Hue – Kaiserstadt und erster Regen

Unterwegs nach Hue

Am Mittwoch den 21.2. bestiegen wir wieder mal einen Bus und fuhren nach Hue, der alten Kaiserstadt und ehemaligen Hauptstadt Vietnams. Dieses Mal konnten wir keinen Futa Bus nehmen, da keiner fuhr, daher fuhren wir mit HanCafé, einer anderen Busgesellschaft. Der Bus fuhr am gleichnamigen Café ab – 20 Minuten vor der angegebenen Abfahrtszeit! Na gut, dass wir immer vorpünktlich sind! Dieses Mal konnten wir nicht im Voraus Plätze reservieren, sondern man konnte sich den Platz aussuchen. Bei dieser, mit 4 Stunden kurzen Fahrt, ist das ganz ok, sonst bevorzuge ich allerdings, vorher zu wissen wo ich sitze, da ich möglichst weit nach vorne und nicht in der Mitte sitzen bzw. liegen möchte beim Sleeper-Bus. Nach all den Übelkeiten unserer Mitfahrer bei der vorangegangenen Fahrt, möchte ich kein Risiko eingehen, auch dazu zu gehören. Bei dieser Busgesellschaft gab es keine kostenlose Flasche Wasser und kein Erfrischungstuch wie bei Futa. Mein Sitz ließ sich nicht verstellen, da der Hebel defekt war – naja, am Nachmittag musste ich nicht unbedingt schlafen. Der Bus sollte Wifi haben, aber nirgendwo stand das Passwort. Die Aircondition über meinem Sitz und auch dem auf der gegenüberliegenden Seite war defekt. Sie ließ sich nicht verstellen bzw. die Lüftungsspalten waren herausgebrochen, sodass der kalte Wind mit voller Wucht ins Gesicht blies. Ich half mir mit meinem Klopapiervorat, den ich immer bei mir habe, und verstopfte kurzerhand das Loch. Kurz nach der Abfahrt, noch im hektischen Stadtverkehr, begann unser Fahrer mit Handy zu telefonieren, in etwas so laut, wie sein ständiges Gehupe. Nach dem Telefongespräch wusste er wohl mit seiner linken Hand nichts anzufangen und statt sie zum Lenken zu nutzen, zündete er sich eine Zigarette an! Rauchen ist eigentlich in allen Bussen, auch in Vietnam, verboten! So ging es dann die ganze Fahrt – immer abwechselnd wurde geraucht und telefoniert, obwohl die Strecke und der vietnamesische Verkehr ansich, eigentlich alle Aufmerksamkeit und beide Hände fordert. Nach ca. 3 Stunden statt 4 kamen wir in Hue an und fuhren mit dem Taxi zu unserer Unterkunft. Da erwartete uns das zweite Aha-Erlebnis: man hatte kein Zimmer für uns frei! Erst sagte die Rezeptionistin etwas von PC-Problem, später kam aber heraus, dass wohl ein Problem mit dem Zimmer Schuld sei. Sie gab sich dann aber alle Mühe, uns in der Umgebung unterzubringen, versorgte uns mit Wasser und Früchtetellern und erklärte uns die interessanten Sehenswürdigkeiten in Hue, nachdem sie ein Zimmer in einem nahegelegenen Hotel für uns gebucht hatte und wir darauf warteten, dass ein Mitarbeiter von dort uns abholen sollte. Sie war wirklich nett und tat alles, was in ihrer Macht stand, um das Problem für beide Seiten gut zu lösen. Wir wurden dann in das Kha-Hotel abgeholt und bekamen für die erste Nacht sogar ein Deluxe-Zimmer, da man kein Zimmer der von uns im Air B&B Kategorie frei hatte. Am nächsten Morgen mussten wir dann für die zwei weiteren Nächte in ein kleineres Zimmer ohne Balkon und Sitzecke umziehen.

Den ersten Abend schauten wir uns in unserer Umgebung um und fanden heraus, dass wir mitten im Touristenviertel gelandet waren. Überall Hotels und Hostels und Bars für Backpacker und andere Touristen und dementsprechend auch das Essensangebot und die Bestückung der kleinen Minilebensmittelgeschäfte: Pizza, Pasta, Bier und in den Läden Kekse, Sonnencreme etc. und alles zu höheren Preisen, als wir es sonst in Vietnam gewöhnt waren. Wir fanden noch eine Kleinigkeit zum Essen und verbrachten dann unseren Abend in unserem Deluxe-Zimmer.

