der Name des Weges auf Komoot versprach, sondern auch grün bewachsene Hänge mit Baumheide, Wacholder, Eukalyptus und zahlreichen anderen Sträuchern und Pflanzen säumten unseren Weg. Alle paar hundert Meter bot sich uns ein traumhafter Ausblick bis zum Teíde, auf Vulkanschlote, die über 2 Millionen Jahre alt sein mussten, denn da war der letzte Vulkanausbruch auf der 10-12Millionen Jahre alten Insel. Diese Schlote ragten an vielen Stellen wie Eckzähne aus Vulkangestein in der über und über grünen Landschaft empor. In der Ferne dann das Meer und Teneriffa. Der Weg war wunderbar, nicht ganz steigungsfrei, aber 120 Höhenmeter auf ca. 5,3 Kilometern Länge war auch für mich gut verträglich. Wir haben die Tour sehr genossen. Auf dem Heimweg kehrten wir noch einmal im Restaurant des Museums vom Vortag ein und aßen leckeren Käse- und Möhrenkuchen. Zum Abendessen gab es dafür gesunden Salat in einem selbstgefüllten Wrap.
Am Wochenende sollte im Ort Karneval sein. Wir waren gespannt. Zuhause würden wir flüchten, aber hier konnte es ggf. nette, bunte Fotomotive geben.
Freitag, 13.2.26: Hermigua: Ausflug Centro de Visitantes del Parque Nacional del Garajonay (Juego de Bolas) – Wanderung zum Mirador de Abrante
Heute Morgen war ich ausnahmsweise schon um 7:20Uhr wach und damit passend für einen Orangen- gelben Sonnenaufgangshimmel über dem Teíde. Vielleicht werden die Wiederholungen dieses Berges allmählich langweilig, aber unser Blick vom Schlaf- und Wohnzimmer bzw. Balkon geht nun mal Richtung Teneriffa und der Teíde ist halt der höchste Berg Spaniens und hat eine wunderbare Vulkanbergform. Er ist im Übrigen mit 7500m über dem Meeresboden der dritthöchste Inselvulkan der Erde. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Besucherzentrum des Garajonay Nationalparks. Hier konnten wir multimedial lernen, was diesen Park ausmacht.
Sein Lorbeerbestand im hervorragenden Mischwald ist ein Relikt aus alten Zeiten und nur noch auf La Gomera, einigen Kanareninseln, auf Madeira und den Azoren nennenswert anzutreffen. Gespeist wird der Wald durch die feuchten Passatwinde. Diese kondensieren in den Bergen zu Wolken und versorgen die Pflanzen über stetige Tröpfchenbildung mit Wasser. Einst bedeckte der Lorbeerwald nahezu die gesamte Insel, bis die Spanier ab 1404 gegen heftige Rebellion der Ureinwohner, der Guanchen, allmählich die Insel eroberten und große Gebiete für Landwirtschaft und Viehzucht abholzten. Ein Feudalsystem schützte vom 15. bis Anfang des 19.Jahrhundert die Insel vor der totalen Ausbeutung und damit Zerstörung der Wälder. Schon die Ureinwohner betrieben in den Wäldern Weidewirtschaft, hielten hier Kühe, Schweine und Ziegen und bis in die 60iger Jahre wurde der Wald für die Holzwirtschaft ausgebeutet und Holz war die einzige Quelle fürs Heizen und Kochen. Erst die Einführung von Butangasflaschen konnte dies ändern. Mitte der 1960er und Anfang der 1970er Jahre führten groß angelegte Aufforstungsprojekte mit Kiefern in verschiedenen Teilen der Insel (darunter Hunderte von Hektar im Süden des Garajonay-Nationalparks) zum nahezu vollständigen Verschwinden der einheimischen Vegetation und zur enormen Verschlechterung der Ökosysteme. Erst die fortschreitende Erosion in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts veranlasste Wissenschaftler einzuschreiten und erst 1981 wurde das Gebiet zum Garajonay Nationalpark erklärt. Ein großer Brand 2012 zerstörte weite Teile der Insel, aber die Insulaner kämpften für ihren Wald und es konnte mit Hilfe der EU eine große Aufforstungsaktion gestartet werden, um dieses einzigartige Waldgebiet für die Menschheit zu erhalten. Zum Besucherzentrum gehörte auch noch ein Lädchen mit Café, in dem typische Produkte wie Soßen, Gebäck, Wein und Kunsthandwerk angeboten wurden. Das Besucherzentrum, ein netter Rundweg mit Aussichtsplattform und der Innenhof mit dem Geschäft bildeten ein wunderbares Ensemble von gut aufbereiteten Informationen, Natur und idyllischem Innenhof.
Nach dem Besuch begannen wir eine Wanderung, die mir aber von Beginn an aufgrund der Wegbeschaffenheit nicht zusagte. Wir entschieden uns, uns zu trennen und ich machte mich entlang einer kleinen Straße, die auch als Radweg ausgezeichnet war, auf den Weg zum Mirador de Abrante. Ich ging fälschlicherweise davon aus, dass der Weg insgesamt 2km sein sollte, was dann zeitlich ganz gut gepasst hätte, weil Stefans Rundweg 3km sein sollte, er aber natürlich immer schneller war. Nach kurzer Strecke ging mir auf, dass 2km nur der einfache Weg war. Ich versuchte, Stefan zu erreichen, hatte aber keinen Empfang. Ich haderte etwas, ob ich umkehren sollte, entschied mich aber dagegen, denn er wusste, welchen Weg ich genommen hatte. Ich lief zum Mirador, der einen Wahnsinnsblick über die Küste und unseren Nachbarort Agulo bot. Ich hatte kurz Verbindung und konnte Stefan per WhatsApp zu mir locken, sodass wir letztlich gemeinsam wieder zum Auto beim Besucherzentrum zurückkehren konnten. Da Nebel aufzog machten wir uns auf den Heimweg, machten Siesta in unserer schönen Unterkunft und fuhren nach dem Abendessen noch einmal nach Hermigua. Wir besuchten die Karnevalsverantaltung, die in einem Zelt neben der Kirche stattfand, gaben aber nach der dritten Darbietung auf, weil wir absolut nichts verstanden und auch die KI Übersetzung nach kurzer Zeit aufgab. Wir planten, wenigstens den Kinderkarnevalsumzug am nächsten Tag zu besuchen.
