Die unbekannte Mitte Spaniens

¡Hola! Madrid – unterwegs in der lebendigen Hauptstadt

Wir kamen am Abend des 29. Aprils 2019 nach 2 1/2 Stunden Flug von Nürnberg aus gut in Madrid an. Das Mietauto „am Flughafen“ war bei einem Hotel ca 10 Min Autofahrt entfernt abzuholen. Leider wussten wir nichts vom Shuttlebus und durften daher fürs Taxi 20€ zahlen 🙄. Wenn man sich überlegt, dass wir fürs Auto inkl Versicherung nur 2,65€ pro Tag zahlten und es sich um ein ganz neues Auto handelte, stimmten die Relationen irgendwie überhaupt nicht.
In Madrid wohnten wir in einem Airbnb Zimmer in einer Wohngegend ca 6 km vom Stadtkern entfernt. Es fühlte sich ein bisschen wie WG an. Der Vermieter war Heilpädagoge, ca 40 Jahre alt und außer uns wohnten in der Wohnung noch zwei befreundete Mädchen aus Kolumbien und Polen, die aber am kommenden Tag nach Barcelona umzogen. Außerdem war am ersten Morgen noch ein jüngerer Typ in der Wohnung, bei dem ich keine Ahnung hatte, wo der hingehörte. Die Bude war sauber, aber die Möbel ziemlich abgenutzt. Stefan brach gleich mit einem Stuhl auf der Terrasse zusammen und bei unserem Bett bohrten sich die Federn in unsere Rücken. Nicht gerade toll im Hinblick darauf, dass wir für 6 Nächte gebucht hatten und mein Rücken eh noch sehr empfindlich war von dem gerade überstandenen Hexenschuss. Das Bad, was eigentlich privat sein sollte, wurde auch von anderen benutzt. Nunja, es hätte schlimmer kommen können.
Den ersten Tag ließen wir es ruhig angehen, waren Lebensmittel einkaufen, weil wir die Küche mitbenutzen durften und genossen einen Panoramablick vom hügeligen Parque Mirador de Tierno Galván über Madrid. Ein weiterer Park bescherte uns das Vergnügen, Vögel beobachten zu können, die vom Aussehen her zu den Papageien zählen dürften. Wie zu groß geratene grüne Wellensittiche mit Raubvogelschnabel sahen sie aus. Danach genossen wir die Siesta mit Kaffee in unserer Unterkunft und guckten am Abend einen Film aus der Mediathek. Uns ging es gut und wir erfreuten uns an sonnigem Wetter um die 20 Grad.

Am 1. Mai eroberten wir Madrid kreuz und quer zumeist zu Fuß. Wir besorgten uns am Morgen jeder ein 5-Tages-Ticket für den gesamten öffentlichen Nahverkehr innerhalb des Stadtzentrums für je 26,80€. Damit konnten wir nun soviel Metro und Bus fahren wie wir wollten und das Auto bei uns im Wohngebiet stehenlassen. Wir wollten uns nicht dumm und dämlich zahlen an Parkgebühren und befürchteten nur Stress mit Parkplatzsuche und Staus. Außerdem wollen wir wenigstens etwas die Umwelt schonen. 
Wir begannen unsere Erkundung in der Gran Via. Die Straße ist gespickt mit zahlreichen prächtigen Gebäuden aus den 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts, unter anderem dem Telefonicagebäude, das mit 89 Metern und 14 Etagen das erste Hochhaus in Europa war. In der Gran Via und den Fußgängerzonen nebenan befinden sich zahlreiche Geschäfte und Restaurants, von denen trotz Feiertag auch am 1. Mai viele geöffnet hatten. Wir schlenderten von hier zur Kathedrale, dem Palacio Real und dem ägyptischen Templo de Debod. Letzterer wurde laut Internet den Spaniern aus Dank von den Ägyptern geschenkt, weil sie ihnen beim Erhalt von Tempeln im eigenen Land finanziell sehr geholfen hatten. Die Kathedrale hatte geöffnet, die weiteren Gebäude nicht. Zwischendurch durfte auf unserer Stadterkundung natürlich auch der Besuch einer Churrascaria nicht fehlen. Für jeden gab es drei leckere Churros mit Schokoladensoße- mmh 😍, das war sicher nicht das letzte Mal! Als unsere Füße schon etwas plattgelaufen waren, stiegen wir auf die Metro um und fuhren ins Barrio Latina. Es erwarteten uns zahlreiche nette Gässchen mit schmucken Häusern mit französischen Balkons, Blumen und besonders vielen netten Tapa-Bars und Restaurants, deren Tische die Gässchen in ein buntes und lebendiges Treiben verwandelten. Eigentlich wollten wir danach mit der Metro nach Hause fahren, aber wegen einer Baustelle mussten wir woanders als geplant aussteigen und kamen damit noch in den Genuss des Viertels Chueca, einem hippen Viertel mit internationalen Restaurants und Bars, die gegen 19 Uhr vermuten ließen, dass hier die Nächte lang sein können. Auch hier kann man gemütlich durch nette Gässchen schlendern, die häufig verkehrsberuhigt sind. Von dort sind wir mit ein paar Umwegen zurück zu unserer Unterkunft gefahren. Die polnisch-kolumbianischen Mitbewohnerinnen waren am Morgen ausgezogen und am selben Abend wohnte bereits ein polnisch-marokkanisches Pärchen in dem Zimmer. Auch sie wollten für ein halbes Jahr bleiben und in Madrid arbeiten.

