Sapa – Fansipan, Cat Cat Village und Love und Silver Waterfalls

Busfahrt von Cat Ba nach Sapa

Am Sonntag, den 4.3.2018 starteten wir in den hohen Norden Vietnams, nach Sapa. Es wurde wieder eine Nachtfahrt mit Sleeperbus. Die Ankunft war für morgens gegen 4 Uhr angegeben, aber man sagte uns, dass der Busfahrer die Passagiere bis 7 Uhr im Bus schlafen lassen würde. Wir waren gespannt, ob das klappt! Um 16 Uhr ging es los ab Sapa zur Fähre Richtung Haiphong. Die Fährfahrt, oder besser die Fahrt auf die Fähre, war bei beiden Malen eine spannende Geschichte. Die großen Busse sind dabei immer in der Gefahr,  mit dem Unterboden aufzusetzen. Dieses Mal war es noch dazu so eng, dass ich den Fahrer wirklich bewundern musste. Mit ca. 1 cm Abstand parkte er zwischen Fährwand und Lastwagen ein, da gehörte schon wirkliches Können dazu. Danach quälten wir uns ewig lange durch Stadtgebiete und Mautstationen, bis wir endlich auf freier Strecke Richtung Sapa waren. Ich schlief ein, bis ich merkte, dass es sehr kurvig wurde. Mir wurde zum Glück nicht schlecht, obwohl der Bus sich bis auf ca 1600 Meter die Berge hochwand. Mitten in der Nacht gegen 3:30 Uhr kamen wir in Sapa an und es war wirklich so: Der Busfahrer parkte ein, der Begleiter schloss von innen den Bus und machte alle Lichter aus und beide legten sich zum Schlafen. Fein, so konnten wir auch in Ruhe noch weiterschlafen. Gegen 6:30 Uhr war es mit der Nachtruhe dann vorbei und wir wurden aus dem Bus geschickt. Wir machten  uns auf den Weg zum Hotel. Es wurde zu einem Suchspiel, denn es befand sich nicht dort, wo es laut Maps me seien sollte. Erst nach mehrmaligem Fragen fanden wir unsere Unterkunft. Wir konnten unser Gepäck abstellen und man bot uns Getränke an. Einchecken war noch nicht möglich, da die Gäste so früh natürlich noch im Zimmer waren.

Ham Rong Mountain Park

Die Rezeptionistin hatte uns einen Plan von Sapa mitgegeben und wir nutzten unsere Zeit zum Besuch im Ham Rong Mountain Park. Wie wir schon an vielen Stellen feststellen konnten, haben die Vietnamesen wirklich Ahnung davon, wie man einen fotogenen und dennoch natürlichen Park anlegt. Sie lieben Blumen und Fotografieren und das scheint die Grundlage zu sein. Der Ham Rong Mountainpark ist hervorragend in die hügelige Landschaft eingepasst und bietet schöne Blumenarrangements, Felsen, Bäume und gewundene Wege durch diese schöne Landschaft. Umso höher wir kamen, umso weniger besucht war der Park. Oben kletterten wir über ein Gatter und trafen auf freilaufende Pferde und bemühten uns – leider erfolglos – einen hübschen blauen Vogel abzulichten. Er war leider geschickter im sich verstecken, als wir im Überlisten.

Gegen 16 Uhr konnten wir dann in unser gemütliches Zimmer im Love Hotel einziehen.

Love Waterfall und Silver Waterfall

Am kommenden Tag ließen wir uns Zeit beim Frühstücken und machten uns erst gegen Mittag auf den Weg, um zur Bergbahn „Fansipan Legend“ zu laufen. Nach über zwei Kilometern Fußweg bergauf mussten wir feststellen, dass die Bahn an dem Tag wegen Wind nicht fuhr. Kurzerhand riefen wir ein Taxi und ließen uns erst zum Silver Waterfall und danach zum Love Waterfall fahren. Beide Wasserfälle waren sehenswert, wenn auch nicht außergewöhnlich. Zum Silver Waterfall kann man in zwanzig Minuten gut hoch und runterlaufen und hat immer wieder einen schönen Blick auf den Wasserfall. Beim Love Waterfall hätten wir gerne länger als die mit dem Taxifahrer vereinbarte Stunde gehabt. Auf einem gutgepflasterten Weg läuft man auf und ab verschlungene Wege durch schöne Natur, um zum Fuße des Wasserfalls zu gelangen. Begleitet wird man durch Vogelgezwitscher und Froschquaken. Die Strecke ist zum Teil recht romantisch, daher wohl der Name Love Waterfall.