Samstag, 14.2.2026: Hermigua: Ausflug San Sebastian – Kinderkarneval in Hermigua
Als Abwechslung zu den Naturwanderungen hatten wir uns an diesem Tag vorgenommen, den Markt in der Inselhauptstadt San Sebastian unter die Lupe zu nehmen. Wir waren ja bisher nur nach der Ankunft über Nacht dort. Die Markthalle war eigentlich ganz nett mit Obst-/Gemüsegeschäftchen, Fischladen, Panadería und Pastelería (Bäcker/Konditorei) und Imbiss rund um einen mit Glas überdachten Innenhof. Es gab allerdings nur ein sehr begrenztes und darüber hinaus teures Angebot, was ggf. auch daran lag, dass von der Markthalle auch der Eingang in einen Supermarkt führte, den wir dann aufsuchten. Wir haben ein paar Dinge eingekauft, aber bei Obst und Gemüse, sowie Brot war das Angebot leider auch nicht viel besser als beim Spar bei uns um die Ecke und die Preise teilweise sogar höher. Das Brotangebot war eine Katastrophe: nur weißes Brot/Baguette, dafür in unterschiedlicher Größe. Wir kauften das Nötigste ein und schlenderten danach noch etwas durch die Innenstadt. Im Park beim Torre de Conde, einem denkmalgeschützten Turm aus dem Mittelalter, machte eine Gruppe Trommler Stimmung und Frauen tanzten dazu. Es sah so aus, als handelte es sich um eine Animationsveranstaltung, um die Leute zur Bewegung zu verlocken, was funktionierte. Eigentlich fanden wir in San Sebastian nur zwei Parallelstraßen vom Hafen aus interessant, die zum Teil nette Häuschen mit Souvenirlädchen, Textilgeschäften und Gastronomie beherbergten. Es befand sich hier auch das Casa Colon aus dem 17.Jahrhundert. Es wurde immer noch gerne behauptet, dass Columbus (Cristóbal Colon in Spanisch) hier bei seinem Zwischenstopp in die neue Welt übernachtet hätte, was natürlich zeitlich völlig unmöglich ist. Dennoch hatte das Haus wohl seinen Namen zurecht, da es gefüllt war mit nautischen Gegenständen und allen möglichen Dingen, die sich auf Columbus‘ Reisen bezogen wie alten Weltkarten und Gegenständen Südamerikas. Diese Info habe ich aber nur aus dem Internet, denn das Museum war am Wochenende geschlossen. Wir sahen uns noch die katholische Kirche und die kleine Kapelle „Ermita de San Sebastian“ zu Ehren des Schutzpatrons der Stadt von innen an, aber beide fand ich von außen netter. Unter beeindruckenden alten Bäumen trank ich meinen ersten Barraquito, allerdings ohne Likör. Dieses Kaffeegetränk war ein Hingucker, weil er wie geschichtet aussah: unten süße, dicke Kondensmilch, darüber Espresso und obendrauf Milchschaum und Zimt. Eigentlich bildete Likör noch eine Zwischenschicht, aber ich trinke ja keinen Alkohol. So schmeckte er ein bisschen wie vietnamesischer Kaffee, sehr lecker und typisch für die Kanaren. Nach unserem Rundgang fuhren wir zurück nach Hermigua und besuchten den Kinderkarnevalszug. Natürlich war das hier alles sehr klein und der Zug bestand nur aus drei Gruppen, gemischt aus Erwachsenen, die vortanzten bzw. den Trommelrhythmus vorgaben und Kindern verschiedenen Alters, die im Anschluss an den vielleicht 100m langen Weg, den der Zug trommelnd und tanzend absolvierte, für ihre Verkleidung prämiert wurden. Es war für uns eine gute Möglichkeit, farbenfrohe Fotos zu schießen. Danach begaben wir uns wieder nach Hause, Stefan machte noch einen kurzen Spaziergang, um seine Schritte voll zu bekommen und ich lief einmal unsere Treppen hinunter bis zum unteren Ausgang der Apartmentanlage, der bei einem Mirador endete und sah mir den Ausblick, den wir sonst von oben hatten, einmal aus anderer Perspektive an. Das Meer war bereits den ganzen Tag über, und auch die letzte Nacht, voller weißer Schaumkrönchen, weil es seit dem Tag zuvor ziemlich windig war. Nachdem ich die 105 Stufen zu unserem Apartment wieder hinaufgestiegen war, kam auch Stefan schon kurz drauf wieder und wir machten Abendessen.
Sonntag. 15.3.26 Hermigua: Ausflug Valle Gran Rey – Wanderung bei Arure
Das Wetter sah am Morgen bei uns ziemlich neblig und stürmisch aus, deshalb waren wir gespannt, wie es auf der anderen Seite der Insel aussah. Wir fuhren zum Valle Gran Rey im Südwesten, einer lebhaften Gemeinde mit kleinem Hafen. Der Ort war an sich sehr touristisch und man hatte häufig das Gefühl, er wäre von uns Deutschen erobert worden, dennoch fanden wir ihn sehr angenehm. Die weißen und bunten Häuser waren zwar zumeist wohl Ferienunterkünfte, aber sie passten sich hervorragend in die Landschaft ein. Es gab mehrere kleine Strände, mal mit schwarzem Vulkansand, mal eine steinige kleine Bucht, alle gut besucht, aber sehr entspannt und nicht überfüllt. Teilweise war Schwimmen möglich und es waren auch Leute im Wasser, woanders war aber auch die rote Fahne gehisst, weil der Wellengang zu stark war. Gut besucht waren auch die Restaurants und Straßencafés, wie auch die deutsche Bäckerei. Ich muss zugeben, auch wir kauften uns dort ein Nuss- und ein Roggenbrot, um mal etwas anderes als Baguette zu essen. Wie überall auf der Insel war auch hier der touristische Schwerpunkt auf geführte Wandertouren und auf Radverleih ausgelegt. Hier starteten Bootstouren zur Wal- und Delfinsichtung, die sich allerdings der Naturverträglichkeit und Nachhaltigkeit verschrieben hatten: zertifiziert mit der Blauen Flagge wurden die Touren für Kleingruppen in kleinen Fischerbooten und mit Respekt gegenüber den Tieren veranstaltet.
Wir schlenderten entlang der Küste bis zum Playa Inglés, genossen in einer Heladería leckeres Eis bzw. einen Crêpe mit Eis, Früchten und dem einheimischen Miel der Palma, der wie bei Ahornsirup hier von Dattelpalmen gewonnen wird, wie wir kurz zuvor im Museum lernen konnten. Er schmeckte ein wenig wie Rübenkraut.
Auf dem Rückweg hielten wir in der Nähe des Ortes Arure. Stefan hatte eine Wanderung bei Komoot herausgesucht, bei der mir aber die Wegbeschaffenheit Befürchtungen machte und mir das Wetter zu windig und nieselig war. Ich blieb daher beim Auto. Als er mir nach einer Weile schrieb, dass der Weg einfach und wunderschön wäre, machte ich mich doch noch alleine auf den Weg und wanderte zumindest einen Teil der Wanderung und wir trafen uns später am Auto. Die Landschaft war umwerfend mit ihren Felsen, über und über begrünten Hängen, die in Stufen bis zum Meer hinab gingen. Nebel und Sonnenschein zauberten ein mystisches Licht und sogar einen Regenbogen. Ich hatte allerdings mit dem Wind ganz schön zu kämpfen. Im Dunkeln fuhren wir die fast noch 1- stündige Strecke durch den geisterhaften Lorbeerwald des Garajonay Nationalparks und die zahlreichen Serpentinen der Bergwelt zurück zu unserem Apartment.