Am 2.Mai ist in Madrid noch einmal Feiertag, ein regionaler. Es schien uns , als hätten mehr Geschäfte geschlossen als am 1.Mai, was aber auch daran liegen konnte, dass wir tagsüber nicht im Geschäftszentrum waren, sondern uns ausgiebig im berühmten Park Retiro umgesehen haben. Er ist wunderschön, mit baumbestandenen Wegen, einem See zum Bootfahren, Teichen, einer breiten asphaltierten Bahn, auf der Kinder Fahrradfahren üben können oder mit Rollern, Inlinern oder Skateboards fahren. Aber nicht nur Kinder genossen diesen Luxus, eine „Straße“ für sich zu haben, auch Jugendliche und Erwachsene erfreuten sich mit Elektromietrollern, Kettcars oder mit Kinderwagen dieses Weges. In einem Eck mit Fitnessgeräten ließen junge Männer ihre Muskeln spielen und ihre Freundinnen standen bewundernd im Sommerkleidchen und Highheels daneben, oder die sportlichere Variante joggte durch die Grünanlagen.
Für uns bot sich ein Besuch im Palacio de Velásquez an, in dem eine Ausstellung des japanischen Künstlers Tetsuya Ishida zu sehen war. Seine Bilder sind sehr naturgetreu und zeigen deutlich die Zwänge, in denen sich die Menschen in Japan befinden. Der Druck durch Arbeit, Hochtechnisierung und Gleichmachung sprang uns aus jedem Bild entgegen. So war beispielsweise ein Mensch in Einzelteilen in einer Kiste eingepackt und als Retoure gekennzeichnet, oder Männer saßen in einer Reihe nebeneinander auf Hightechtoiletten mit nur einer Glasscheibe dazwischen. Wir fanden die Ausstellung sehr beeindruckend und gleichzeitig bedrückend. Wollen wir wirklich im Herbst nach Japan?
Eine weitere Kunstausstellung fanden wir im Kristallpalast, einem Palast ganz aus Glas. Hier wurden vier Skulpturen vom amerikanischen Künstler Charles Ray gezeigt. Es handelte sich jeweils um Darstellungen junger Männer aus dem alltäglichen Leben, also z.B. beim Schuhe binden. Mich sprach die japanische Ausstellung weit mehr an.
Am Abend schlenderten wir vom Park aus zur Puerta de Alcalá, einem Triumphbogen nahe der U-Bahnhaltestelle Príncipe de Vergara. Zum Abschluss des Tages begaben wir uns noch einmal ins Zentrum zur Puerta del Sol und dem Plaza Mayor, um Straßenkünstlern zuzusehen und Nachtaufnahmen zu machen. Erst kurz vor Mitternacht war unser schöner Tag zu Ende.

Am 3. Mai besuchten wir den Prado.
Es gab ein paar beeindruckende Kunstwerke zu sehen und sicherlich sind auch die anderen von hohem künstlerischen Wert, aber die sich immer wieder wiederholenden Motive von Jesus Kreuzigung, dem Sündenfall und Engel, Engel, Engel und sonstige mystische Motive der alten Maler wie Rubens, Goya, Velasquez, Tizianound vielen anderen, wurden uns nach ein paar Stunden zuviel. Dennoch hat sich der Besuch gelohnt und das nicht nur, weil ich mit Behindertenausweis in allen staatlichen Einrichtungen kostenlosen Eintritt bekomme. Gleiches galt auch für den Botanischen Garten, den wir nach dem Prado besuchten. Den Abschluss des Tages bildete das Barrio Las Letras, das Viertel, das berühmten spanischen Dichtern seinen Namen verdankt. An Häuserwänden findet man Sätze dieser Schriftsteller, die hier gelebt und gearbeitet haben wie z.B.: „Lucha contra 3 gigantes, El miedo, la injusticia y la ignorancia“ von Cervantes. (Kämpfe gegen drei Riesen, die Angst, die Ungerechtigkeit und die Ignoranz). Auch dieses Viertel lud ein zum Verweilen: nette Bars, Cafés und Restaurants, deren Äußeres schön gestaltet ist mit Holz, bunten Türen oder Angeboten, die in geschwungenen Lettern geschrieben, den Vorbeigehenden das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Auch wir kamen wieder an einer Churrascaria nicht vorbei und genossen Churros mit Schokoladensoße. Den Heimweg erledigten wir dieses Mal per Bus, der zwar lange fuhr, uns aber einige Umstiege in der U-Bahn ersparte, da die Linie 2 gerade über eine längere Strecke umgebaut wurde, was für uns großräumige Umwege bedeutete.