Vegetarisches Restaurant – Klein aber fein

Am Abend fanden wir ein sehr einfaches, aber gutes vegetarisches Restaurant ganz in der Nähe unseres Hotels. Com Chay Hoa Tâm ist etwas versteckt im Hinterhof und sieht nicht sehr einladend aus. Man sollte es aber dennoch versuchen, denn die Besitzerin kocht mit Liebe und Können. Ihr „Büffet“ besteht aus leckeren Kleinigkeiten, deren Namen wir uns nicht merken konnten. Da wir uns erst an manches nicht rantrauten, legte sie uns noch Probierstückchen umsonst auf den Teller. Damit hatte sie uns als Gäste für einen weiteren Besuch und diesen Eintrag auf unserem Blog gewonnen.

Fansipar – Besuch auf dem Dach Vietnams

Am Dienstag war es dann endlich soweit. Wir standen früh auf und machten uns ohne Frühstück um 7:30Uhr auf den Weg zur Bergbahn. Dieses Mal hatten wir abgeklärt, dass die Bahn an diesem Morgen fuhr. Da wir das schöne Wetter ausnutzen wollten, verschwendeten wir keine Zeit mit Laufen, sondern nahmen ein Taxi zur Bergbahn. Die „Fansipan Legend“ stellt mehrere Rekorde auf: Laut Prospekt ist sie mit über 6 km Länge die längste Dreiseilbahn der Welt, die am Stück 1400 Höhenmeter überbrückt und auf den höchsten Berg Indochinas fährt. Den Rekord „längste Dreiseilbahn der Welt“ hat der Erbauer Doppelmayr jedoch in diesem Jahr bereits selbst wieder gebrochen mit der Bahn zwischen den Ferieninseln Phu Quoc und Hon Thom im Süden des Landes, die am 5.2. eröffnet wurde.

Ca 15 Minuten dauerte die Fahrt in der Gondel auf das Dach Vietnams. Unter dem Jauchzen der mitfahrenden Asiaten kamen wir fast oben auf dem Berg an. Noch gab es allerdings einige hundert Stufen zu überwinden bis zur Spitze, was bei über 3000 Metern Höhe schon merklich anstrengender ist. Um mein repariertes Herz nicht übermäßig zu belasten, überwand ich dieses letzte Stück Höhe mit dem Funicular, einem Schrägaufzug. Zwischen Bergstation der Seilbahn und Bergspitze ist eine ganze Tempelanlage auf verschiedenen Ebenen, sodass ich auch so noch etliche Stufen auf und ab bewältigen musste. Ein bisschen aus der Puste, aber ohne große Probleme besuchten wir Tempel, Buddhastatuen und Pagode und genossen die sagenhafte Aussicht von der Bergspitze. Auch wenn sich über den Eingriff in die Natur durch den Bau der Bahn streiten lässt, war ich sehr froh, dass ich dadurch die Möglichkeit hatte, auch dieses Ziel erreichen zu können. Dies wäre sonst nur mit einer anspruchsvollen Zweitagestour mit Führer möglich gewesen wäre.

Cat Cat Village auf eigene Faust

Das kleine Dorf Cat Cat, dass durch mehrere Ethnien aus der Region bewohnt wird, liegt ca. 3 Kilometer von Sapa entfernt. Auch wenn es von Reisebüros als Tour angeboten wird, bzw. sich ständig Frauen, vornehmlich der Black HMong anbieten, einen zu führen, kann man das Dorf einfach selber besuchen. Das Dorf ist in ca. 30 Minuten Fußweg vom Ortskern Sapas erreichbar. Man bezahlt Eintritt, denn es ist als touristische Sehenswürdigkeit zu einer Art belebten Museum gemacht worden. Man sieht sowohl noch Einheimische in ihren typischen bunten Trachten beim Weben oder landwirtschaftlichen Arbeiten, aber vornehmlich beim Verkauf ihrer farbenfrohen Produkte. Darüber hinaus findet man fotogene Stellen wie ein gelber Blumengarten, Stelzenhaus und einen Spielplatz mit Schaukeln, sowie große Wasserräder. Das Ganze ist schon sehr touristisch, aber für Fotofans ist die Farbenpracht ein Anziehungspunkt und die Lage von Cat Cat Village inmitten der Reisterrassen einfach traumhaft. Nach mehreren Stunden verließen wir diese Pracht und liefen den steilen Weg zurück nach Sapa wiederum zu Fuß.

Hanoi – Hauptstadt mit Charme