Montag, 16.2.2026 Hermigua: Wanderung von El Tión zum Mirador de Roque Blanco
Wir standen erst spät auf und mussten feststellen, dass das Wetter zwar wärmer, nicht mehr windig, dafür aber sehr zugezogen war. Wir entschieden uns für eine Wanderung im Lorbeerwald, um es kühl zu haben und nicht auf tolle Ausblicke angewiesen zu sein. Auch wenn der Nationalpark voll davon war, war es gar nicht einfach, eine Route zu finden, die keine ewig lange Anfahrt voraussetzte und noch dazu von mir bewältigbar war, also nicht zu viele Höhenmeter und, noch wichtiger, nicht zu schwer begehbare Wege, damit meine Wackelknie nicht streikten. Letztendlich wählten wir keine vorgegebene Strecke bei Komoot, sondern suchten uns selbst einen Weg und waren damit sehr erfolgreich. Wir wanderten durch faszinierenden Märchenwald, die Sonne schien durch die Blätter, aber es war kein Kopfschutz nötig und der Weg war zwar teils anspruchsvoll für mich, aber gut machbar. Wir wanderten 270 Höhenmeter bis auf 1090 m und zurück auf 4,6km Strecke. Auf dem Rückweg zur Unterkunft hielten wir an einem einfachen Aussichtsrestaurant und aßen etwas typisch Kanarisches:
Original kanarische Spinat-Kroketten (Croquetas de espinacas). Im Gegensatz zu deutschen Kartoffelkroketten haben sie eine sehr cremige Béchamel-Füllung, die auf den Kanaren oft mit Ziegenkäse (oder Manchego) verfeinert wird. Ob das bei uns so war, kann ich nicht sagen. Ich habe keinen Käse geschmeckt. Dazu hatten wir Papas fritas, also Pommes frites, die aber ehr Kartoffelecken waren und grüne und rote Mojo. Während die Mojo roja mit Chili sehr pikant war, war die Mojo verde mit Koriander. Diese Mojos sind lecker, aber durch das Öl sehr fettig. Dazu hatte ich einen der besten Cappuccinos der Insel mit echter Sahne, Zimt und ein paar ganzen Kaffeebohnen. Ich hoffte, des nachts irgendwann trotzdem einschlafen zu können. Das Essen kostete uns inkl. einer kleinen Flasche Wasser 25,90€.
Bei unserem Einkauf danach standen wir mal wieder verzweifelt vor den Regalen. Eine halbe Papaja mehr als 5€? Tomaten 3,49€, Avocados 7€, Gurke 2,90€, ein Glas Sauerkirschen 5,90€!!!(OK, sowas kauft man hier nicht). Außerdem ist die Auswahl in diesen kleinen Geschäften sehr begrenzt. Von den 5 oder 6 Regalreihen waren zwei mit Süßkram und eine mit Dosenfisch gefüllt. Wir kauften uns wieder Tortillas, die wir mit Tomaten, Avocado, Kichererbsen und ich mit Thunfisch aßen.
Dienstag, 17.2.26: Hermigua: Ausflug Valle Gran Rey zur Walbeobachtungstour – Chorros de Epina – Charco de Alojera
Wir hatten für diesen Tag eine Wal- und Delfinbeobachtungstour bei „Pura Vida“, einem auf Nachhaltigkeit und Tierschutz geprüften Veranstalter in Valle Gran Rey gebucht und mussten daher früher los als normal, denn für die Strecke brauchte man rund 1 1/4 Std Fahrt für die 45km. Es waren nahezu ausschließlich Serpentinen und in den kleinen Orten durfte man darüber hinaus z.T. nur 20-30km/h fahren. Wir kamen frühzeitig an und es war eine furchtbare Luft: heiß, stickig und diesig. Diese Wetterlage wurde durch den Wüstenwind Calima hervorgerufen.
Heiße Luft und feiner Sandstaub aus der Sahara wurde dabei durch Ostwinde auf die Inseln geweht. Es verursachte drastische Temperaturanstiege, sinkende Luftfeuchtigkeit und einen rot-braunen Dunst, der die Sicht stark einschränkte. Dies geschieht auf den Kanaren meist im Sommer oder Winter. Die Luftqualität wird dadurch sehr schlecht und ist schädlich für die Atemwege. Es wurden an diesem Tag Feinstaubwerte in der Wetterapp angezeigt, die wir zuvor so schlecht noch nicht mal in Indien hatten. Leider hatten Sturm und hohe Wellen der letzten Tage wohl auch das Meer und damit die Tierwelt durcheinandergebracht, sodass wir weder Wale noch Delfine zu sehen bekamen. Sie hatten sich wohl in ein anderes Gebiet verzogen. Unsere Reiseleiterin und die Kapitänin, die das kleine Unternehmen Pura Vida betrieben, waren selbst sehr enttäuscht und versuchten, das Beste aus der Tour herauszuholen und sind auf dem Rückweg ganz nah an der Küste La Gomeras vorbeigefahren, sodass wir wenigstens ein paar gute Ausblicke und Informationen über die Insel bekamen. So erfuhren wir, dass La Gomera schon in den 60igern als Aussteigerort beliebt war und bis dato in einer Bucht noch eine Hippie-Kommune in den Felsen lebte. Wir sahen in einer anderen Bucht die Relikte einer sehr alten Thunfischfabrik. Die Bucht gehörte inzwischen auch einer Privatperson, die dort zeitweise lebte. Eine Bucht weiter war früher nicht nur ebenfalls eine Fischfabrik, sondern ein ganzer Ort mit Leuten, die für diese arbeiteten. Seit einigen Jahren gab es hier ein autarkes Ökoresort mit Yoga- und Wellnessangeboten. Maria, unsere Reiseleiterin, berichtete uns von diesem Ereignis, was ich nachträglich im Internet nachgelesen habe:
„Am 14. November 2020 ereignete sich ein massiver Felssturz im Bereich der Steilküste von Argaga (Valle Gran Rey), der die Zufahrt zur Finca Argayall blockierte. Personen kamen nicht zu Schaden, jedoch mussten Bewohner und Gäste aufgrund der Instabilität der Felswand und der zerstörten Straße evakuiert und teils per Hubschrauber versorgt werden.
Tausende Tonnen Fels stürzten nahe der Küste ab, betroffen war ein Weg, an dem Wohnmobile parkten.
Die Finca Argayall und angrenzende Küstenbereiche waren von der Außenwelt abgeschnitten.
Aufgrund anhaltender Steinschlaggefahr wurde das Gebiet evakuiert. Die Versorgung der Menschen auf der Finca erfolgte temporär durch Helikopter. Die Straße wurde gesperrt, der Betrieb des dortigen Urlaubsdomizils/Ökoresorts war danach untersagt.
Die Steilwand war bereits zuvor als gefährlich eingestuft worden. Der Felssturz war ein großes, aber glimpflich verlaufenes Naturereignis, das zu einer dauerhaften Sperrung des Zugangs führte.“
Inzwischen wurde jedoch ein ca. 2m breiter Weg aus der Felswand geschlagen, über den jetzt anscheinend eine Zufahrt per Jeep möglich war. Der Durchgang war wohl verboten, woran sich laut Maria aber kaum jemand hielt. Im letzten Winter hatte es dann noch einen heftigen Sturm mit mehreren Metern hohen Wellen gegeben, die ein Segelboot des Resorts mit Schwung mehrere Meter weit auf den Strand katapultiert hatten. Man sah es dort noch liegen. Eigentlich war diese Bucht als recht sicherer Ankerplatz für Boote bekannt und sie selbst hatte dort ein Segelboot liegen, aber es gab immer 10% Chance, dass etwas mal schief ging, oder wie sie es auf unsere Tour bezog, sich mal keine Meeressäuger blicken ließen. Es war dennoch eine ganz schöne und mit nur 10 Teilnehmenden ganz gemütliche Tour mit Picknick an Deck. Außer der zwei Verantwortlichen gehörte auch noch ein Hund zum Team, der immer mitfuhr und meist zuerst Delfine witterte, wenn sie denn vor Ort waren. Er kuschelte sich je nach Lust und Laune bei jedem Fahrgast mal an. Nach 3Std. war die Tour beendet und wir verließen Valle Gran Rey, wo es inzwischen nur noch heiß und stickig war. Auf dem Wasser war es durch den Fahrtwind dagegen sehr angenehm gewesen.