Besuch der Zitadelle

Am kommenden Morgen bekamen wir Frühstück im Hotel. Es gab eine Auswahl von vietnamesischer Suppe, über Brötchen mit Omelett oder Spiegel- bzw. Rührei und Cafè, Tee oder Saft. Alles in allem nicht üppig aber lecker. Unsere zweite Tasse Kaffee kochten wir uns dann in unserem Zimmer. In allen Zimmern hatten wir in den letzten Unterkünften einen eigenen Wasserkocher und meist auch Tee/Kaffee in Beuteln. Danach machten wir uns auf, die Kaiserstadt zu erkunden. Zu Fuß ging es Richtung Zitadelle. Beim Eingang kann man Tickets für nur die Kaiserstadt, oder auch Kombitickets mit 1-3 Kaisergräbern in der Umgebung kaufen. Wir entschieden uns für ein Kombiticket mit Eintritt in zwei Grabstätten. In der Zitadelle verbrachten wir mehrere Stunden. Das mit einer 10km langen Mauer umgebene Gebiete mit seinem äußeren Ring und dem inneren Ring, wurde der verbotenen Stadt in Peking nachempfunden. Auch hier gab es eine verbotene, purpurfarbene Stadt, die während der Nguyenherrschaft nur von der kaiserlichen Familie betreten werden durfte. Die Nguyendynastie herrschte von 1802 bis 1945, war jedoch ab 1883 machtlos, da die Franzosen das Sagen hatten. Auch in Hue wurden im Vietnamkrieg große Teile zerstört durch amerikanische Angriffe und werden bis heute wieder restauriert. Die Zitadelle ist seit 1993 Weltkulturerbe.

Die Kaisergräber Khai Dinh und Minh Mang

Nach dem Besuch der Zitadelle leisteten wir uns ein Taxi, um uns in die zwei kaiserlichen Grabstätten von Minh Mang und Khai Dinh zu fahren. Das Grab von Khai Dinh ist von erschlagendem Prunk. Unser Kinder können schon mal anfangen zu sparen und Lotto zu spielen, denn Stefan hat sich entschieden, dass er auch so ein Grab haben möchte;). Schier unglaublich, wie viele Gebäude und Anlagen nötig zu sein scheinen, bis ein Herrscher seinen Weg in die Ewigkeit findet. Khai Dinh suchte sich bereits 1920 den Ort für seine Grabstätte in den nahegelegenen Chau Chu bergen, 10km von Hue entfernt aus. Der verstarb 1925. 11 Jahre baute man an diesem Grab von 1920-1931. Die Anlage zeigt Einflüsse aus westlicher und östlicher Kultur. Die bunten und goldenen Mosaiken im Mausoleum selber sind eine Pracht und sehr prunkvoll. Auch dieser Tempel ist Weltkulturerbe.

Das zweite Grab, das wir besuchten, war das von Minh Mang. Dieser Herrscher brauchte 14 Jahre, bis er einen Ort für seine Grabstätte auf dem Cam Ke Hügel, 12km von Hue entfernt, für sich auserkoren hat. 1940 begann man mit dem Bau, aber bereits 1941 verstarb der Herrscher. Das Grab konnte 1943, wunderschön eingebettet in die Natur am Westufer des Parfumflusses, fertiggestellt werden.

Nach soviel Kultur begaben wir uns in Hue auf die Suche nach einem vegetarischen Restaurant, dessen Adresse wir bei MAPS.ME gefunden hatten. Leider gab es das aber nicht mehr.  Wir kauften uns gegenüber beim Markt Bananen, Mango und Passionsfrüchte und genossen eine gesundes und superleckeres Fruchtabendessen bei uns im Zimmer.

Unser erster Regen in Vietnam

Am Freitagmorgen wollten wir eigentlich in den Bach Ma Nationalpark fahren. Wir hatten den Taxifahrer auch für 9Uhr bestellt. Abends beim Surfen im Internet wurde uns allerdings klar, dass es uns überhaupt nichts bringt, bis zum Eingang gebracht zu werden, da der Park viel zu groß ist, um dort zu Fuß etwas erreichen zu können. Wir hätten dann dort noch eine Tagestour buchen müssen. Das war einfach zu teuer. Wir sagten unserem Taxifahrer abends noch ab. Am nächsten Morgen waren wir sehr froh, den Ausflug abgeblasen zu haben, denn wir hatten zum ersten Mal Regen, seit wir in Vietnam sind. Ich nutzte die Zeit daher mal, um wieder zu Bloggen.