Auch Samstag, der 4.Mai, war wieder Kunsttag für uns. Mit ein paar Umwegen gelangten wir zur Kunsthalle Reina Sofia, einem sehr modern anmutenden Gebäude mit gläsernen Türmen, in denen ein Aufzug die Besucher auf eine Dachterrasse bringt, die verwinkelt gebaut ist und unterschiedliche Blickwinkel auf die Architektur und ein Kunstwerk bietet. Dort oben kann man auf Bänken verweilen und seine müden Füße ausruhen. Im Nationalmuseum Reina Sofia sind Werke internationaler Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts ausgestellt. Vornehmlich sind spanische Künstler wie Picasso, Miró, Dalí und Gris zu sehen. Das wohl bekannteste Werk ist Picassos Guernica. Insgesamt ist diese Kunstepoche eher unser Geschmack, auch wenn uns im Prado ein paar Stücke ebenso gefielen. 
Außer auf große Kunst warfen wir an diesem Tag auch noch einen Blick auf, beziehungsweise in den Hauptbahnhof Atocha. Das Gebäude ist sowohl von außen als auch von innen sehenswert. Am meisten beeindruckte uns der kleine Palmengarten mitten im Bahnhofsgebäude, der sicherlich zur Entspannung gegen Reisestress hilft. Interessant war auch zu sehen, dass alle Reisenden durch eine Sicherheitskontrolle wie im Flughafen gehen müssen, um zu ihrem Zug zu kommen. Da ist nix mehr mit schnell noch zum Zug laufen!
Wir kauften uns beim Humana Store, der spanischen Einrichtung eines Sozialkaufhauses, jeder ein gutes Oberteil für je 1€ und begaben uns gegen 20 Uhr wieder auf den Heimweg. Dort quatschten wir noch ausgiebig mit dem marokkanisch-polnischen Pärchen über Marokko, Deutschland und Polen und die immer mehr zum rechten Rand tendierende Politik in Europa.

Der 5. Mai war ein Sonntag und da war bei uns am Morgen natürlich der große Flohmarkt El Rasto im Barrio Latino angesagt. Von billigen Klamottenständen bis zu hochwertigen Antiquitäten war alles zu finden. In Spanien scheint die Sammelwut von Fußballbildchen, Animees und vielen anderen bunten Bildchen noch viel größer zu sein als bei uns bei Yu-Gi-Oh Karten oder ähnlichem. Auf einem Platz tümmelten sich Groß und Klein, blätterten durch Sammelmappen, strichen ihre Listen ab und verhandelten. Überall herrschte gelassene Stimmung, Straßenmusiker untermalten das sonntägliche Freizeitvergnügen mit ihren Klängen und in den schönen Gassen bummelten Menschen vieler Länder in der Sonne zwischen den zahlreichen Ständen. Ich kann nur unterstreichen, was der Marokaner in unserer Unterkunft am Abend zuvor gesagt hatte: in Madrid lässt es sich leben! Es liegt eine Leichtigkeit in der Luft, wie man sie nur in den südlichen Ländern findet. Die Menschen wissen, das Leben zu genießen. Er sagte allerdings auch, dass das Arbeitsleben hingegen mies sei. Schlechte Arbeitszeiten bei mieser Bezahlung und auch hier gingen die Preise für Mieten und Immobilien stetig und rapide in die Höhe. Die Folgen konnten wir auch an einigen Stellen in Form von Wohnungslosen und Bettlern beobachten.
Nach dem Flohmarkt war zum dritten Mal in Folge Kunst angesagt. Heute waren wir im Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, dem dritten Kunstmuseum Madrids. Kirchner, Picasso, Goya, Miro, Beckmann, Chagall, Dalí uvm. waren zu bestaunen und es gefiel uns außerordentlich gut dort. Am frühen Abend besuchten wir noch einmal eine Churrascaria, in der wir zuvor bereits einmal waren und genossen eine Eisschokolade mit Kaffee, Sahne und Minzlikör, sehr lecker 😋. Am nächsten Morgen sagten wir Adios zu Madrid und fuhren mit unserem Mietwagen, den wir hier die ganze Zeit nicht genutzt hatten, weil das Fahren mit U-Bahn und Bussen in der Stadt schneller, preiswerter, umweltfreundlicher und relaxter ist, nach Salamanca. Wir waren gespannt, wie wir dort unterkommen würden. Ein bisschen Abenteuer ist bei Airbnb ja schon immer dabei.