Wir fuhren wieder in höhere Gefilde in der Hoffnung, dem Dunst und der Schwüle zu entfliehen und wanderten bei 870 Höhenmetern in erträglichem Klima ab Chorros de Epina, also den Quellen von Epina ein Stück auf der 3. Etappe des nationalen Rundweges um die Insel. Ein zum Teil zugewachsener Steinweg verlief bergab durch eine wunderbare Blumen-, Kräuter und Kakteenlandschaft mit einem Meer aus kräftig gelben Blüten und einem betörenden Kräuterduft. Als wir nach ca. 170 Metern Gefälle auf eine der sich über die Insel schlängelnden Serpentinenstraßen trafen, holte Stefan das Auto, um mir den Anstieg zu ersparen. Wir fuhren dann noch einmal ganz in die Tiefe an den Strand des winzigen Örtchens Alojera, wo wir auf der Terrasse des dortigen Restaurants zu Abend aßen. Ich wollte am Meer wenigstens einmal Fisch oder Meeresfrüchte genießen und das tat ich hier in Form von Pasta Marinera. Dann wurde es Zeit zur Heimfahrt, während der es uns wieder dunkel wurde.
Mittwoch, 18.2.26: Hermigua: Ausflug zum Centro de Interpretación del Queso y el Pastoreo – Alajero – Wanderung bei Playa Santiago
Hurra, wir konnten den Teíde, also Teneriffa, wieder sehen, das heißt, die alles verschleiernden Wolken und die miese und schwüle Luft des Calima hatte sich wieder verzogen! Einmal tief durchatmen und los ging’s am Morgen Richtung Süden. Wir fuhren auf einer wunderbaren Strecke mit zahlreichen Aussichtspunkten, die teils durch kurze Fußwege erst erreichbar waren und faszinierende Ausblicke auf bizarre Felsspitzen und über und über begrünte Felsen bis zum Meer boten, sowie bis nach Teneriffa. Einmal konnten wir schemenhaft sogar El Hierro erkennen. Eine auf einem Hügel stehende Kapelle, die über einen hervorragend angelegten Fußweg mit Blumen, blühenden Mandelbäumen und anderen Grünpflanzen eingefasst war, bot gleichzeitig einen Picknickplatz mit mehreren Grills an. Vor der Kapelle stand ein überwältigend schöner und besonders duftender Eukalyptusbaum, dessen ätherische Öle mir noch nachträglich bei der Weiterfahrt in der Nase blieb. Unser erstes Ziel war das Centro de Interpretación del Queso y el Pastoreo, ein Informationszentrum für Käse und Hirtenwesen, was über die lange Tradition der Landwirtschaft mit Ziegen und Schafen informierte. Ab wann die ersten Siedler auf Gomera ankamen, gab es unterschiedliche Infos, im Informationszentrum stand 1.Jahrhundert nach Christus, aber im Netz fand ich auch Aussagen bis 1.Jahrhundert vor Christus. Sicher ist für die Kanaren aber, dass Berberstämme per Boote aus dem Maghreb kamen und sich auf den Inseln ansiedelten, wobei es sich um unterschiedliche Stämme handelte. Der Name der Ureinwohner Gomeras, „Gomeros„, wird oft mit dem Berberstamm der Ghomara im marokkanischen Rif-Gebirge in Verbindung gebracht. Sie brachten Schafe, Ziegen und Schweine mit nach Gomera. Die Verständigung erfolgte über Silbo Gomera, einem Pfeifen, das die akustischen Merkmale einer gesprochenen Sprache wiedergibt. Nach der Eroberung durch die Spanier hatte sich diese Pfeifsprache im Laufe der Jahrhunderte an das Spanische angepasst. Laut AI wird „Silbo Gomero“ noch immer aktiv genutzt und ist keineswegs ausgestorben. Die einzigartige Pfeifsprache, die seit 2009 zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe gehört, wird auf der Kanareninsel La Gomera von über 20.000 Menschen verstanden und angewendet. Sie ist fester Bestandteil des kulturellen Lebens, wird in Schulen gelehrt und im Alltag genutzt.
Schon die Ureinwohner machten ihre Milch durch die Herstellung von Käse haltbar. Im Informationszentrum sahen wir ein Video, wie der Käse mit Salz behandelt und später mit Lorbeerblättern geräuchert wird.
Das Zentrum war interessant, aber wir hatten erwartet, dass man dort bei der Käseherstellung hätte zugucken und vielleicht auch Proben hätte testen können. Dem war leider nicht so.
Wir fuhren weiter nach Alajeró zur Dulcería Herrera und genossen hervorragenden Ananaskuchen und Kaffee, bevor wir bis zum Playa Santiago fuhren und dort eine schöne Küstenwanderung machten.
Der hohe Anteil an Deutschen, der uns bereits in Valle Gran Rey aufgefallen war und ihm den Spitznamen „Klein Deutschland“ verlieh, setzte sich auch in Alejeró fort. Im Internet nachgelesen fand ich heraus, dass auf La Gomera der Anteil der Deutschen mit Wohnsitz hier bei ca. 6,6% liegt. Im Vergleich liegt der Prozentsatz gemeldeter Deutscher auf Mallorca nur bei ca. 2%, wobei viele dort wohl monatelang leben, ohne gemeldet zu sein. Ich war ehrlich gesagt froh, dass in „unserem“ Ort Hermigua und in Agulo (wir wohnen direkt dazwischen) der Anteil unserer Landsleute niedriger ist. Wenn man überall um sich herum nur die eigene Sprache hört und vieles auf Deutsch geschrieben steht, hat man gar nicht mehr das Gefühl, wirklich verreist zu sein.
Donnerstag, 19.2.2026: Hermigua: getrennte Wanderungen
Wir verbrachten ausnahmsweise den Tag mal getrennt. Mir war nicht nach langem Autofahren und Wanderung und ich fand, Stefan sollte auch mal eine Chance haben, sich auf einer anspruchsvolleren Tour auszutoben. Er fuhr also am Morgen hoch in den Nationalpark und wanderte von Majona nach Enscheneda, 18,9km und 960 Höhenmeter, teils durch Lorbeerwald, teils über Felsen und über manchmal zugewachsene Wege.
