Kuba Tagebuch 23.11.2017 La Boca/ Sancti Spiritus

Fahren wie die Kubaner

Nach einer feuchtheißen Nacht mit Mücken stehen wir früh auf und frühstücken. Unsere bestellte Pferdekutsche – im Übrigen ein ganz normales Verkehrsmittel, sowohl als Taxi Colectivo als auch als Einzeltaxi – kommt nicht wie vereinbart um 8 Uhr. Unsere Vermieterin besorgt uns im Handumdrehen ein „richtiges“ Taxi Colectivo, allerdings für uns allein. Es handelt sich um einen Kleinlaster mit Bretterverschlag, in dem auf zwei längs angebrachten Brettern Fahrgäste sitzen können. Das Gerät ist wirklich atemberaubend. Bei einer längeren Strecke wären wir wahrscheinlich mit Kohlenmonoxidvergiftung umgekippt. Schwarze Abgase ziehen direkt vom Auspuff zu uns auf die Ladefläche. Es ist mir unerklärlich, wie die Einheimischen und auch die Pferde all diese Giftschleudern tagtäglich ertragen. Für uns ist klargeworden: eine größere Strecke mit Colectivo dieser Art kommt für uns nicht infrage. Die Steigerung sind noch die Lastwagenbusse, alte wohl russische (Militär)-laster, bei denen die Passagiere auf der Ladefläche sitzen oder stehen. Entweder sind Fensterlöcher in den Metallaufbauten, oder die Leute stehen einfach so auf offener Ladefläche.
Wir kommen pünktlich beim Busbahnhof in Trinidad an und fahren nach Sankti Spiritus im Landesinneren, ca 60km entfernt. Wir fahren durch landwirtschaftlich genutztes Inland, wo die Campesinos noch mit Büffeln ihr Land bestellen und das Pferd das gängige Fortbewegungsmittel ist. Zuckerrohr hat einstmals Sankti Spiritus reich gemacht. Aus diesem Grund kann man wie in Trinidad auch hier beeindruckende Prachtbauten der Zuckerbarone aus der Kolonialzeit bewundern. Mir gefãllt die Stadt gleich besser, weil auf den ganzen Touristenrummel bisher verzichtet wurde. Nach längerer Suche, denn hier kommen nicht gleich Schlepper oder Casabesitzer zum Busbahnhof, finden wir eine Casa für 25CUC ohne Frühstück. Die Preise sind hier tendenziell höher, als wir sie bisher hatten. Vielleicht liegt es aber nicht nur an der Gegend, sondern auch daran, dass wir jetzt wohl in die Hauptsaison kommen. Dafür gibt es aber zahlreiche Pesorestaurants, wo wir preiswert etwas zu essen finden. Während unseres ersten Erkundungsgangs werden wir von einem Gewitter erwischt. Da es sich zu einem Dauerregen entwickelt, gehen wir erst einmal in einem gemütlichen Café am Boulevard essen und später in unsere Unterkunft zum Lesepäuschen. Am Abend drehen wir dann noch einmal eine kleine Runde.

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