Cat Ba mit traumhafter Ha Long Bucht und dem Cat Ba Nationalpark

Fahrt nach Cat Ba Island

Am Dienstag, den 28.2.18, machten wir uns auf zu einem neuen Ziel. Per Bus ging es nach Cat Ba in der Ha Long Bucht. Wer über Vietnam liest oder eine Reise dorthin plant, wird immer wieder Ha Long Bucht lesen. Eine Bootsfahrt in der Bucht ist etwa so berühmt wie die Hurtigruten in Norwegen.
Wir hatten den Cat Ba Expressbus gebucht, der uns vom Doc Tuan Hotel in Tam Coc abholen sollte. Wir fuhren also mit dem Taxi die ca 12km, um dann festzustellen, dass der Bus auch noch einen Stopp in Ninh Binh, fast vor unserer Hoteltür gehabt hätte! Da wir online gebucht hatten, kamen wir gar nicht auf die Idee, dass es noch andere Haltestellen geben könnte.
Nach ca 4 Stunden erreichten wir unser Ziel mit einem sehr komfortablen und geräumigen Bus. Die Fahrt war recht kurzweilig, da wir uns mit einem anderen deutschen Paar sehr nett über das Reisen und Vietnam austauschen konnten. Außerdem: was sind schon 5 Stunden Busfahrt nach all den langen Strecken, die wir zuvor bewältigt hatten?

Welche Tour? – Die Qual der Wahl

Unser „Dreamhotel“ in Cat Ba lag direkt an der Wasserfront. Wir hatten einen wundervollen Ausblick aus unserem Zimmer im 8.Stock über die Bucht und den kleinen Hafen. Dieses Mal hatten wir über Air B&B gebucht.
Nach dem Abendessen machten wir uns auf, die Ausflugsangebote der vielen Touranbieter vor Ort zu vergleichen und buchten schließlich für den kommenden Tag eine 1-Tagestour in die Lan Ha und die Ha Long Bucht inklusive Kajaktour, Schwimmpause, Besuch von Monkey Island und dem schwimmenden Fischerdorf. Mittagessen war ebenfalls inklusive. Bei „Green Trail Travel“ bezahlten wir dafür 900000 Dong zusammen, d.h. 16,11€ pro Person, was für eine Tagestour ein wirklich bezahlbarer Preis ist.

Eine traumhafte Tour in der La Han und Ha Long Bucht

Morgens um 1/4 vor 8 trafen wir uns beim Büro von Green Trail Travel und wurden per Bus zur Abfahrtsstelle unseres Bootes gebracht. Wir waren eine buntgemischte Gruppe aus vornehmlich Europäern und zwei Asiaten. Unser Guide „Thang“ (ich hoffe, er schreibt sich so, sonst wird er es mir sicher verzeihen) gab uns im Bus die ersten wichtigen Instruktionen. Wir hatten gleich das Gefühl, dass er ein vertrauenswürdiger, netter Kerl ist, der uns verantwortungsvoll an diesem Tag durch alle Abenteuer begleitet.
Zu Beginn unserer Fahrt war der Himmel noch recht verhangen, was der Felsenlandschaft in der Bucht ein mystisches Aussehen gab. Wir fuhren zuerst durch die unbekanntere Lan Ha Bucht.

Besuch beim schwimmenden Fischerdorf in der Lan Ha Bucht

Nach einer Weile kamen wir bei einem schwimmenden Fischerdorf an und konnten auch ein Haus auf dem Wasser besuchen. Wir nahmen eine nette polnische Familie mit Kindern als Mitfahrer auf. Sie hatten eine 2-Tagestour gebucht und auf dem Haus im Wasser bei der Fischerfamilie übernachtet. Das hätte mir auch gefallen.
Thang zeigte uns typische Fische der Region in einem Käfig unter Wasser. Leider werden sie nicht sehr artgerecht gehalten. Wieder auf unserem Boot fuhren wir nach einer Weile an einem kleinen Tempel auf einem Strand vorbei. Dieser erinnert an den tragischen Tod dreier junger Mädchen. Die Familie lebte in einem der Hausboote in der Bucht. Eines Tages, als die Eltern zum Einkaufen an Land waren, entschieden sich die drei noch minderjährigen Mädchen, sich auf eigene Faust auf Fischfang zu begeben und verließen ihr Hausboot. Sie wurden vom Monsun erwischt und erst nach langer Zeit tot geborgen. Ihnen zum Gedächtnis wurde der Tempel errichtet.

Wie die Ha Long Bucht zu ihrem Namen kam

Bei einem auffällig schmalen Felsen, der spitz in die Luft ragt und von den Vietnamesen Stift genannt wird, fuhren wir in die Ha Long Bucht ein. Thang erklärte uns, warum diese soviel berühmter ist, als die ebenso schöne Lan Ha Bucht. Die Bucht war seit ewigen Zeiten ein beliebtes Angriffsziel von feindlichen Armeen. Der Kaiser war bestrebt, sein Ansehen und seine Macht zu verbessern. Da ihn der Anblick der grünbewachsenen Felsen an einen Drachen erinnerte, erfand er die Sage, dass ein Drache unter Wasser getaucht wäre und tiefe Furchen ins Land gerissen hätte, daher auch der Name Ha Long, der soviel heißt wie „Bucht des untergetauchten Drachen“. Ha Noi, zu damaliger Zeit Thang long genannt und Hauptstadt und Kaisersitz, dagegen heißt „aufsteigender Drache“. Er wollte damit seinen Ruf ein starker Kaiser zu sein, aufpolieren. In der Ha Long Bucht wurde tatsächlich Vietnam, laut unserem Guide, nie besiegt.  Vietnamesen, die trotz ihrer schmalen Statur ihre Stärke zeigen wollen, tätowieren sich einen Drachen auf die Schulter.