Salamanca, Schönheit, die berauscht

Am 6. Mai reisten wir am Morgen von Madrid ab und fuhren über Ávila nach Salamanca. In Ávila legten wir einen Stopp ein, denn die Stadt ist Weltkulturerbe. Sie hat eine beeindruckende mittelalterliche Stadtmauer und vom Aussichtspunkt Quattro Postes hat man einen tollen Panoramablick auf die Stadt, die über eine gotische Kathedrale und mehrere romanische Kirchen, sowie ein Karmeliterinnenkloster verfügt. Ávila ist bekannt für sein Fleisch der Rinderrasse Avileña-Negra-Ibérica, die so ungefähr jedes Restaurant auf seiner Speisekarte hatte als Chuletón de ternera de Ávila. Für uns als Vegetarier war das weniger verlockend. Nach einem kurzen Bummel durch die Stadt fuhren wir zu unserem neuen Domizil in Villamayor bei Salamanca. Im Gegensatz zu unserm Zimmer Marke „WG-like“ mit Bad- und Küchenmitbenutzung in Madrid für ~32€ pro Nacht hatten wir hier für weniger Geld (~31€ pro Nacht) eine ganze Wohnung für uns mit Schlafzimmer, Wohnzimmer mit Einbauküche und Bad und alles super sauber! Wir freuten uns, diesen Luxus nun drei Nächte lang genießen zu können. 😍

Den ersten Tag in Villamayor ließen wir ruhig angehen. Nach ausgiebigem Frühstück verbrachten wir erst noch eine Weile mit Lernen. Ja, Stefan hatte mich angesteckt mit seiner Motivation Japanisch zu lernen. Ich stürzte mich nun allerdings nicht ins Japanische, sondern versuchte mein Spanisch zu verbessern bzw aufzupolieren. Seitdem verbringen wir jede freie Minute damit, mit Duolingo Sprachen zu lernen. Gibt sicher sinnlosere Hobbies😂
Gegen Mittag brachen wir auf nach Salamanca, das ca 10 Minuten von unserer Unterkunft entfernt lag. Wir fanden einen kostenlosen Parkplatz in der Calle Joaquín Rodrigo vor einem Sportplatz. Von dort aus erkundeten wir die Stadt zu Fuß. Das erste, was einem in Salamanca ins Auge springt ist die riesige beeindruckende Kathedrale Catedral Nueva de Santa María del Asedio, die über alles hinweg zu sehen ist. Sie ist Teil des UNESCO Kulturerbes, dessen Titel die Stadt trägt. Unser Weg führte uns als erstes ins Museo Casa Lis. Es befindet sich in der Stadtmauer eingebettet und hat sich der Stile Art Déco und Art Nouveau gewidmet. Ein wunderschönes buntes Glasmosaikdach und Fenster im selben Stil geben dem Gebäude ein wundervoll verspieltes Ambiente. Innen kann man Puppen, Porzellanfiguren, Lampen, Vasen und ähnliches von Ende des 19. Jahrhunderts bis zum zweiten Weltkrieg bewundern. Besonders anhand der Puppen und Figuren lässt sich gut der Lebensstil der Menschen der Zeit erkennen. Aufwendige Kleider und Kopfschmuck, Tanz und ein relativ offener Umgang mit dem Körper waren angesagt. Es gab sogar extra Baddekorationen mit nackten Figürchen in kleiner Badewanne, auf dem Handtuch oder als vergnügte junge Damen in knapper Badebekleidung beim Plausch😂. Alles sehr liebevoll gestaltet. Neben der regulären Ausstellung wurde eine Sonderausstellung mit Grafiken von Picasso, Miro und Dalí angeboten. Nach der Kunst genossen wir noch für eine Weile das wunderschöne Ambiente des Cafés, ebenfalls mit verspielter bunter Verglasung, wie auch bei der Decke des Museums, bevor wir weiter durch die schöne Altstadt schlenderten. Besonders sehenswert fanden wir die alte römische Brücke Puente Mayor del Tormes. Sie ist ein beeindruckendes Bauwerk, das über den Fluss Tormes führt und zahlreiche Restaurationen durchgemacht hat. Sie besteht aus 26 Bögen, von denen 15 noch original aus römischer Zeit sind. Man kennt das genaue Herstellungsdatum der Brücke nicht, aber sie gilt als 2000 jähriges architektonisches Monument und als Symbol der Stadt und ist als dieses auch im Stadtwappen zu finden. Uns hat nicht nur die Brücke begeistert, sondern auch der Fluss, den sie überspannt. Ein ganz natürliches Flussbett mit bewachsenem Inselchen und blühenden Wasserpflanzen, wunderschön!
Wir verbrachten noch eine Weile in den Gassen der Stadt, bevor wir uns wieder auf den Heimweg begaben. Eigentlich wollten wir abends noch einmal die beleuchtete Stadt besuchen, aber ich hatte mich in mein Spanischprogramm vertieft und keine Lust mehr, nochmal aufzubrechen.