Die Brücke von Than Toan

Am Samstag, den 24.2. stand mal wieder Weiterreise bei uns auf dem Plan. Dieses Mal wollten wir mit dem Zug fahren und zwar nach Ninh Binh. Das Zugsystem wird viel gelobt, weil es sicherer ist als Busfahren, komfortabler sein soll und schöne Ausblicke bietet. Wir hatten es bisher nicht genutzt, weil Züge langsamer sind als Busse und die Preise bisher auch teurer. Dieses Mal war es jedoch anders. Durch die Feiertage herrscht derzeit Heimreiseverkehr, besonders in große Städte, und die Busgesellschaften schlagen z.T. satte 100%auf die Preise! Da wir sowieso das Erlebnis einer Zugfahrt erleben wollten, war jetzt also der Zeitpunkt gekommen. Wir buchten das Ticket wieder über die Buchungsplattform Balaou, womit wir beim Busfahren bisher gute Erfahrungen gemacht hatten. Es geht soviel einfacher, als sich am Schalter einer lauten Bahnhofshalle verständlich zu machen, wenn das Gegenüber meist nur minimale Englischkenntnisse hat. Da der Zug erst abends fuhr, hatten wir noch den ganzen Tag, uns etwas anzusehen. Morgens besuchten wir die alte, überdachte Brücke und das gleichnamige Dorf Thanh Toan, das bereits 1471 gegründet wurde und sich noch viel von seiner Ursprünglichkeit erhalten hat. Hier leben die Menschen von der Landwirtschaft. Rundherum sind Reisfelder und im kleinen Museum wird gezeigt, wie seit ewigen Zeiten gelebt und gearbeitet wird.

Zuvor kamen wir durch Tuyen Duong Tu Quan, das vermutlich ein Pilgerort ist, denn er besteht fast ausschließlich aus Tempeln und einer Versammlungshalle.

Beim Stelzendorf Dam Chuon

Am Nachmittag ließen wir uns nach Dam Chuon fahren, einem Fischerdorf, das zum Teil auf Stelzen über dem Wasser gebaut und durch Brücken aus Bambusmatten verbunden ist. Ein Reiseblogger hatte den Ort besonders während des Sonnenuntergangs empfohlen, aber solange hatten wir keine Zeit und das Wetter aber auch nicht entsprechend. Ort und Landschaft waren aber auch ohne dieses Highlight sehr sehenswert und strahlten Ruhe und Gemächlichkeit aus, auch wenn das Leben dort sicher sehr hart ist.

Gegen 17:30Uhr machten wir uns wieder auf den Weg nach Hue. Wir mussten einen Einheimischen bitten, für uns ein Taxi zu rufen, da unser Taxifahrer uns versetzt hatte.

Heute steht mal wieder Weiterreise bei uns auf dem Plan. Dieses Mal werden wir mit dem Zug fahren und zwar nach Ninh Binh. Das Zugsystem wird viel gelobt, weil es sicherer ist als Busfahren, komfortabler sein soll und schöne Ausblicke bietet. Wir haben es bisher nicht genutzt, weil Züge langsamer sind als Busse und die Preise bisher auch teurer. Dieses Mal war es jedoch anders. Durch die Feiertage herrscht derzeit Heimreiseverkehr, besonders in große Städte, und die Busgesellschaften schlagen z.T. satte 100%auf die Preise! Da wir sowieso das Erlebnis einer Zugfahrt erleben wollten, war jetzt also der Zeitpunkt gekommen. Wir buchten das Ticket wieder über die Buchungsplattform Balaou, womit wir beim Busfahren bisher gute Erfahrungen gemacht hatten. Es geht soviel einfacher, als sich am Schalter einer lauten Bahnhofshalle verständlich zu machen, wenn das Gegenüber meist nur minimale Englischkenntnisse hat. Da der Zug erst abends fährt, hatten wir noch den ganzen Tag, uns etwas anzusehen. Morgens besuchten wir die alte, überdachte Brücke und das dazugehörige Dorf Thanh Toan, das bereits 1471 gegründet wurde und sich noch viel von seiner Ursprünglichkeit erhalten hat. Hier leben die Menschen von der Landwirtschaft. Rundherum sind Reisfelder und im kleinen Museum wird gezeigt, wie seit ewigen Zeiten gelebt und gearbeitet wird.

Zuvor kamen wir durch Tuyen Duong Tu Quan, das vermutlich ein Pilgerort ist, denn er besteht fast ausschließlich aus Tempeln und einer Versammlungshalle.

Am Nachmittag ließen wir uns nach Dam Chuon fahren, einem Fischerdorf, das zum Teil auf Stelzen über dem Wasser gebaut und durch Brücken aus Bambusmatten verbunden ist. Ein Reiseblogger hatte den Ort besonders während des Sonnenuntergangs empfohlen, aber solange hatten wir keine Zeit und das Wetter aber auch nicht entsprechend. Ort und Landschaft waren aber auch ohne dieses Highlight sehr sehenswert und strahlten Ruhe und Gemächlichkeit aus, auch wenn das Leben dort sicher sehr hart ist.