Mit Kajaks unterwegs zu Höhlen

Nach einer Schwimmpause, für die wir auf der Route ankerten wurden wir mit einem leckeren Mittagessen verwöhnt. Danach legten wir an einer Kajakstation an, bekamen eine Einweisung und dann ging es los. Immer zu zweit im Boot, ausgestattet mit Kopflampen, paddelten wir durch die faszinierende Welt aus Wasser und Kalkfelsen. Wir fuhren auch durch eine Höhle, in der Fledermäuse leben. Leider konnten wir in die sogenannte „dunkle Höhle“ nicht einfahren, da der Wasserstand zu niedrig war und wir dort immer wieder steckengeblieben wären und Probleme bekommen hätten. Das war schade, aber auch sehr verantwortlich von unserem Guide, uns dort nicht hineinzulassen.

Bei den Languren auf Monkey Island

Die Fahrt ging weiter zu Monkey Island, einer Insel, auf der die vom Aussterben bedrohten Languren noch anzutreffen sind. Als wir mit kleinen Booten dorthin ausgeschifft wurden, sprangen dort auch einige herum und betrachteten die Touristen. Leider gibt es immer noch häufig Menschen, die die Affen mit Futter zu einem Foto locken wollen. Das ist nicht nur für die Affen gefährlich, sondern diese können auch Menschen angreifen. Unser Guide empfahl uns, wenn uns Affen beim Fotografieren bedrohlich nahe kämen, uns hinzuhocken und einen Stein zu ergreifen, davor hätten sie Angst und liefen weg. Wir hatten keine Probleme und machten uns auf den Weg, den Felsen zu erklimmen. Ich gab kurz vor dem Ziel auf und war nicht die Einzige. Es war ein steil hochgehender Pfad auf spitzem und zum Teil rutschigem Gestein. Der Weg hoch war schon sehr beschwerlich, aber ich befürchtete, nicht heile wieder hinunter zu kommen. Schon gar nicht relativ zügig, da wir rechtzeitig wieder ablegen mussten, da der Wasserstand sonst zu niedrig geworden wäre und wir auf der Insel festgesessen hätten. Es taten mehrere Andere mir gleich und kletterten schon vorsichtig wieder hinunter zum Strand.
Gegen späten Nachmittag kamen wir glücklich nach einem wundervollen Tag wieder zurück an Land und wurden eingeladen, uns des abends bei einem kostenfreien Bier uns noch einmal gemütlich zusammenzusetzen beim Büro von Green Trail Travel. Wir nahmen das Angebot an und hatten noch nette Gespräche mit anderen Tourteilnehmern aus Frankreich und Italien.

Unterwegs auf eigene Faust im Cat Ba Nationalpark

Am 2.3.2018 kauften wir uns unser Weiterfahrtticket nach Sa Pa im Norden Vietnams bei unserem Green Trail Travel Reisebüro, mit dem wir am Vortag gute Erfahrungen gemacht hatten. Wir hatten lange überlegt, ob wir versuchen, erst noch nach Mai Chau zu fahren, aber dort wären wir mitten in der Nacht angekommen und das wollten wir vermeiden. Wir würden also nun am kommenden Tag weiterfahren ganz in den Norden nach Sa Pa. Der Leiter des Reisebüros verriet uns auch, dass wir mit dem öffentlichen Bus zum Nationalpark kommen könnten. Wir wollten erst ein Tandem mieten, was wir aber im Nachhinein glücklicher Weise nicht gemacht haben, weil die Strecke steil, holperig, eng und von Bussen, Autos und Rollern doch recht befahren ist. Wir hatten Glück und nach ca 20 Minuten Warten kam der öffentliche Bus und brachte uns bis vor den Eingang des Nationalparks. Von dort aus wanderten wir durch Regenwald und am Anfang umgeben von Schmetterlingen auf den Aussichtspunkt Ngu Lam. Die Strecke ist anstrengend, weil steil und manche Felsstufen für meine kurzen Beine schwer zu erklimmen waren, aber gut machbar in ca 1 Stunde. Der Weg ist gut ausgeschildert und angelegt und der Ausblick lohnt die Anstrengung allemal. Wir blieben daher auch eine ganze Weile dort oben und genossen den Anblick auf das riesige hügelige und bewaldete Gebiet. Gegen 16 Uhr fuhren wir mit dem öffentlichen Bus wieder zurück nach Cat Ba.

 

 

Sapa – Fansipan, Cat Cat Village und Love und Silver Waterfalls