Am 8.Mai ließen wir es langsam angehen (wie eigentlich immer hier😂) und lernten morgens noch etwas spanisch und japanisch, kochten unsere letzten Nudeln, da wir ab dem folgenden Tag keine Küche mehr haben würden, und fuhren erst am Nachmittag wieder nach Salamanca. Wir schlenderten durch bekannte und unbekannte Gassen und wollten eigentlich in die alte Universitätsbibliothek, aber 10€ Eintritt pro Person waren uns dann doch zuviel. Nach ca drei Stunden fuhren wir wieder Richtung unserer Unterkunft und kauften nochmal gut ein für eine leckere Gemüsepfanne zum Abendessen. Das Wetter war heute nicht mehr so schön. Es war sehr windig und auch kühler. Als wir am Abend noch einmal nach Salamanca hineinfuhren, um Nachtfotos zu machen, hatten wir gerade noch 13 Grad. Zuvor in Madrid lag die Temperatur immer in den 20igern und war sonnig. 
Am kommenden Morgen sollte die Fahrt weitergehen in das kleine Örtchen Arenas de San Pedro südöstlich von hier. Dort erschien uns laut Internet die Landschaft ganz interessant, wir waren gespannt!

Arenas de San Pedro – Juwel in den Bergen

Für die nächsten Tage waren wir in den Bergen. Nicht, dass wir bisher auf Meereshöhe gewesen wären, Madrid liegt mit 667 Metern und Salamanca mit 802 Metern über Meereshöhe auch schon recht hoch, aber an diesem 9. Mai fuhren wir über den Pass Puerto de Pico mit 1352 Metern und hier war es wirklich kalt und neblig und wir hatten kaum Sicht. Nachdem wir am späten Vormittag unsere wohl beste Unterkunft hier in Spanien verlassen hatten, fuhren wir auf Umwegen in Richtung Arenas de San Pedro. Unser erster Besuch galt Alba de Tormes, einem netten Ort mit einem gewaltigen Turm, der von weitem in der flachen Landschaft auffällt. Es handelt sich um die Reste der Burganlage der Herzöge von Alba. Man kann den Turm besteigen und hat einen schönen Blick über den Ort und den Fluss Tormes, der uns bereits in Salamanca wegen seiner Naturbelassenheit so gut gefiel. Der Turm selbst ist bereits höher gelegen, und guckt man vom Fuße des Turmes aus auf die Stadt, sehen die Kirchtürme aus, als wären sie in der Erde versunken, weil man über ihnen ist und den unteren Teil nicht sieht. Wir fanden das ganz witzig.
Den Ort selbst fanden wir auch ganz nett und einen kurzen Spaziergang wert. Man merkte, wir waren hier im Land der Stierkämpfe. In jedem Ort stießen wir auf einen Plaza de Toro, eine Stierkampfarena. Was wir als Vegetarier davon hielten, muss ich wohl nicht extra erwähnen 😫
Der nächste Ort, Guijuelo, ist für Vegetarier ebenfalls kaum erträglich, weil jedes zweite Haus entweder eine Fleischerei mit dicken Schinken im Fenster, ein Restaurant, das seine Spezialitäten vom Schwein anbietet, oder gleich eine Fleischfabrik ist. Leider hat uns das so abgestoßen, dass wir nicht nochmal im Internet nachgesehen haben, warum Leute auf Tripadvisor Guijuelo für einen Besuch empfohlen hatten und wir somit den anscheinend netten botanischen Garten „El Bosque Encantado“ verpasst haben. Wir fuhren weiter nach Béjar mit seiner mittelalterlichen Altstadt, die ausschließlich aus Kirchen zu bestehen scheint. Das historische Zentrum ist sicher zu Recht als nationales Kulturgut anerkannt, aber die Stadt sollte dringend etwas gegen den Verfall der Häuser und die zahlreichen Leerstände unternehmen. 
Von hier aus waren es noch knapp 2 Stunden Fahrt durch die Berge und über den zu Beginn beschriebenen Pass, bis wir an unserem neuen Domizil ankamen in Arenas de San Pedro. Der Ort liegt nur auf 510 Höhenmeter, dennoch hat man hier viel mehr das Gefühl in den Bergen zu sein. Überall vorher befand man sich zwar bereits relativ hoch über dem Meeresspiegel, aber es sah rundherum flach und landwirtschaftlich genutzt aus. Hier ist Natur mit Wanderwegen rundherum, die wir die kommenden Tage mal näher anschauen wollten. Unsere neue Unterkunft war ein farbenfrohes Zimmer mit Bad, aber leider ohne Kochmöglichkeit. Es war aber sauber, wir hatten unseren eigenen Zugang und die Vermieterin war sehr nett. Sie erklärte uns in sprudelndem Spanisch alles Sehenswerte und ich bereute schon, mit meinem Spanischprogramm nicht schon ein wenig weiter gekommen zu sein😳. Wir mussten nun versuchen, mit Hilfe ihres Infomaterials – ebenfalls auf Spanisch – , die interessantesten Dinge herauszufinden.