Ich schaffte es nicht ganz, nicht zu wandern. Ich machte mich auf den Weg nach Hermigua in den Ortskern und besuchte die Aloe Vera Farm. Es war ein kleiner Betrieb, der sich ökologischer und nachhaltiger Produktion verschrieben hatte. Die Produkte hatten nur Vitamine als natürliche Haltbarkeitsmittel und keine chemischen Zusatzstoffe. Es wurden diverse Cremes für den ganzen Körper, Lippenbalsam und Mittel für Kühlung oder Erwärmung der Haut angeboten, sowohl für Menschen als auch für Tiere. Auch als Getränk wird Aloe Vera heilsame Kräfte zugeschrieben. Mir blieb allerdings nur das Vergnügen zu gucken, denn die Behältnisse enthielten 250 ml und mehr und waren nicht nur entsprechend teuer, sondern im Handgepäck im Flugzeug durften diese Mengen natürlich auch nicht mitgenommen werden. Ich lief noch ein wenig im Ort herum und kehrte dann in der Bar Terraza Pedro des Casa Creativa ein. Ich hatte dessen gute Rezensionen zuvor gelesen und es war wirklich nett dort. Bedient wurde ich von einem Berliner Gastronomen, der nach Corona hier hängen geblieben war. Ich genoss einen spanischen Kartoffelsalat und einen alkoholfreien Barraquito, wobei ich lernte, dass der dann wohl Café Leche Leche hieß. In dieser Bar gab es manchmal auch Lifeauftritte von Musikern, daher Casa Creativa. Danach nahm ich den Weg hinunter zum Strand, wo ich bisher noch gar nicht war, obwohl wir die Küste von unserer Terrasse aus direkt im Blick hatten. Der Strand war wie die meisten auf der Insel steinig und es herrschte Badeverbot. Die Brandung war zu stark, was an vielen Stränden hier häufig der Fall war. Ich hatte bei Komoot gesehen, dass es einen direkten Weg hoch zu unserer Apartmentanlage geben musste und so war es. Ein alter Kopfsteinpfad ging steil, teils als Treppen, teils eher ausgebrochen, die Terrassen hoch bis zum Mirador, von dort noch 105 Stufen in unserer Anlage und schon stand ich vor unserer Haustür und hatte 5,8km und 160 Höhenmeter hinter mich gebracht.
Gegen Abend kam Stefan zurück, wir fuhren einkaufen und nach dem Abendessen guckten wir Eiskunstlauf bei der Olympiaübertragung im Fernsehen. Ein gemütliches Wohnzimmer hatte schon was für sich.
Freitag, 20.2.2026: Hermigua: Wanderung zum Alto de Garajonay und bei Laguna Grande – Besuch La Rajita und La Dama
Unsere Zeit auf La Gomera neigte sich dem Ende zu und ein Highlight stand noch aus, die Wanderung zum höchsten Punkt der Insel, dem Alto de Garajonay. Ich hatte mich zuvor im Internet kundig gemacht, von wo der Aufstieg am einfachsten war und so sind wir vom Parkplatz El Contadero über einen schönen breiten und die meiste Zeit auch schattigen Weg zu der Erhebung. Das Besondere dieser höchsten Erhebung der Insel ist, dass man bei klarem Wetter, was wir zum Glück hatten, von hier aus die Nachbarinseln El Hierro, Teneriffa und La Palma sehen konnte. Wir hatten sogar das Glück, etwas hinter Wolken sogar noch Gran Canaria ausmachen zu können. Der Weg auf den Alto de Garajonay ging zwar stetig bergauf, war aber nicht lang, deshalb gingen wir auf einem anderen zurück zur Straße, Stefan lief das Stück zum Auto und holte mich dort ab. Wir fuhren weiter zum Rastplatz mit Restaurant und einem mit Erklärungen zu den Bäumen versehenen Rundweg Laguna Grande. Dies war eindeutig ein Haltepunkt für Bustouren über die Insel. Das Restaurant überlaufen, überall Geplapper und die Busse wussten schon nicht mehr, wo sie parken sollten. Wir machten den Rundweg und verzogen uns schnell wieder. Klar war der ca. 800m lange Weg durch Lorbeer-, Baumheide-, Mispel- etc. Wald, der ein kurzes Stück sogar Rolli gerecht war, das Richtige für eine Inselrundfahrt, wo die typischsten Besonderheiten La Gomeras innerhalb eines Tages abgehakt werden mussten, aber es machte uns einfach keinen Spaß, mit ganzen Horden den Wald zu teilen. Wir guckten auf der Karte, wo wir in den letzten Tagen noch nicht waren, und kamen auf die Bucht von La Rajita. Wir hatten sie bei unserer Bootsfahrt gezeigt bekommen und wussten, dass hier die Ruinen einer alten Fischfabrik und die Mole zu sehen waren. Über eine schwindelerregende Straße mit Serpentinen durch eine Felslandschaft fuhren wir dem Atlantik entgegen. La Rajita war früher mit seiner Fischfabrik einer der wichtigsten Wirtschaftsmotoren La Gomeras, bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein. Jetzt fanden sich hier nur noch Ruinen in La Rajita, dem Küstenabschnitt unterhalb von La Dama, dem Dorf mit den meisten Bananenplantagen der Insel. Im ehemaligen Hafen schwammen an diesem Tag Hartgesottene und Leute, die die Einsamkeit suchten. Der Ort schien auch bei Vanlife- Liebhabern beliebt für eine Übernachtung ab vom Schuss. Im Sommer sollte ein kleiner Kiosk hier auch Snacks anbieten. Wenn ich allerdings die ganzen auf der Zufahrt liegenden Steine sah, würde ich mir doch Gedanken machen, wie lange man wohl dort stehen konnte, ohne Opfer vom Steinschlag von den Felswänden zu werden.
Auf dem Rückweg machten wir in dem winzigen Ort La Dame bei einer Bar halt für einen Kaffee und konnten Zeuge einer temperamentvollen Diskussion einiger Bewohner und der Bardame werden, wobei auch mal auf den Tisch geschlagen wurde.
Auf der Heimfahrt machten wir noch bei ein paar Aussichtspunkten halt, weil die Abendsonne die Landschaft in ein warmes Licht tauchte.
Samstag, 21.2.2026: Hermigua – Wanderung bei Alajeró
Wir fuhren an unserem letzten Tag auf La Gomera noch einmal in die Region Alajeró im Süden der Insel und machten eine Wanderung mit dem Namen „Wildblumenpfad“ bei Komoot. Der Weg machte seinem Namen alle Ehre, rundherum blühte und grünte es. Ich muss allerdings zugeben, dass ich den Weg nur zur Hälfte mitwanderte, weil der mit sicher viel Mühe angelegte Kopfsteinpflaster Weg meine Knie bergab bereits in Pudding verwandelte. Diese völlig ungleichmäßige Pflasterung, auf der man auch keine Stöcke nutzen konnte, weil sie entweder abrutschten oder man sicher in die Rillen zwischen die Steine traf und hängenblieb, waren besonders bergab der Tod jedes Arthrose -Knies. Kurzum, als wir es bis zur Straße geschafft hatten, lief ich auf dieser in den Ort Alajeró zur leckeren Dulcería, die wir vor Tagen bereits besucht hatten, und Stefan wanderte zurück, nahm noch eine kleine Abzweigung zu einem Drachenbaum mit und holte mich dann mit dem Auto von der Dulcería ab – natürlich erst, als er auch eingekehrt war. Da wir so ziemlich jede Ecke der Insel inzwischen abgeklappert hatten, teils sogar mehrfach, weil überall zahlreiche Wanderwege verliefen, entschieden wir uns, den letzten Nachmittag noch unser Apartment zu genießen und unsere Sachen, soweit möglich, für den Abreisetag zu packen. Abends gingen wir zum Abschluss unseres La Gomera Aufenthaltes im Restaurant essen.