Unterwegs per Zug nach Ninh Binh

Gegen 17:30Uhr machten wir uns wieder auf den Weg nach Hue. Wir mussten einen Einheimischen bitten, für uns ein Taxi zu rufen, da unser Taxifahrer uns versetzt hatte. Wir fuhren zum Hotel, besorgten noch ein paar Sachen zum Essen für die Fahrt und holten dann unser Gepäck vom Hotel ab. Gegen 19Uhr waren wir am Bahnhof und ließen uns noch einen gedruckten Boardingpass für den Zug geben. Wir waren uns nicht sicher, ob unser elektronischer ausreichen würde. Dann ging die Warterei los und auch die innere Aufregung. Alle Aushänge, außer die Preistafeln, waren nur auf vietnamesisch. Wir hatten keine Ahnung, ab welchem Gleis der Zug fahren würde und die Durchsagen auf Englisch waren kaum verständlich, da in der Bahnhofshalle zuviel Lärm war. Als die Abfahrtszeit nahte und noch keine Durchsage kam, informierte Stefan sich, wann und wo der Zug käme. Man teilte ihm mit, dass er 40 Minuten Verspätung hätte. In etwa 1 Stunde später kam dann die Durchsage. Zwei Bahnmitarbeiterinnen öffneten die Tür zu den Gleisen und kontrollierte die Fahrscheine. Auf dem richtig langen Bahnsteig standen Schilder, wo welcher Wagen zu erwarten sei, was für uns sehr hilfreich war. Entlang des Bahnhofgebäudes waren noch Stände mit allerlei Knabberzeug für unterwegs. Wir standen dort noch mindestens 15 weitere Minuten mit einer Gruppe Backpacker aus aller Welt, die vermuten ließen, dass sie die Fahrt feuchtfröhlich genießen würden und einigen Vietnamesen. Endlich kam der Zug und damit mein erster Schock. Wir hatten „Soft seat“ gebucht, kein Schlafabteil, weil ich befürchtete, in einem 4-6Bettabteil eng aufeinander mit fremden Reisenden, weniger Schlaf zu bekommen, als im Großraumabteil. Außerdem stellte ich mir vor, auf Liegesitzen ähnlich gut schlafen zu können und sie waren viel billiger. Unser Abteil machte eine völlig heruntergekommenen, dreckigen Eindruck. Der ganze Müll unserer Vorgänger stand noch auf dem Tisch bei unseren Sitzen. Wir hatten zwei Sitze an einem Tisch mit zwei gegenüberliegenden Sitzen, die zum Glück über Nacht frei blieben. Die schmuddelige Gardine hing flatterig vor dem Fenster. Nach einer Weile verteilte der Schaffner Decken und sammelte etwas Müll ein. Die Sitze ließen sich verstellen, aber waren für meine Größe sehr unbequem zum Schlafen. Hinzu kam, dass die Tür unseres Großraumabteils immer wieder von selbst aufging und die Backpacker vom Nachbarabteil im Zwischenbereich rauchten. Der Rauch zog also voll in unser Abteil. Ich versuchte es mir irgendwie gemütlich zu machen, vermied den Kontakt meines Kopfes mit dem verdreckten und angerissenen Sitz. Stefan machte es sich auf 3 Sitzen bequem, sodass ich flüchtete. Zum Glück war das Abteil nicht ausgebucht. Das Licht blieb die ganze Nacht an.Die beiden Toiletten, jeweils zwischen den Wagen, standen unter Wasser. Der Zug ruckelte und bremste so stark, dass sich das Wasser aus dem Klo und Waschbecken im ganzen Raum verteilte, ziemlich eklig. Ich schlief erst gegen zwei Uhr nachts ein und wurde ca.  gegen 5 Uhr wieder wach. Das Geruckel und ständige Bremsen und Halten unterwegs, um schnellere Züge durchzulassen, das viele Reisende im Netz beklagt hatten, störte mich wenig. Eher im Gegenteil: es war so monoton, dass es mich irgendwann in den Schlaf schaukelte. Einen Halt vor Ninh Binh wurde es lebhaft im Zug. Sehr viele Fahrgäste stiegen hinzu und brachten gewaltige Koffer, Bettzeug, Kisten und Kästen mit. Anscheinend fuhren die Vietnamesen nun vom Feiertagsbesuch bei den Eltern wieder nach Hause. Gegen 9:30Uhr kamen wir in Ninh Binh an, fuhren zum Hotel und fielen erstmal für Stunden in tiefen

Ninh Binh und die trockene Halongbucht