Am 10. Mai war zum ersten Mal in Spanien auf dieser Reise für uns Wandertag. Am Morgen waren wir allerdings im Zimmer und nutzten die Zeit zum Sprachenlernen, da es regnete. Auch ohne Küche „kochten“ wir uns etwas zu essen. Wir hatten einen Tauchsieder von zuhause mitgenommen, allerdings ohne Becher. Aber man weiß sich ja zu helfen und so nutzten wir ein leeres Glas von Bohnen, die wir uns vor kurzem gemacht hatten. Tee- und Kaffeekochen war also kein Problem und Gläser gab es in unserem Zimmer. Stefan kam dann noch auf die grandiose Idee, heißes Wasser auf ein Metalltablett zu schütten und in diesem eine eingepackte spanische Tortilla vom Lidl zu erhitzen -klappte prima😂
Gegen Mittag kam zu unserer Freude die Sonne heraus und es wurde richtig schwül draußen. Für die nächsten Tage waren Temperaturen bis zu 31 Grad vorausgesagt! Wir liefen durch die Stadt bis zur mittelalterlichen Brücke Puente Medieval de Aquelcabo und wollten den Sendero Los Pescadores wandern. Das ging solange gut, bis ein umgefallenes Schild nicht mehr klar anzeigte, wo es weitergehen sollte. Ein Wanderer, der uns entgegen kam, zeigte uns den Weg, aber letztendlich endete der an einer Straße, ca 3,8 km vom Ort entfernt, was bei einem Rundgang eigentlich nicht passieren sollte. Wir liefen diese Straße dann in der glühenden Sonne und meistens bergauf und versuchten zu trampen. Ein Lieferwagen hielt, aber nur um uns zu bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg wären🙄. Ca 2 km vor Arenas de San Pedro hatte dann ein Ehepaar Erbarmen und nahm uns mit. Ich fürchtete, inzwischen einen Sonnenbrand im Gesicht bekommen zu haben. Bis auf die Kilometer entlang der Straße war der Weg durch den Wald entlang des Flusses Rio Arenal aber sehr schön. Nach der Wanderung ruhten wir uns erst mal aus, bevor wir uns Gedanken über unser Abendessen machten.