Sonntag, 22.2.26: Hermigua/ La Gomera – Buenavista del Norte/ Teneriffa
Bye bye La Gomera! Morgens stand unsere Abreise an. Wir brachten das Auto zur Mietwagenstation in San Sebastian und hatten dann noch 4 Std bis zur Abfahrt unserer Fähre. Zum Glück konnten wir am Hafen wieder unser Gepäck einschließen und so nochmal einen kleinen Rundgang durch die Stadt machen und in ein Café einkehren. Wir kamen 30 Minuten vor Abfahrt an der Mole an und es stand schon eine lange Schlange in der Sonne und wartete darauf, dass der Zugang zur Fähre öffnete. Man ließ uns aber erstmal in der Sonne stehen und fertigte die Autofahrer ab, während wir in der Hitze brieten. Heute war erheblich mehr am Anleger los als bei unserer Ankunft und als bei unseren vorherigen Fährfarten, was wohl zum einen dem Wochenende zu verdanken war, zum anderen war auf den Kanaren der Karneval noch nicht zu Ende, auch wenn bei uns Aschermittwoch bereits einige Tage zurück lag. Wir sahen Karnevalswagen, im Zelt wurden Kinder für ihre Verkleidung geehrt und es gab noch einige Kinderbelustigungen. Laut Terminkalender fand am kommenden Tag in San Sebastian noch eine Farbpulverschlacht, wahrscheinlich ähnlich Holi in Indien, statt. Während bei uns in Deutschland nach Aschermittwoch alles vorbei ist, sieht man das auf den Kanaren aufgrund der Vielzahl von Feierlichkeiten lockerer. In Santa Cruz/Teneriffa findet nach Rio de Janeiro das zweitgrößte Event der Welt statt. Um die Feierlichkeiten auf allen Inseln so zu verteilen, dass Einwohner und Touristen die Möglichkeit haben, alles zu besuchen, wird zu Aschermittwoch zwar dort mit der traditionellen „Beerdigung der Sardine“ (Entierro de la Sardina) der Karneval symbolisch zu Grabe getragen, was in vielen Orten erst am Wochenende nach Aschermittwoch oder sogar noch später zelebriert wird, aber danach geht es noch lustig weiter bis weit in den März hinein.
Die Fähre war also besser besetzt als sonst, aber längst noch nicht voll. Wir fuhren ca. 50 Minuten bis wieder mal nach Los Christianos und dann wurde es stressig. Wir hatten uns schon frühzeitig zum Ausstieg begeben, weil die Bushaltestelle des öffentlichen Busses ca. 1,5km vom Hafen entfernt war und wir den Bus erwischen mussten zum Flughafen, wo wir den nächsten Mietwagen abholen wollten. Hätte Stefan meinen Rucksack nicht auch noch getragen, hätte ich unmöglich so schnell und bei brennender Sonne die Strecke bewältigt. Wir erwischten den Bus, fuhren wiederum ca. 20Minuten und holten dann bei Europcar im Flughafen unser drittes Auto dieser Reise ab. Unser erster Weg führte zu Lidl und ich muss zugeben, wir waren total happy in Anbetracht der Auswahl und der Preise. Endlich wieder Blattsalat, Tofu und bezahlbares Obst und Gemüse! Man sollte es nicht glauben, aber hier wuchsen ja überall Bananen, auch auf La Gomera, aber wir fanden dort nur selten welche beim Spar in unserem Ort und der war bereits einer der größten Läden. Dann fuhren wir noch über eine Stunde und das letzte Stück über eine wahrhaft beängstigende, enge Bergstraße mit zig Serpentinen nach Buenavista del Norte, wo unsere letzte Unterkunft uns empfing. Wir hatten hier unglaublicher Weise ein ganzes Haus mit zwei Schlafzimmern, mehreren Bädern, Balkon und Terrasse. Eigentlich schade, dass wir nur noch vier Nächte bis zum Abflug hatten und dann wieder in die Kälte nach Deutschland mussten.
Montag, 23.2.26: Buenavista del Norte: Küstenwanderung – Altstadt von Los Sillos und Garachico
Unseren ersten Tag auf Teneriffa begannen wir mit einer Wanderung entlang der Küste bis zum Leuchtturm von Buenavista del Norte. Entlang der Küste waren immer wieder Einschnitte, wo die Vulkanfelsen Becken, Höhlen und Torbögen gebildet hatten. Wie schon auf den anderen Inseln, wurden diese Becken als Naturpools genutzt, wenn denn die Wellen nicht zu hochschlugen, was sie meistens taten. Man konnte aber in diesen Vulkanbuchten mit viel Vorsicht herumklettern und zig Krebse in den Wasserpfützen und auf dem Lavagestein beobachten und fotografieren. Nach einer Weile sahen wir von weitem einen Turm mit Wendeltreppe und freuten uns darauf, ihn zu besteigen und einen weiten Ausblick zu genießen. Als wir ankamen, mussten wir dummerweise feststellen, dass es sich um einen Leuchtturm handelte, auf den man nicht hinaufsteigen durfte. Naja, es war der Wendepunkt unserer Tour und wir liefen wieder zwischen Bananenplantagen auf der einen Seite und Meer auf der anderen zurück zum Auto. Wir fuhren ein kurzes Stück bis zur Altstadt von Los Sillos, unserem Nachbarort, wo wir auf dem Plaza de Luz Kaffee tranken. Der Altstadtkern war winzig, aber ganz hübsch und an mehreren Stellen gab es beeindruckende Bäume, unter denen man gemütlich verweilen konnte. Da es noch früher Nachmittag war, konnten wir uns auch noch den nächsten Ort, Garachico, ansehen, der damit warb, einer der schönsten Orte Spaniens zu sein. Das war vielleicht etwas hoch gegriffen, aber er war wirklich sehr schön mit hübschen alten Häusern und mit Blumen geschmückten Balkonen, kleinen Gassen und Lädchen, baumbestandenen Plätzen, sowie dem Parque de la Puerta de Tierra. Die Reste des alten Tores waren übrig vom ehemaligen Hafen, der im 16. und 17.Jahrhundert der größte und blühendste von ganz Teneriffa war. Besonders Wein und Zucker wurden von hier nach Europa und Übersee geschafft, während französische Stoffe, flämische Kunst u.ä. von Europa kamen, Gold, Silber und Indigo aus Amerika, Gewürze aus dem Orient und Sklaven aus Afrika. Das Tor bildet heute den Zugang zu einem kleinen, feinen Park mit Bäumen, Kakteen und blühenden Blumen. Am Meer konnte man vom Mirador del Puerto die Reste des ehemaligen Hafens sehen, der 1706 durch den Ausbruch des Vulkans Montaña Negra zerstört wurde und danach verschlammte. Nebenan ist der Playa Alejo, den man sehr schön in dem Vulkangestein angelegt hatte, der aber zurzeit wegen zu starker Brandung gesperrt war. Daneben befand sich im Castillo de San Miguel ein kleines Museum, was wir aber nicht besuchten. Es war also tatsächlich ein lebendiges, hübsches Städtchen, wenn auch der Titel „eines der schönsten Spaniens“ etwas übertrieben schien. Nach einem Einkauf fürs Abendessen gab es Pizza und Salat auf unserer Terrasse. Es war schon nett, einen Backofen zu haben.
