Laufen in Kuba

Leidenschaftlich Laufen

Da ich leidenschaftlicher allmorgendlicher Läufer bin und ich auch in den langen Zeiten,  wenn wir auf Reisen sind, nicht darauf verzichten möchte, versuche ich auch unterwegs, egal wo wir sind, das Hobby, das wie morgendliches Zähneputzen zu meinem Leben gehört, beizubehalten. Ich laufe mindestens 10 km am Tag. Einmal in der Woche ist Ruhetag damit sich Knochen, Sehnen und Bänder wieder regenerieren können.

Vorbereitung zum morgendlichen Lauf

In den großen Städten Kubas sah man einige Läufer, je weiter man aufs Land hinaus kam, desto exotischer muss mein Anblick gewesen sein. Erstaunte Augen, wenn Kubaner morgens aus ihrer Hütte im Dschungel traten und ein Tourist an ihnen vorbei lief. Mir begegneten Kinder, die ein Stück mitliefen oder mich anfeuerten, Sicherheitskräfte , die mich einfingen, Soldaten, die hinter mir herliefen und mir klar machten, dass ich auf diesem Weg nichts zu suchen hatte, ohne dass dafür ein Grund ersichtlich war oder ich eine Absperrung übersehen hatte. Hunde, die Feinde aller Läufer, waren friedliche Gesellen in Kuba, bis auf ein paar Ausnahmen.  Manchmal lief ich langweilige Ausgangsstraßen im morgendlichen Berufsverkehr, erstickende Abgase, aus denen es kein Entkommen gab ins Grüne. Meist aber erlebte ich überraschende Natureinblicke. Wege, die als Straßen begannen und nach wenigen Kilometern im Dschungel endeten. Flussdurchquerungen, die die Füße nicht eine Sekunde abkühlten, maximal ein wenig erfrischten. In Schlamm getunkte Laufschuhe, die auch nach Tagen nicht mehr die ursprüngliche Farbe erkennen und sich nicht wirklich reinigen ließen.  Ein brauner und ein schwarzer Schuh. Aus Gewichtsgründen waren die Laufschuhe auch gleich meine Alltagsschuhe.

Laufbekanntschaft beim Morgenlauf

Der Malacon ist wohl die schönste und beliebteste Laufstrecke in Havanna. Da die Strecke direkt an der Küste entlang führt, wird sie nicht durch Ampeln unterbrochen. Außerdem bietet sie, da es sich um eine lang gestreckte Bucht handelt, immer spektakuläre Aussichten auf Havanna. Sie ist eine der schönsten Laufstrecken, die ich kenne. Eines Morgens traf ich hier den letztjährigen kubanischen Halbmarathonsieger Er meisterte die Strecke in 1 Stunde und 5 Minuten. Wir unterhielten uns auf der Strecke. Er erzählte mir, dass selbst die Besten keine Unterstützung bekommen. Es werden keine Laufschuhe gesponsert, nur die Wettkämpfe sind kostenlos. Sein Traum wäre es, einmal in Berlin zu starten. Bis jetzt war er nur in die umliegenden Staaten gereist zu Wettkämpfen. Während er neben mir herlief,  sprang er immer wieder 10 Meter mal auf dem linken und mal auf dem rechten Bein ohne an Geschwindigkeit zu verlieren!. Zum Abschied habe ich ihm noch 10 CUC für seine nächsten Laufschuhe gegeben. Die stellten das größte Finanzierungsproblem da. Durchschnittlich verdienen Kubaner 20 CUC im Monat. Laufschuhe kosten mindestens 50 CUC.

Halbmarathonsieger 2016

 

Laufstrecke entlang des Malacon
Eine Dusche kann auch mal inklusive sein