Kuba Tagebuch 6.12.2017 Baracoa

Orkanfolgen und köstliche Spezialitäten

Nikolaustag in Baracoa, aber daran denken wir erst, als unsere Kinder uns aus dem Rest der Welt schreiben, dass ihre Stiefel geputzt vor der Tür stehen. Na hoffentlich gibt es den richtigen Nikolaus ja doch und sie gehen nicht leer aus?😂
Bei mir haben sich die Folgen unseres eigenen Essens eingestellt, oder Montezuma hat mich doch noch erwischt. Ich habe mal wieder meinen Reisedurchfall und das natürlich wieder dort, wo es die leckersten Sachen gibt. Hier ist Kakaoanbaugebiet und es gibt eine Schokoladenfabrik, d.h. es gibt super leckeren Kakao zum Frühstück und im Ort ein Casa Chocolate , wo man Kakao in allerlei Kombinationen bekommt. Ich nehme eine Immodium und stelle mir meinen Kakao in den Kühlschrank für später, in der Hoffnung, ihn dann trinken zu können. Weil ich mich etwas schlapp fühle, machen wir einen ruhigen Tag. Wir gehen zur Kaimauer und sind beeindruckt von der Wucht der Wellen, die regelmäßig drüber schlagen. Hier hat im letzten Jahr der Orkan Matthew heftig gewütet. „Baracoa“ hat häufig unter starken Stürmern zu leiden, aber Martha hat richtig große Schäden hinterlassen. Zeitweise konnte die Straße von Santiago nach „Baracoa“ nicht genutzt werden, weil ganze Teile weggerissen wurden. Man sieht auch heute noch viele Schäden im Ort. Der Haushilfe unserer Vermieterin hat der Sturm das Haus unbewohnbar gemacht. Den Geschädigten hat man mit Bankkrediten bis 90000Pesos Nacionales geholfen (ca 3600€), aber diejenigen, die nicht die Möglichkeit haben, zum Beispiel durch Casavermietung oder ähnliches Geld zu verdienen, können von ihren 15-30CUC Lohn im Monat so schon kaum leben, geschweige auch noch Geld zurückzahlen. So arbeiten die meisten in mehreren Jobs, um zu überleben. Die Haushilfe, die uns hier das Frühstück macht und das die Casa reinigt, arbeitet nach diesem Job von 15-23 Uhr noch im Krankenhaus und versorgt die Patienten. Sie hat in den 80igern bis nach der Wende in Erfurt gelebt und gearbeitet, ist aber dennoch nach Kuba zurückgekehrt, weil das Klima in Europa ihr Asthma verschlimmert hat und sie hier keine Probleme mehr hat. Auch unsere Vermieterin hat sich freiwillig für Kuba entschieden, obwohl sie hätte in Deutschland bleiben können. Den Menschen hier ist natürlich die schwierige Wirtschaftslage und Einschränkungen in ihrer Freiheit bewusst, und dass es bei uns alles gibt, aber das Klima, die Offenheit der Menschen, die Lebenslust und die Liebe zum Land hält viele hier oder lässt sie wieder zurückkommen, soweit wir dies durch unsere Begegnungen hier beobachten und von Ihnen vermittelt bekommen.
Wir setzen unseren Spaziergang fort zum Busbahnhof und reservieren den durchgehenden Bus Baracoa -Havanna am 11.12.17. Nun ist also sicher, dass wir den Rest unserer Reise hier entspannt im äußersten Eck Kubas verbringen. Wir verwerfen die Idee, noch einen Abstecher auf eine der Cayas (Inseln) zu machen, die Viazul anbietet, da wir bei unserer letzten Fahrt von einer Mitreisenden, die schon häufig in Kuba war, gehört haben, dass dort fast ausschließlich All inklusiv Hotels sind und keine Casas. Das wollen wir nicht. Außerdem wird am 8.11. unser Bekannter aus Goslar, der uns vor der Reise viele gute Tipps für Kuba gegeben hat, in Baracoa eintreffen und wir haben uns kurzerhand verabredet.
Nachdem wir unsere Rückfahrt gesichert haben, suchen wir noch eine Bank, um CUC in Pesos Nacionales umzutauschen. Wenn wir bei Händlern oder Taxifahrern etc in CUC bezahlen, versuchen sie uns häufig übers Ohr zu hauen.
Danach relaxen wir zuhause. Abends bekommen wir ein super leckeres Essen von unserer Vermieterin. Für mich gibt es winzige Fische in Krabbenröße, die es nur hier zu fangen gibt. Sie heißen Teti und können nur bei abnehmenden Mond von Juli bis Januar in Flussmündungen gefischt werden (https://www.baracoa.org/customs.html)  und sind in Kokosmilchsoße äußerst schmackhaft. Stefan bekommt Gemüse ebenfalls in dieser Soße. Mit lädierter Verdauung sollte ich das vielleicht nicht essen, aber mir ist nicht übel und so ist Zurückhaltung rein aus Verstand schon recht schwierig. Ich freue mich so, die Genüsse der kubanischen Küche erleben zu können, dass mein Bauchgefühl meine Vernunft ausschaltet.

An der Küste von Baracoa
An der Küste von Baracoa
Folgen von Hurrikan Matthew 2016
Folgen von Hurrikan Matthew 2016
vor der Küste
Traumlandschaft rund um Baracoa
El Yunque – der Tafelberg bei Baracoa

Kuba Tagebuch 7.12.2017 Baracoa