Dienstag, 24.2.26: Buenavista del Norte: Ausflug ins Anaga Gebirge
Wir nahmen die lange Fahrt von 76km, 1Std23 Fahrtzeit auf uns, um in den Nordosten der Insel, ins Anaga Gebirge zu fahren. Ich hatte recherchiert, welche Wanderung für uns adäquat und ohne Genehmigung zu wandern war, denn auf Teneriffa hatte die Flexibilität ein Ende. Beliebte Strecken mussten vorher gebucht werden, kosteten zum Teil Geld und zumindest für den Aufstieg auf den Teíde, auch wenn es nur für das Stück von der Bergbahn zur Spitze war, wurde geprüft, ob man auch alle vorgeschriebenen Dinge im Rucksack hatte, damit man sicher hochwandern konnte. Eine Wanderung mit Vorbuchung und einem begrenzten Timeslot kam für uns nicht infrage. Wir hätten zumindest den Teíde schon weit im Voraus buchen müssen und die festgelegten Wanderzeiten gingen für mich gar nicht. Auch wenn ich den Weg wahrscheinlich letztendlich innerhalb der Zeit geschafft hätte, wollte ich mir den Druck nicht machen. Wir sind also in das Anaga Gebirge aufgebrochen und mussten gleich vom Beginn des Gebietes an feststellen, dass Touristenlavinen wohl dasselbe Ziel hatten wie wir. Die Straßenränder und Parkplätze waren bis ans Geht nicht mehr zugeparkt, Wanderer, die lange Wege auf der gefährlichen Straße zum Start ihres Wanderweges hinter sich brachten, Polizei, die versuchte Ordnung zu schaffen und die Zufahrt zum Parkplatz, den wir benötigt hätten, versperrten. Wir fuhren weiter, bis wir eine Lücke in der endlosen Parkschlange entlang der Straße fanden. Von hier liefen wir zuerst ein paar hundert Meter zum Mirador Pico del Inglés. Stefan hatte kurz vor unserer Parklücke einen Zugang zu einem Wanderweg gesehen, dort liefen wir dann hin. Wir hatten keine Ahnung, was uns für ein Weg erwartete und liefen los, der Ausschilderung Valleseco folgend. Der Weg erwies sich als wunderschön, durch mystischen Wald und mit herrlichem Ausblick auf die Bergwelt bis zum Meer. Er ging jedoch stetig bergab, erst auf Waldboden, dann auf einem Bergweg mit Felsgestein und nach ca. 3 km hatten wir rund 240 Höhenmeter verloren und ich machte mir klar, dass ich die auch wieder hochlaufen musste. Stefan hatte weiter unten einen Ort entdeckt und plante, mich dort unten später mit dem Auto einzusammeln, aber nach weiteren verlorenen Höhenmetern stellten wir fest, dass unser Weg nicht dorthin führte. Ich entschied, dass wir kein Risiko eingehen sollten und ich den Weg wieder mit ihm zurück in die Höhe stapfen würde. Gerade weil die Verkehrsverhältnisse so chaotisch dort waren, hatte ich Angst, dass er mich ggf. an irgendeinem verabredeten Treffpunkt nicht hätte abholen können. Ich wanderte also die inzwischen 270 Höhenmeter wieder mit ihm bergauf, um dann am Auto feststellen zu müssen, dass wir ein Knöllchen bekommen hatten. 80€, bzw. wenn wir umgehend zahlten, 40€ fürs Falschparken. Na, das hatte sich ja gelohnt 😤. Was hatte sich Teneriffa doch seit 1999 verändert! Wie herrlich war es dagegen noch auf El Hierro und La Gomera, auch wenn letztere Insel sich in Acht nehmen musste, damit ihr der Overtourism nicht in den nächsten Jahren eine gleiche Besucherschwemme ihre Beschaulichkeit und Ruhe kaputt macht. Es ist wirklich schwierig, wie für dieses Problem eine Lösung gefunden werden kann. Wir verstehen ja nur zu gut, dass man diese Orte alle mit eigenen Augen sehen will, aber überfüllt ist keinem gedient.
Mittwoch, 25.2.2026: Buenavista del Norte: Ausflug in den Parque Rural de Teno
Welch ein wunderschöner Abschlusstag unserer Reise! AmMorgen sah es erstmal gar nicht gut aus. Es war neblig, windig und nieselte zeitweilig. Eigentlich nicht das Wetter, um in die Berge zu fahren und gute Aussichten zu erwarten, aber was macht man, wenn es der letzte Tag ist, keine interessante Stadt in der Nähe ist und man sich eine interessante Wanderung vorgenommen hat? Wir fuhren also wieder Mal endlos über kurvige, schmale Bergstraßen in die Bergwelt des Parque Rural de Teno. Hatte ich schon erwähnt, dass alle drei Kanareninseln nur etwas für Autofahrer sind, die gerne und gut Serpentinen fahren können? Als wir in Teno ankamen, einem winzigen Ort mit Bar, Lädchen, einer Kapelle und öffentlicher Toilette, ansonsten nur weit verteilte Fincas, war das Wetter gerade so mies, dass wir die Wanderung mit der Einkehr in die Bar los Bailaderos starteten und uns an hausgebackener Ananastorte und Kaffee labten. Wir waren wahrlich nicht die einzigen Wanderer dort. Luftlinie war der Ort eigentlich nur gut 3 km entfernt von unserer Unterkunft, um dorthin zu kommen, fuhr man jedoch 15km und brauchte mehr als 30 Minuten. Wir hatten uns eine Wanderung durch die Terrassenfelder von Teno Alto mit Blick auf unseren Ort Buenavista del Norte am Atlantik ausgesucht. Nach der Einkehr wurde es dann ernst und wir machten uns auf den Weg. In der Ferne über dem Meer zeigte sich der erste blaue Streifen Himmel und umso länger wir liefen, umso besser wurde das Licht. Es war zwar windig und auf Grund der Höhe auch ziemlich kühl, aber es regnete nicht und die Stimmung dort oben war einfach fantastisch! Es war eine Mischung aus rötlich- gelben Felsbrocken in diversen Formen, die teilweise ausgehöhlt waren. Vor der spanischen Eroberung im 15.Jahrhundert lebten hier die Guanchen, die Ureinwohner, im Schutz vor Wind und Sonne und mit hervorragendem Überblick über die Umgebung. Sie nutzten die Höhlen zum Leben, als Lager und für Gräber. Auch die Spanier nutzten sie bei ihrer Ankunft als einfache Behausungen, Ställe und Lager. Heute stehen die Höhlen unter Schutz und sind Teil des Naturparks. Diese rötlich- gelbe Gesteinswelt bildeten einen wunderbaren Kontrast zum satten Grün der Weiden, Kakteen, Bäume, Sträucher und vielfarbigen Wildblumen und bewirtschafteten Terrassenhängen. Im Hintergrund sah man dann den Atlantik, dessen Blau in das des Himmels überging. Wir wanderten eine wunderschöne Runde, bevor wir uns wieder auf die Straße Richtung Masca, weiter im Süden begaben. Eigentlich war uns bei den Rezensionen über dieses Dörfchen in einzigartiger Lage in einer Schlucht zwischen den Bergen schon die Lust darauf vergangen, denn alle schrieben von Parkplatznot und dass man entweder sehr früh oder erst am Abend dorthin fahren sollte, wegen Überfüllung. Eine Wanderung durch die Schlucht musste angemeldet werden, kam daher eh nicht infrage. Auf der anderen Seite lobten alle die beeindruckende Lage dieses hübschen Ortes und auch Tiggy hatte es uns empfohlen. Wir warfen alle Bedenken über den Haufen und fuhren mit Zwischenstopps an mehreren Aussichtspunkten bis zum Mirador de Masca, wo wir das Glück hatten, einen Parkplatz zu finden. Von hier ging ein Wanderweg ca. 2km und rund 200 Höhenmeter den Berg runter in den Ort. Das war für uns genial. Wir ließen das Auto stehen, wanderten hinunter und durch die kleine Ortschaft und Stefan holte mich nachher mit dem Auto ab. Es war dermaßen stürmisch, dass ich Probleme gehabt hätte, nicht nur die Höhenmeter bewältigen zu müssen, sondern auch noch gegen den Wind ankämpfen zu müssen. Ganz begeistert von diesen herrlichen Landschaftseindrücken fuhren wir zurück nach Buenavista del Norte, kauften uns Tortillas und Gemüse für die Füllung und genossen unser selbstgemachtes Abendessen in unserem Ferienhäuschen. Am kommenden Abend ging unser Flug zurück nach Köln, wo wir noch zwei Nächte in einer Ferienwohnung verbringen wollten, da wir erst gegen Mitternacht ankamen und uns keinen Stress machen wollten. Samstag wollten wir dann mit unserem eigenen Auto wieder in Richtung Heimat fahren.