Samstag, 11. Mai, wieder ein Wandertag. Nach einem Frühstück mit Churros und heißer Schokoladensoße und Kaffee in einer Cafeteria und zugegebener Weise noch Brot mit Marmelade als Nachschlag in unserem Zimmer, machten wir uns auf den Weg. Zuerst wanderten wir einen kleinen Weg innerhalb des Ortes entlang des Flusses Arenal von Brücke zu Brücke bis zum Naturschwimmbad, was aber nicht in Betrieb zu sein schien. Man hatte ein Steinbecken gebaut, durch das der Fluss läuft und gestaut werden kann, aber im Moment wurde kein Wasser gestaut. Schätzungsweise war das Wasser aus den Bergen noch zu kalt zum Baden. Von dort wanderten wir den Wanderweg “Los Torrejones“. Die Strecke war fast 14 km lang und die Steigung war beachtlich von 510 Höhenmetern im Ort, wo es immer schon rauf und runter ging, bis auf 860 Höhenmeter an der höchsten Stelle. Es war recht anstrengend, auch wenn die Temperatur zum Glück nicht wie vorausgesagt bis 31 Grad hoch ging, sondern nur um Mitte 20 Grad blieb. Der Ausblick auf die Bergwelt rundherum und auch der Weg selbst mit dicken Felsblöcken und vielen Blumen, Büschen und Bäumen lohnte allerdings die Anstrengung. In Richtung der Stadt wehten immer mal wieder Musik und Lautsprecheransagen zu uns hinüber und wir vermuteten, dass an diesem Tag der Triathlon, zu dem wir ein Werbebanner gesehen hatten, oder ein Fest in unserem Ort stattfand und freuten uns schon auf ein Event, aber leider stellte sich später heraus, dass es sich nur um Livemusik bei einem Restaurant handelte. Der Triathlon sollte erst am kommenden Tag stattfinden. Wir ruhten uns zuhause etwas aus und aßen einen kleinen selbstgemachten Snack aus Avocado mit Banane, Zitronensaft und Sahne. Köstlich!
Gegen 17 Uhr entschieden wir uns, noch einen Ausflug mit dem Auto in die Umgebung zu machen. Wir fuhren in das wunderschön gelegene und auch an sich sehr nette Örtchen Guisando mitten in der Bergwelt. Von hier startet eine anspruchsvolle (zumindest für mich) Wanderung zum Nogal del Barranco. Wir liefen ein paar Meter den Wanderweg hinauf, aber für diesen Tag war es nicht nur zu spät und konditionell zuviel, es wäre auch zu schade gewesen, nur durch die schöne Natur zu hetzen. Wir planten, am kommenden Tag zurückzukehren und dann gemeinsam soweit zu laufen, wie ich es schaffte. Ich wollte dann umkehren und mich in das Terrassencafé am Anfang des Weges setzen und Stefan könnte soweit laufen, wie er mochte. Es sollte sich um eine mehrstündige Wanderung handeln und es waren etliche Höhenmeter zu überwinden. Es wurden sogar Kraxen empfohlen, das war nix für mich. 
Zum Abschluss schlenderten wir durch das Örtchen Guisando. Es trägt den Titel „Conjunto Histórico Artístico.“ was soviel heißt wie historisches künstlerisches Set. Tatsächlich ist es ein architektonisch gelungenes Ensemble von kleinen Häuschen, schmalen Gassen, einem zentralen Platz, perfekt eingebettet in die Bergwelt des Regionalparks Sierra de Gredos und es scheint über alles Notwendige zu verfügen. Soweit wir sehen konnten, gibt es eine medizinische Erstversorgung, eine Apotheke, eine Bibliothek, einen Veranstaltungssaal, Restaurants, Café, Bäcker, Fleischer etc. Die meisten Gassen sind nur fußläufig zu erreichen. Ziegenhirten leben die meiste Zeit in kleinen Strohhütten in den Bergen und nutzen ihr Haus in dem Dorf nur zeitweise zum Übernachten. 
Nach dem langen Tag mit viel Bewegung in der Natur hatten wir am Abend Hunger. Da wir abends zuvor gelernt hatten, dass man von den Portionen in Restaurants nicht unbedingt satt wird, waren wir diesmal beim Kebabladen und aßen vegetarisches Dürüm und Pommes. Nicht sehr spanisch, aber dafür waren wir satt😂

Am Sonntag, dem 12. Mai, wanderten wir wie geplant beim Nogal del Barranco. Wir trennten uns jedoch gleich zu Beginn, da ich später nicht so lange auf Stefan warten wollte. Er lief, bzw wanderte zum Refugio, ich wollte eigentlich nur ein Stückchen der Strecke laufen, aber dann hatte es mich gepackt. Ich bog rechts auf einen Weg ab, der Nogal del Barranco hieß, aber letztlich schien das ganze Gebiet so zu heißen. Es ging immer bergauf. Um 11:20 Uhr hatten wir uns auf 1090 Höhenmetern getrennt, um 13:06 Uhr war ich an einem Aussichtspunkt ungefähr 400 Meter höher und hatte eine tolle Sicht. Um rechtzeitig wieder auf dem Hauptweg zu sein, damit ich Stefan nicht verpasste – ich war mir nicht sicher, welchen Weg er gewählt hatte – kehrte ich um. Ich war noch keine 10 Minuten wieder auf dem Hauptweg, als er mich von hinten einholte. Das hatte ja mal wieder super geklappt! Wir setzten uns noch ein Weilchen beim Kiosk auf die Terrasse und genossen alkoholfreies Bier und leckere Oliven als Tapa. Eigentlich stehe ich nicht so auf Oliven, aber hier schmeckten sie mir vorzüglich. Wir fuhren noch ein wenig durch die Bergwelt nach Hornillo, einem weiteren kleinen Bergdorf neben Guisando, aber nicht ganz so schön. Die Häuser und Gassen sind nicht ganz so klein und malerisch. Auf dem Weg dorthin fuhren wir an Kirschbäumen mit tiefroten Kirschen vorbei😍. Die Äste hingen über den Zaum bis zur Straße, wer kann da vorbeifahren?
Wieder zurück in Arenas de San Pedro war erstmal Pause angesagt. Es war 27 Grad und die Sonne brannte hier in der Höhe, also machten auch wir wie die Einheimischen Siesta. Hier ging das Leben sowieso erst wieder am Abend gegen 20:00-20:30 Uhr los, vorher gab es auch nichts zu essen.