Donnerstag, 26.2.2026: Rückflug Teneriffa – Köln/Bonn
Was soll man über einen Abreisetag schreiben? Meist ist er doof, so auch dieses Mal. Morgens regnete es in Strömen, sodass Stefan klatschnass vom Joggen kam. Gut, dass wir erst um 12:00 auschecken mussten, so konnte er die Sachen noch waschen und trockenfönen. Nach ca. 2Std Fahrt inklusive Stau kamen wir beim Flughafen um 14:00Uhr an und gaben das Auto zurück. Nun waren wir eigentlich viel zu früh, aber die Schlange zum Sicherheitscheck nahm schon einige Zeit weg. Der Flughafen war wuselig wie ein Wespennest! Im Boardingbereich angekommen stand unser Flug endlich auf der Tafel, aber leider mit dem Hinweis „verspätet“. Letztendlich war die Verspätung gut eine Stunde, aber die angegebenen Zeiten waren erst gar nicht vorhanden und dann wechselten sie ständig. Das Flugzeug war wie erwartet fast ausgebucht und wir saßen ewig weit voneinander entfernt. Da war nix mehr mit „Plätze tauschen“ o.ä. Nach 4,5Std Flug landeten wir um ca. 1Uhr nachts auf dem Köln/Bonner Flughafen.
Freitag, 27.2.2026: Köln Porz
Ich wartete noch nicht lange mit dem Gepäck am Flughafen darauf, dass Stefan mich mit unserem Auto abholte, als eine WhatApp von ihm kam, dass ich per Taxi kommen sollte, weil unsere Reifen zerstochen wären. Na, das war ja ein tolles Willkommengeschenk! Ich ging zum Taxistand und fuhr mit Taxi nach Köln Gengel, wo wir unser Auto in einem Wohngebiet ganz legal neben einer Mauer geparkt hatten. Stefan hatte bereits die Polizei informiert, aber sie baten uns, Fotos zu machen und die Anzeige online zu stellen und ihnen damit Arbeit abzunehmen. Sie vermuteten, dass die Nachbarn mal wieder ihren Frust gegen Flughafenparker an uns ausgelassen hätten. Schien wohl häufiger vorzukommen. Mein Taxifahrer war sehr nett. Er war gelernter Automechaniker und vermutete, dass die zwei platten Reifen nicht zerstochen waren, sondern nur die Luft rausgelassen wurde. Er hatte sogar eine automatische Pumpe im Taxi, stellte dann aber fest, dass die Ventile geklaut worden waren. Da half nur noch ein Abschleppdienst. Wieder mal war ich froh, im ADAC zu sein, der zügig einen Pannendienst schickte, der uns ganz in die Nähe unserer gebuchten Unterkunft zu einem Reifendienst schleppte, sodass wir bei Arbeitsbeginn dort neue Ventile einbauen lassen könnten. Wir gingen von dort zu unserem gebuchten Studio, das zum Glück Self-Check-in hatte und fielen gegen 3Uhr todmüde ins Bett.
Um 8:00Uhr entschieden wir, dass ich zum Arzt gehen sollte, weil ich seit Tagen einen entzündeten Stich oder Biss eines Insekts auf der Brust hatte mit dickem, rotem Rand und nicht noch bis Montag warten wollte, um zum Hausarzt in Goslar zu gehen. Ein Arzt war um die Ecke und ich bekam Antibiotika. Stefan ging derweil zum Reifendienst, bekam gesagt, dass alle Reifen Schrott wären, weil inzwischen zu alt und wir statt Ventile vier neue Reifen kaufen sollten. Er prüfte die Aussage mit ChatGPt und die KI sah es genauso. Dummerweise hatte die Werkstatt aber die Reifen nicht da, sondern erst am Montag. Wir hätte vom ADAC einen Mietwagen kostenfrei nutzen dürfen, aber einer von uns hätte noch einmal nach Köln fahren müssen, um das Auto abzuholen, denn wir mussten nach Hause, denn am Montag erwarteten wir um 8:00 Handwerker in unserer Wohnung. So ein Mist! Mein kluger Mann fand zum Glück heraus, dass ATU, die nicht weit entfernt eine Werkstatt hatten, die Reifen vor Ort hatten. Er fuhr also per Uber zu ATU, kaufte 4 Reifen, die er dann mit wiederum mit Uber zu unserem Reifendienst brachte, die sie netterweise noch am Nachmittag anbrachten. Es war ja immerhin Freitag und das Wochenende stand bevor.
Abends hatten wir unser Auto wieder und versuchten noch, uns Janus`und Katarinas neue Wohnung in Bonn zumindest von außen anzusehen, aber wir scheiterten total. Die Adresse war mitten in der Innenstadt, es gab Baustellen und massenhaft Leute, die ihr Wochenende einläuteten und jeden noch so kleinen Millimeter Parkplatz belegten, so fuhren wir unverrichteter Dinge wieder zurück zu unserer Wohnung.
Samstag, 28.2.2026: Köln – Bad Harzburg
Unsere Heimreise verlief angenehm. Es gab zwar eine Autobahnsperrung, die uns über lange Zeit Bundes- bzw. Landstraßen bescherte, aber es war herrliches Wetter und ich genoss die stressfreiere Fahrt über Land sogar ein wenig.