Toledo – zurückversetzt ins Mittelalter

13. Mai. Wir kamen an unserem letzten Ziel an und Toledo war auf den ersten Blick umwerfend! Engere Gassen kannte ich nur in Marrakesch und wir wohnten direkt mittendrin. Das Gebäude war eine ehemalige Schule und jetzt befindet sich in ihm unten eine Art Touristenkino. Es wird die Geschichte Toledos gezeigt. In den oberen Etagen befinden sich Zimmer zur Vermietung. Wir wohnten in der zweiten Etage. Parken ist nur außerhalb der Stadtmauer möglich, es sei denn man ist Anwohner oder fährt ins Parkhaus für 3 Cent pro Minute. Wir parkten ca 400 Meter entfernt vor der Stadtmauer und zahlten 0,85 Cent/Std zwischen 10-14 Uhr und 17-20 Uhr. Wir schleppten nur das Nötigste die steilen Altstadtstraßen hoch. Laut Wetterapp waren jetzt 28 Grad und die Temperatur sollte bis 18 Uhr noch auf 31 Grad steigen. Grund genug für eine Siesta in den kühlen Mauern unserer Unterkunft. Um 17 Uhr parkten wir unser Auto weiter weg auf einem großen Parkplatz, da konnte es bis zur Abreise stehenbleiben. Hier innerhalb der Stadtmauern war das Fahren Nervensache und Parken konnte man eh nicht. Die Gassen sind häufig gerade mal 2 Meter breit und überall liefen etliche Touristen herum. Es war aber längst nicht so überlaufen wie wir z.B. Dubrovnik im letzten Jahr in unserem Urlaub empfunden hatten. Von unserem neuen Parkplatz aus kam man durch einen Tunnel zu einem Stadteingang, zu dem man mit mehreren Rolltreppen hochfahren konnte. Das war vielleicht nicht gerade stilecht, aber totaler Luxus, denn es ging richtig hoch. Ich fand es toll. In anderen Städten hätte man wahrscheinlich einen Schrägaufzug oder eine Zahnradbahn gebaut und die Benutzer zur Kasse gebeten, da finde ich diese Lösung doch sozialer. Die zahlreichen Gassen mit kleinen Geschäftchen, Restaurants und Wohnhäusern, deren Besitzer häufig ihre französischen Balkons mit Blumen geschmückt haben, sind wunderschön. Meist enden die Gassen an irgendeiner der zahlreichen Kirchen oder man gelangt zu Kulturzentren oder Universitätsgebäuden oder ähnlichem. Es gibt darüber hinaus ein Museum mit Werken des griechischen Malers, Bildhauers und Architekten El Greco, der 1576 nach Spanien kam und in Toledo lebte und wirkte bis er 1614 hier starb. Da er vornehmlich Ikonen und andere religiöse Motive malte, hatten wir nicht vor, dieses Museum zu besuchen.
Was man in Toledo noch findet, ist Marzipan. Da bei einer Kirche ein Lädchen Marzipan und andere typische Süßigkeiten anbot, gingen wir hinein. Da wurde ein kleiner Jesus in der Krippe angeboten und da die kleinen Figürchen zwischen Marzipanpackungen lagen, war ich mir sicher, dass sie auch essbar wären und wollte einen Jesus als Souvenir mitnehmen. Als die Dame ihn dann aber aus der Vitrine geholt hatte, wurde klar, dass es sich um Plastik handelte. So etwas kitschiges wollten wir dann doch nicht, und die Verkäuferin konnte sich das Lachen kaum verkneifen, als sie unseren Irrtum des Marzipanjesuskindes begriff.

14.Mai, letzter Tag unserer Reise. Man stelle sich vor: ein lauer Abend, gerade richtig für T-Shirt, historische Laternen beleuchten verwinkelte Gassen, in denen Menschen auf Terrassen oder in gemütlichen Restaurants und Bars ihr Getränk oder Essen genießen. Zahlreiche Kirchen und historische Gebäude erstrahlen in warmem Licht, Fußgänger lauschen einem Geigenspieler, der eigentlich zu gut ist, um in der Straße zu spielen. Wer das kitschig findet, sollte nicht nach Toledo fahren. Wir aber, konnten uns kaum satt sehen an den schönen Gebäuden, satt riechen am Duft von Kaffee und süßen Leckereien und haben so etliche Kilometer bergauf, bergab auf dem Kopfsteinpflaster hinter uns gebracht. Wir kauften uns am Morgen für 10€ pro Person ein Armbändchen, womit wir freien Eintritt in insgesamt 7 Kirchen, Klöster und die alte Synagoge hatten. Letztere ist nur noch Museum, das jüdische Viertel historisches Erbe vergangener Zeiten. In Toledo gibt es keine jüdische Gemeinde mehr, wie wir den Erklärungen eines Museumsführers entnehmen konnten.
Zum Abschluss unserer Reise waren wir an diesem Abend orientalisch essen: Humus, Salat, Fladenbrot und ein alkoholfreies Bier. Am nächsten Tag ging es zurück nach Madrid und am Abend hieß es ¡Hasta luego España! Es war bestimmt nicht der letzte Besuch in diesem Land😍

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